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Chefsache - Fiat 130 gegen Opel Admiral

Erstellt am 28. Juni 2021
, Leselänge 11min
Text:
Sven Jürisch
Fotos:
Kai-Uwe Knoth 
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General Motors / Opel 
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Archiv 
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Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Italienische Schönheit gegen deutsch-amerikanische Einfachheit
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Gleich und doch verschieden
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Eleganter Slipper gegen Gummistiefel
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Der Fiat ist kantiger, der Opel wirkt sportlicher
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Die Spitzenklasse beider Hersteller
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Understatement bei beiden
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Das Jahr 1969 brachte es an den Tag. Die Menschheit strebte nach Höherem. Nicht nur, dass Neil Armstrong am 2. Juli um 3:56 MEZ als erster Mensch den Mond betrat, auch im kleinen Europa brach eine neue Zeitrechnung an. Nach den Studentenunruhen im Jahr zuvor, wehte ein Geist des Aufbruchs durch Europa. Weg mit dem alten Kleinwagenmief der Nachkriegszeit und endlich etwas Luxus zeigen und genießen. Die Mittelschicht war gut situiert und in den Chefetagen freute man sich über gute Geschäfte. Da durfte der nächste Dienstwagen ruhig etwas größer ausfallen.

Fiat im Erfolgsrausch

Der neue Wohlstand war auch für Fiat das Startsignal für den Aufbruch in neue Klassen. Die Italiener spielen damals eine herausragende Rolle am Automobilmarkt in Europa. Die Kleinst- und Kleinwagen der Italiener verkaufen sich gut, die Autos genießen einen veritablen Ruf bei den Exportländern und mehrfach werden Modelle der Turiner zum Auto des Jahres gekürt. Eine Auszeichnung, die einst Garant für hohe Produktgüte und beachtliche Absatzsteigerungen war. Doch es sind eben Klein- und Mittelklassewagen, mit denen man das Geld verdient. Zu wenig für den Konzern und für Fiat Chef Agnelli auch zu wenig Prestige. Ein Luxusliner muss her. Einer, der es vor allem mit den deutschen Granden wie Mercedes und BMW aufnehmen kann und der diese mit italienischem Flair und technischer Extravaganz aus dem Fokus der Zielgruppe kegelt.

Bild Fiat 130 (1973) - Aufbruch in neue Klassen
Fiat 130 (1973) - Aufbruch in neue Klassen
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

In der Diktion soll der neue Wagen herrschaftlich aber nicht protzig sein, so Fiat in einem Pressetext. Keine Frage, die Turiner wollen vor allem die Lenker der Wirtschaft von ihrem Produkt überzeugen. Die Idee für den Fiat 130 ist geboren und sein Lastenheft schnell erstellt. Ein schickes aber schlichtes Design, ein eleganter und großzügiger Innenraum sowie ein V6-Motor mit ordentlich Leistung, dazu eine serienmäßige Automatik. Das alles ist nicht neu im Autobau. Für Fiat ist es aber beinahe so etwas wie der erste Schritt auf dem Mond.

Opel als Gegenspieler

Die Bemühungen der Italiener sieht man in Rüsselsheim mit Gelassenheit. Dort hat man, als Erfüllungsgehilfe von GM, gerade die zweite Generation der bislang erfolgreichen KAD-Baureihe auf Kiel gelegt, wobei dem Opel Admiral die Hauptrolle zukommt. Das Modell in der Mitte der Baureihe hat unübersehbare amerikanische Einflüsse, besticht durch bulliges Design, viel Platz und durch einen modernen Reihensechszylindermotor mit einer Einspritzanlage. Im Detail ist es, wie sein Vorgänger, zwar wenig ausgefeilt, doch die Kundschaft war bislang zufrieden mit dem robusten Opel. Das selbst die hochwertigeren Diplomat Modelle mit dem gleichen Antrieb lieferbar sind, soll den Erfolg des Admiral nicht bremsen, denn dieses gewisse Understatement ist es eben auch, was die Kunden an dem Opel begeistert. Der ist am Ende zwar immer noch einen Steinwurf von den vergleichbaren Modellen von BMW und Mercedes-Benz entfernt, kann aber als direkter Konkurrent des Fiat gelten, wenn er auch fast 4000 DM günstiger ist, als der Italiener.

Bild Opel Admiral (1974) - Der grosse Opel
Opel Admiral (1974) - Der grosse Opel
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth
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Kein Durchbruch für Fiat

Das Ergebnis der Geschichte ist bekannt. Für Fiat endete der Ausflug in die Oberklasse traurig. Trotz guter Fachpresse, sogar aus den USA und trotz eines wirklich guten Produktes kam das Auto in den nächsten 10 Jahren nie wirklich aus den Startlöchern. Selbst ein von Paolo Martin und Leonardo Fioravanti gezeichnetes Coupe (Vorstellung Genf 1971) des großen Fiat vermag den Niedergang des Luxusliners nicht zu bremsen. Die Baureihe, die Fiat mit den Attributen Kraft, Komfort und Eleganz versah, scheitert nach nur etwas mehr als 15’000 Exemplaren.

Bild Fiat 130 (1973) - Detailverliebt
Fiat 130 (1973) - Detailverliebt
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Ursprünglich rechnet Fiat mit rund 22’000 verkauften Fahrzeuge - pro Jahr. Das es am Ende nur ein Bruchteil war, ließ das Fiat Controlling erschrecken, denn letztlich subventionierten die Fiat Kleinwagen die noble Topbaureihe des Konzerns, ohne dass diese auch nur annähernd einen Prestigezuwachs für die Marke einfuhr. Die Gründe dafür waren vielfältig. Ein dünnes und mit dem Modell überfordertes Händlernetz, sowie der recht hohe Preis waren ursächlich. Für den Opel gab es die Händler faktisch vor jeder Haustür und die Technik war einfach zu warten und billig herzustellen. Da blieb bei GM auch noch etwas hängen. Doch am Ende war das Hauptproblem für die Italiener das Markenzeichen. Einem Hersteller, der mit Kleinstwagen groß geworden war, nahm man den Luxusliner, trotz seiner aufwändigen Machart, nur schwer ab oder wie man neudeutsch formulieren würde: Die Strahlkraft der Marke reichte bei Fiat über den 124er kaum hinaus.

Späte Genugtuung

Beschäftigt man sich heute mit den beiden Chefwagen der Siebziger können all die kommerziellen Aspekte aussen vor bleiben. Vor einem stehen zwei lange nicht gesehene Vertreter der aussterbenden Limousinengattung und warten auf eine Runde durchs sommerliche Rheingau. Die erste Inaugenscheinnahme auf dem Hof des Grand Hotels Schwarzenstein fällt zugunsten des Italieners aus. Er ist die Diva im Morgenmantel, eine, deren Schönheit man ahnt, die aber erst ergründet werden will. Sein schlichtes, beinahe biederes Äußeres, lädt einen ein, die Details zu suchen, die den Fiat 130 so besonders machen. Spötter verglichen das von Mario Felice Boano entworfene Design bei seinem Debüt ob seiner schlichten Form mit einem zu groß geratenen Lada, was vor allem an der Ähnlichkeit mit dem kleineren Fiat 124 lag.

Bild Fiat 130 (1973) - In Fahrt
Fiat 130 (1973) - In Fahrt
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Doch im Detail trumpft der 130 dann auf und zeigt, wieviel Wert Fiat Boss Agnelli auf die Zugehörigkeit zum Automobilen Establishment legte. Etwa mit Scheibenwischerarmen aus Edelstahl, Lüftungsgittern aus Druckguß oder den massiven Klapptürgriffen. Die wird ein Ingolstädter Hersteller 30 Jahre später als Innovation feiern. Keine Frage, an dem Fiat lassen sich viele feine Innovationen entdecken und die ewigen Nörgler werden spätestens bei den Zapfenschlössern à la Mercedes-Benz und der geklebten Front- und Heckscheibe mit offenem Mund verstummen. Fazit Fiat: Feines in allen Teilen, zumindest beim 130er.

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Grüße aus Amerika

Momente des Erstaunens sind beim Opel nicht zu vermelden. Der Admiral ist Massenware aus Detroit. Ein wenig einfallslos mit amerikanisch angehauchten Design, kaum irgendwelche Highlights in Material und Formenauswahl. Der Admiral ist einfach nur groß, viertürig und ist übersichtlich verarbeitet. Auf die Modewelt kapriziert, ist der Fiat der aus weichem Leder hergestellte elegante Slipper, während der Opel der Gummistiefel ist. Praktisch, funktionell aber ohne Schick. Das setzt sich im Innenraum fort, wo die beiden Kontrahenten Welten trennen. Fiat trumpft mit edlen Velourssesseln und reichlich Echtholz auf, während im Opel dank des Cockpit à la Opel Rekord, samt aufgeklebten Holzfurnier Elementen, die anheimelnden Atmosphäre einer Bahnhofswartehalle von 1970 herrscht.

Bild Fiat 130 (1973) - Der Chefsessel
Fiat 130 (1973) - Der Chefsessel
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Eine Etage tiefer hat der Opel gegen die mit Kippschaltern und Echtholz bestückte Mittelkonsole des Fiat nur ein großes Loch zu bieten. Einzig der an amerikanische Muscle Cars erinnernde Wählhebel und die von den US-Modellen inspirierten Pedale lassen das Herz des Fahrers höher schlagen. Die einfache Machart des Admiral tut aber dessen Funktionalität keinen Abbruch, denn man findet sich in ihm auch ohne Einweisung zurecht und sitzt kommod und luftig. Im Fiat hingegen ist es enger und der Neuling braucht ein wenig, um alle Funktionen zu erkunden.

Sechs Richtige

Die erste Runde mit den beiden Chefwagen bringt dann die Einsicht: Fiat kann auch große Autos mit ordentlichen Motoren bauen, die sich eben so gar nicht nach Nachkriegs-Behelfsauto anfühlen. Im 130er der späteren Jahre arbeitet ein 3,2 Liter V6 Motor, dessen Herkunft auf die Konstruktion des italienischen Motorenbauers Lampredi zurückgeht. Das Aggregat ist dabei eine Weiterentwicklung des ursprünglich eingesetzten 2,8ers und kommt im Fiat 130 auf bis zu 165 PS. Und nein, auch wenn viele Auguren munkeln, der Motor ist nicht verwandt mit dem des Fiat Dino. Dessen letzte Ausbaustufe endete bei einem Hubraum von 2,4 Litern. Die im 130 verbaute Konstruktion ist also exklusiv für den Nobel Fiat und mit seiner Leistung liegt er auf Augenhöhe mit dem Opel Admiral.

Bild Opel Admiral (1974) - Der Sechszylinder
Opel Admiral (1974) - Der Sechszylinder
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Dessen Reihensechszylinder Motor ist im direkten Vergleich aber moderner. Bemüht der Italiener zur Gemischaufbereitung nämlich noch einen Vergaser, verfügt der Opel über eine moderne Bosch D-Jetronic. Ein Unterschied, der sich vor allem bei hohen Temperaturen bemerkbar macht, startet der Fiat doch dann merklich schlechter. Und auch dem Verbrauch tut der Vergaser nicht gut. Unter 20 Litern geht bei dem Italiener wenig auf 100 Kilometern.

Fahrfreude für die oberen Zehntausend

Bei unserem Ausflug im Frühling läuft der große Italiener ohne Mucken. Der V6 startet spontan und liefert seine Leistung ruckfrei an das in den Anfangsjahren noch optionale Fünfgang-Schaltgetriebe. Das dennoch nur bedingt Fahrfreude aufkommt, liegt an der schweren Karosserie des 130er. Er ist und bleibt ein komfortabler Gleiter, ohne sportliche Ambitionen. Anders der Opel. Er ist nach kurzer Gewöhnung auch in der Automatikausführung flott zu chauffieren. Obwohl er gefühlt eine halbe Nummer größer ist und seine Automatik ihm im Vergleich Nachteile einbringt, ist der Rüsselsheimer wie ein modernes Auto zu fahren. Selbst auf schnellen Landstraßenpassagen können den Fahrer zu hohe Kurveneingangsgeschwindigkeiten kaum schrecken.

Bild Opel Admiral (1974) - Schmucklos und ehrlich
Opel Admiral (1974) - Schmucklos und ehrlich
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Der Opel versprüht, leicht mit dem Heck nach außen drängend, sogar sportliche Dynamik. Eigentlich ungewöhnlich, bei so einem Schiff. Der Fiat Fahrer kommt in solche Verlegenheiten erst gar nicht, denn sein Fahrwerk animiert nicht zu sportlichem Treiben. Aber das macht nichts. Er ist in diesem Vergleich der „elder Statesmen“ der sich über den jungen ungestümen Bengel mit amerikanischen Wurzeln zu wundern scheint. Doch diese Rolle steht ihm gut, denn mal ehrlich, wild im Drift kann man sich den 130er Fiat nun wirklich nicht vorstellen. Dafür legt er sich auf langen Strecken richtig ins Zeug. Ab 4000 U/min tönt der Motor herrlich eigen. Es ist ein klares Singen, was dem Fahrer verdeutlicht, wie wohl sich die Lampredi Konstruktion in höheren Drehzahlbereich fühlt. Dabei verliert der V6 niemals wirklich die Contenance und macht so Lust auf die weite Reise, bei der allerdings die Tankkarte in Reichweite liegen sollte.

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Reisen mit Stil

Angesichts ihrer Größe sind beide Limousinen natürlich nichts für das Flanieren in deutschen Großstädten. Vielmehr empfehlen sich Opel Admiral und Fiat 130 für den stilvollen Ausflug oder für die große Reise. Da könne dann auch vier Personen und etwas Gepäck an Bord sein. Für letzteres bietet der Fiat ein üppig verkleidetes Gepäckabteil, während der Opel mit einem unverkleideten Reserverad deutlich macht, wo GM den Rotstift ansetzte.

Bild Fiat 130 (1973) - Kofferraum mit Ersatzrad
Fiat 130 (1973) - Kofferraum mit Ersatzrad
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Auf großzügigen Landstraßen mit weiten Kurven und mit heruntergekurbelten Fenstern entführen beide Modelle die Insassen schnell in die entschleunigte Zeit Ihrer Entstehung. Und spätestens bei der ersten Rast am Gartencafe wird es nicht lange dauern, bis sich Passanten an den Opel als den Wagen ihres Chefs erinnern. Der große Rüsselsheimer hat Spuren hinterlassen im Deutschland der Siebziger, während der Fiat ein großer Unbekannter bleibt. Die Rolle des Underdogs und sein daraus resultierendes niedriges Preisniveau könnte ihn zu einer interessanten Alternative im Kreis der Chef-Limousinen der Siebziger machen, wäre nur die Teileversorgung besser. Ein Aspekt, der immer wichtiger wird, will man mit dem Oldi nicht nur vor der heimischen Haustür unterwegs sein, sondern auch mal in die Ferne in den Urlaub fahren. Das klappt beim Opel besser, schließlich ist er viel weiter verbreitet und es gibt genug Teile im Nachbau. Für den Fiat Freund sei daher dringend der enge Kontakt zu der kleinen Fangemeinde empfohlen, die sich bis heute rührend um den Erhalt der einzigen echten Luxuslimousine von Fiat kümmert. Doch gute Kontakte waren in der Chefetage ja schon immer die halbe Miete.

Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Italienisch stylisch und deutsch understated
Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Italienisch stylisch und deutsch understated
Copyright / Fotograf: Kai-Uwe Knoth

Fazit: Fiat 130 und Opel Admiral sind zwei tolle Reiseoldis, mit viel Zeitgeist und Charme. Der filigrane Fiat markiert den Höhepunkt der Marke und zeigt, welche technischen Lösungen von den Konstrukteuren vorweg genommen wurde. Der Opel ist der letzte Zeuge einer Zeit, in die Marke noch im oberen Fahrzeugsegment unterwegs war. Sein Sechszylinder ist auch der Beweis dafür, dass es eben nicht immer der V8 sein muss, um das Gefühl eines Chefwagens der Siebziger zu transportieren.

Technischer Daten-Vergleich

  Opel Admiral 2800 E Fiat 130
Hersteller Opel, Rüsselsheim Fiat, Turin
Modell / Ausführung Admiral 2800 E 130-3200
Karosserie 4-türige Limousine, Stahl, 4 Plätze 4-türige Limousine, Stahl, 4 Plätze
Motor (Benzin/Diesel) R6, vorn längs V6 , vorn längs
Hubraum (ccm) 2784 3235
Leistung (PS) 165 bei 5600/min 165 bei 5600/min
Drehmoment (Nm) 228 bei 4350/min 260 bei 3400/min
Getriebe 4-Gang manuell, Automatik optional Automatik, 5-Gang manuell zunächst optional
Antrieb Hinterrad Hinterrad
Fahrwerk vorn Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator Einzelradaufhängung an Dämpferbeinen, Querlenker und längsliegenden Drehstabfedern, Stabilisator
Fahrwerk hinten DeDion Hinterachse, Längslenker unten, Dreieckslenker oben, Schraubenfeder, Stabilisator Einzelradaufhängung, Schräglenker, Schraubenfeder, Stabilisator
Reifen / Felgen 205/70 HR 14 auf 6 J x 14 205/70 HR 14 auf 6 1/5J x 14
Bremsen v/h Scheibe (innenbelüftet) / Scheibe Scheibe (innenbelüftet) / Scheibe
0-100 km/h (sek.) 11,0 11,9
Vmax (km/h) 190 189,5
LxBxH (mm) 4907 x 1852 x 1450 4750 x 1805 x 1470
Gewicht leer (kg) 1535 1620
Verbrauch (l/100 km) 16,1 20,1
Bauzeit (Baureihe oder Modell) 1969 – 1977       1969 – 1974 (Coupé Herbst 1977)       
Stückzahl (Baureihe oder Modell) 31'827 ca. 15'093
Neupreis (DM) 15'961 DM (1974) 21'180 DM (1972)

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Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Luxus auf zwei Arten
Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Der Fiat hat viel mehr Details
Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Stylischer ist der Fiat
Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Italienisch stylisch und deutsch understated
Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Beim Verlassen der Fähre
Bild Fiat 130 (1973) & Opel Admiral (1974) - Die Wahl des Chefs
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von ri******
09.11.2021 (20:24)
Antworten
Auch mir gefällt der 130 als große Limousine mit italienischem Chic sehr - so einen, mit dem 3.2 Liter und 5 Ganggetriebe hätte ich gerne in meiner Garage. Der Admiral ist dagegen wirklich einfach bieder - das Design ist sehr hausbacken, da war die Vorgängerversion um einiges attraktiver.
Allerdings lag der Mißerfolg der beiden Wagen nicht nur am falschen Markenschildchen: ein 280 SE W108 repräsentierte einfach besser, war nobler und technisch sicher nicht schlechter - vom späteren epochalen W116 (ja auch ein Zeitgenosse dieser Wagen) nicht zu reden, der fuhr einfach in einer ganz anderen Liga. Für sportliche Fahrer war ein BMW 2800 E3 zeitgleich ein unschlagbares Angebot, das diesen Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance liess - nirgends. Stil und Eleganz in Vollendung war schliesslich der XJ 4.2. Es ist also kein Zufall, dass Daimler, BMW und Jaguar in diesen Jahren den Luxusmarkt unter sich ausmachten.
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von MIKE DREHER
12.10.2021 (07:25)
Antworten
Die beiden Autos, Fiat 130 (insbesondere das Coupé) und Opel Diplomat lösten Ende 1969 mein Diss-Thema an der HSG aus, "Das Markenimage als ein wesentlicher Parameter des Automobil-Marketings". Grundüberlegung: Wieso konnte man damals für ± CHF 40,000 eine S-Klasse oder einen Jaguar glänzend verkaufen, aber kaum den Opel Diplomat oder FIAT 130? (und VW Phaeton später). Die Erkenntnis war einfach: Wer einen solchen Betrag ausgibt, will nicht lange erklären müssen, dass er das Top-Modell der Marke fahre. Fiat blieb Fiat, Opel Opel (und VW VW). Die Beschaffung von Sekundärmaterial war schwierig. Die HSG hatte genau ein Buch zum Thema Markenimage. Selbst die Bibliothek von Harvard hatte nichts Brauchbares. Statt Prestigemarken zu kaufen, die damals frei waren, wie Packard oder Horch u.a., die das Image transportiert hätten, oder neue zu kreieren, wurde in Volumenmarken investiert. Toyota macht es mit dem Lexus zwar besser, handelte sich jedoch in den USA einen Prozess mit der Computerfirma Lexis ein. Item, die Arbeit blieb unvollendet, auch weil seitens der Autowirtschaft keine Unterstützung gefunden werden konnte. Und schliesslich war es ein Menschenrecht, nach den Studienjahren mit Käfer mal einen Sportwagen zu fahren und nicht nur darüber zu schreiben... Das Völkerrecht (Friedliche Konfliktbeilegung) führte schliesslich an der UZH zu Ziel.
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