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SC75 Sujet 1
Bild (1/1): Opel Olympia Rekord (1956) - mit moderner Pontonform (© Bruno von Rotz, 2016)
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    Opel Olympia Rekord - amerikanische Rezepte für den Erfolg auf hiesigen Strassen

    Erstellt am 3. August 2016
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
    (45)
    GM Corporation / Opel 
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    Archiv Opel / General Motors 
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    Die Konkurrenz war geschockt, als der neue Opel Olympia Rekord an der Automobilausstellung in Frankfurt im März 1953 enthüllt wurde, weniger wegen der modernen Pontonform, sondern vor allem wegen des Kampfpreises, der nur wenig über dem VW Käfer lag. Für ein Auto, das mindestens eine Klasse höher positioniert war.

    Opel Olympia Rekord (1953) - Präsentation auf er Automobilausstellung in Frankfurt
    © Copyright / Fotograf: GM Corporation / Opel

    Die erste Opel-Nachkriegs-Neuentwicklung

    Die Nachkriegszeit war für die Autobauer in Deutschland keine einfache, auch Opel produzierte vorwiegend noch die Autos, die bereits in den Dreissigerjahren vom Band gelaufen waren, der Käfer war ebenfalls eine Erfindung der Vorkriegszeit. Die Kunden aber wurden anspruchsvoller und auch zahlreicher. Deutschland war 1953 im Vergleich zum Ausland noch völlig untermotorisiert, auf ein Auto teilten sich in Westdeutschland 37 Einwohner, in der Schweiz 21, in Grossbritannien 15 und in den Vereinigten Staaten gerade einmal deren Drei. Kein Wunder, sollten amerikanische Ideen es für Opel in Deutschland richten und man trumpfte mit dem an der Automobilausstellung in Frankfurt 1953 präsentierten Olympia Rekord gross auf.

    Opel Olympia Rekord (1953) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1953 - Vorderansicht mit Edward E. Zdunek
    © Zwischengas Archiv

    Die ADAC Motorwelt widmete dem Neuankömmling einen gewichtigen Teil ihrer gesamten Messeberichterstattung, die hier in Auszügen wiedergegeben werden soll:

    “Die große Unbekannte in diesem ernsten Spiel war der neue Opel Olympia, der zur Ausstellung unter dem Namen Olympia Rekord herauskam und den tollen Gerüchten, die seit Jahr und Tag um diese Neukonstruktion kursierten, ein Ende machte. Opel hat nach sorgfältigster Erforschung des Marktes nicht dem tausendfach herangetragenen Wunsch nach einem ausgesprochenen Kleinwagen nachgegeben, sondern in dreijähriger intensiver Entwicklungsarbeit auf den Erfahrungen von 330’000 bisher gebauten Opel Olympia den — nach europäischen Begriffen — mittelstarken robusten Gebrauchswagen beibehalten, weil mit ihm die Forderungen nach ausreichender Spitzengeschwindigkeit und Beschleunigung bei angemessenem Fahrkomfort und langer reparaturloser Lebensdauer am sichersten vereinigt werden können.

    Ausgeklügelte Fabrikationseinrichtungen, ein völlig neu erbautes Preßwerk — dessen ausschließlich deutsche Pressen überzeugend zweckmäßig und zugänglich bei kleinsten Transportwegen angeordnet sind und dessen Werkzeuge eine unendliche Erfahrung in der Verarbeitung der so empfindlichen Karosseriebleche verraten — und nicht zuletzt eine unermüdliche Arbeit auf dem riesigen, in Deutschland einmaligen, Opel-Versuchsgelände, auf dem Grundlagenforschung und Zweckforschung sich ideal ergänzen, bieten die Gewähr, daß auch der neue Olympia-Rekord dem alten Begriff „Opel, der Zuverlässige", eine neue überzeugende Bestätigung verleihen wird.

    Es war vorauszusehen, daß Opel der an über einer halben Million Pkw praktisch erprobten und bewährten selbsttragenden Ganzstahlkarosserie treubleiben würde. Wer diesen neuentwickelten Aufbau einmal etwas näher betrachtet, der stellt nicht nur mit Freude fest, daß hier eine sehr schöne und den Innenraum gut ausnützende Form gefunden worden ist, sondern daß darüberhinaus die statischen und die fabrikatorischen Forderungen in noch besserer Form berücksichtigt wurden als bisher. Radkasten und Kotflügel tragen mit, sind aber abschraubbar und können im Falle einer Beschädigung leicht demontiert oder repariert werden. Der Radstand ist gegenüber dem Vorgänger um 11 cm verlängert worden und trägt zusammen mit dem noch weiter nach vorn verlegten Motor dazu bei, sowohl den Wohnraum wie den Kofferraum erheblich zu vergrößern. Bei voller Belastung verteilt sich das Gewicht nahezu gleichmäßig auf Vorder- und Hinterachse.

    Der bewährte 1,5 Liter-Vierzylinder erhielt jetzt durch eine neue Nockenwelle eine leichte Erhöhung des Verdichtungsverhältnisses und eine Überarbeitung der Ein- und Auslaßkanäle eine Leistung von 40 PS bei 3800 U/min, während das höchste Drehmoment bei 9,6 mkg und 1900 Umdrehungen liegt und damit eine ausgezeichnete Elastizität verrät. Gepanzerte Ventile und Pleuelstangen mit gesonderten Lagerschalen zeigen, daß auch der weiteren Erhöhung der Lebensdauer volle Beachtung geschenkt wurde. Eine sehr interessante technische Neuerung ist die Einführung einer Scheibenfeder für die Kupplung. Dieses von General-Motors in jahrelanger Entwicklungsarbeit durchgearbeitete Federelement, das im Werkzeugbau unter dem Namen Belleville-Federn seit Jahrzehnten bekannt und bewährt ist, baut nicht nur sehr raumsparend, sondern hat den großen Vorteil, daß bei hohem Anpreßdruck in der Ruhelage der notwendige Betätigungsdruck beim Durchfedern sinkt. Die vom Kapitän übernommene leichtgängige Schwenkrollenlenkung, der Mittellenker mit zwei gleich langen Spurstangen, die die Lenkungsgeometrie verbessern und die Einstellung vereinfachen, die Einstangenschaltung des in den beiden oberen Gängen synchronisierten Dreiganggetriebes, die neue Dreipunktaufhängung des Motors und der erheblich tiefer gelegte Schwerpunkt sind weitere bemerkenswerte technische Einzelheiten.

    Die eigentliche Sensation war aber der Preis mit DM 6250.-. Er setzte einen Maßstab fest, der nicht ohne Einfluß auf die Preisgestaltung des Wettbewerbs bleiben konnte und vermutlich sogar Rückwirkungen auf die höheren Preisklassen haben wird.”

    Ein hübsches Auto für wenig Geld

    Zwar war der Opel Olympia Rekord nicht das erste Ponton-Auto in Deutschland, da waren ihm Borgward, Ford oder Fiat voraus, aber man hatte es in Rüsselsheim geschafft, amerikanische Linien und Ornamente attraktiv auf ein europäisches Mass zusammenzudampfen.

    Opel Olympia Rekord (1953) - mit Pontonkarosserie
    © Copyright / Fotograf: GM Corporation / Opel

    Mit seinem Haifischmaul wirkte der kleine Opel (4,24 Meter lang und 1,62 Meter breit bei 1,5 Meter Höhe) aufmerksamkeitsheischend, die verhältnismässig grossen Glasflächen schufen ein helles Interieur. Es gab Platz für fünf Personen samt Gepäck. Und dies alles zum Preis von 6250 deutschen Mark oder 7300 Schweizer Franken (inklusive Heizung). Ein VW Käfer kostete zwar etwa einen Tausenderschein weniger, aber der lief ja schliesslich auch keine 120 km/h und bot zudem deutlich weniger Platz.

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    Ist günstig auch gut?

    Natürlich rissen sich die Tester der verschiedenen Autozeitschriften darum, den neuen Opel zu fahren. Einige, darunter Werner Oswald von der Zeitschrift Auto Motor und Sport kauften sich sogar einen für sich selber, offenbar überzeugte der Mitteklassewagen aus Rüsselsheim.

    Opel Olympia Rekord (1953) - auf Testfahrt
    © Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

    Die Automobil Revue unterzog den Opel wie üblich einem Langstreckentest über mehr als 4000 Kilometer und resümierte:

    “Dem Opel Olympia Rekord können auf Grund unserer Erfahrungen mit dem Testwagen in erster Linie jene Automobilisten volles Vertrauen schenken, die nicht auf jeder Ausfahrt ein spektakuläres Erlebnis erhaschen wollen, sondern vom Automobil eine Erleichterung ihres Arbeitspensums oder reine Erholung erwarten. Die Bedeutung dieses unaufdringlichen Wagens liegt in der wohldosierten Kraftreserve und in der seriösen Grundkonstruktion. Seine Position als zuverlässiger, geräumiger und gut präsentierender Gebrauchswagen ist schon im Hinblick auf die sorgfältige, nach modernsten Verfahren vollzogene Großserienherstellung gesichert.”

    Mit einem Verbrauch von 7 bis 11,5 Litern je nach Fahrweise, einer Höchstgeschwindigkeit von 116 km/h und einer Beschleunigungszeit von 36,5 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h bewies der stabil gebaute Opel, dass er das Zeug hatte, vorne in seiner Klasse mitzufahren.

    Dem hatte auch die ADAC Motorwelt nichts entgegenzusetzen, die schon ein Jahr zuvor ihren Testbericht abgeliefert hatte. Besonders gefiel, dass der Opel auch noch auf Steilstrecken Tempo 75 km/h halten konnte und dass die Bremsen den überraschend guten Fahrleistungen durchaus ebenbürtig seien. Auch das Fahrverhalten überzeugte und überhaupt gab es nur wenige Kritikpunkte, wie etwa die nicht ganz vollständig durch die Scheibenwischer bestrichene Windschutzscheibe, die Oswald erwähnte.

    Jährliche Überarbeitungen

    Die Käufer des Olympia Rekord konnten sich also glücklich schätzen, hätte es nicht einen Wermutstropfen gegeben, den die Opelaner den Amerikanern zu verdanken hatten. Jährlich nämlich erneuerten die Rüsselsheimer wie ihre US-Mutter ihren Verkaufspitzenreiter. Dies trübte dann jeweils die Freude am Vorjahresmodell ein wenig, machte aber die Neukäufer umso stolzer.

    Opel Olympia Rekord (1954) - Frontpartie des Modells 1955
    © Zwischengas Archiv

    1954 etwa erhielt der Olympia Rekord einen neuen Kühlergrill und einen verbesserten Motor, der noch weicher und geräuschärmer auftrat, dazu noch elastischer wirkte. Neben einigen weiteren Detailverbesserungen war es aber vor allem auch der Preis, der nochmals fast eine Etage tiefer angeschlagen wurde, DM 5690 anstatt 6250, das war ein Wort! Allerdings betraf dieses Preisschild nur die besonders ärmlich ausgestattete Olympia-Variante, die ohne den Rekord-Zusatz auskommen musste. Der Olympia Rekord nämlich kostete nun DM 5990 und war beliebter, weil hübscher.

    Opel Olympia Rekord (1956) - wer vom Käfer aufstieg, erhielt ein deutlich komfortableres Auto
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Einen grösseren Sprung machte dann das Modell 56, das Mitte 1955 vorgestellt wurde. Die Automobil Revue dokumentierte den Fortschritt:

    “Der Opel Rekord 1956 ist äusserlich durch eine gänzlich neue Kühlerverkleidung gekennzeichnet, die, wie schon beim vorgängigen Modell, eine ähnliche Linienführung zeigt wie der grössere Kapitän, doch besitzt es jedoch eine gitterartige Füllung aus horizontalen und senkrechten Stäben. Kleine Detailmodifikationen, wie die glatte Stossstange, die zu äusserst angebrachten, gut sichtbaren Blinker und die auf die Kotflügel aufgesetzten und sich nach hinten verjüngenden Chromleisten geben dem Wagen ein modernes, klares Aussehen. Die Form der Seitenteile und des Hecks ist unverändert, wird aber durch Zierstreifen besser unterstrichen. Die Innenausstattung umfasst nunmehr eine verbesserte Sitzverstellung der Vordersitzbank, eine verbesserte Instrumentenbeleuchtung und eine im Deckel des Handschuhfaches eingebaute Uhr. Es gelangt nun ein kombiniertes Zünd- und Anlaßschloss zum Einbau.

    Das Fahrwerk erfuhr an Federung, Bremsen und Lenkung weitgehend dieselben Änderungen wie jenes des Modells Kapitän. Auch wurde die Motorleistung leicht erhöht, nämlich von 40 DIN-PS bei 3600 U/min auf 45 DIN-PS bei 3900 U/min, was die an der Kupplung verfügbare Leistung darstellt; die nach der SAE-Methode gemessene Leistung, die indessen für die Fahrleistungen nicht bestimmend ist, wurde nur geringfügig von 51 auf 52 PS gesteigert.

    Während bisher die Motoren mit zwei verschiedenen Verdichtungsverhältnissen gebaut wurden, nämlich mit 6,5 : 1 und 7,0 :1, wird dieses fortan einheitlich auf 6,9 :1 festgelegt. Als angenehme Neuerung muss die Vergrösserung des bisher etwas knapp bemessenen Benzintanks von 31 auf 35 Liter gewertet werden, der eine entsprechende Vergrösserung des Aktionsradius mit sich bringt.“

    ZG Archiv AMS 2019

    Bewährt

    Die Neuerungen behielten den inzwischen bereits dreijährigen Olympia Rekord attraktiv. Die Höchstgeschwindigkeit betrug nun echte 120 km/h, der Sprint aus dem Stand bis 90 km/h war in nurmehr 21 Sekunden zu schaffen, der Verbrauch war gleichzeitig sogar noch zurückgegangen.

    Billiger aber war er nicht mehr geworden, dafür noch erfolgreicher, gegenüber seinen beiden Vorgängervarianten, die je 1954 und 1955 je mit rund 130’000 verkauften Einheiten aufwarteten, liess sich der 1956-er sogar 145’000 mal veräussern, nur um dann vom letzten Olympia Rekord 1957 noch mit 170’000 gebauten Modellen ausbeschleunigt zu werden.

    Opel Olympia Rekord (1956) - Platz für fünf Personen und einiges Gepäck
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Dass sich ein nicht überaus innovatives Auto mit nicht überaus mondäner Formgebung überhaupt so gut verkaufen liess, dies führte Werner Oswald in seinem Test in Auto Motor und Sport auf dessen Wirtschaftlichkeit zurück. Und dies war nicht nur vom Neuwagenpreis (inzwischen wieder auf DM 6150 inklusive Heizung gestiegen) abhängig und auch nicht nur vom Benzinverbrauch und der bekannt guten Zuverlässigkeit der Opel-Modelle. Nein, wichtig gemäss Oswald war vor allem auch der überdurchschnittliche Wiederverkaufspreis des Wagens, denn man erhalte oftmals 500 oder gar 1000 Mark mehr für einen gebrauchten Opel Olympia Rekord als für vermeintlich modernere Konkurrenten.

    Er habe es nie bereut, den Opel gekauft zu haben, notierte Oswald, obwohl es sich dabei sicherlich nicht um ein Wunderauto handle. Aber die kleinen Schwächen habe man genau kennengelernt und könne gut damit leben.

    Opel Olympia Rekord (1956) - alle zweifarbig, vorne der Olympia-Rekord, in der Mitte der Rekord P1, hinten der Rekord P2
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    So ging es halt auch den anderen rund 586’872 Käufern, die bis 1957 zum Vorgänger des Rekord P1 griffen. Und natürlich hatte auch die letzte Neuauflage nochmals eine Überarbeitung erhalten, aber auch daran hatten sich die Kunden inzwischen gewöhnt.

    Am Lenkrad des “Zuverlässigen”

    “Sie sehen - er ist noch schöner als bisher: Neues stilvolles Chromgitter, neue vordere Stoßstange, neue glasklare Blinkleuchten, geschmackvolle Verzierungen auf den Kotflügeln usw.

    Er ist aber auch bequemer, komfortabler, stärker. Überzeugen Sie sich selbst! Setzen Sie sich bitte hinter das Lenkrad!

    Hier die neue Sitzverstellung der Vorderbank: Sie gehorcht auf leichten Fingerzug. Da das neue Zündschloß mit Anlasserbetätigung. Eine kleine Drehung des Zündschlüssels: Der Motor springt an. Ein Druck auf das Gaspedal: Leise, sanft und kraftvoll beschleunigt der Wagen innert Sekunden auf Reisegeschwindigkeit.

    Hinein in das Gewühl des Stadtverkehrs! Sie merken es sofort: man schaltet seltener beim Opel Rekord 1956 - von 15 km bis 122 km im Direkten -, weil es die großen Kraftreserven des bei gleichen Steuern auf 52 Leistungs-PS gesteigerten Kurzhubmotors und die günstige Abstufung des Getriebes über alle Drehzahlbereiche gestatten. Und man schaltet mühelos dank der Sperrsynchronisierung und der Lenkradschaltung.

    Hinaus auf die offene Straße! Spüren Sie, wie viel leichter Sie den REKORD 1956 lenken und wie viel wirkungsvoller er die Straßenunebenheiten auffängt? Die neue Kugelumlauflenkung und die verbesserten Stoßdämpfer machen dies möglich.

    Das Schönste aber am Opel Rekord: Nichts an ihm läßt den günstigen Preis vermuten. Er sieht prächtig aus, faßt spielend 4, ja 5 Erwachsene und deren Reisegepäck und ist reich ausgestattet mit Zigarettenanzünder, drei Aschenbechern, Armlehnen, Sonnenblenden, Kleiderhaken, beleuchteter 8-Tage-Uhr usw. Seine Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit sind beinahe sprichwörtlich.”

    So kommunizierte Opel 1956 in der Schweiz die Stärken des damals 6900 Franken teuren Zweitürers inkl. Heizung und Entfroster. Setzt man sich 60 Jahre später hinter das Kunststofflenkrad mit dünnem Kranz, muss man den damaligen Testern zustimmen, dass das Fahren eines Olympia Rekord kaum aussergewöhnliche Fähigkeiten verlangt. Schliesslich ist sogar ein Zündschloss vorhanden, die Suche nach dem Starterknopf entfällt. Drei am Lenkrad geschaltete Gänge zeigen, wie alt der Opel wirklich ist.

    Opel Olympia Rekord (1956) - geschaltet wurde von Hand am Lenkrad, drei Gänge mussten genügen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Die 122 km/h Höchstgeschwindigkeit glaubt man dem Opel unbesehen, belässt es lieber bei 70 oder 80 km/h und ist froh, wenn die 6-Volt-Batterie den Wagen nach jedem Stopp wieder zu starten vermag. Die Fahrt im alten Opel ist weniger ein Abenteuer als eine Zeitreise.

    Gegenüber seinen Nachfolgern, dem P1 oder dem P2 wirkt der Olympia Rekord eine ganze Nummer kleiner und uriger, aber genau dies macht den Charme des pastellfarbenen Ponton-Opel eigentlich auch aus.

    Opel Olympia Rekord (1956) - 45 DIN-PS mussten für die 920 kg Gewicht reichen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Es sind nicht mehr viele übrig geblieben, vor allem die geschundenen Caravans und die schon damals seltenen Cabriolet-Limousinen sind kaum mehr auf unseren Strassen zu sehen, aber auch die Standardmodelle sind rar, geniessen wir sie also, wenn wir sie sehen!

    Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen für die Gelegenheit, dem Opel Olympia Rekord von 1956 den Puls fühlen zu können.

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    guggiw:
    17.08.2018 (15:30)
    Schön oder nicht, mir gefällt der Olympia Rekord sehr gut. Er passt in jede Parklücke, sieht aus wie ein Chevrolet oder eine anderes Auto aus dem Hause General Motors der frühen 50er Jahren und er lässt sich sehr gut fahren. Die Leute bleiben stehen, lachen und freuen sich sehr, wenn ich mit meinem 53er Olympia Rekord aufkreuze.

    Auf der Plastik-Hülle des Zündschlüssels steht geschrieben: "OPEL, der Zuverlässige" und das trifft zu. Ungewöhnlich ist einzig der Knopf für den Anlasser. Der ist nämlich oberhalb des Gaspedals montiert und bedingt ein bisschen feinmotorisches Gefühl im rechten Fuss. Anlasserknopf mit Fussballen drücken und gleichzeitig mit der Verse ein bisschen Gas geben und schon läuft der Zuverlässige.

    Erstaunlich auch, dass bei den hohen Temperaturen der letzten Wochen gut auf eine Klimaanlage verzichtet werden konnte. Opel und viele andere Hersteller der damaligen Zeit haben das Problem der Hitze im Auto mit einer genialen und einfachen Durchlüftung mit je einem Fensterflügeli an beiden Türe und einer grossen, mit einem Hebel zu öffnende Frischluftklappe unterhalb der der Windschutzscheibe gelöst. Und wenn das nicht reicht, dann die Ausstellfenster hinten öffnen, Seitenfenster runter kurbeln und Ellbogen raus. Es fühlt sich dann an, als wäre eine moderne Klimaanlage eingebaut.

    Ach, das waren noch so wunderbare und praktische Autos und wenn was kaputt geht, dann kann man es einfach reparieren. Keine Elektronik, dafür eine zuverlässige 6-Volt Elektrik.

    Ich freue mich, mit meinem Rentner noch viele Jahre unterwegs zu sein und ich freue mich auch sehr, im Zwischengas immer wieder über diese alten Kisten zu lesen.
    no******:
    18.11.2016 (21:54)
    Der schönste Rekord unter den "neueren" Modellen ist und bleibt für mich der Rekord C. Der P1 ist auch irgendwie schön, nicht übertrieben geprägt von amerikanischen Stileinflüssen. Die Olympia-Modelle wirken heute auf mich wie ein alter Mann mit Hut, aber der Zeitgeist von 1953-56 war wohl so geprägt, Ponton-Karosserien. Obwohl, wenn man einen Mercedes 170 V Bj. 1953 dagegen ansieht, der wirkt so richtig altbacken. War ja im Prinzip noch eine Vorkriegskonstruktion von 1936.
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