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Bild (1/17): Fiat-Abarth 850 TC Nürburgring (1963) - Weckt viele Sympathien (© Balz Schreier, 2012)
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    Fiat-Abarth 850 TC Nürburgring - ab 5’000 U/min beginnt die Musik

    24. Juli 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (2)
    Balz Schreier 
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    Abarth Logo 1963Er weckt Emotionen, ohne Zweifel. Sogar Smart-Fahrer grüssen, Fiat-Fahrer sowieso und mancher Passant lächelt still und vielleicht auch ein wenig mitleidig, angesichts des ach so kleinen Autos. Doch der kompakte Fiat-Abarth 850 TC Nürburgring von 1963 hat es dick hinter den Ohren, will sagen unter der halb geöffneten Heckmotorklappe. Kein schmalbrüstiges und leistungsschwaches Vierzylinder mit 633 cm3 und knapp über 20 PS werkelt da, sondern ein “ausgewachsener” 847 cm3 grosser Motor mit über 60 PS. Und damit geht es richtig vorwärts.

    Aussen klein, innen gross

    Bereits 1955 begann der grosse Turiner Autohersteller Fiat den Typ 600 zu produzieren, ein Auto, das eine ganze Nummer grösser als der 500 sein wollte, einen wassergekühlten Vierzylindermotor besass und vier Personen samt Gepäck auf knappstem Platz transportieren konnte. 3,29 Meter Länge und 1,4 Meter Breite waren dafür gewiss nicht zu viel. Die Kunden griffen zu und kauften das Auto millionenfach.

    Fiat-Abarth 850 TC Nürburgring (1963) - die Fahrleistungen schlugen alles klassenübliche
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Carlo Abarth nahm sich die kleine Limousine vor und pflanzte eine verbesserte und vergrösserte Maschine mit 747 cm3 ein, die die Leistung mehr als verdoppelte. Ein erschwinglicher Rennwagen war geboren - während der Woche Familientransport, am Wochenende ein Rennstreckenschreck.

    Weil Carlo Abarth mit der Nachfrage nicht fertig wurde, begann er Nachrüstsätze zu fabrizieren, mit denen seine Kunden den serienmässigen Wagen selbständig aufrüsten konnten.

    Fiat-Abarth 850 TC Nürburgring (1963) - Das Armaturenbrett mit dem mittigen Drehzahlmesser
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    TC für Turismo Competizione

    Als 1960 der 600D mit mehr Hubraum und Leistung herauskam, doppelte Carlo Abarth nach und vergrösserte den Motor auf 847 cm3. Damit waren jetzt 140 km/h (und mehr) möglich und auch das Drehmoment hatte profitiert.

    Diesen Typ nannte Abarth 850 TC - das “TC” stand für “Turismo Competizione”. Um in der damals populären Tourenwagenklasse zu starten, mussten 1’000 Exemplare produziert werden, was Carlo Abarth Ende 1961 bestätigte, obschon man daran zweifeln kann, ob wirklich derartig viele identische Fahrzeuge gebaut und verkauft worden waren.

    Leistungs- und Fahrwerkskur

    Abarths Modifikationen beinhalteten unter anderem ein modifiziertes Kurbelwellengehäuse, eine gehärtete Kurbelwelle, leichtere Kolben und Pleuel, eine neue Nockenwelle, einen Solex 32 PBIC Vergaser und einen verbesserten Auslass, der in eine der berühmten Abarth-Auspuffanlagen mündete. Damit war es aber nicht getan. Andere Ventilfedern, Dichtungen, ein neuer Luftfilter, verschiedene Halterungen und Zubehörteile ergänzten das Umbaukit. Separat konnten Zierelemente, Embleme und Beschriftungen bestellt werden. Ein Front-Kühler, grössere Scheibenbremsen vorne und Scheiben- statt Trommelbremsen hinten konnten später ebenfalls dazu erworben werden und machten den kleinen Tourenwagen zur konkurrenzfähigen Rennsemmel.

    Trotz der nicht unerheblichen Preise für alle diese Teile war es günstiger für den begabten Mechaniker, den Wagen selber zusammenzubauen, als sich diese Arbeit von Abarth abnehmen zu lassen. Immerhin CHF 8’550 verlangte Abarth 1962 für den fertig aufgerüsteten Fiat, während der normale 600D nur 5’350 kostete, da blieb viel Raum für Teilekauf und Do-it-yourself-Arbeit. In Italien verlangte das Werk für den 850 TC 850’000 Lire, das Kombiinstrument verrechnete er mit zusätzlichen 45’000 Lire, das Dreispeichen-Abarth-Lenkrad stand mit 16’000 Lire auf der Preisliste.

    Allerdings verbesserte Abarth seine Wagen auch fahrwerkstechnisch, indem er veränderte Federn montierte, verbesserte Scheibenbremsen einsetzte und mit dem hochgesetzten Heckdeckel für bessere Motorenkühlung und vor allem eine effizientere Aerodynamik sorgte.

    Auch die Presse war begeistert

    Bei der Presse fand der 850 TC viele Freunde. Motor Sport verglich den 850 TC 1962 mit dem Cooper-Mini und konnte dem Abarth eine bessere Beschleunigung (0-60 Meilen pro Stunde (MPH) in 15.3 statt 17.1 Sekunden) bestätigen. Interessant im damaligen Test ist die Bemerkung, dass das Geräuschniveau bemerkenswert tief sei und dies trotz eines sehr hohen Drehzahlniveaus.

    Bernhard Cahier stiess in seinem Fahrbericht für Sports Car Graphic ins selbe Horn, er hatte im “Nürburgring” 60-PS zur Verfügung und notierte fast unglaubliche 11,6 Sekunden für die Beschleunigung aus dem Stand auf 60 MPH (96 km/h). Etwas weniger glücklich war er über das etwas übersensitive Handling des Wagens bei Geschwindigkeiten um 160 km/h! Überraschend fällt übrigens am damaligen Testwagen auf, dass kein Frontzusatzkühler montiert war und das Lenkrad dem Standard-Fiat entsprach.

    Legendäre Rennsporterfolge

    Die Masse - zu den wenigen Abarth-fabrizierten 850 TC kamen viele in der heimischen Garage fertiggestellte brachte den Erfolg, der Fiat-Abarth 850 TC wurde zum Gradmesser im kleinvolumigen Tourenwagensport. Nicht weniger als sieben Mal konnte der kleine Wagen die Markenmeisterschaft gewinnen, viele Europäische und nationale Titel kamen dazu.

    1963 gewann die 55-PS-Version das harte Rennen am Nürburgring für sich entscheiden konnte, nannte sich diese Version von da an “Nürburgring”.

    Die noch schnelleren Versionen wurden ursprünglich SS und Corsa genannt und brachten es mit Verdichtungen bis 12.5:1 auf über 90 PS, wenn sie von zwei Weber-Vergasern beatmet wurden. 190 km/h waren der Lohn der Mühe und das Ende der Konkurrenten in dieser Klasse.
    Für den Alltag waren diese hochgezüchteten Rennwagen aber nicht mehr gedacht, ganz im Gegensatz zum 850 TC Nürburgring.

    Historischer Rennsport und Strasseneinsatz

    Die überlebenden Fiat-Abarth 850 TC, nur wenige davon dürften echte im Hause Abarth gebaute Fahrzeuge sein, werden vorwiegend im historischen Rennsport und für ambitionierte Freizeitfahrten eingesetzt. Billig sind die kleinen Renner nicht, zwar rapportiert Marktbeobachter Classic Data Preise im 20’000-Euro-Bereich (30’000 Franken), einen echten 850 TC Nürburgring in gutem Zustand dürfte man aber für diese Summe aber kaum finden. Je nach Zustand und Geschichte kann schon mal der doppelte Betrag fällig werden.

    Daher ist auch heute noch umbauen die günstigere Alternative, was weidlich gemacht wird und wofür spezialisierte Anbieter die nötigen Teile anbieten, fast wie damals, als Carlo Abarth die Umbausätze verkaufte. Nur wenige Abarth-Experten können echte von gut nachgebauten 850 TC unterscheiden.

    Hineinsitzen und losfahren

    Er ist wirklich klein und man wundert sich, wenn man sich vorstellt, dass mit dem Basis-Fiat 600D vierköpfige Familien in die Ferien fuhren damals. Der Einstieg ist dank der nach hinten öffnenden Türen überraschend einfach. Man sitzt gut im kleinen Fiat-Abarth, trotz relativ primitiver Sitze, einer aufrechten Position und knapper Kopffreiheit.

    Die Bedienungsorgane sind problemlos erreichbar, die Pedale leichtgängig. Der Motor startet auf Schlüsseldreh, das Getriebe widersetzt sich den Befehlen des Fahrers nicht, die Gänge sind leicht zu finden. Los geht’s!

    Drehzahlen, Drehzahlen

    Aus dem Drehzahlkeller agiert der Abarth-Motor natürlich nicht, zu seiner Entfaltung will er in weit höhere Sphären gehen, als die millionenfach gefertigte Serienversion. 6’500 oder 7’000 U/min nimmt er nicht krumm, will sagen die Ventile klappern nicht, ab 5’000 U/min beginnt die Musik, die Leistungsabgabe nimmt zu, der Vorwärtstrieb nimmt kein Ende. Das dies nicht ohne Geräusche von sich geht, ist nachvollziehbar. Der Motor ist gut vernehmbar, obschon die damaligen Tester ihn schon beinahe als Leisetreter beschrieben, was vermutlich weniger über den 850 TC als über die damalige Konkurrenz aussagt.

    Kompakt und quirlig

    Das bevorzugte Revier des kleinen Italieners sind kurvige und gar enge Landstrassen, da kommen seine Talente am besten zu tragen und manch grösserer Wagen muss die Waffen strecken, kann dem Kleinwagen nicht folgen. Das Fahrwerk ist straff, die Seitenneigung der Karosserie in Kurven gering. Die Bremsen packen herzhaft zu.

    Das Ganze macht heute fast noch mehr Spass als früher, denn im Gegensatz zu manchem modernen Zeitgenossen fühlt sich der 850 TC meist schneller an als er ist und der Pilot beginnt schon bei Geschwindigkeitsbereichen unterhalb der Radarmessgrenze der Behörden zu grinsen.

    Wir danken dem Italien-Spezialisten allcarta für die Möglichkeit, den legenären Sport-Tourenwagen selber erleben zu dürfen.

    Weitere Informationen:

    • Motor Sport, April 1962: The Fiat Abarth 850 TC
    • Sports Car Graphic, November 1962: Fiat Abarth Drivers Report
    • AR-Zeitung Nr. 12/1963 vom 15. März 1963 - Seite 14: Die Wagen aus Italien - Abarth
    • Oldtimer Markt Heft 11/2010, Seite 12: Abarth-Story Teil 1 - die Fiat-Derivate

     

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