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Bild (1/4): Fast wie ein UFO muss der Bond Bug 700 anfangs der Siebzigerjahre den Passanten erschienen sein (© Frank Herzog, 2014)
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    Für den Bond im Mann - Dreirad Bond Bug 700

    27. Januar 2015
    Text:
    Jürgen Schelling
    Fotos:
    Frank Herzog 
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    Bruno von Rotz 
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    Balz Schreier 
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    Das knallorangene Fliwatüt ist am liebsten auf kurvigen Landstraßen im bayerischen Voralpenland unterwegs. Und sein Besitzer weiß, dass er wohl nie zufällig einem anderen Fahrzeug gleichen Typs begegnen wird - dazu ist sein Wagen viel zu selten. Dafür kann er aber zu Recht behaupten, ein echtes Bond-Auto zu besitzen – einen Bond Bug

    Bond Bug 700 (1972) - Heckansicht, nur hinten gibt es zwei Räder
    © Copyright / Fotograf: Frank Herzog

    Durch Zufall auf das Dreirad gekommen

    Wir schreiben einen Sommer in den Neunzigerjahren. Eigentlich ist der Münchner Heinz Schreiber mit seinem Lotus 7 für den sportlichen Wochenendausflug und einem Messerschmitt Karo für besondere Anlässe oldietechnisch gut positioniert. Sein Herz schlägt vor allem für knackige britische Roadster-Oldies, es darf aber durchaus auch mal eine moderne Lotus Elise zum Kurvenräubern in Oberbayern sein.

    Der Zufall bringt ihn an diesem Sommertag an eine Tankstelle in der weiss-blauen Provinz. Dort entdeckt er ein ungewöhnliches Dreirad mit Rechtslenker, das nicht leicht zu identifizieren ist. Als passionierter Englandfan weiß Schreiber aber sofort, dass der etwas gammelige und verstaubte Wagen ein ganz besonderes Automobil ist: ein Bond Bug 700. Kurzerhand wird der seit Jahren achtlos abgestellte Gebrauchtwagen zum Schnäppchenpreis gekauft und per Hänger in die heimische Garage verfrachtet.

    Wenig Leistung für noch weniger Gewicht

    Der 0,7 Liter große Reihen-Vierzylinder eines Bond Bug 700 leistet bescheidene 29 PS und ist damit nominell etwa auf der Höhe eines 2CV6-Zweizylinders. Allerdings schlägt der gerade mal 400 Kilo leichte Bond die schwerere Ente in der Beschleunigung deutlich, vergleichsweise flotte 24 Sekunden braucht der Bug bis Tempo 100, die Ente benötigt dafür, wenn sie es überhaupt schafft, gut 30 Sekunden mehr. Schon damals gibt es beim Bond sogar eine leistungsgesteigerte Version: Der 700 ES ist höher verdichtet und hat zwei PS mehr als das Grundmodell.

    Mechanisch hatte der Bond die Jahre im Freien in der bayerischen Provinz gut überstanden, Rost war an der Kunststoffkarrosserie ohnehin kein Thema. Allerdings standen für Schreiber und einen Schrauberfreund dennoch einige Ausbesserungsarbeiten am leicht vergammelten Kunststoffkleid an. Viele Stunden flossen daher ins Schleifen und Restaurieren der Karrosserie, frischer knallorangener Lack lässt den Bond heute wieder wie gerade aus dem Werk geliefert erscheinen.

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    Fast schwebend

    Wer Schreibers knallig-orangenen Bug heute auf einer Landstraße entgegenkommen sieht, hat das Gefühl, als würde der Wagen vorne schweben, weil das Vorderrad in der Mitte auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist.

    Bond Bug 700 (1972) - scheint fast zu schweben
    © Copyright / Fotograf: Frank Herzog

    Und auf der Autobahn werden beim Überholen ständig die Handies der Mitfahrer gezückt, um das exotische Fahrzeug für die Nachwelt festzuhalten. Schreiber kann dann fast von den Lippen lesen: “Was ist das denn?”

    Das futuristische Dreirad

    Durch steuerliche Vergünstigungen und die Möglichkeit, sie mit dem Motorradführerschein zu fahren, boomten in den Sechzigerjahren Dreiräder in Großbritannien. Also kam man beim Hersteller Reliant, der bereits viel Erfahrung mit dreirädrigen Fahrzeugen hatte, auf die Idee, einen neuzeitlichen “Threewheeler” zu entwerfen, der einerseits modern und futuristisch sein sollte, andererseits aber mit Kunststoffkarrosserie und anspruchslosem Allerweltsmotor alltagstauglich und preiswert zu produzieren sein musste.

    Bond Bug (1971) - das keck gezeichnete Dreirad mit charmanter Begleitung
    © Zwischengas Archiv

    Das Design stammte von Tom Karen, dem Formen-Genius von Ogle Design.

    Sogar ein Mini-Kofferraum für faltbares Gepäck hinter den Passagieren wurde dem Bond spendiert. Ein weiteres Plus: Im Sommer ist der Bug mit den ausgehängten Türen so zugig wie ein Cabrio.

    Bond Bug 700 (1972) - man kann damit auch ziemlich schnell unterwegs sein, wenn man sich traut
    © Copyright / Fotograf: Frank Herzog

    Die zirzensische Einstiegsprozedur unter der hochgeklappten Haube ist allerdings nichts für Leute mit Bandscheibenproblemen oder künstlichen Hüftgelenken. Und auch das leicht kipplige Fahrverhalten ist nicht jedermanns Sache.

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    Laut, aber herzlich

    Dennoch können geübte Fahrer mit dem Bug auf kurvigen Strecken richtig heizen. Die straffe Federung und die Starrachse, die unmittelbar über den Zustand des Untergrunds informiert, sorgen jedenfalls für Kurzweil. Für entspannte Fahrten auf kleinen Landstraßen taugt der Wagen also hervorragend, auch wenn er sicher keine Beschleunigungsduelle gewinnt. Dafür ist sein Gewicht aber eher motorrad- als autotypisch:

    Bond Bug 700 (1972) - natürlich läuft der Kleine nicht ganz geräuschlos
    © Copyright / Fotograf: Frank Herzog

    Gerade mal 392 Kilogramm bringt das Leichtgewicht auf die Waage. Da nimmt sich das Leistungsgewicht auf einmal gar nicht mehr so schlecht aus.  Lediglich auf Autobahnen wird der nahezu ungedämpfte Motor unmittelbar neben den Beinen des Fahrers akustisch unangenehm.

    Auch die Höchstgeschwindigkeit von gerade mal 125 Stundenkilometern lässt den Bug – also die Wanze - nicht wirklich langstreckentauglich erscheinen.

    Twiggy versus Marianne Sägebrecht

    Bereits Ende 1974 ist nach vierjähriger Produktion und rund 2200 Fahrzeugen aber schon wieder Schluss. Dafür ist der Bond Bug heute ausserhalb von Großbritannien ein absoluter Exot. Und gegenüber seinem pummelig geratenen Nachfahren Smart wirkt er noch heute wie eine Twiggy neben Marianne Sägebrecht.

    Bond Bug 700 (1972) - Seitenansicht - vorne mit Zentralrad
    © Copyright / Fotograf: Frank Herzog

    Nur anhalten darf Briten-Fan Heinz Schreiber auf seinen Wochenend-Touren rings um die bayerische Landeshauptstadt nicht: Denn dann ist sein Dreirad sofort umlagert. Unauffällig geht anders…            

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ol******:
    03.02.2015 (13:29)
    Dornier baute auch so einen Mini-Stadtwagen.
    ma******:
    03.02.2015 (12:45)
    Unbedingt mal in diesem YouTube Film reinschauen. Reliant, Fahrspass bis zum Umfallen!!!!!!!!!

    http://youtu.be/QQh56geU0X8
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