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Bild (1/7): Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - auch heute noch ein sehr schnelles und agiles Auto (© Daniel Reinhard, 2013)
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ToffenMarch2020
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    Maserati Quattroporte IV - die letzte kompakte GT-Limousine aus Italien

    Erstellt am 6. November 2013
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (31)
    Maserati Media 
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    Der Wagen stammt von Maserati, das Design von Marcello Gandini und er wurde in relativ geringen Stückzahlen gebaut - das tönt wie die richtigen Parameter für eine hohe Wertschätzung als Klassiker und stetig steigende Preise.

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - auch heute noch ein sehr schnelles und agiles Auto
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Sache hat aber zwei Haken: Beim Maserati Quattroporte IV handelt es sich um eine Limousine und das Design wurde damals wie heute nicht zu den besten Arbeiten Gandinis gezählt.

    Dafür könnte der Maserati-Viertürer der Neunzigerjahre auf einen eindrückliche Ahnengalerie zählen und hatte eindrückliche innere Werte zu bieten.

    Es begann mit dem Frua-Quattroporte im Jahr 1963

    Maserati Quattroporte (1966) - die Serie 2 hatte Doppelscheinwerfer
    © Archiv Automobil Revue

    Anfangs der Sechzigerjahre gab Maserati nach und baute die erste Limousine der immerhin damals bereits fast 50-jährigen Firmengeschichte. Man kombinierte die Technik des Maserati 5000 GT mit einer von Pietro Frua gezeichneten viertürigen Karosserie und präsentierte auf dem Autosalon Turin im November 1963 die wohl schnellste Familienlimousine im Markt. Von 1964 bis 1970/1971 wurden rund 770 Autos gebaut.

    Die verschollene zweite Version

    Maserati Quattroporte (1974) - nur 13 x wurde der Quattroporte II gebaut
    © Archiv Automobil Revue

    Es sollte einige Zeit dauern, bis Maserati, inzwischen in Citroën-Besitz, wieder einen Viertürer präsentieren konnte. Im Oktober 1974 war es auf dem Pariser Autosalon soweit und gezeigt wurde im Prinzip ein umkarossierter Citroën SM. Die edle Schale des Quattroporte II stammte von dem in Diensten von Bertone zeichnenden Marcello Gandini und liess keine Assoziationen an den Technikspender aufkommen. So richtig sportlich war das Ergebnis nicht, denn das Leergewicht lag über 1,6 Tonnen und die angetriebenen Räder waren vorne.

    Und weil Maserati kurz darauf der Konkurs drohte, kam die Limousine nie richtig aus den Startlöchern. Alejandro de Tomaso übernahm die Firma und gab das Projekt schliesslich auf, gerade einmal ein gutes Dutzend soll produziert worden sein.

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    Verkaufserfolg mit dem dritten Quattroporte

    Maserati Quattroporte (1982) - mit gradlinigem Design von Giugiaro und V8-Power
    © Archiv Automobil Revue

    Besser lief es dann mit dem im November 1976 vorgestellten Nachfolger, der auf der bewährten Technik des De Tomaso Deauville aufsetzen konnte, aber als echter Maserati natürlich den hauseigenen V8-Motor im Bug hatte.

    Die Gestaltung der Karosserie war Giorgetto Giugiaro zu verdanken, eine gewisse Ähnlichkeit des Designs zum Lancia Delta war denn auch nicht zu verleugnen. Gebaut wurde der Quattroporte III dann von 1979 bis 1991 in rund 2’200 Exemplaren, damit war er der meistgebaute Maserati in der bisherigen Firmengeschichte.

    Das ungenannte Übergangsmodell

    Wiederum gab es keinen echten Nachfolger, denn seit den Achtzigerjahren setzte Maserati auf Ausstoss und produzierte besser verkäufliche V6-Sportwagen, die ursprünglich auf den Namen “Biturbo” hörten. Ein regelrechter Wildwuchs von Typen folgte und darunter befanden sich Limousinen mit vier Türen, die aber nie als Quattroporte vermarktet wurden, sondern Typenbezeichnungen wie “Biturbo 422” oder “430” trugen und über 9’000 Mal verkauft wurden. 

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    Wieder ein richtiger Quattroporte

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - der hintere Radausschnitt ist das deutlichste Erkennungszeichen von Marcello Gandini
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    1993 stellte Maserati den Quattroporte IV vor. Die Technik wurde weitgehend vom Coupé Ghibli übernommen, die Karosseriegestaltung überliess man wiederum Marcello Gandini. Dieser zeichnete eine keilförmige Limousine, die insgesamt etwas brav und fast unauffällig aussah. War Gandini, der unter anderem für Design-Meilensteine wie den Lamborghini Miura oder Countach verantwortlich war, altersweise und vorsichtig geworden? Wenn man den kurz vorher präsentierten Prototypen Maserati Chubasco anschaut, der ein imposantes und exaltiertes Äusseres aufweisen konnte und ebenfalls aus Gandinis Hand stammte, kann man dem Designer sicher keinen fehlenden Mut vorwerfen. Eher schon liegt auf der Hand, dass Maserati einen grossen Markt ansprechen wollte und daher in Richtung schlichte Eleganz tendierte.

    Zugutehalten kann man Gandini, dass der Wagen auch heute, also 20 Jahre nach seiner Präsentation, immer noch fast zeitlos und attraktiv wirkt, auch wenn sein Design keineswegs nur Freunde hatte. Vor allem aber war sie kompakt, denn die Länge betrug nur gerade 4,55 Meter, während der Vorgänger Quattroporte III noch 4,91 Meter lang gewesen war. Auch Breite und Höhe von 1,81 respektive 1,38 Meter zeigten die sportive Ausrichtung.

    Ein Bild von einem Motor

    Auf der Motorenseite der Limousine setzte man auf die bewährten V6-Motoren mit vier obenliegenden Nockenwellen und zwei Turboladern mit Ladeluftkühlung. Bereits die Zweiliter-Version brachte es auf 287 PS, die 2,8-Liter-Variante entwickelte 284 PS und die etwas später vorgestellte 3,2-Liter-Version leistete gar 335 PS. Über sechs manuell geschaltete Gänge oder eine Viergangautomatik wurde die Kraft an die Hinterachse geleitet.

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - vier obenliegenden Nockenwellen und 32 Ventile wies der V8-Motor auf
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Optisch war der Motor ein Meisterwerk, nur sparsam war er definitiv nicht, im Testbetrieb einer 3,2-Liter-Limousine liefen im Schnitt 16,3 Liter pro 100 km durch die Einspritzung.

    Der Rest der Technik verzichtete auf Experimente und stellte mit Einzelradaufhängungen rundum, ABS und servounterstützter Zahnstangenlenkung auf das damals im oberen Segment Übliche.

    Das Gesamtpaket in V8-Konfiguration beschleunigte in rund 5,8 Sekunden auf 100 km/h und lief rund 270 km/h schnell.

    Schöner wohnen

    Innen verwöhnte der Maserati Quattroporte IV mit edlen Materialien - Ulmenholz und Leder - und schönen Anzeigen, darunter u.a. eine analoge Uhr, die allerdings 1998 weichen musste. Götz Leyer schrieb dazu in der Zeitschrift “Auto Motor und Sport”: "Der Quattroporte pflegt einen Stil des Interieurs, der weitab liegt von den tristen Plastiklandschaften, die sich in vielen Autos selbst der gehobenen Preisklassen ausbreiten; ... in der italienischen Eleganz liegt zweifellos der grösste Reiz des Maserati ..”

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - weiches Leder und noch weichere Teppiche im Interieur
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard
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    Qualitätsprobleme

    Leider trübten sichtbare Qualitätsprobleme den Gesamteindruck. Der Autor kann sich daran erinnern, in den Neunzigerjahren nagelneue Maserati-Limousinen beim Importeur gesichtet zu haben, die nicht nur teilweise neu lackiert werden mussten, sondern sich auch andere Nachbesserungen erlauben mussten.

    Als Ferrari die Geschicke von Maserati übernahm, griff man durch und überarbeitete das viertürige Modell konsequent, als Ergebnis stieg die Verarbeitungsqualität, der Motorenlauf wurde ruhiger und die Autos trugen das Wort “evolutione” auf der Flanke. Teuer waren sie weiterhin, kosteten die Fahrzeuge doch deutlich über DM 130’000 oder CHF 120’000.

    Geringe Stückzahlen

    Trotz der Verbesserungen entwickelte sich der Quattroporte nicht zu einem Mengengeschäft, dies war wohl mit ein Grund, warum dessen Produktion im Jahr 2001 nach 2400 gebauten Exemplaren gestoppt wurde.

    Motor Typ Motor Bauzeit Anzahl
    2.0i V6 24 V AM 337B20 AM 573 1994-1998 587
    2.8i V6 24 V AM337B28 AM 574 1994-1998 668
    3.2i V8 32 V AM337B32 AM 578 1996-1998 415
    2.0i V6 24 V Evolutione AM337B00 AM 573 1998-2001 200
    2.8i V6 24 V Evolutione AM337B28 AM 574 1998-2001 190
    3.2i V8 32 V Evolutione AM337B32 AM 578 1998-2001 340

     

    Schnell und elegant unterwegs im Ottocilindri

    Er sieht edel aus und man besteigt den eleganten Maserati gerne. Das gediegene Interieur überzeugt auch heute noch, soviel Leder und Holz sieht man kaum einem Auto, das man teilweise sogar für vierstellige Euro-Beträge beim Gebrauchtwagenhändler kaufen kann. Die Ausstattung war bereits ab Werk sehr umfangreich, nur Navigationssysteme waren damals halt noch nicht üblich.

    Die rechte Hand startet den Motor durch Schlüsseldreh und sofort lässt der V8-Motor sein turbinenähnliches Lieder erklingen. Fast hätte man sich etwas mehr “Dreck” im Sound gewünscht, der gleichmässige und erstaunlich stark gedämpfte Motorenlauf passt nicht so ganz zum heissblütigen Italiener.

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - Marcello Gandinis Design zeigt grosse Zurückhaltung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Gänge lassen sich problemlos sortieren, die Bedienungskräfte für Lenkung, Kupplung, Bremse sind gering und generell zeigt sich die Fahrt im viertürigen Maserati als eine sehr lockere Angelegenheit. Auch heute beeindruckt die Leistungsentfaltung, 450 Nm Drehmoment liegen bereits bei 4’400 U/min an, da geht es rasant vorwärts, egal welcher Gang eingelegt ist. Entsprechend lohnt sich der häufige Blick auf den Tacho, will man nicht allzu oft im Blitzlicht von Radaranlagen baden.

    Knapper Innenraum für eine Limousine

    Die kompakten Aussenabmessungen lassen es erahnen, ein Raumriese kann der Maserati nicht sein. Auf den Vordersitzen ist aber auch für grössere Menschen genug Platz vorhanden und der Sitzabstand zum Hintersitz ist eigentlich gross genug. Nur nach oben fehlt für über 1,8 Meter hohe Passagiere auf der Fondsitzbank etwas Distanz, was aber bei einer Durchschnittsbelegung von 1,6 Personen nur selten zu Problemen führen dürfte.

    Maserati Quattroporte 3.2i V8 Evolutione (1998) - viel Sitzabstand im Fond, nur der Platz nach oben ist begrenzt
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Als Familiengefährt taugt der elegante Südländer auf jeden Fall, denn 495 Liter Kofferraumvolumen schlucken auch grösseres Urlaubsgepäck.

    Am meisten Freude aber macht der Wagen bei schnellen Autobahnfahrten und gut ausgebauten Alpenüberquerungen, denn dann kommen Kompaktheit und Leistungsfähigkeit besonders gut zum Zug. Viel fahren sollte man den eleganten Maserati, denn als Investitionsobjekt ist er vermutlich noch nicht reif genug und zum Stehen zu schade.

    Ungefüllte Lücke im Modellprogramm

    Erst 2003 erhielt der Quattroporte IV einen Nachfolger, aber so richtig in die Fusstapfen des kompakten Vorgängers konnte der nun über fünf Meter lange und rund 1,9 Tonnen schwere Quattroporte der fünften Generation nicht. Wohl deshalb und auch, weil die von Pininfarina gestaltete sechste Generation sogar 5,26 Meter lang geriet, reichte Maserati dann 2013 auch noch die Ghibli-Limousine mit vier Türen nach, der aber gleichwohl fast fünf Meter Länge und über 1,8 Tonnen Gewicht aufwies. So blieb Gandinis Quattroporte also schliesslich ohne wirklichen Erben. Aber wer weiss ...

    Der für diesen Bericht portraitierte Maserati Quattroporte 3.2 evolutione von 1998 wird am 30. November 2013 von der Oldtimer Galerie in Toffen versteigert .

    Weitere Informationen

    • Auto Motor und Sport Heft 12/1997, ab Seite 78: Test Maserati Quattroporte V8
    • Auto Motor und Sport Heft 20/1998, ab Seite 50: Test Maserati Quattroporte V8 Evolutione

    Alle 43 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    di******:
    25.12.2013 (21:18)
    Hoffentlich ist dieser schöne Maserati Quattroporte IV nicht die letzte hinterradgetriebene kompakte Sportlimousine aus Italien. Ich warte sehnlichst auf die vielleicht 2016, oder 2017 erscheinende Giulia von Alfa Romeo (D-Segment wie Mercedes C-Klasse, BMW 3er Reihe und vielleicht noch Lexus IS 250, sowie Cadillac ATS). Zumindest Studien zur Plattform haben in Italen in diesem Jahr scheinbar begonnen.
    ae******:
    16.11.2013 (10:48)
    Die ewige Nörgelei über die Unterhaltskosten, ohne dass die meisten je so ein Auto bessen hätten! Jedes Normalauto kostet Unterhalt, man muss von der Differenz ausgehen, die so ein Maserati mehr kostet und dann ist es gar nicht so tragisch! Fahre seit 3 Jahren einen 222SR und die UKosten sind sehr moderat!
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