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Die Erfolgreichen - Volksautos rund um den Globus

Erstellt am 10. Juli 2013
, Leselänge 5min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
5
Ford Motor Company 
27
Fiat 
24
Bruno von Rotz 
19
Volkswagen Presse 
18
Volkswagen 
9
Archiv Opel / General Motors 
9
Toyota- und Emil-Frey-Archiv, Safenwil 
4
Balz Schreier 
3
Archiv Zwischengas 
3
Toyota 
3
GM Corporation 
1
Archiv BMW AG 
1
Gerard Brown 
1
Archiv 
72

Für die meisten Leute ist der VW Käfer der Volkswagen schlechthin, und dies im Sinne des Wortes. Ein Wagen für das Volk, ein Volksauto. Und tatsächlich war der Käfer überdurchschnittlich erfolgreich. Gebaut ab 1938 (damals noch als KDF-Wagen) lief der letzte Käfer erst 2003 in Mexiko vom Band.

VW Käfer (2003) - die Produktion wird nach über 21 Millionen in Mexiko gestoppt
Copyright / Fotograf: Volkswagen Presse

Das erste Volksauto kam aus Amerika

Der Käfer war mit 21,5 Millionen produzierten Exemplaren sehr erfolgreich und schlug den vorgängigen Spitzenreiter, das T-Modell von Ford, in der Produktionsstatistik deutlich.

Ford Model T (1927) - 15 Millionen T-Modelle sind produziert
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Wenn man aber bedenkt, dass Ford bereits im Jahr 1908 mit dem Bau des Model T begann und den beliebten und einfach gebauten Wagen bereits im Jahr 1927 zugunsten seines Nachfolgers wieder absetzte, erscheinen die rund 15 Millionen produzierten Fahrzeuge umso eindrücklicher, auch in Anbetracht der Tatsache, dass der Grossteil (nicht alle!) schwarz bemalt waren.

Europa mit Abstand

Austin 7 (1930) - die Limousine wurde Saloon genannt
Archiv Automobil Revue

In Europa setzte die industrielle Revolution und die Massenmotorisierung mit einiger Verzögerung ein. Ein frühes Volksauto war der Austin Seven, gebaut von 1922 bis 1939 in England, die hergestellten 290’000 Exemplare sehen aber neben dem Ausstoss von Ford geradezu bescheiden aus.

Morris Minor 1000 Tourer (1969) - das Verdeck schützt, es isoliert aber nur unwesentlich
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Erfolgreicher war der Morris Minor , der von 1949 bis 1971 hergestellt wurde. Immerhin 1,6 Millionen Exemplare des fortschrittlich gebauten Wagens verliessen das Band und bestätigten Englands damalige Spitzenposition in der Autoindustrie.

Austin Mini Minor 850 (1959) - an der London Motorshow 1959 - Schnittmodell enthüllt die Geheimnisse des kleinen Fronttriebwagens
Archiv Automobil Revue

Dem Morris Minor folgte der revolutionäre Austin Mini , der von 1959 bis 2000 rund 5,4 Millionen Male verkauft werden konnte. Mit Front-Quermotor setzte er neue Trends, seine Raumangebot-Längen-Verhältnis war für viele Jahre unerreicht. Und auch die stetigen Namenswechsel (Austin, Morris, BMC, Rover, etc.) konnten seinem Triumphzug nichts anhaben.

Frankreichs Beitrag

Renault 4 CV (1957) - für sportliche Leute - Abbildung aus einem Prospekt
Archiv Automobil Revue

Auch die Franzosen bauten erfolgreiche Automobile, der Renault 4CV , in unseren Breitengraden auch Renault Heck genannt, wurde von 1947 bis 1961 immerhin 1,1 Millionen mal zusammengebaut. Konzeptionell erinnert er mit seinem Heckmotor an den Käfer.

Citroen 2 CV (1963) - die rostanfällige Ente dürfte an dieser Wasserdurchfahrt keinen Spass gehabt haben, die anderen schon
Archiv Automobil Revue

Die (zwei) Pferde vorne eingespannt waren dann beim Citroën 2 CV , der die Massenmotorisierung in Frankreich ankurbelte. Von 1948 bis 1990 verliessen rund 3,9 Millionen Exemplare die Produktionsstätten. Dabei sind die Kombiversion und Varianten wie Ami6 oder Diane noch nicht mitgezählt.

Renault R4 (1971) - für junge und jung gebliebene Leute
Copyright / Fotograf: Archiv Zwischengas

Auch Renault doppelte mit dem Nachfolger des 4CV nach und stellte 1961 den ungemein geräumigen R4 vor. Die Käufer goutierten die moderne und gleichzeitig robuste Konstruktion und hielten dem Renault R4 über 8 Millionen Exemplare bis 1992 die Treue.

Mäuschen aus Italien

Fiat 500 Topolino (1938) - die Form erinnerte an ein Mäuschen
Copyright / Fotograf: Fiat

Mit dem Fiat 500 Topolino begann die Erfolgsgeschichte des italienischen Einstiegsfahrzeugs. Bereits zuvor hatte man in Turin mit dem Modell 508 (Balilla) bewiesen, dass man auch in der Lage war, Fahrzeuge in grösseren Mengen herzustellen.

Fiat 500 R (1970) - der Kofferraum sitzt vorne, der Motor hinten
Copyright / Fotograf: Fiat

Auf den von 1936 bis 1955 einige hunderttausend Mal hergestellten Topolino folgte 1957 der Fiat Nuova 500, der es auf einen Gesamtausstoss von über 3,7 Millionenen Fahrzeuge schaffte, bis er 1977 vom Fiat 126 abgelöst wurde. Dem Zweizylinder-Heckmotor blieb man bis zum Schluss treu, denn er versprach konstruktive Simplizität und gut nutzbare Raumverhältnisse.

Millionäre aus Deutschland

VW Käfer (1962) - aus deutscher Produktion
Copyright / Fotograf: Volkswagen Presse

Der Käfer war natürlich nicht das einzige erfolgreiche Auto aus Deutschland, aber es war für die Konkurrenz schwierig, aus seinem Schatten zu treten. Charakteristiken wie Zuverlässigkeit, Werterhalt und die Eignung für fast jedes Terrain zeichneten den luftgekühlten Heckmotorwagen aus. Die Autos aus Wolfsburg bestimmten das Strassenbild in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Sechzigerjahren. Und jeder hatte einmal einen Käfer oder fuhr zumindest einem dieser Krabbeltiere mit.

Opel Kadett (1975) - die verschiedenen Varianten der Baureihe C
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Doch die Konkurrenz schlief nicht, am stärksten attackierte Opel mit der Kadett-Baureihe den zähen Wolfsburger. Mit den Baureihen A bis E schufen die Rüsselsheimer bis 1991 eine Erfolgsserie, fast 11 Millionen dieser praktischen Frontmotor-Familienwagen konnten verkauft werden.

Der Antrieb wanderte vom Heck nach vorne, das Design änderte sich über die rund 30 Jahre mehrfach und drastisch, die Tugenden aber blieben dieselben. Günstig im Preis, zuverlässig, robust und praktisch waren die Autos mit dem Blitz als Markenzeichen. Sportlichkeit gehörte nicht unbedingt zu den Attributen, die man Opel zutraute, auch wenn die Rallye-Modelle und später die GT/E-Varianten durchaus für Lorbeeren im Motorsport gut waren. Auch das Design alterte schlechter als das der Wolfsburger Alternative, nichtsdestotrotz schlug der Kadett zumindest in der Schweiz die gesamte Konkurrenz einige Male bezüglich der Zulassungszahlen. Ob es richtig war, Anfangs der Neunzigerjahre den Namen "Kadett" durch "Astra" zu ersetzen, darüber mag sich mancher Historiker in Zukunft noch wundern.

Sieben Generationen Golf

In den Schatten gestellt wurden Opel mit dem Kadett und Ford mit dem Taunus - auch hier waren die verschiedensten Varianten und Versionen erhältlich über die Zeit - schliesslich aber vor allem wieder durch das Unternehmen Volkswagen, das im Jahr 1974 mit dem Golf dem luftgekühlten Heckmotor endgültig den Rücken zuwandte und mit italienischem Styling (Giugiaro) und moderner Quer-Frontmotor-Frontantriebs-Bauweise einen neuen Bestseller schuf.

VW Golf (1974)
Copyright / Fotograf: Volkswagen

Mit der siebten Generation schaffte es der Golf bis heute auf über 30 Millionen Exemplare und er bietet damit ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Toyota Corolla.

Die wahren Helden

Toyota Corolla 1200 (1970) - die erste Generation
Archiv Automobil Revue

Der Toyota Corolla war zeitweise das erfolgreichste Auto der Welt gewesen. Vorgestellt im Jahr 1966, entwickelte er sich alle vier bis sechs Jahre um eine Generation weiter, optisch und technisch. Auch hier wanderte die Antriebsachse von hinten nach vorne. Das etwas konservative Image legte der Japaner aber nie ab. Seine guten Ratings in Verbrauchertests aber auch nicht.

Ford F 1 Pickup Truck (1948) - ein früher Vertreter der F-Serie
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Geschlagen wurden die Produktions-PKW-Millionäre aber ausgerechnet durch einen “Truck”, bekannt unter dem Namen “Ford F-Serie”. Seit 1948 baut Ford diesen Pickup in bisher zwölf Generationen. Primär auf den Heimmarkt ausgerichtet, wurden die Fahrzeuge F-1 bis F-150 kaum exportiert, umso beeindruckender sind die über 35 Millionen bisher produzierten Fahrzeuge und die Tatsache, dass dieses Handwerker-Fahrzeug die Zulassungsstatistiken der USA seit Jahren anführt.

Also gebührt eigentlich diesem Lastesel die Ehre des wahren Volksautos, nimmt man aber die Oldtimer-Brille, dann bleibt der VW Käfer der Produktionssieger, denn er überstieg die 20-Millionen-Schwelle bereits 1981 ...

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von hr******
02.09.2014 (23:34)
Antworten
Zeiten hin oder her aber 21 ist immer mehr als 15.
von mo******
21.07.2013 (09:59)
Antworten
Immer wieder wird der Käfer als das meistverkaufte Auto aufgeführt. In absoluten Zahlen mag das irgenwie stimmen. Der Ford T hat seine 15 Millionen jedoch in einer Zeit erreicht, wo es noch viel weniger Autos gab. Damit bleibt er der echte Champion.
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