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Bild (1/4): Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971) - optisch vollständig eigenständig in der Fulvia-Baureihe (© Balz Schreier, 2013)
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    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3 S - Coupé im Designer-Trainingsanzug

    21. Mai 2013
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Balz Schreier 
    (23)
    Bruno von Rotz 
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    Die Zagato-Varianten hatten bereits eine lange Tradition, als die Lancia Fulvia im Jahr 1963 als Limousine und 1965 als Coupé vorgestellt wurde. Da war es nur konsequent, auch von der Fulvia eine Zagato-Version zu bauen und diese sollte das erfolgreichste Modell werden, dass Zagato je gebaut hat.

    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971)
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Zagato-Lancia-Tradition

    Bereits von den Vorgängern des Modells Fulvia hatte Zagato leichtgewichtige und aerodynamisch optimierte Sport-Versionen gebaut.

    Lancia Appia GTE (1961) - Zagato-Variante des Modelles Appia
    © Zwischengas Archiv

    Die schnittigen Coupés auf Basis der Flaminia, der Appia und der Flavia waren bei Sportfahrern beliebt und wurden für ihr Design geliebt. Am Turiner Automobilsalon 1965 stellte Zagato dann eine eigene Fulvia-Variante vor.

    Aerodynamisch und praktisch

    Die Fulvia bot gute Voraussetzungen für ein eigenständiges Karosseriekleid. Auf die Bodengrupe setzte der Designer Ercole Spada eine elegante Fastback-Karosserie, die sich komplett vom bei Lancia gebauten Fulvia Coupé unterschied.

    Die Front war durch grosse Rechteckscheinwerfer geprägt, der Abschluss von der fast quadratischen, schrägstehenden Heckscheibe. Mit tiefer Gürtellinie und grosszügigen seitlichen Glasflächen erinnerte die Gestaltung ansatzweise an die früher präsentierte Flavia Sport Zagato.

    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971)
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Die Karosserie überzeugte auch aus aerodynamischer Sicht, erreichten die Sport-Modelle doch meist eine um rund 10 km höhere Höchstgeschwindigkeit als die “normalen” Fulvia Coupés. Mitgeholfen dürfte neben der stromlinienförmigen Gestaltung auch die um 10 cm geringere Höhe, während die Zagato-Version in Länge (+10 cm) und Breite (+1,5 cm) etwas zulegte.

    Auch an den Alltag dachten die Zagato-Ingenieure. Das Heckfenster konnte während der Fahrt elektrisch einen Spalt breit geöffnet werden, um die Entlüftung zu fördern. Für das Reserverad fand sich eine eigene Klappe am Heck, dem Beifahrer wurde für besseren Halt ein integrierter Handgriff im Armaturenbrett geboten.

    Die Motorhaube öffnet nicht wie bei den meisten Autos nach vorne oder hinten, sondern zur Seite, auch hier ging Zagato unkonventionelle, um nicht zu sagen exzentrische Wege. Was auch für viele andere Konstruktionen aus dem gleichen Hause gilt, trifft auch für die Fulvia zu - die einen lieben die Form, die anderen lehnen sie komplett ab, dazwischen gibt es nichts.

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    Technik vom Fulvia Coupé

    Bereits das Lancia Fulvia Coupé hatte durch fortschrittliche und durchdachte Lösungen überzeugt, entsprechend gab es keinen Grund, unnötig Anpassungen vorzunehmen. Die einzige Änderung war die Verlängerung der Gesamtübersetzung, um die verbesserte Aerodynamik in mehr Geschwindigkeit umzusetzen.

    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971)
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Der moderne V4-Motor mit dem unüblichen 13-Grad-Zylinderwinkel und zwei obenliegenden Nockenwellen wurde übernommen, genauso wie die unkonventionelle Einzelradaufhängung vorne, die mit einer Querblattfederung wie in den Dreissigerjahren ausgerüstet war, was in diesem Falle allerdings keinen Nachteil bedeutete. Hinten kam eine Starrachse mit Langblattfedern zum Einsatz. Die Lenkung auf die angetriebenen Vorderräder lief über Schnecke und Rolle. Gebremst wurde mit vier Scheibenbremsen, die in den ersten Jahren ohne Servounterstützung betätigt wurden.

    Auch im Interieur konnten viele Lancia-Teile übernommen werden.

    Für den Rennsport gedacht?

    Der Gedanke liegt nahe, dass die Fulvia Sport Zagato für den Einsatz im Rennsport vorgesehen war. Dazu passt auch, dass die ersten 709 Exemplare eine Leichtmetallkarosserie trugen, was sie 20 kg leichter machte als die späteren Modelle, bei denen nur noch Hauben und Türen aus Aluminium geformt wurden.

    Es zeigte sich allerdings, dass die Rallye- und HF-Versionen des etwas kompakteren Fulvia Coupés sich trotz schlechterer Aerodynamik besser für den Renn- und Rallye-Sport eigneten und damit war die Rennkarriere des Zagato-Coupés weitgehend besiegelt.

    Eine der weltbesten Fahrzeugkonstruktionen

    Olaf von Fersen war einer derjenigen, die den Lancia Fulvia Sport im Jahr 1967 einem intensiven Fahrtest unterzogen. Er beschleunigte die Viergang-1,3-Liter-Version mit 87 PS in 12,8 Sekunden auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h. Besonders angetan aber zeigte er sich im Bericht der Automobil Revue vom niedrigen Verbrauch, denn im Schnitt musste er weniger als 9 Liter Benzin pro 100 km nachtanken.

    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971) - wie beim Serien-Coupé ist der V4-Motor geneigt eingebaut
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Geradezu begeistert zeigte sich von Fersen von den Fahreigenschaften. Von Untersteuern sie kaum etwas zu bemerken und die Lenkung lasse sich mit zwei Fingern bedienen, überraschend für einen Fronttriebler.

    Selbst mit dem Preis von 16’550 Franken (zum Vergleich: eine Alfa Romeo Giulia Sprint GT kostete 16’990 Franken, ein Fiat 124 Sport Coupé 12’700 Franken, das Lancia Fulvia Rallye Coupé HF 1,3 15’750 Franken) konnte der der Journalist leben und er schrieb zum Abschluss seines Berichtes: “An seinen Leistungen und seiner Fahrkultur gemessen ist dieses Coupé nicht einmal als besonders teuer anzusehen, zumal es  - unabhängig von Hubraum, Verwendungszweck oder Preis - unter den weltbesten Fahrzeugkonstruktionen eingereiht werden darf.”

    Stetige Weiterentwicklung und Anpassungen an die Serienbrüder

    Während die ersten Fulvia Sport Coupés noch mit dem kleinen 1,2-Liter-Motor ausgerüstet waren, erhielten die Käufer ab 1967 mit dem Sport 1,3 bereits 87 PS, mit dem 1,3 S 1968 dann sogar 92 PS. Zudem wurden die stärkeren Coupés zumindest teilweise auch mit Servobremsen ausgerüstet.

    1970 folgte, bereits unter Fiat-Ägide, die Serie 2, die bereits mit Voll-Stahlblech-Karosserie aufwartete und weiterhin mit dem 1,3-S-Motor, aber in Kombination mit einem Fünfganggetriebe ausgeliefert wurde. Die stärkste Fulvia Sport war aber die Version 1600, die den HF-Motor erhielt und mit den 114 PS rund 190 km--h schnell war. Erkennbar war die teuerste Variante an den mattschwarzen Streifen auf der Motorhaube und an versenkten Türgriffen, wie sie ähnlich auch beim Stratos zu finden sind.

    1975 lief die Produktion des Fulvia Sport bei Zagato aus, während das Fulvia Coupé noch ein Jahr länger gefertigt wurde.

    Handlicher Sportwagen

    Man benötigt keine umfangreichen Instruktionen, um mit dem Lancia Fulvia Sport zurechtzukommen. Der erste Gang des Fünfganggetriebes liegt links hinten, der Lichtschalter ist ein neckisches Fällchen am Lenkradhebel. Das war es dann auch schon. Nach dem Starten des Motors ertönt ein hübsches Räuspern, keineswegs laut und durchaus angenehm. Man fühlt sich wohl im hellen und hübsch ausgestatteten Interieur des Lancia. Unterwegs sind kaum Unterschiede zum “normalen” Fulvia Coupé zu bemerken, einzig die Sichtverhältnisse unterscheiden sich ein wenig.

    Lancia Fulvia Sport Zagato 1.3S (1971) - elegantes Armaturenbrett mit viel Holz
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    90 PS reichen für vernünftige Fahrleistungen, aber man spürt, dass sich der Motor bemühen muss, den nicht ganz leichten Wagen zu beschleunigen. Fahrverhalten und Bremsen geben ein beruhigendes Sicherheitsgefühl, die geringen Windgeräusche zeugen von der aerodynamisch geschickt gewählten Fahrzeugform.

    Man wird bei 6’970 produzierten Exemplaren kaum je einem Brüderchen begegnen, wenn man im hübschen Sport-Fulvia unterwegs ist. Auffallen dürfte man selbst dann, wenn der Wagen in einem unscheinbaren Beige lackiert ist und am Oldtimer-Treffen ist man damit sowieso willkommen.

    Der für diesen Bericht portraitierte Lancia Fulvia Sport 1,3 S der Serie 2 mit Jahrgang 1971 wurde uns von der Oldtimer Galerie Toffen zur Verfügung gestellt. Wir danken!

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    mi******:
    15.02.2014 (23:34)
    ja vielen dank ein wunderschönes auto und die motorhaube seitlich aufklappbar tja schon extra!
    hjb:
    04.06.2013 (19:19)
    Lancia + Zagato = einmalig!
    Danke für den Beitrag.
    Gruss: hjb
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