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Bild (1/12): Devin TR 1957 (© Menzi)
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    Devin TR - ein amerikanischer Special mit europäischen Genen

    1. September 2010
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
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    Bill Devin baute in den 50er- und 60-er-Jahren sowohl vollständige Autos wie auch Polyester-Karrosserien, die auf verschiedenen Chassis aufgesetzt werden konnten. Eine erfolgreiche Kombination war die offene, an einen Ermini oder Ferrari 500 Monza erinnernde Aufsatz auf das Triumph TR2/TR3 Chassis.

    Devin TR (1957)
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Devin – die Geschichte

    Bill Devin wurde 1915 in Rocky, Oklahoma geboren. Henry Manney beschrieb in einst als „Enzo Ferrari aus den Okie Flats“. Bills Vater hatte eine Autoreparatur-Werkstatt und später eine Chevrolet-Garage und der neugierige Bill beschäftige sich mit Autos lange bevor sein Vater in an die Arbeit setzte. Bill Devin begann schon früh in seinem Leben, Autos zu bauen, er war aber auch ein erfolgreicher Rennfahrer.

    1954 entschied Devin, dass er mindestens so gut Autos bauen konnte, als jeder andere, besonders als die Euroäer. Er richtete einen Hühnerstall her und beann die Devin-Panhards zu bauen. Dabei arbeitete er mit Polyester-Karrosserien, was in den frühen 50ern noch sehr innovativ war. Devin lernte die Kunst, mit Polyester Karrosserien herzustellen, sehr schnell, die Devin-Panhards nutzen diese von Beginn weg.

    Ein weiterer Meilenstein war der eingesetzte Motor, der mit einem durch einen Riemen angetriebene obenliegende Nockenwelle ausgerüstet war.

    Leider vergass Devin, diese Idee zu patentieren, da ihm die Papierarbeit ein Greuel war.

    Das nächste Kapitel im Leben von Bill Devin ist vermutlich das bekannteste. Die attraktiven und in 27 Variationen erhältlichen einzeln Devin-Karrosserien basierten auf dem Design des Ferrari 750 Monza, respektive des Erminis. Mit diesen Karrosserien konnten die unterschiedlichsten Chassis ausgestattet werden, vom kleinen Crosley, über den Triumph TR3 bis zum Allard. Devin wurde schnell der grösste und erfolgreichste Produzent dieser Karrosserien. Mit 50 Händlern lieferte er Tausende dieser Karrosserien in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika und sogar Südafrika aus.

    Devin TR 1957
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Devins Konkurrenten zu jener Zeit waren Firmen wie Byers, Almquist, Alken, La Dawri, Microbond, Fiberfab, Fibersport, Atlas, Kellison, Alied, Conquest, Victress und Microplas, die meisten davon schon lange vergessen. Der Name Devin aber hielt und er stand für Qualität bei günstigen Kosten - für USD 295 konnte man eine ganze Karrosserie kaufen. Devin-Karrosserien waren immer sehr glatt und das Finishing war besser als bei Konkurrenzprodukten.

    Mit dem Devin SS verwirklichte sich Devin seinen Traum, schnelle komplette Autos zu bauen. Der Devin SS wurde ein sehr berühmtes Auto, wenn auch der finanzielle Erfolg ausblieb.

    Viele sogenannte “American Specials” wurden auf der Basis von Devin-Karrosserien gebaut, darunter z.B. der Ryan Devin Special, Ak Miller’s Devin Specials und die Pink Elephants. Pink Elephant IV war übrigens ein Devin-Triumph.

    Viele der mit Devin-Karrosserien gebauten Fahrzeuge waren erfolgreich in amerikanischen Rennen.

    Es wird angenommen, dass weit weniger als hundert dieser Wagen überlebt haben, 5 oder 6 sind zur Freude des Publikums aktiv als Oldtimer-Rennwagen.

    Devin-Triumph – Renngeschichte

    Es gibt leider nicht allzuviele Aufzeichnungen von Rennresultaten aus der amerikanischen Renn¬geschichte, in welcher die Devin-Triumphs durchaus eine Rolle spielten. Immerhin ist es bekannt, dass Devin-Triumphs an den „World Sports US National Races“ von 1958, 1959 und späteren Jahren teilnahmen und gegen bekannte Rennwagen und Rennfahrer antragen, wie z.B. Dan Gurney auf Ferrari 375, John von Neumann auf Ferrari 500TR oder Richie Ginther auf Ferrari 250TR. Von einigen dieser Rennen wurden die Starterlisten aufbewahrt (siehe weiter unten).

    Auch vom “USAC Road Racing Championship“, wo Herbert Cadenhead am 15. Oktober 1961 im „Grand Prix for Sports Cars“ in Riverside mit seinem Devin-Triumph Special gegen Jack Brabham und Bruce McLaren auf ihren Cooper Monaco T57 Climax fuhr gibt es Aufzeichnungen. Herbert Cadenhead ver¬suchte es auch im folgenden Jahr wieder und trat im Oktober 1962 mit seinem Devin-Triumph gegen Roger Penske auf seinem Zerex Special Climax, Jim Hall auf dem Chaparral-Chevrolet, Masten Gregory auf Lotus 19 Climax, Bruce McLaren auf Cooper T61 Clims und Innes Ireland im Lotus 19 Climax an und kam aber leider nicht ans Ziel.

    Für 1963 ist es bekannt, dass der Fahrer Jim Eichhorn mit seinem Devin-Triumph im 54-Runden-Rennen „Contintental Divide 150, Castle Rocks, 6. Runde, USRRC) gegen den Scarab Mk2-Chevrolet von Augie Pabst, die AC Cobra 289 von Bob Holbert und den Porsche RS61 von Don Wester fuhr.

    Genaue Aufzeichnungen gibt es schliesslich auch für den „Virginia Raceway“, wo Devin-Triumphs unter verschiedenen Fahrern gegen Elvas und andere bekannte europäische Rennwagen antraten.

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    Wir fahren einen Devin-Triumph TR3 1957

    Der hier abgebildete und von uns gefahrene Devin-Triumph (Chassis-Nummer 257BS) wurde auf der Basis eines Triumph TR2/3-Chassis und einer „F“-Devin-Karrosserie gebaut – ein echter Rennwagen.

    Devin TR 1957
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Die Rennvorbereitung wurde durch Glen Elfinger von English Autosports (Stuart, FL) durchgeführt und beinhalten einen Triumph-Motor mit 2'188 ccm, ausgerüstet mit einem optimierten Zylinderkopf und Scheibenbremsen vorne, die ja auch der TR3 hatte. Das Fahrzeug entspricht aktuellen amerikanischen Regelwerken (SVRA, VSCDA, HSR and SCCA).

    Die frühe Geschichte des Fahrzeugs ist nicht im Detail bekannt. Es wird angenommen, dass der Wagen in den frühen 60er-Jahren bei Clubrennen eingesetzt wurde. Der erste namentlich bekannte Besitzer hiess Robert Pass. Er verkaufte das Fahrzeug an Joe Sexton, einem bekannten Oldimer-Sammler und –Rennfahrer aus Indianapolis. Dieser gab den Wagen an Barry Hicks (Indianapolis) weiter, der schliesslich an Jeff Snook verkaufte. Das Auto wurde ab 1990 in rund 42 Rennveranstaltungen der verschiedenen Clubs (SVRA, VSCDA, HSR and SCCA) gefahren und war dabei mit diversen vorderen Platzierungen und Klassensiegen sehr erfolgreich.

    Im Winter 2007 kaufte der aktuelle Besitzer das Fahrzeug von Jeff in einer kleinen Stadt in der Nähe von Detroit und nach einem Transport per Camion, Schiff und Lastwagen gelangte der Wagen in die Schweiz, wo der Wagen soweit modifiziert wurde, um ihn fortan auf der Strasse und in europäischen Oldtimerveranstaltungen einsetzen zu können. Bei dieser sanften Restauration wurde viel Gewicht auf Originalität und Zurücksetzung in den Ursprungszustand gelegt.

    Devin TR (1957)
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Wie aber fährt sich dieses Fahrzeug? Besitzern eines frühen Triumphs TR2/TR3 wird vieles bekannt vorkommen, Instrumente, Getriebe aber auch der Motor. Durch die Barchetta-Form und die gegenüber dem TR2/3 wesentlich leichtere Karosserie fühlt sich das Fahrzeug aber trotzdem anders an. Die Starrachse hinten (Rennwagen) und der scharfe Motor (annähernd doppelte Leistung gegenüber einem Standard-Triumph) machen das Fahren zu einem echten Erlebnis.

    Der Wagen verhält sich sehr angenehm, anfahren, bremsen, etc., all das geschieht ohne Krawall oder Rennfahrzeug-Attidüden. Das Fahrzeug ist üppig motorisiert und erlaubt so zügiges Vorkommen. Die Aufmerksam der anderen Verkehrsteilnehmer ist einem sicher, speziell bei schlechtem Wetter. Beim Rollen im Verkehr ist der Wagen recht sparsam (8-10 Liter pro 100 km) und vergleichsweise leise. Im Rennbetrieb reicht der kleine 25 Liter Renntank (geschäumt) dann aber kaum für 100 km. Auf jeden Fall ist ein Ritt im Devin Triumph ein echtes Erlebnis.

    Devin TR (1957)
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

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