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Bild (1/3): Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1989) - die Breitversion mit den Turbokotflügeln (© Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions, 2014)
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    Porsche 911 Speedster - flacher, sportlicher und wertvoller

    Erstellt am 11. Juni 2014
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (23)
    Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions 
    (22)
    Archiv Porsche AG 
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    Er war flacher und verzichtete auf manchen Komfort, der Porsche 911 Speedster. Und er blickte auf eine erfolgreiche 356-er-Tradition zurück. Richtig schön war er allerdings nicht geraten, doch heute zeigen sich gerade diese Modelle als besonders wertvolle 911-er.

    Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1989) - der Speedster wollte 40 kg leichter sein als die normale Version, mit den Turboverbreiterungen aber schaffte er das nicht
    © Copyright / Fotograf: Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions

    Auf das Minimum reduziert

    Den ersten Speedster baute Porsche bereits in den Fünfzigerjahre. Damals verlangten die amerikanischen Importeure Max Hoffmann und John von Neumann nach einem günstigen Einsteigermodell, das leichter und sportlicher sein sollte wie die offensichtlich nicht einfach verkäuflichen Normalmodelle.

    Porsche 356 A Speedster (1957) - die günstigste Möglichkeit, Porsche zu fahren damals
    © Copyright / Fotograf: Archiv Porsche AG

    Porsche lieferte eine abgespeckte 356-Variante mit niedriger Frontscheibe (Höhe des Wagens nur 116 cm), dünnem Stoffverdeck und minimalem Komfort. Der 70 PS starke Motor hatte mit den 730 kg Gewicht nur wenig Mühe und der Wagen wurde ab 1954 als 540 Speedster zum Verkaufshit.  Reutter baute die Karosserien, wurde 1958 aber durch Drauz abgelöst, als der Convertible D den Speedster ersetzte.

    Insgesamt wurden bis 1962 2902 Exemplare des minimalistischen Sportwagens in den Varianten Speedster, Convertible D und Roadster gebaut und sie erreichen heute hohe Notierungen.

    Nach einem Vierteljahrhundert zurück

    Im September 1987 dann präsentierte Porsche auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt eine neue Speedster-Variante, dieses Mal auf dem Porsche 911 Carrera aufbauend. Die Studie wies weder Dach noch Windschutzscheibe auf.

    Peter W. Schulz, für den Sportwagen und offenes Fahren eng verbunden waren, wollte das Käuferinteresse testen. Und dieses war so gross, dass man sich zur Serienfertigung entschied.

    Porsche 911 Speedster (1987) - Skizzen und Ausführungen - offen, geschlossen, mit Hardtop und als Clubsport-Variante
    © Zwischengas Archiv

    70 kg leichter als der normale Porsche sollte der Speedster sein und wie sein Vorgänger nur mit reduziertem Komfort ausgestattet. Dies hiess, auf die Fondsitze und elektrische Verdeckbetätigung und Scheibenheber zu verzichten. In der Tradition des 356 Speedster war auch die Frontscheibe um fünf Grad flacher gestellt worden und das Verdeck auf einen Wetterschutz reduziert worden, getreu der Devise: “Ein Cabriolet ist ein geschlossenes Auto, das man mit geöffnetem Dach fahren kann. Ein Speedster ist ein offenes Auto, das man mit geschlossenem Dach fahren kann.”

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    Ab 1989 zu kaufen

    Es sollte dann noch bis Ende 1988 gehen, bis die Serienversion vorgestellt werden konnte. Und erst 1989 gelangten die Fahrzeuge dann auch zu den Kunden.

    Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1989) - mit dem für ihn typischen Kunststoffaufbau über dem Notverdeck
    © Copyright / Fotograf: Archiv Porsche AG

    Inzwischen hatte der Speedster wieder Gewicht angesetzt, weil man die breiteren Kotflügel des Porsche Turbo montiert hatte. Der Gewichtsvorteil war damit auf der Strecke geblieben und auch die vorgesehene Clubsport-Variante ohne Frontscheibe, dafür mit einer Abdeckung über Beifahrersitz und Heckbereich wurde wohl nur selten gefahren. Für den Motorsport wäre auch der einfachere Speedster keine optimale Wahl gewesen.

    Weil es auch noch Bestellungen für die an der IAA 1987 gezeigte Schmalvariante (ohne Turbo-Verbreiterungen) gab) lieferte man auch diese 171 Mal aus.

    Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1989) - in der raren Schmalversion
    © Copyright / Fotograf: Archiv Porsche AG

    Die Gesamtmenge betrug 2103 Exemplare und damit war im Juli 1989 auch schon Schluss, denn der Carrera 3.2 wurde durch den Porsche 964 abgelöst, von dem es dann einige Zeit später auch wieder einen Speedster gab.

    Technisch keine Experimente

    Motor, Getriebe und Aufhängungen, im Prinzip die ganze Technik, konnten unverändert vom Porsche Carrera 3.2 übernommen werden. Der Sechszylinder-Boxermotor entwickelte 231 PS (217 PS mit Katalysator). Geschaltet wurde über das übliche Fünfganggetriebe. Der gesamte Wagen wog 1290 kg (die Schmalversion soll 70 kg leichter gewesen sein) und war 4,291 Meter lang, 1,775 breit und 1,22 hoch. In der Schmalversion reduzierte sich die Breite auf 1,652 Meter.

    Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1989) - der Motor unterscheidet sich nicht von den anderen Carreras der Zeit
    © Copyright / Fotograf: Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions

    Damit bewegt sich der Speedster auch fahrerisch nicht in einer anderen Ebene als ein 911 Cabriolet.

    ZG Archiv AMS 2019

    Weniger für mehr

    Ein Rezept, das im Automobilbau immer wieder zu funktionieren scheint, ist weniger für mehr zu liefern. Im Falle des Speedsters verzichtete der Käufer auf Luxus und gewichtsfördernde Accessoires, zahlte aber deutlich mehr als für ein technisch identisches Coupé oder gar Cabriolet. 112’000 DM kostete der Speedster in Deutschland.

    Porsche 911 Speedster (1989) - wurde als Lot 339 an der Bonhams Auktion im Grand Palais in Paris am 6. Februar 2014 versteigert
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Schnell wurde der Wagen zu einem Spekulationsobjekt und tatsächlich erreichen auch die 911 Speedster heute hohe Preise. In Paris verkaufte Bonhams einen silbernen schmalen Speedster mit jungfräulichen 650 km auf dem Tacho für Euro 310’500 oder CHF 379’958. Der Wert des Wagens hatte sich also innert 25 Jahren um den Faktor 4-5 multipliziert.

    Kein Schwan, aber auch kein hässliches Entlein

    Optisch überzeugt der Wagen mit seinem Kunststoffdeckel über dem Verdeck nur beschränkt, einen Schönheitspreis wird er wohl nie gewinnen.

    Helmut Bott hatte bereits 1986 den ersten Prototyp gebaut, dessen Windschutzscheibe wie auch bei den späteren Serienexemplaren demontiert werden konnte.

    Dieser erste Prototyp hatte bereits turbo-ähnliche Kotflügel gehabt, doch für den zweiten Prototyp wurde dann ein schmales 911 SC Cabriolet als Basis genommen. Dieser Wagen hatte dann auch eine niedrige Windschutzscheibe ohne Scheibenwischer und wies bereits die hintere Abdeckung mit Höckern auf.

    An der IAA wurde dann die schmale Version in der Clubsport-Ausführung ohne Scheibe aber mit grosser Kunststoffabdeckung gezeigt. Und die Form hielt offensichtlich die Kunden nicht davon ab, sich für den Wagen zu interessieren und Bestellungen in Aussicht zu stellen.

    Porsche 911 Carrera 3.2 Speedster (1988) - Vorserienmodell aus dem Werksmuseum unterwegs im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Mehr und mehr auf Auktionen anzutreffen

    Die Rarität und die formale Besonderheit lassen den Speedster immer wieder bei Versteigerungen auftauchen. Das für diesen Bericht verwendete Fotoobjekt, ein roter Speedster amerikanischer Abstammung in Breitversion wird beispielsweise an der RM Versteigerung in Monterey im August 2014 angeboten.

    Oldtimer Galerie Toffen

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    jo******:
    18.06.2014 (21:45)
    Hallo liebe Redaktion/Leser,
    der Artikel ist sehr interessant, aber zu kurz.
    Da gibt es noch den 964-iger Speedster, der in noch kleineren Stückzahlen 1993/94 gebaut und ausgeliefert wurde.
    Hier schwanken die Zahlen zwischen 771 und 900 für den schmalen und 7 und 30 für den Breiten. Von Porsche selbst habe ich die Zahlen 23 und 24 für den Breiten, also selbst bei Porsche ist man unterschiedlicher Meinung. Allerdings ist die Anfrage bei Porsche nun schon 18 Jahre alt.
    Nach meiner Information sind die Speedster G-Modelle und die 964-iger Modelle nur deshalb gebaut worden, weil bei den anstehenden Modell-wechseln Rohkarosserien übrig waren und diese nicht verschrottet werden sollten.
    Eine andere Information ist evtl. noch interessant:
    die Speedster wurden beim Verfügbarwerden mit hohen Aufpreisen gehandelt und von der Cabrio-Käuferschicht als erlesene Variante zum normalen Cabrio gekauft. Nach den Auslieferungen stellte man jedoch schnell fest, dass die Speedster, vor allen Dingen hinsichtlich Komfort, keine Cabrio-Variante waren. Die Besitzer wollten sich schnell wieder von ihren Speedster trennen und die Preise für junge Gebauchte fielen in den Keller. Man konnte 95/96 in jedem Porsche-Zentrum mehrere Gebrauchte finden.
    Erst seit ein paar Jahren hat der Markt diese Modell-Variante wirklich ernst genommen und die Preise haben sich erheblich nach oben entwickelt.
    Für den breiten 964 er gibt es keinen Markt-Preis, weil keine gehandelt werden. Die Stückzahl ist so gering, dass die Besitzer/Sammler froh sind, sie zu besitzen und sie nicht in den Markt geben.
    Wenn die Autos die richtige Farbe mit der richtigen Innenausstattung haben, sind sie sogar traumhaft schön.
    Die Speedster-Modelle sind es mittlerweile wert in einem gesonderten Buch abgehandelt zu werden. Über die G-Modell-Speedster gibt es bereits ein Buch von Michael Moesch/Eberhard Gratz und die 964-er werden auch von Tobias Aichele in seinem Buch "Porsche 911 Targa - Cabriolet - Speedster" kurz erwähnt.
    Bin auf andere Kommentare gespannt.
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