AvD Oldtimer Grand Prix 2013 - motorisierte und wohltönende Vielfalt in der Eifel

Erstellt am 11. August 2013
, Leselänge 12min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
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Für den Fan des historischen Rennsports besteht an Gelegenheiten, seine Leidenschaft auszuleben, beileibe kein Mangel. Trotzdem pilgern jedes Jahr rund 50’000 Zuschauer an den Nürburgring, um die Rennwagen von einst in ihrer artgerechten Haltung, sprich schnell fahrend, zu beobachten.


Nach der Le-Mans-Start-Demonstration erfolgte der reguläre Start zum Sonntagsrennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/1961 am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und 2013 lohnte sich dies bei der 41. Austragung ganz besonders, denn nicht nur liess das Programm kaum Wünsche offen, auch das Wetter hielt sich für einmal zurück und schaffte mit Sonne und gemässigten Temperaturen ideale Bedingungen.

Gleichmässigkeit gewinnt

Wie immer begann das grosse Nürburgring-Wochenende für viele der angereisten Zuschauer mit dem AVD Historic Marathon auf der Nordschleife, gefahren in Kombination mit der Nürburgring-Trophy. Hierbei handelt es sich um ein Langstreckenrennen von 210 Minuten Dauer für die Tourenwagen und GT bis Jahrgang 1965, während die jüngeren Rennsportfahrzeuge mit Jahrgängen von 1966 bis 1971 im Rahmen der Nürburgring-Trophy 150 Minuten absolvieren.

Die Fans besammelten sich rund um die über 20 km lange Nordschleife mit ihren 73 Kurven und einem Höhenunterschied von über 300 Metern zwischen dem höchsten und tiefen Punkt. Und sie bekamen sowohl vom Fahrzeugfeld als auch vom Fahrerkönnen der teilnehmenden Piloten einiges zu sehen. Von breit bekannten Rennwagen wie dem Porsche 911, der Alfa Romeo Giulia oder dem BMW 2002 bis zu Exoten wie dem Marcos 1800 GT, dem TVR Grantura oder dem Porsche 904 war alles versammelt, über 70 Fahrzeuge nahmen das Rennen am Freitag-Nachmittag auf.


Alfa Romeo Giulia Sprint GTA (1965) - im Rennen 11 - 23. AvD-Historic-Marathon - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Gewonnen wurde der AVD Historic Marathon nicht wie erwartet von einem der schnellen Jaguar E oder dem Porsche 904 GTS, sondern vom schmächtigen Alfa Romeo Giulia Sprint GTA mit 1,6 Litern Hubraum. Alexander Furiani, der den Wagen zusammen mit Olivier Ellerbrock steuerte, meinte dazu: “Der Sieg war eine echte Überraschung für uns. Entscheidend war sicherlich, dass wir konstant gefahren sind. Eine schnelle Runde kann jeder mal zaubern - aber den Marathon auf der Nordschleife muss man konstant und materialschonend angehen. Das unterschätzen viele.“

Afschin Fatemi und Wolfgang Kaufmann auf dem Porsche 904 GTS sahen lange wie die sicheren Sieger aus, doch lief der Motor am Schluss nicht mehr auf allen Zylindern, so dass sie sich mit Platz 3 hinter dem Ford Mustang Mk1 von Reinhold Gröppner und Horst Walther begnügen mussten.


Porsche 911 S/R (1971) - im Rennen 12 um die Nürburgring-Trophy - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Den Gewinnerpokal in der Nürburgring-Trophy ging an die Nordschleifen-Routiniers Kersten Jodexnis und Wolfgang Destree auf einem Porsche 911 S/R. Auch auf den nächsten drei Plätzen folgten weitere Sportwagen aus Zuffenhausen, dahinter erreichte der beherzt gefahrene NSU TT von Klaus Backes das Ziel.

Enge Rennen in der Formel Junior


Start zum Sonntags-Rennen 1 um die FIA Lurani Trophy für Formel Junior Fahrzeuge - Blick auf das Mittelfeld - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Schon fast eingeschworen auf enge Positionskämpfe und spannende Rennen ist die Formel Junior, da machten auch die beiden Rennen in der Eifel keine Ausnahme. Im Training konnte Michael Hibbert auf seinem Lotus 27 noch in letzter Minute die Pole Position mit 0.157 Sekunden vor David Methley auf Brabham BT6 schnappen, im ersten Rennlauf aber kehrte der Methley den Spiess um und siegte mit hauchdünnem Vorsprung von 0,75 Sekunden auf seinen britischen Kollegen. Dritter wurde Gelmini Tommaso auf einem Branca FJ, gefolgt von Christian Traber, der den ex-Siffert-Lotus 22 auf Platz 4 vorfuhr.

Im zweiten Rennen, das zweimal gestartet werden musste, holte sich Methley den zweiten Siegerpokal, Hibbert wurde wiederum Zweiter, Dritter wurde diesmal Manfredo Rossi di Montalera auf einem Lotus 22. Christian Traber musste sich mit dem fünften Platz begnügen, der Audi-Werksfahrer, Le-Mans-Sieger und Wahlschweizer Marco Werner kam im Cooper T59 einmal auf den neunten, einmal auf den zehnten Rang. Für ihn bedeutete die Rückkehr zu seinen fahrerischen Anfangszeiten ohne Schaltwippe und Hightech-Elektronik eine spannende Herausforderung. “Das ist Racing der Marke ‚back to the roots’“, grinste der gebürtige Dortmunder, der auch am Historic Marathon in einem Porsche 911 am Start war.

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Sein Name war Bond

Eine Besonderheit bei den Frontmotor-Formel-Junior waren die beiden Bond-Rennwagen. Lawrence Bond, der sich eigentlich hauptsächlich mit drei- und vierrädrigen Kleinstautomobilen der Marken Bond und Berkeley beschäftigte baute mit dem Bond Formula Junior 1960 im Prinzip den ersten Monocoque-Formelwagen, noch bevor Colin Chapman dies mit dem Lotus 25 machte.


Bond Formel Junior (1960) - am Rennen 1 um die FIA Lurani Trophy für Formel Junior Fahrzeuge - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Beim Bond wurde der Wagenkörper dabei aus Aluminium-Panelen und einer Kunststoff-Aussenhaut konstruiert. Als weitere Besonderheit war der Einsitzer frontgetrieben. Soviel Exotik kam damals aber schlecht an, so dass sich die Rennwagen nicht verkaufen liessen. Auch im Rennbetrieb blieb der Erfolg aus und der Wagen schlief für fast 40 Jahre in der Garage von Chris Featherstone.

Mit der steigenden Popularität der historischen Formel Junior wurde auch der Bond wieder attraktiv und er konnte aufwändig restauriert werden. Mit den vorhandenen Ersatzteilen gelang es sogar, noch den zweiten nie fertig gebauten Formel Junior aufzubauen. Und genau diese beiden Wagen standen dann am AVD Oldtimer Grand Prix am Start und es schaute sogar ein Klassensieg heraus, als späte Ehre für das geniale Konzept sozusagen.

Marc Surer als Doppelstarter


Impressionen von den BMW-Demonstrationsläufen - Brabham BT52 (1983) - Marc Surer demonstriert den frisch restaurierten Brabham BT52 mit BMW-Turbo-Motor von 1983, dahinter der Le-Mans-Sieger BMW V12 LMR von 1999 - am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ein vielbeschäftigter Mann am Nürburgring war Marc Surer. Ihm kam die Ehre zuteil, den frisch restaurierten Brabham BT52 mit BMW-Vierzylinder-Turbomotor auf Demonstrationsrunden vorzuführen und er tat dies mit viel Begeisterung und eindrücklichen Turbo-Flammen am Auspuff. Marc Surer bereitete die Fahrt sichtlich Freude: “Der hat noch eine richtige Gedenksekunde, bis der Turbo einsetzt; eigentlich ist es sogar mehr als eine Sekunde, da muss man beim Fahren mitdenken. Aber irgendwo in meinem Hirn war diese Erfahrung wohl noch von früher abgespeichert, jedenfalls fiel mir die Angewöhnung leicht.” Da konnte auch das Drehzahllimit von 10’500 Umdrehungen nicht stören.

Hinter Surer fuhr Joachim Winkelhock im Le-Mans-Auto von 1999, dem BMW V12 LMR. Aus Freude führte er im Yokohama-S gleich eine ungewollte Pirouette auf.


BMW 320 E21 Junior Team (1977) - am BMW-Rennen R9 - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

In den beiden BMW-Markenrennen um den Preis der BMW Group Classic setzte sich Surer dann gleich wieder ans Lenkrad und pilotierte seinen BMW 320 E21 Gruppe 5 aus dem Jahr 1977. Im ersten Lauf fiel er noch aus, im Zweiten aber fuhr er fast ganz nach vorne und setzte sich inmitten die M1-Phalanx.

Gewonnen wurde das erste Rennen von Christian Traber auf BMW M1, dem aber Johnny Cecotti im M3 E30 gegen Schluss des Rennens bis auf 1,8 Sekunden herankam. Im zweiten Lauf siegten dann die Pferdestärken des Wagner-M1-Turbo.

Im Sportwagen/GT in die Abendsonne


Lotus Mk IX (1955) - am Rennen 4 für Zweisitzige Rennwagen und GT bis 1960/1961 - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Wenn zweisitzige Sportwagen und Granturismo-Fahrzeuge der Jahrgänge bis 1960/1961 in die Abendsonne hineinfahren, dann ergibt dies nicht nur optisch, sondern auch akustisch eine ganz besondere Stimmung. Gestartet wurde um 20:15, das Rennen dauerte bis nach neun Uhr, die Sonne hatte sich bereits verabschiedet. Und es wurde sehr schnell gefahren.


Jaguar C Type (1952) - am Rennen 4 für Zweisitzige Rennwagen und GT bis 1960/1961 - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Lange sah man den Jaguar C-Type von Alex Buncombe mit vollem Einsatz an der Spitze fahren, doch gegen Ende musste er Maximilian Werner - den ersten Stint hatte Gabriele Spangenberg gefahren - auf dem brachial tönenden Ferrari 250 GT SWB Breadvan den Vortritt lassen. 

Auf Platz 3 fuhr der leichtgewichtige Lotus Eleven Le Mans von 1957 mit Philip Walker und Miles Griffiths am Lenkrad ins Ziel, gefolgt von einem ebenfalls hubraummässig schmächtigen Lola Mk1 aus dem Jahre 1960, gefahren durch Jürg und Ronny Tobler.


Ferrari 250 GT SWB Breadvan (1961) - am Rennen 4 für Zweisitzige Rennwagen und GT bis 1960/1961 - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Der siegreiche Ferrari 250 GT SWB „Breadvan“ zog am Wochenende viel Aufmerksamkeit auf sich, handelt es sich doch um ein Einzelstück mit faszinierender Geschichte. Aufgebaut wurde er im Auftrag von Graf Volpi von Giotto Bizzarrini. Die Modifikation mit der markanten aerodynamischen “Kombiheck”- Form machten den 250 GT SWB noch schneller als die vom Werk aufgebauten GTO, und Carlo Maria Abate und Colin Davis übernahmen tatsächlich bei den 24 Stunden von Le Mans 1962 in diesem Fahrzeug die Führung, bevor sie nach sechs Rennstunden ausfielen. Mit dem Sieg am AVD OGP wurde dem eigenwilligen Sportwagen Genugtuung verschafft.

Am Tag darauf setzte sich dasselbe Feld dann in einem publikumswirksamen, renntechnisch aber bedeutungslosen Le-Mans-Start in Szene. Beim zweiten Rennen, das nach einem Zwischenstopp konventionell gestartet wurde, wetzte Alex Buncombe seine Scharte vom ersten Lauf aus und siegte überlegen vor dem Lotus Eleven von Walker/Griffiths. Dritter wurde Jürg Tobler auf dem Lola, gefolgt von einem Aston Martin DB4 GT und dem Ferrari 250 SWB Competition, der durch die Sportgarage Graber gemeldet worden war.

Der Morgan SLR

Ein Fahrzeug, das zuvor die wenigsten schon zu Gesicht bekommen haben, war der Morgan SLR, der “Gentlemen Drivers” für GT-Fahrzeuge bis 1965 am Start war. Der SLR geht auf John Sprinzel und Chris Lawrence zurück, zwei Männer, die sich in den Sechzigerjahren mit Austin-Healey Sprite und Morgan Sport- und Rennwagen beschäftigt haben.


Morgan +4 SLR (1963) - im Rennen R7 der Gentlemen Drivers am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Mit dem Morgan SLR sollten die mechanischen Komponenten des Morgan Plus 4 mit einer leichtgewichtigen und im Vergleich zu den damals üblichen Morgan-Fahrzeugen aerodynamisch vorteilhaften Aluminium-Karosserie kombiniert werden. Das Ergebnis, präsentiert auf der Racing Car Show von 1964, sah auf der Rennstrecke nicht schlecht aus, selbst gegen den Porsche 904 war man nicht chancenlos. Trotzdem blieb es bei vier Fahrzeugen, wovon eines auf einem Triumph-Chassis sass.

Im Training jedenfalls platzierte man sich in der vorderen Hälfte des Feldes und liess Hubraumriesen wie die Corvette oder die AC Cobra hinter sich. Im Rennen reichte es für Platz 16 und den Klassensieg, nicht schlecht für ein Auto, das vor fast 50 Jahren in einem Hinterhof zusammengezimmert wurde.

Der Morgan war aber nicht der einzige Exote, im Feld der GT-Fahrzeuge tummelte sich auch noch ein Cooper Bobtail von 1955, der den 50-Minuten-Lauf immerhin auf dem 15. Platz beendete.


Jaguar E Type (1964) - im Rennen R7 der Gentlemen Drivers am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Gewonnen wurde der Lauf der Gentlemen Drivers von Alex Buncombe auf einem Jaguar E Type, gefolgt von Sean und Michael McInerney auf einem TVR Griffith. Die lange Zeit führende AC Cobra Daytona kam nicht unbeschadet ins Ziel und wurde dann auch noch wegen Untergewicht aus der Wertung genommen.

Jochen Mass musste sich mit seiner unsauber tönenden Cobra mit Platz 11 begnügen. Noch schlimmer traf es den Schweizer Michael Erlich, er musste mit seinem Bizzarrini 5300 GT bereits am Samstag unverrichteter Dinge wieder abreisen.


Lotus Elan (1965) - im Rennen R10 um die AvD-Tourenwagen-Trophäe am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Auch in der AVD-Tourenwagen-Trophäe traten GT-Fahrzeuge bis 1965, begleitet von den damals üblichen Tourenwagen wie dem Ford Lotus Cortina oder dem Austin Mini Cooper S, an. Schade, dass es hierzulande noch nicht für ein ausgewachsenes Prä-1965-Tourenwagen-Feld reicht. So standen am Schluss die GT-Fahrzeuge oben auf dem Treppchen, jeweils ein Lotus Elan 26R, eine Ginetta G4 und nochmals ein Lotus Elan.

Monoposti unterschiedlicher Zeitalter

Natürlich durften auch 2013 die Formel-1-Fahrzeuge der Prä-Turbo-Ära nicht fehlen. Sie sorgen mit ihrem Cosworth-Sound und dem bereits vollständig etablierten Sponsoring (auch Zigaretten-Marken durften damals noch werben) immer für einen Farbtupfer.


RAM Williams FW07 (1980) - im Rennen R2 zu FIA Masters Historic Formula One Championship am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Echte Überholmanöver sind allerdings fast so selten wie in der heutigen Formel 1, das Publikum freute sich trotzdem. Als Sieger beider Läufe ging Michael Lyons auf dem Williams FW07 mit der Penthouse/Old Smuggler-Bemalung hervor, auf den Folgeplätzen wechselten sich Steve Hartley auf dem Arrows A4 und Joaquin Folch auf dem Brabham BT49C ab.


Scarab Offenhauser (1960) neben dem siegreichen Lotus 16 (1959) - im Rennen R5 der "Historic Grand Prix Cars bis 1960" am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bei den älteren Jahrgängen traten Grand-Prix-Wagen der Zwanziger- bis Fünfzigerjahre an. Ein grosses Aufgebot von Maserati 250F machte diese Rennläufe zu einem besonderen Ereignis. Schnellster Mann auf dem Grand-Prix-Kurs war aber Philip Walker auf dem Lotus 16B, wenn er sich auch nur knapp vor dem amerikanischen Scarab Offenhauser von Julian Bronson halten konnte. 

Erinnerungen an die Deutsche Rennsportmeisterschaft

In den Läufen zum Revival “Deutsche Rennsport-Meisterschaft 1972-1981" massen sich diverse Porsche 911/935, BMW M1, Ford Capri, Opel Commodore, Chevrolet Stingray und ein heisser De Tomaso Pantera. Dem Jägermeister-Porsche 935 K3 unter Wolfgang Kaufmann war der Sieg in beiden Läufen nicht zu nehmen.

Für weiteren Stoff zum nostalgischen Träumen sorgte das DTM-/STW- und Tourenwagen-Revival. Und wie in den guten alten Zeiten drehte denn auch schon in einer der ersten Runde ein bayrischer BMW M3 (wohl unabsichtlich) den Sindelfinger Konkurrenten Mercedes Benz 190 E um die Hochachse. Ja, so ging es früher auch zu.

Superschnelle Sportwagen

Bei den beiden Rennen um die FIA Masters Hisoric Sports Car Championship waren die drei Liter Hubraum (Ford Cosworth DFV) des McLaren M8C von 1970 nicht zu schlagen, für einen Augenschmaus aber sorgten vor allem auch die beiden Alfa Romeo T33/2 und das Portfolio der Porsche-Sportwagen der Typen 906, 907 und 910 sowie die beiden Exoten Chanabe Porsche und KMW Porsche SP 20.


Alfa Romeo T33/2 (1968) - im Rennen R6 zu FIA Masters Historic Sports Car Championship am AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bugatti 35C zum ersten Mal seit 1927 auf deutschem Asphalt

Auch für die Vorkriegsfraktion war gesorgt, nicht mit einem heiteren Schaulaufen, sondern mit einem veritablen Rennlauf, an dem eine beeindruckende Schar von schnellen Sportwagen vom Schlag eines Maserati 6CM, MG K3, Delahaye 135 S oder ein schneller Alta Sports, welcher denn auch prompt den ersten Lauf gewann, zu sehen waren.


Alta Sports (1936) - im Rennen R8 - Pre 1940 - Vorkriegsfahrzeuge - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ein ganz besonderes Fahrzeug brachte der Österreicher Martin Halusa an den Start. Bei seinem Bugatti 35C handelte es sich um den ursprünglich vom Werk beim Grand Prix von San Sebastian 1927 eingesetzten Wagen. Nachdem er jahrelang versteckt war, ging er 1961 in die USA, von wo er nun zurück nach Europa kam.


Bugatti 35 C (1927) - im Rennen R8 - Pre 1940 - Vorkriegsfahrzeuge - AvD Oldtimer Grand Prix 2013
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix war er zum ersten Mal seit dem Einsatz in San Sebastian vor 85 Jahren wieder in Europa zu sehen. „An dem 35c ist tatsächlich alles original“, schilderte Halusa. Motor, Kühler, Kurbelwellengehäuse, Federung wurden seit 1927 nicht ausgetauscht. Entsprechend sensibel ist der Umgang mit dem Material. „Der Motor wird warm, die Federn werden bei Belastungen bedenklich gespannt - im Moment kann man damit sicherlich kein Rennen gewinnen.“ Zum 16. Rang reichte es allemal, sein Schnitt betrug 92,618 km/h.

Den zweiten Lauf gewann Josef Otto Rettenmaier auf einem Maserati 8C 3000.

Drei Tage volles Programm

Insgesamt 18 Rennläufe wurden am dreitägigen Nürburgring-Wochenende durchgeführt, dem Publikum wurde aber auch darüber hinaus einiges geboten. So präsentierte Opel einen Ausschnitt aus seinem Schaffen, Motor Klassik zeigte Le-Mans-Fahrzeuge in einem Zelt, Coys veranstaltete eine Versteigerung und auf den Sonderparkplätzen der Marken-Clubs gab es mehr zu sehen, als man an einem Tag betrachten konnte.


Eindrücke vom AvD Oldtimer Grand Prix 2013 - der Porsche 956 in der Le-Mans-Ausstellung
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ein besonders Highlight war sicher auch der Porsche 956 (Fahrgestell 956.007), der bis heute den Rundenrekord von 6:11,13 auf der Nordschleife mit einem Schnitt von über 200 km/h hält und der sich im Rahmen des “Stefan Bellow Tribute” nochmals in der grünen Holle mit Derek Bell am Steuer in neuer Frische präsentierte und zudem auch Teil der Le-Mans-Ausstellung im Fahrerlager war.

Ob so vieler Attraktionen darf man gespannt sein, was den Organisatoren für das nächste Jahr einfällt, wenn sie dann zum 42. Mal zum AVD Oldtimer Grand Prix einladen.

Die detaillierten Resultate sind alle online auf der Website des AVD Oldtimer Grand Prix 2013 einsehbar.

Weitere Bilder sind in den referenzierten Bildergalerien zu finden. Diese Galerien werden über die kommenden Tage noch erweitert, es lohnt sich also mehrmals vorbeizukommen.

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