De Tomaso Pantera GT5S von 1989 - Sportlichkeit und Komfort unter einem Dach

Erstellt am 21. Juli 2012
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Balz Schreier 
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Bruno von Rotz 
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Archiv 
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Als De Tomaso 1970 den Pantera in New York vorstellte, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen, dass der Wagen 22 Jahre später immer noch gebaut würde. Doch der Mittelmotorsportwagen mit Ford-V8-Motor entpuppte sich zum Dauerläufer und überlebte manchen seiner Konkurrenten, inklusive Lamborghini Countach, Ferrari 512 BB oder Maserati Bora.


De Tomaso Pantera GT5S (1989) - der Heckflügel verrät die 80-er-Jahre-Version
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Es begann mit dem Mangusta

Der Pantera löste den De Tomaso Mangusta ab, mit dem die kleine Sportwagenschmiede der etablierten Konkurrenz zuvorgekommen war. Sowohl Maserati als auch Ferrari zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem grossvolumigen Mittelmotorsportwagen auf dem Markt.

Ausgelegt war der Pantera auf grosse Stückzahlen, weiterhin wurde der Motor von Ford bezogen, das Chassis präsentierte sich als verbesserte Variante des Mangusta.


De Tomaso Pantera (1971) - Silhouette des neu präsentierten Mittelmotorsportwagens - Aufnahme aus dem Verkaufsprospekt
Archiv Automobil Revue

Stetige Weiterentwicklung

Fast über die ganze Bauzeit wurde der aus dem Rennsport abgeleitete Ford 351 Cleveland eingebaut, nur die letzten GT5S wiesen einen Ford 351 Windsor auf. Während das Äussere mit Ausnahme von zusätzlichem Flügelwerk über die ganze Zeit gleich blieb bis 1989, wurde 1990 eine neue Version mit geglättetem, runderem Design vorgestellt, die aber nie mehr richtig Fuss fasste.

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Sport und Komfort vereint

Das Modell GT5S erschien gegen Ende der Pantera-Bauzeit Mitte der Achzigerjahre. Die Basis bildete der GT5. Dieser feierte auf dem Turiner Salon von 1980 seine Premiere. In den Frontspoiler hatte man zwei Nebellampen montiert, aber die Lufteinlässe am hinteren Kotflügel waren Attrappen. Den grossen Heckflügel konnte man bestellen, aber man musste sich im klaren sein, dass sich die Höchstgeschwindigkeit damit spürbar verminderte. Das Interieur war neu. Die Sitze stammten aus dem Maserati Quattroporte, und das hölzerne Armaturenbrett gehörte nun zur Standardausrüstung.


De Tomaso Pantera GT 4 (1974) - der Einsatzwagen für die GT-Europameisterschaft von 1972
Archiv Automobil Revue

Auf diesem GT5 baute der GT5S auf. Die ganze Erfahrung aus fast 20 Jahren Produktion flossen in diesen Wagen, der nun endgültig Sportlichkeit mit Komfort zu kombinieren trachtete. Mit rund 300 PS waren 280 km/h und eine Beschleunigungszeit von sechs Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h möglich. Mit viel Leder und Holz sollten auch die gesetzteren Herren (und Damen?) angesprochen werden, mit imposantem Flügelwerk und dicken Rädern und bauchigen Kotflügeln die jungen Wilden.

Viele qualitative Verbesserungen und etwas mehr Gewicht

Die Karosserie des GT5S bestand vollständig aus Stahl, worauf der Buchstabe “S” hindeutete. Die hinteren Lufteinlässe hatten nun eine wirkliche Funktion bekommen und führten kalte Luft zu den heissen Bremsscheiben. Ing. Aurelio Bertocchi war für den GT5S verantwortlich, und unter seiner Aufsicht war das Auto qualitativ stark verbessert worden. Der wagen wurde jetzt schon im Werk gegen Rost, den grossen Feind aller Pantera, geschützt und auch die Radaufhängungen waren verstärkt worden.

Immer noch ein richtiger Sportwagen

Das Entern eines Pantera verlangt nach ein bisschen Geschicklichkeit, ist aber unvergleichlich einfacher als zum Beispiel das Einsteigen in eine Lotus Elise mit montiertem Dach. Man sitzt stark zur Mitte versetzt und irgendwie hat die Sitzposition etwas Seltsames an sich, was man aber schnell vergisst, kaum ist der Achtzylinder im Heck gestartet.


De Tomaso Pantera GT5S (1989) - kein komplexer italienischer Drehwurm, sondern ein robuster Ford-Motor im Heck des Sportwagens
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Zum Losfahren muss der Ganghebel durch die Kulisse nach hinten links gedrückt werden, dann lässt man ganz normal die Kupplung kommen - nicht anders als in jedem anderen Personenwagen. Es ist kaum etwas exotisches zu spüren, nur der Blick in den Rückspiegel, der den gewaltigen Heckflügel zeigt, verrät den Supersportwagen. Alles gestaltet sich etwas weniger brachial, als das Äussere des Wagens einen vermuten lässt. Es braucht weder eine Rennlizenz noch langjährige Fahrerfahrung, um einen Pantera der letzten Generation zu bewegen.


De Tomaso Pantera GT5S (1989) - Holz im Cockpit der Achtzigerjahre, auch für einen De Tomaso ungewöhnlich
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Das Schalten erfordert allerdings eine gewisse Konzentration, die Kulisse hilft nicht in allen Fällen bei der Führung des Ganghebels. Die Bremsen packen vertrauensfördernd zu.

Die Geräuschkulisse bleibt erstaunlich gemässigt, manchem wird der Wagen sogar zu ruhig sein. Man kann auch lange Strecken in diesem Auto fahren. Alles paletti also für ein Wochenende zu Zweit in Saint Tropez? Ja, aber nur solange sich Fahrer und Beifahrer auf ein geringstmögliches Gepäckvolumen einigen können, denn für viel ist nicht Platz im Pantera.

Geringe Stückzahlen

Weniger als 100 De Tomaso Pantera GT5S sollen produziert worden sein, schon jetzt - es sind noch keine 20 Jahre seit dem Bau vergangen - gelten sie als gesuchte Raritäten. Und dank der langen Bauzeit können gerade diese Fahrzeuge als ausgereift gelten, was sie zu interessanten Sammlerstücken macht. Glücklich, wer einen finden kann!

Der portraitierte De Tomaso GT5S wurde im Jahr 1989 gebaut und wurde uns dankenswerterweise von der Oldtimer Galerie Toffen für eine Probefahrt zur Verfügung gestellt.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von rt******
29.07.2016 (16:14)
Antworten
Schöner Bericht und schönes Auto! Wirklich selten sind aber nur die letzten Pantera II, 41 Stück gesammt, vier Targaumbauten, 2 geschrottete Versuchsträger, also bleiben 35 Autos, wenn noch alle existieren. Einer steht bei uns :-)
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