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RetroClassicsBavaria2019
Bild (1/4): Klassische Linienführung - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988) (© Daniel Reinhard, 2019)
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    Lorenz & Rankl Silver Falcon - die Verwirklichung eines Traumes

    Erstellt am 6. November 2019
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (32)
    Richard Echasseriau - Courtesy Artcurial 
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    In den Achtzigerjahren gab es nur noch wenige klassische Cabriolets, viele Autobauer waren dazu übergegangen, der Targa-Bauweise oder ganz geschlossenen Wagen den Vorzug zu geben. Es gab aber sehr wohl eine Kundschaft, die gerne ein richtig offenes Auto kaufen wollte. Ihnen boten Friedrich Peter Lorenz und Heiner H. Rankl nicht nur aufgeschnittene Ferrari (308, Testarossa, etc.), sondern auch einen veritablen Eigenbau an.

    Lange Automobilkarriere

    Friedrich Peter Lorenz wurde 1922 geboren. Im Alter von 31 Jahren begann er als ausgebildeter Maschinen- und Fahrzeugbau-Ingenieur seine Auto-Karriere bei Ford in Köln und beschäftigte sich dort unter anderem mit Motoren und Prototypenbau. 1971 wechselte er zu Teves und blieb bis 1978. Bereits dachte er an eine Frühpensionierung, doch dann baute er ganz für sich privat in 1500 Stunden eine Cobra-Replica. Aus der einzelnen Replica wurde ein Geschäftszweig, doch Lorenz träumte vom eigenen Sportwagen und er hatte klar Vorstellungen, wie dieser auszusehen hatte. Alleine, für die Entwicklung und den Bau benötigte er Geld.

    Der Silver Falcon ist exklusiver als das meiste, was man auf der Strasse sieht: Es wurden nur 12 Stück gebaut - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Vom Leder zum Auto

    “Fortes fortuna adiuvat”, würden die Lateiner sagen, oder auf gut Deutsch: Dem Tapferen hilft das Glück. Eines Tages lief Heiner H. Rankl durch die Türe des Lorenz-Betriebs in Koblenz. Dank des Verkaufs seiner Anteile am Imperium Etienne Aigner war er zu viel Geld gekommen und wünschte sich nun einen viertürgen Mercedes-Benz 560 SEL als Vollcabriolet. Diesem Wunsch kam Lorenz wiederum gerne nach, er wies aber auf ein eigentlich noch spannenderes Projekt hin, seinen Silver Falcon. Rankl liess sich überzeugen und in der Folge entstand dann die Lorenz & Rankl GmbH & Co. Fahrzeugbau KG, für die in Wolfratshausen südlich von München gleich eine neue Produktionsstätte hingestellt wurde.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     
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    Der Traum vom eigenen Sportwagen

    Ein erster Prototyp des Silberfalken (so die deutsche Übersetzung) war bereits 1983/84 entstanden, nun konnte die Serienreife angestrebt werden. Parallel entstanden bei Lorenz zudem Spider-Varianten der gängigen Ferrari-Modellen, die sogar den Segen Enzo Ferraris erhielten.
    Für den Silver Falcon wählte Lorenz eine klassische Linienführung, die an die Fünfzigerjahre (und den Mercedes-Benz 300 SLR) erinnerte.

    Lorenz & Rankl Silver Falcon (1986) - Roadster im Stil der Fünfzigerjahre
    © Zwischengas Archiv

    Einige Kompromisse zwecks Integration von Serienteilen mussten allerdings gemacht werden, die Windschutzscheibe stammte samt Dach vom Alfa Romeo Spider, die Heckleuchten vom Porsche 911 (umgedreht montiert). 4,26 Meter lang und 1,75 Meter breit war das 1,2 Meter flache Cabriolet und es kam auf ein Leergewicht von rund 1,15 Tonnen.

    Robuste Konstruktion

    Unter der Kunststoffhülle (zunächst wahlweise GFK oder Kevlar) sorgte der von der Cobra-Replica bereits bekannte Rahmen für Stabilität. Dieser Rohrrahmen aus Edelstahl war ausserordentlich robust gehalten. Eckhard Eybl schrieb dazu im Fahrbericht für Auto Motor und Sport: “Neben diesem Fachwerkbau aus unterarmdicken Edelstahlrohren wirkt ein Original-Cobra-Gitterrahmen mit seinen schüchternen schwarzen Röhrchen wie eine Zündholz-Konstruktion. Im Zweifel legte Lorenz soviel Masse an seinen Rahmen, dass das Augenmass jede Berechnung erspart hätte. TÜV und Technische Universitäten rechneten trotzdem und sicherten die Erfahrung mathematisch ab.”

    Es konnte aus verschiedenen Mercedes-Motoren ausgewählt werden - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Aufhängungselemente und Motor stammten aus dem Hause Daimler-Benz, genauso wie die Automatik, die wahlweise anstelle eines Getrag-Fünfgangetriebes für die Kraftübertragung sorgte.

    Ausser dem Automatikwählhebel erinnert nichts an Mercedes - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    1987 stand der Lorenz & Rankl Silver Falcon auch auf dem Genfer Autosalon. Die AR schrieb damals: “Paradestück des kleinen, aber feinen Herstellers von Luxusautos ist der Silver Falcon. Es handelt sich um ein zwei- oder 2+2-sitziges Sportcabriolet im Stile der späteren Fünfzigerjahre, und es richtet sich somit an die Nostalgiker, die sozusagen nachträglich ihren Jugendtraum verwirklichen wollen. Die Basis bildet ein kräftiger Rohrrahmen, und für den Antrieb sorgt ein Daimler- Benz V8 aus dem 420 SL, 500 SL oder 560 SL.”

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    Für Enthusiasten

    Natürlich setzten sich die Motor-Journalisten von damals gerne in den Silver Falcon. Und sie hielten auch nicht mit Lob zurück. Der bereits erwähnte Eybl etwa meinte: "Die Zahnstangenlenkung fühlt sich an wie im Morgan, der Mercedes-Motor röchelt und stampft durch gelungene Auspuff-Abstimmung wie ein amerikanischer Big-Block, aber Lorenz liefert auf Wunsch auch italienische und deutsche Hynmen. Bei Einlegen eines Gangs zittert der Falke bis in die entferntesten Flügelspitzen und stürmt dann heftig davon. … Ob in Kurven, beim Einparken, Beschleunigen, vor einer Ampel, beim Bremsen, man fühlt sich immer als Ballast und Gegengewicht für die lange Schnauze. Die Wichtigkeit des Fahrers steht hinter der Einmaligkeit des Silberfalken nicht zurück: Er ist der, der die Fragen beantwortet."

    Auch das Heck erinnert an Sportwagen der Fünfzigerjahre - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Auch Roger Gloor konnte sich für "Auto Exklusiv" hinters Lenkrad setzen und notierte: "Die Federungsabstimmung verkörpert eine wohl goldrichtige Mischung zwischen sportlich und komfortabel, so dass auch ausgedehnte Fahrten kein vorzeitiges Ermüden bewirken dürften. Die Sitze sind bequem, und selbst bei geschlossenem Verdeck wird eine genügend gute Rundumsicht geboten. Im Vergleich zu Sportwagen mit modernem äusseren Design ist das Cockpit eher eng gehalten, was aber gerade der besonderen Ambiance zugute kommt."

    Auf der Probefahrt wurde der Lorenz & Rankl auch schon mit einem Ferrari verwechselt - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Natürlich durften die Käufer auch einiges erwarten, schliesslich verlangten Lorenz und Rank für ihren Sportwagen ziemlich viel Geld. 1986 stand die GFK-Ausführung für DM 216’600 (CHF 191’000) die Kevlar-Version für DM 230’280 (CHF 203’000) in der Preisliste. Für einen 5,6-Liter-Motor waren zusätzlich DM 17’442 (CHF 15’400) fällig, für ein ABS DM 4’902 (CHF 4300). Die Borrani-Chromräder schlugen mit DM 6’783 (CHF 5’990) zu Buche, eine Klimaanlage gab’s für DM 4’617 (CHF 4080). So kamen schnell DM 240’000 (CHF 212’000) zusammen, ein Drittel war gleich beim Kaufabschluss fällig.

    Der Falke als Firmenlogo schmückt auch den Kühlergrill - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Doch es ging noch teurer, denn ab 1987 konnte man den Roadster auch mit Alukarosserie bestellen und dann durften es auch über DM 300’000 (CHF 265’000) sein, um die das Bankkonto erleichtert wurde. Zum Vergleich kostete ein Ferrari Testarossa im Jahr 1987 DM 233’300 (CHF 206’000), ein BMW M3 (E30) DM 61’000 CHF 54’000), ein Peugeot 205 GTI 1.9 DM 24’840 (CHF 21960), ein Porsche 911 Carrera DM 80’500 (CHF 71000). Die CHF Umrechnungskurse entsprechen dem Wert von 1990.

    Nur ein Dutzend Autos

    Es war also durchaus ein teurer Luxus, sich einen Lorenz & Rankl Silver Falcon vor die Türe zu stellen und so verkauften sich die Autos nicht gerade wie frische Brötchen. Es entstanden 12 Autos mit Mercedes-V8-Motoren, zudem noch ein Fahrgestell ohne Karosserie, das nach Italien ging. Vermutlich wurde der letzte Silver Falcon noch in den späten Achtzigerjahren gebaut, aber erst 1992 erstmals zum Verkehr zugelassen. Es entstand dann noch ein Cabriolet mit BMW-V12-Motor für den Eigengebrauch von Friedrich Lorenz. Dieses existiert heute noch genauso wie vermutlich das Gros der 12 Silver Falcons.

    Lorenz & Rankl sind stimmige Proportionen gelungen - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Firma LR Fahrzeugbau GmbH, wie sie heute heisst, hat überlebt und beschäftigt sich weiterhin mit dem Bau von Exponaten und Prototypen sowie der Blechteilefertigung. Das Elektroauto, das 1989 in der Presse die Runde machte und einen 200-km-Aktionsradius aufwies, ging aber wohl nie in Produktion, zeugt aber vom weitsichtigen Denken Friedrich Lorenz. Rankl verstarb 1995, seine Erben zogen sich dann aus dem Geschäft zurück.

    Am Lenkrad

    "Das ist sicher ein Ferrari", hört man immer wieder, wenn man mit dem Silverfalcon auftaucht. Es liegt vielleicht an der roten Farbe, aber sicherlich auch am Fünfzigerjahre-Design. Sobald der Motor gestartet ist, schwenken allerdings die Passanten zu anderen Markenbezeichnungen, denn der V8 mit 252 PS tönt mehr nach Amerika als Italien. Erraten, um welche Marke es sich handelt, können allerdings nur die wenigsten, kein Wunder bei der geringen Stückzahl. Dem Fahrer soll es Recht sein. Er kann auf bequemen Schalensitzen Platz nehmen und hat wenig Mühe, das Auto zu bedienen, solange er nicht gerade die Motorhaube (über eine versteckt platzierte elektrische Entriegelung) öffnen will.

    Klassische Linie - Lorenz & Rankl Silver Falcon (1988)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Zu tun hat er sowieso nicht allzu viel, denn die Schaltarbeit übernimmt die Automatik. Der Achtzylinder stellt genügend Schub zur Verfügung, um nie zum Verkehrshindernis zu werden, im Gegenteil: In rund fünf Sekunden ist die 100 km/h Marke erreicht, und auch die Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h dürfte für fast jede Gelegenheit ausreichend sein. Die Lenkung arbeitet erfreulich direkt und die Bremsen verzögern erwartungsgemäss. Die Funktion der unbeschrifteten Knöpfe sollte man allerdings vor dem Losfahren eruieren, sie erinnern eigentlich mehr an britische Kitcars als an eine deutsche Exklusivproduktion. Aber das ist schon schnell vergessen, denn um den Kopf fächelt die Frischluft, vom Heck her hört man das Bollern des Fünflitermotors. Was kann man sich mehr wünschen? Ah ja, vielleicht eine Küstenstrasse an der Côte d’Azure.

    Wir danken Daniel Amstutz , der uns die Probefahrt in seinem seltenen Lorenz & Rankl Silver Falcon von 1988 ermöglicht hat.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ne******:
    12.11.2019 (12:53)
    Die Fotos auf dem Industriegeläne sind ein seltenes Highlight der Automobilfotografie. Glückwunsch Daniel Reinhard!

    Martin Schröder
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