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Bild (1/4): Ogle SX 1000 (1963) - wirkt elegant und sportlich (© Bruno von Rotz, 2013)
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    Ogle SX 1000 von 1963 - Kleinst-GT mit Concours-Potential

    10. Juli 2013
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Balz Schreier 
    (21)
    Bruno von Rotz 
    (20)
    Markus Tanner 
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    Logo Ogle 1963Es gibt eine ganze Reihe von Sportwagen, die ihre technische Plattform mit dem Mini der Sechzigerjahre teilen, zum Beispiel der Unipower, der Mini-Marcos, der Deep Sanderson, der Nota Fang oder der Ogle SX 1000. Von allen diesen Wagen war der Ogle eindeutig der hübscheste, denn seine Gestalt stammte vom begabten Designer David Ogle.

    Doch dies machte ihn keineswegs zu einem guten Geschäft.

    Ogle SX 1000 (1963) - vom Mini ist ausser den Rädern nichts zu entdecken
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Ogles zweiter Versuch

    Der Ogle SX 1000 war nicht der erste Ogle-Sportwagen. Bereits 1960 hatte David Ogle, der als talentierter Industrie-Designer davon träumte, dem italienischen Design in der Kerndisziplin als ebenbürtiger Gegner gegenüberzutreten.

    Ogle 1.5 (1961) - der Erstling kam noch nicht ganz an die italienische Konkurrenz heran
    © Zwischengas Archiv

    Mit dem Ogle 1,5 präsentierte der umtriebige junge Mann einen hübschen Sportwagen für den anspruchsvollen Geschäftsmann jener Zeit. Unter der Kunststoffkarosserie fand sich Riley-1,5-Technik und ein Motor mit 68 PS. Mit einem Preis von £ 1’574 war der Wagen aber schwer zu verkaufen, so dass die Produktion nach nur acht Exemplaren gestoppt wurde.

    Auf ungenannter Mini-Basis

    Mit dem Mini der British Motor Company sah Ogle seine zweite Chance und lancierte einen Gran-Turismo-Sportwagen, der optisch einiges vom Ogle 1,5 erbte, aber auf die Bodenplattform des bereits 1959 lancierten Mini aufgesetzt wurde. Anstelle der selbstragenden Mini-Karosserie wurde ein Kunststoff-Aufbau auf einen verstärkenden Stahlrahmen gesetzt. Am Antrieb - querliegender Vierzylindermotor - und an der Aufhängungskonstruktion - Einzelradaufhängungen an Gummifederelementen rundum - wurde aber nichts verändert.

    Ursprünglich weigerte sich BMC, Teile zu liefern und entsprechend mussten Ogle-Kunden ihr eigenes Spenderfahrzeug beschaffen und konnten sich dieses dann bei David Ogle für die nicht unbescheidene Summe von £ 550 (damals rund 6’200 DM) umbauen lassen.

    Ogle SX 1000 (1963) - Prospektabbildung
    © Zwischengas Archiv

    Als der Mini-Hersteller das Ergebnis und die steigende Popularität erkannte, zeigte er sich bereit, die notwendigen technischen Komponenten zu liefern, verlangte aber, dass der Name “Mini” in den Verkaufsunterlagen nicht auftauchen dürfe.

    So konnten ab diesem Zeitpunkt vollständige Fahrzeuge für £ 1190 - immerhin rund das Doppelte eines Mini Cooper S - verkauft werden.

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    In sechs Farben

    Acht Schichten Farbe trug der Hersteller auf jede Karosserie Farbe auf. Standardmässig gab es den Ogle SX 1000 in den Bemalungen Gold, Silberblau, Weiss, Dunkelgrün metallic, Rot und Grau.

    Ogle SX 1000 (1963) - flachstehendes Lenkrad mit schönem Holzkranz
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Das Armaturenbrett war vollständig ausgerüstet und enthielt neben Tacho und Drehzahlmesser auch eine Öldruck-, eine Ampère-, eine Wassertemperatur- und eine Benzinvorratsanzeige. Das Lenkrad wies Aluminium-Speichen und einen Holzkranz auf. Es ging also edel zu im kleinen Sportwagen und das Interieur machte mit den Kübelsitzen und der vergleichsweise sorgfältigen Ausarbeitung einen guten Eindruck.

    Nicht leichter als ein Mini

    Trotz Verwendung von Kunststoff geriet der Mini-GT nicht leichter als die Standardversion Alec Issigonis. Der Ogle SX 1000 bot dafür etwas mehr Platz für die beiden Passagiere und auch für Gepäck und Treibstoff waren zusätzliche Reserven vorhanden. Mit 3,43 Metern Länge und 1,473 Metern Breite überragte die Sportversion den vierplätzigen Mini allerdings auch deutlich, nur in der Höhe blieb er als Sportwagen niedriger.

    Mit der Cooper-Motorisierung gab Ogle 14,1 Sekunden für den Sprint von 0 bis 96 km/h (60 Meilen) an, als Höchstgeschwindigkeit 90 Meilen, welche immerhin rund 145 km/h entsprachen.

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    Schnell und sparsam

    John Bolster testete den Ogle SX 1000 mit Cooper-Motorisierung für die Zeitschrift “Autosport” im Herbst 1962 und er zeigte sich mehr als nur beeindruckt. Die Fahrleistungen (0-60 Meilen in 12,8 Sekunden, Spitze 95,7 MPH) schienen im Vergleich zum Mini Cooper deutlich besser und sogar der Fahrkomfort hatte vom Umbau profitiert. Auch erwähnte Bolster einen tieferen Geräuschpegel.

    Ogle SX 1000 (1962) - dunkler Testwagen mit speziell leistungsgesteigertem Motor für eine hoffentlich positive Erfahrung
    © Archiv Automobil Revue

    Mit einem Verbrauch von rund 9,3 Litern pro 100 km überzeugte auch der Verbrauch des hart herangenommenen Testwagens. Der Verdacht liegt nahe, dass Sir John Whitmore, damals Direktor bei Ogle, dem Motor zu einigen zusätzlichen PS verholfen hatte, um diese Ergebnisse zu erzeugen.

    Einmal als Rennversion

    Der Ogle SX 1000 war als Granturismo konzipiert und nicht als Rennwagen. Trotzdem baute David Ogle auch einen “Lightweight GT”, der über eine dünnere Kunststoffkarosserie verfügte und einen Überrollkäfig eingebaut hatte. John Whitmore fuhr damit einige Rennen und war durchaus erfolgreich. Der Wagen wurde dann aber beim tragischen Unfall, bei dem David Ogle 1962 sein Leben verlor, zerstört

    Eine verlustbringende Rarität

    Der Ogle SX 1000 brachte der jungen Firma erhebliche Verluste. An jedem produzierten Wagen, und es wurden bis zu sechs pro Woche gebaut, verlor Ogle £ 300, während das Design-Geschäft gewinnbringend war. So entschied man nach dem Tod von David Ogle schon bald, die wirtschaftlich unbefriedigende Fahrzeugproduktion aufzugeben. Gerade einmal 69 Ogle SX 1000 (inklusive der zwei Prototypen, die man auch verkaufte und die überlebt haben) wurden zwischen 1962 und 1963 (1964) hergestellt, nicht ganz die Hälfte soll noch existieren.

    Die Firma Fletcher übernahm die Formen für die Herstellung der Kunststoff-Karosserie und produzierte damit den Fletcher GT, der aber optisch weniger überzeugend geriet und es schliesslich nur gerade auf vier Exemplare brachte.

    Ogle SX 250 (1962) - einer der beiden produzierten Exemplare - in dunklem Farbton
    © Zwischengas Archiv

    Allerdings konzipierte die Firma Ogle mit Tom Karen als Chef weiterhin Automobile, unter anderem den Ogle SX 250 , aus dem später der Reliant Scimitar wurde. Unvergessen ist auch der Ogle Sotheby Special von 1970 mit überaus futuristischem Karosseriekleid auf der Basis eines Aston Martin DBS.

    Die beiden vielleicht bekanntesten Entwürfe Tom Karens waren aber der Sportkombi Reliant Scimitar GTE und der Bond Bug.

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    An Bord von Nummer 60

    Wer kurz vorher in einem Ur-Mini sass, wird sich in einem Ogle SX 1000 sofort wohlfühlen. Die Sitzposition und vor allem die Lenkradstellung erinnern an den Mini, allerdings wirkt alles etwas erwachsener und der Blick nach vorne zeigt eine richtige Sportwagenschnauze.

    Das Interieur ist hübsch gestaltet, die Uhren geben über alle wesentlichen Lebenszeichen der Technik Auskunft. Nichts wirkt billig, das Gebote macht einen durchdachten Eindruck.

    Die Sitze erweisen sich als bequem und das Fahren erfordert nur geringe Angewöhnung. Beim Linkslenker sitzt das Zündschloss links am Armaturenbrett, der Motor startet sofort und lässt das typische Mini-Gewinsel hören, kaum ist er in Gang gebracht. Die Hand fällt wie von selbst auf den Ganghebel, der via das übliche H-Schema das unter dem Motor angeordnete Getriebe ansteuert.

    Ogle SX 1000 (1963) - mit minimaler Seitenneigung umrundet der kleine Sportwagen die Kurven
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Natürlich ist der Ogle handlich, wie könnte es bei knapp 600 kg Gewicht und kompakten Ausmassen auch anders sein. Für den von Servolenkungen und allerlei Fahrunterstützungen verwöhnten heutigen Autofahrer überrascht aber der Kraftaufwand, der beim Fahren nötig ist.

    Hat man sich aber einmal mit dem Bonsai-GT angefreundet, beginnt man die mini-typischen Fahreigenschaften zu schätzen und die Sicherheit, die der Wagen vermittelt. Nur den fehlenden Aussenspiegel vermisst man, ein solcher war natürlich vor 50 Jahren noch nicht Pflicht. Die Übersichtlichkeit der Karosserie ist, wenn man einmal von der tiefen Sitzposition absieht, vorzüglich.

    Und es überrascht, wie stark der Ogle im Strassenverkehr auffällt. Die Anzahl der “Jööhh” und “was ist das”, die man an einem Nachmittag hört, lassen sich kaum zählen.

    Vollständig restauriert und revidiert

    Auf den ersten Blick zeigte sich Ogle SX 1000 Nummer 60 vor der Restaurierung in einem durchaus akzeptablen, sogar bedingt fahrbereiten Zustand. Beim Blick in die Ecken und Details musste allerdings erkannt werden, dass nur mit einer umfangreichen Renovation die vorhandene Substanz erhalten werden konnte.

    Ogle SX 1000 (1963) - Restaurierung - durchgerostete Bodenbleche vorher, nicht alles ist Plastik an diesem Wagen
    © Copyright / Fotograf: Markus Tanner

    So begann im November 2011 eine aufwändige Restaurierung mit dem Ziel, die noch erkennbare Originalität wieder herzustellen und in funktions- und gebrauchstüchtigen Zustand zu bringen. Im Rahmen der Arbeiten wurden die Karosserie, das Interieur und die Technik von der Firma Classic Car Connection wieder in den Neuzustand versetzt.

    Grundsätzlich wurde so viel wie möglich behalten und erhalten, Teile wurden aufgearbeitet, nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Tausch gegen neue Ersatzteile bei Ogle-spezifischen Elementen sowieso schwierig oder gar unmöglich gewesen wäre.

    Ein wenig besser sah es bei der Mini-Technik aus, wo die Ersatzteillage vergleichsweise ausgezeichnet ist, wenn auch die Beschaffung der korrekten Cooper-Teile aus den frühen 60er Jahren manchmal Kopfzerbrechen bescherte. Nur weil der Mini von 1959 bis 2000 optisch in praktisch unveränderter Form gebaut worden ist, heisst dies nämlich noch lange nicht, dass Ersatzteile für frühe Exemplare mit denen der späten Modelle austauschbar wären. Um es einfach auszudrücken: es passt gar nichts vom 1959er Modell an einen Mini von 2000.

    Ogle SX 1000 (1963) - Technik aus dem Mini Cooper
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Dank der umfangreichen Lagerbestände bei CCC war aber die mechanische Instandstellung im Vergleich zum Rest problemlos. Sogar neue Kolben in der richtigen Dimension lagerten in Lichtensteig.

    Wie schwierig und aufwändig die Arbeiten am Interieur waren, zeigt sich am Beispiel der Sitze. Der vorhandene Stoff war verschlissen und vergilbt und in der Vergangenheit teilweise ersetzt worden, aber niemand wollte den originalen Stoff noch vorrätig haben. Dieses Material war offenbar nur bei Microcell für Special Tuning von BMC in Abingdon eingesetzt worden. Nächtelanges Suchen wurde schliesslich bei einem Hersteller für Sofa-Bezüge in Holland belohnt. Dieser konnte ein Material liefern, welches dem Original weitestgehend entsprach! 

    Ogle SX 1000 (1963) - Restaurierung - die neu lackierte Rohkarosserie
    © Copyright / Fotograf: Markus Tanner

    Eineinhalb Jahre nach dem Start der Arbeiten konnte die Restaurierung abgeschlossen werden. Der Ogle SX 1000 hat heute wieder dieselbe elfenbeinfarbene Lackierung wie als Neuwagen und entspricht jetzt der Werksspezifikation bis und mit der Raddeckel in allen Details, schöner sahen damals die neu ausgelieferten Fahrzeuge gewiss nicht aus!

    Wir danken der Classic Car Connection in Lichtensteig und dem Besitzer des Wagens für die Gelegenheit, den putzigen Ogle SX 1000 kennenzulernen.

    Weitere Informationen

    • Road & Track Nr. 10/1962, Seite 82: Smallest GT - David Ogle’s Glass Housing Project for BMC’s 850 Sedan
    • Auto Motor und Sport Heft 6/1962, ab Seite 61: Fahrbericht Ogle GT Mini Minor
    • Autosport vom 19. Oktober 1962, ab Seite 531: John Bolster Test - The Ogle SX 1000

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