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Oldtimer Urlaubsreisen
Bild (1/1): Jensen C-V8 (1964) - ein Gran-Turismo-Sportwgen der oberen Preiskategorie mit Kunststoff-Karosserie (© Daniel Reinhard, 2014)
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    Jensen C-V8 - ein unkonventioneller Kunststoff-Sportwagen und seine Verbindung zu Monteverdi

    24. März 2015
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Peter Monteverdi war vor allem bekannt für seine eigenen Sportwagen, er war aber auch Händler, Garagist und Importeur. Und so übernahm er neben dem Import von Ferrari u.a. auch Sportwagen der Marke Jensen in sein Verkaufsprogramm auf. Und dies mit sichtbaren Folgen auf seine späteren Monteverdi-Sportwagen.

    Jensen C-V8 (1964) - der aktuelle Besitzer entschied sich für Speichenräder anstatt der serienmässigen Stahlräder
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Vom Garagenbetrieb zum Sportwagen-Import

    Peter Monteverdi, geboren im Jahr 1934 in Basel, wuchs mit Automobilen auf. Sein Vater war Inhaber einer erfolgreichen Garage in Binningen bei Basel. So kam es nicht von ungefähr, dass der Sohn Automechaniker wurde und seine Lehrzeit bei Saurer absolvierte. Er war gerade 20 Jahre alt, als sein Vater verstarb, und wurde damit zum Garageninhaber. Sport- und Rennwagen waren seine Passion und er baute unter der Marke MBM unter anderem ein Sportcoupé, eine Barchetta und Formel-Autos, insbesondere erfolgreiche Formel-Junior-Monoposti.

    So wurde Enzo Ferrari auf den Schweizer aufmerksam und trug ihm den Vertrieb seiner Sportwagen in der Schweiz an.

    Monteverdi expandierte, baute den Betrieb aus und übernahm weitere Vertretungen und Importaufträge, darunter BMW, Lancia und die Luxus-Sportwagen von Jensen.

    Jensen C-V8 (1964) - Übergabe des ersten Fahrzeugs durch Alan Jensen an Peter Monteverdi
    © Zwischengas Archiv

    Jensens Beiträge zum Automobil

    Der englische Hersteller Jensen, gegründet durch die Brüder Richard und Alan Jensen in den Dreissigerjahren, machte schon früh mit interessanten Karosserien und Aufbauten für Sportwagen, Limousinen und Lastwagen aufmerksam. Man bauten auch Karosserien im Auftrag, so entstand etwa der Aufbau für die frühen Austin-Healey und Volvo P 1800 bei Jensen.

    Immer wieder wurden auch eigene Sportwagen präsentiert, so 1950 der Interceptor und 1955 der 541, der mit Kunststoffkarosserie und vier Scheibenbremsen (ab 1956) sehr innovativ war.

    Jensen C-V8 (1963) - gezeigt an der Earls Court Motor Show
    © Zwischengas Archiv

    Auf den 541 folgte 1962 der C-V8, der konstruktiv ähnlich gestaltet war, statt eines Austin-Sechszylinders aber einen Chrysler-V8-Motor unter der Haube hatte und in drei Serien bis 1966 in insgesamt 499 Exemplaren gebaut wurde.

    Auch der C-V8 verfügte über eine Kunststoffkarosserie, die Türen bestanden aus Aluminium-Blech. Sogar eine Allrad-Version gab es mit dem Kleid des C-V8 als Prototyp, der sogenannte “FF” sollte aber erst mit der Karosserie des Interceptors für Furore sorgen.

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    Individuell und wertvoll

    43’000 Franken kostete 1964 ein durchaus nicht alltäglich gestylter Jensen C-V8 in der Schweiz, das war eine Menge Holz. Ein Aston Martin DB 5 kostete damals 53’600, ein Ferrari 330 GT 51’000 Franken und sie waren beide mit klassischen Sportwagenmotoren ausgerüstet. Der Iso IR-300 mit Chevrolet-V8 kostete dagegen 41’000 Franken und für 27’000 Franken konnte man bereits einen Jaguar E-Type, für 30’000 Franken eine Corvette Sting Ray kaufen.

    Jensen C-V8 (1964) - so öffnet man die Motorhaube - 2 - Klappe offen, es zeigt sich der Entriegelungshebel
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Für die ansehnliche Summe Geld erhielt der Jensen-Käufer einen luxuriös ausgestatteten Tourer mit individualistischen Detaillösungen. So konnte die Motorhaube am Mark II mit einem massiven Hebel, der sich im Bug unter einem verschliessbaren Deckel befand, entriegelt werden. Der Tankdeckel öffnete auf elektrisches Kommando und die Heckscheibe wurde durch geheizte Luft nebelfrei gehalten.

    Die Automobil Revue befand nach einem Fahrbericht mit “BL 69” im Jahr 1964, dass die Innenausrüstung darauf schliessen liesse. dass die Schöpfer des Wagens erfahrene Langstreckenpiloten seien. Und die englische Zeitschrift “Autocar” prügelte den 2+2-Sitzer im Jahr 1965 in 6,7 Sekunden von 0 auf 96 km/h und erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 207 km/h.

    Es gab also sicher gute Gründe, sich einen Jensen zuzulegen, wenn man das nötige Kleingeld hatte.

    Jensen C-V8 (1962) - Durchsichtszeichnung
    © Zwischengas Archiv

    Drei Jensen C-V8 für die Schweiz

    Peter Monteverdi war auf die Luxus-Sportwagen der Marke Jensen aufmerksam geworden. Auf dem Genfer Autosalon wurde eine linksgelenkte Version des Modells C-V8 gezeigt und kurz zuvor hatte sich Monteverdi selber ein Vorführfahrzeug gesichert, das am 13. Februar 1964 in der Farbe “Indigo Blau” ausgeliefert wurde. Der rührige Basler Unternehmer holte den Wagen mit Chassisnummer 106/2131 selber im Werk ab und transportierte ihn per Flugzeug in die Schweiz. Auf dem Genfer Autosalon verteilte er deutschsprachige Broschüren, die ihn als Importeur auswiesen.

    Jensen C-V8 (1964) - der Kunststoff-Sportwagen auf dem Genfer Autosalon im Jahr 1964
    © Zwischengas Archiv

    Insgesamt gelangten im Jahr 1964 drei (der insgesamt acht produzierten linksgelenkten) C-V8 der zweiten Serie in die Schweiz, allesamt importiert durch Peter Monteverdi. Der am Salon ausgestellte Wagen (“701 KEA”) aber wurde wieder auf Rechtslenkung umgebaut und in England verkauft.

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    Monteverdis besonderer C-V8

    Wie sich später zeigen sollte, wies Monteverdis Jensen C-V8 eine Besonderheit auf. Er war offensichtlich auf Basis eines rechtsgelenkten Autos entstanden, das im Werk vor Auslieferung auf Linkslenkung umgerüstet wurde.

    Jensen C-V8 (1964) - Monteverdis eigener Wagen
    © Zwischengas Archiv

    Der Basler Importeur fuhr seinen Wagen mit Kennzeichen “BL 69” auch selber und war offensichtlich angetan vom englischen Produkt und dies sollte Konsequenzen haben.

    Vom Jensen zum Monteverdi Hi Speed

    Im Jahr 1965 kam es zum Bruch zwischen Ferrari und Monteverdi. Der kreative Basler beschloss, einen eigenen Sportwagen zu bauen. Und dieser zeigte keineswegs zufällig einige Ähnlichkeiten zum Jensen C-V8. Wiederum nämlich wurde der Chrysler-V8-Motor verwendet und als Kraftübertragung kamen die Chrysler-Torqueflite-Automatik (oder ein Chrysler-Vierganggetriebe) zum Einsatz. Vorne führten wie beim Jensen Dreiecksquerlenker die Räder, nur hinten griff Monteverdi zur aufwändigeren De-Dion-Achse, die er natürlich u.a. vom Lancia Flaminia kannte.

    Die von Pietro Frua gestaltete Karosserie aber bestand aus Stahlblech, offensichtlich hielt Peter Monteverdi Kunststoff für zu wenig stilgerecht. Und beim Rahmen grifft er zu einer massiven Konstruktion aus Rechteck-Profilen. Der Import- und Vertrieb der Marke Jensen geriet ob der neuen Aktivitäten natürlich in den Hintergrund.

    Aus Blau wird Gold

    Seinen blauen Jensen C-V8 veräusserte Monteverdi schon bald. Weil der Kunde, ein Professor aus Basel, die Farbe “Gold” bevorzugte, wurde der Wagen umlackiert. Einmal noch wechselte das Sportcoupé später den Besitzer, 1975 wurde es schliesslich abgemeldet und wartete auf seine Wiederentdeckung.

    Jensen C-V8 (1964) - um das Jahr 1975 herum, der ursprünglich blaue Wagen war bereits golden lackiert
    © Copyright / Fotograf: Archiv Wieland
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    Restaurierung über ein Jahrzehnt

    Im Jahr 1994 kaufte Hans Peter Wieland den goldenen Jensen, der sich auf den ersten Blick in passablem Zustand befand. Viel Zeit konnte der Jensen-Enthusiast aber vorerst nicht für den Wagen erübrigen, denn Beruf und andere Restaurierungsobjekte hinderten ihn daran.

    Erst im 2004 nahm Wieland die Restaurierung in Angriff, zerlegte den Sportwagen komplett. Den Rahmen und die Karosserie gab er in eine spezialisierte Spenglerei, um Motor und Getriebe kümmerte er sich selber.

    Vorerst verhinderten Zeitnot ein schnelles Vorwärtskommen, so dass die Jahre verstrichen.

    Jensen C-V8 (1964) - komplettierte Hinterachse
    © Copyright / Fotograf: Archiv Wieland

    Es gab kaum ein Teil, das nicht in die Hand genommen werden musste. Es wurde gerettet, was gerettet werden konnte und neu angefertigt, was den hohen Ansprüchen des Restaurierers nicht genügte.

    Nach zehn Jahren fertig

    Endlich, zehn Jahre nach Beginn, konnte der Wagen zusammengebaut und komplettiert werden. Neu lackiert, mit komplett revidierter Technik und erneuertem(aufgefrischtem Interieur dürfte er heute mindestens so schön sein, wie 50 Jahre vorher, als ihn Peter Monteverdi in England abholte, vielleicht sogar schöner.

    Jensen C-V8 (1964) - linksgelenkte Jensen sind selten
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Und warum ist der Wagen heute grün statt blau und rollt auf Speichenrädern statt auf Stahlfelgen mit Radkappen? “Ich wollte schon immer einen dunkelgrünen Sportwagen und Speichenräder gefallen mir einfach besser”, meint Besitzer Wieland. Nichts, was nicht mehr rückgängig zu machen wäre, denkt sich der originalitätsverliebte Historiker dazu.

    Jensen C-V8 (1964) - das Design wirkt wie aus einem Guss
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

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    pe******:
    01.03.2016 (19:19)
    Super schön
    gr******:
    31.03.2015 (22:10)
    Ein tolles Auto !!!
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