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Oldtimer Galerie Toffen
Bild (1/1): Bedelia (1910) - aufwändige Handhabung (© Martin Schröder, 1910)
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    Der Bedelia von 1910 - Kuriosa beim Vintage Revival Montlhéry

    Erstellt am 20. Mai 2011
    Text:
    Martin Schröder
    Fotos:
    Martin Schröder 
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    Kann man bei einem Treffen historischer Sportwagen in Deutschland oder der Schweiz  einem französischen Amilcar als Exoten schon einmal begegnen, so wird es bei Marken wie  Salmson oder Rally schon schwierig, Namen wie Anzani, Omega, Bleriot oder Bedelia  trifft man so gut wie gar nicht an.

    Beim Vintage Revival in Montlhéry vom 7. bis 8. Mai 2011 jedoch waren die letzten Überlebenden dieser Marken aus den beiden ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nicht nur als statische Modelle anzutreffen, nein, sie wurden mit eigener Kraft bewegt und demonstrierten anschaulich die Herkunft der Bezeichnung  „auto-mobilis“ für den Selbstbeweger.

    Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts entwickelten findige Konstrukteure aus  dem zweirädrigen Motorrad drei- oder vierrädrige Fahrzeuge, für die sich die Bezeichnung Cyclecars schnell einbürgerte. Das bekannteste Fahrzeug dieser Kategorie wurde von der noch heute produzierenden Firma Morgan auf den Markt gebracht. Hauptverbreitung fanden die Cyclecars in England und Frankreich, wohin Morgan sogar eine Lizenz vergeben konnte, die dort unter dem Namen Darmont vertrieben wurde.

    Zwar hat sich die Bezeichnung Cyclecar in Deutschland in der aktuellen Zeit nicht durchgesetzt, jedoch ist das Wanderer Puppchen mit seinem hintereinander liegenden Sitzen durchaus als solches zu bezeichnen.

    Wir wollen uns in dieser kleinen Betrachtung dem ältesten überlebenden Vertreter dieser Spezies zuwenden, dem Bedelia von 1910, von dem laut Aussage des Besitzers nur zwei Exemplare überlebt haben.

    Einer näheren Betrachtung wert ist das Vehikel außer auf Grund seines Alters von nun 101 Jahren aus Gründen einiger konstruktiver Besonderheiten. Denn dieses Fahrzeug hatte außer dem vom Motorrad stammenden hintereinander liegenden Sitzen zwei konstruktive Merkmale, die nur aus dem Bestreben nach einem außerordentlichen günstigen Preis zu erklären sind.  Das eine ist die über Drahtseile betätigte Drehschemel-Lenkung, die die damals  bereits übliche, aber wesentlich aufwändigere Achsschenkel-Lenkung ersetzte. Unnötig zu betonen, dass diese Lösung bei einer geschobenen Vorderachse und den damaligen Straßenverhältnissen wenig komfortabel, um nicht zu sagen unbrauchbar war, denn jeder Stein, jede Vertiefung auf der Fahrbahn bewirkte gewaltige Kräfte auf die als Hebel wirkende Vorderachse.

    Das zweite Merkmal jedoch, ebenfalls aus der Suche nach einer kostensparenden, das Getriebe ersetzenden Lösung entstanden, hat es verdient, einer näheren Betrachtung unterzogen zu werden. Denn es ist nichts weniger als der Prototyp des im DAF 66 als Variomatic eingebauten Keilriemengetriebes, und in letzter Endwicklungsstufe als Multitronic bei Audi im aktuellen Programm

    Arbeiten die modernen Lösungen mit zwei Keilriemenpaaren, um den Motor stets im optimalen Drehzahlbereich zu halten, so kamen die Konstrukteure Robert Bourbeau und sein Partner Devaux mit einer variablen Keilriemenscheibe an der Motorseite aus. Durch Änderung des Abstands der beiden Riemenscheiben wurde der Ledertreibriemen immer weiter nach oben gedrückt und damit die Übersetzung geändert. Vergleichbar beim Fahrrad, wenn man bei gleichbleibendem hinteren Zahnrad das vordere auf das größere Zahnrad umschaltet.

    Zurück zum – oder sollte man sagen zur - Bedelia. Hier war der Grundstein zu einer sehr einfachen, weil stufenlosen Kraftübertragung gelegt, die bis zum DAF 66 den Nachteil des Durchrutschens hatte und daher nur geringes Drehmoment verkraftete. Es hat nahezu einhundert Jahre gedauert, bis durch Weiterentwicklung und moderne Technologie Audis Multitronic  bis zu 350 Nm aufnehmnen kann. 

    1910 war das Ankurbeln die übliche Methode, den Motor zu starten: Zündung einschalten und auf „Spät“ stellen, Vergaser wenig Luft, Handgas auf „Klein“, Getriebe auf „Leerlauf“ und die Kurbel so oft betätigen, bis der Motor anspringt. Beim Bedelia heißt das natürlich, Riemen abnehmen, da sonst Gefahr besteht, dass der Wagen losfährt, da ja etwas Reibung zwischen den Keilrädern und dem Riemen immer besteht. (Vergleichbar einem Automatikfahrzeug, das man ja auch stets mit leichtem Bremsdruck am Losfahren hindern muss.)

    Beim Bedelia war das Starten des Motors auf Grund der Einbauweise des Zweizylinder-V-Motors  durch eine Kurbel auf der Kurbelwelle nicht möglich, denn das Vorderrad war im Weg. Also wählte man wiederum die am wenigsten aufwändige, „billigste“ Lösung mit einem Seil, wie wir es heute vom Rasenmäher kennen. Allerdings „sparte“ man den Freilauf ein, indem sich das Seil vollkommen von der Rolle abspulte – und bei dem üblichen zweiten, dritten …. Versuch erneut aufgewickelt werden musste.

    Auch davon konnten wir uns überzeugen, mehr dreimaliges Anreißen und wieder Aufspulen des Seils war nötig, bevor der Fahrer die Riemen aufgelegt und über das Hinterrad in den hinteren Sitz gesprungen ist, die Riemenscheiben zusammengedrückt und in Richtung der Rennstrecke mit ihrer Steilkurve davon fuhr …


    Dieser Artikel erscheint auch im Magazin Powerslide.

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