Hudson Hornet - Steve McQueens Doc Hudson

Erstellt am 21. März 2019
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
9
Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's 
19
Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions 
2
Bruno von Rotz 
1
Pixar / Disney Pictures 
1
Archiv 
6

Der Hudson Hornet gehört sicherlich zu den weniger bekannten Autos in Europa. Und dies obschon ihm eigentlich der beliebte Pixar-Film “Cars” zu überdurchschnittlicher Medienpräsenz verhalf. Dort nämlich taucht ein Hudson Hornet als grummeliger Richter “Doc Hudson” auf und bringt dem ungestümen Lightning McQueen die Finessen des Stockcar-Racings bei.


Hudson Hornet (1952) - als Doc Hudson im Pixar-Film "Cars"
Copyright / Fotograf: Pixar / Disney Pictures

Zum Runtersteigen

Der Hudson Hornet wurde nach dem “Step Down”-Designkonzept des bereits 1948 präsentierten Hudson Commodore konzipiert. Diese Bauweise stellte eine Mischform zwischen selbsttragender Bauweise und separater Chassiskonstruktion dar. Der Wagenboden lag dabei deutlich tiefer als bei auf Leiterrahmen aufgesetzten Karosserien. Mit “Step Down” wurde denn auch angetönt, dass man in einen Hudson hinuntersteigen musste.

Der Schwerpunkt kam auf diese Weise deutlich tiefer zu liegen, was dem Wagen eine für die Zeit hervorragende Strassenlage verschaffte.


Hudson Hornet (1953) - aerodynamische Formgebung, tiefer Schwerpunkt
Copyright / Fotograf: Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's

Fahrwerkstechnisch glich der Hudson Hornet den Modellen Commodore und Pacemaker, das heisst vorne waren Einzelradaufhängungen an Trapez-Dreiecksquerlenkern mit Schraubenfedern verbaut, hinten sorgte eine Starrachse mit Halbelliptikfederung für die Radführung. Gebremst wurde mit Trommeln, gelenkt über Schnecke und Rolle. Reifen der Grösse 7.60-15 sorgten für die Haftung auf der Strasse.

Kein Leichtgewicht

Mit 1,6 Tonnen Leergewicht war der Hudson Hornet keine leichte Kost. Dies war bei Dimensionen wie 5,283 Meter Länge und 1,968 Meter Breite auch kaum machbar. Der Hornet war ein stattliches Automobil, das sechs Personen bequem Platz bot.


Hudson Hornet (1951)
Archiv Automobil Revue

Angeboten in verschiedenen Ausführungen, mit zwei oder vier Türen, sowie auch als Coupé und Cabriolet wurde er in den USA zu Preisen ab USD 2543 verkauft.

Damit war er nicht billig, vor allem nicht in Europa. CHF 22’000 kostete der Hornet im Jahr 1952 in der Schweiz, in Deutschland wurde er für ungefähr DM 22’800 angeboten. Für soviel Geld gab es hierzulande auch schon einige Achtzylinder und richtige Sportwagen, kostete doch damals ein Porsche gerade einmal CHF 12’450.

Angebote von Zwischengas-Spezialisten
Alfa Romeo 1750 GTAm (1971)
Volvo 121 B20 Amazon Coupé (1970)
Aston Martin Virage V8 Handschalter (1990)
Mercedes Benz 450 SLC Sportcoupé (1978)
+41 79 445 32 04
Gommiswald (oberer Zürichsee), Schweiz

Sechszylinder-Power

Angetrieben wurde der klassisch mit Motor vorne, Antrieb hinten konstruierte Hudson Hornet von einem Reihensechszylindermotor mit fünf Litern Hubraum (4930 cm3). Bis 170 PS leistete das bewährte Aggregat mit stehenden Ventilen und seitlich drehender Nockenwelle. Die Kraft wurde über ein Dreiganggetriebe, es gab auch eine Automatikversion, übertragen.


Hudson Hornet (1953) - der Reihensechszylinder mit rund 170 PS
Copyright / Fotograf: Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's

Wie üblich in den USA unterschieden sich die verschiedenen Modelljahre 1951 bis 1954 in einigen Punkten, schliesslich musste Jahr für Jahre etwas Neues präsentiert werden. Die Anpassungen waren aber primär kosmetischer Natur. Der erste Jahrgang verkaufte sich mit 43’656 Exemplaren am besten, während in den Folgejahren weniger Autos abgesetzt werden konnte. 1953 beispielsweise waren es 27’208 Einheiten.

Rennsporterfolge

Der tiefliegende Schwerpunkt prädestinierte den Holden Hornet für den “Stock Car”-Rennsport. Bereits 1952 siegte Marshall Teague im “Fabulous Hudson Hornet”, die die Vorlage für Doc Hudson von Cars war, in 12 von 13 Rennen der AAA-Saison, dazu kamen viele weitere Siege durch Wagen, die von Herb Thomas, Dick Rathmann, Al Keller, Frank Mundy oder Tim Flick gefahren wurden.


Hudson Hornet (1951) - ein erfolgreicher Tourenwagen
Archiv Automobil Revue

Auch die Saison 1953 verlief erfolgreich. Die Hudson Hornet waren fast unschlagbar.

Teil von Steve McQueens Sammlung

Steve McQueen braucht hier nicht vorgestellt zu werden. Er besass eine ganze Reihe berühmte und besondere Autos, darunter ein Jaguar XKSS und auch zwei Hudsons. Den in diesem Bericht abgebildete Hornet 7C Sedan von 1953 kaufte er Mitte der Siebzigerjahre und besass ihn bis zu seinem Tod.


Hudson Hornet (1953) - lange im Besitz von Steve McQueen
Copyright / Fotograf: Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's

Nach seinem Hinscheiden gelangte der Wagen in Sammlerhände und wechselte 2012 an einer RM-Versteigerung erneut den Besitzer. Seither gehörte der Wagen in eine Schweizer Sammlung.


Hudson Hornet (1953) - eine Lenkradschaltung galt damals noch nicht als unsportlich
Copyright / Fotograf: Tim Scott - Courtesy RM/Sotheby's

Jetzt kommt der Wagen mit Chassisnummer 216678 anlässlich der RM/Sotheby’s-Versteigerung von Fort Lauderdale erneut unter den Hammer und soll für USD 100’000 bis 200’000 einen neuen Besitzer finden. Ein Mindestverkaufspreis wurde nicht festgelegt.

Nicht der letzte Hornet

Der Hudson Hornet der ersten Generation wurde bis 1954 gebaut, dann war Schluss mit dem “Step-Down”-Design. Die Nachfolge trat 1955 ein umgestalteter Nash von American Motors an, als Folge der Übernahme von Hudson durch AMC. Bis 1957 wurde der Hudson Hornet so angeboten. Dann war Schluss mit der eigenständigen Markenbezeichnung.


AMC Hornet Hatchback (1974) - Coupé mit Heckklappe
Archiv Automobil Revue

Die Bezeichnung “Hornet” ging mit dem Ende der zweiten und letzten Generation des Hudson Hornet aber nicht gänzlich verloren, 1969 tauchte nämlich der AMC Hornet auf, der bis 1977 gebaut wurde, mit seinen Vorgängern aber kaum mehr etwas zu tun hatte.

Ein umfangreicher Bericht zum Hudson Hornet (von 1951) erschien auch in der SwissClassics Revue 50-4/2015.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von ki******
26.03.2019 (09:40)
Antworten
Seit wann ist das Auto denn in der Schweiz? Im Juni 2016 hab eich es noch im Petersen Museum in Los Angeles gesehen. Oder täsuche ich mich da?
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.

Markenseiten

Aus dem Zeitschriftenarchiv

Aktuelle Fahrzeug-Inserate

Aktuelle Marktpreise (Auswahl)

Limousine, viertürig, 145 PS, 5047 cm3
Limousine, viertürig, 127 PS, 4293 cm3

zwischengas.com

Die umfangreichste Internet-Plattform über Oldtimer, Youngtimer und historischen Motorsport. Mit über 150'000 Besucher pro Monat ist zwischengas.com zur wichtigsten Informationsquelle von Oldtimer-Enthusiasten geworden.

Zwischengas Jahresmagazin

260 Seiten mit Fahrzeugberichten, Veranstaltungsrückblick und Auktionsanalysen.

Ab 6. Dezember 2020 am Kiosk und jetzt im Online-Shop

CHF 12.90 | EUR 9.90 zzgl. Versand

SwissClassics Revue

SwissClassics, das grösste Oldtimermagazin der Schweiz, erscheint mit sechs Ausgaben im Jahr und richtet sich an die Liebhaber von Oldtimern. Berichtet wird über Legenden des Fahrzeugbaus und die Schweizer Oldtimerszene sowie europäische Klassiker-Events.

Bisherige SwissClassics Ausgaben

Loading...

Jetzt kostenlos anmelden und profitieren: mehr lesen und mehr sehen!

Wenn Sie sich mit Ihrem persönlichen Passwort anmelden oder neu registrieren, haben Sie mehr von Zwischengas! Vorteile: weniger Werbung und
andere.
Die Anmeldung ist kostenlos.