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Bild (1/6): Der W2 von Walter Otto Wyss, gebaut in Zürich im Jahre 1931 (© Mirafilm, 1931)
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    Die Fahrzeuge des Schweizer Ingenieurs Walter Otto Wyss: W1, W2 und Plainsman

    6. Juli 2019
    Text:
    Olivier Chanson, Balz Schreier
    Fotos:
    Tobias Wyss 
    (37)
    Balz Schreier 
    (9)
    Mirafilm 
    (5)
    Beechcraft 
    (4)
    The Autocar 
    (1)
     
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    Walter Otto Wyss wurde 1911 kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges in der Schweiz geboren. Als junger Ingenieur wanderte er 1939 in die USA aus. Dort arbeitete er im Laufe seiner Ingenieurs-Karriere unter anderem für Ford (1939-1942), General Motors und Chevrolet (1942-1945), und Beechcraft (1945-1949). Im Jahre 2001 starb er 90-jährig in Honolulu. In seinem Leben baute er drei verschiedene Autos, den „W1“ und den „W2" in der Schweiz, und den „Plainsman“ in den USA. Leider schaffte es keiner dieser Wagen in die Massenproduktion, und die Prototypen sind im Laufe der Jahre verloren gegangen.

    Das erste Fahrzeug W1

    Walter Otto Wyss hatte wie bereits sein Vater eine Passion für Automobile und die Fotografie. Dieser machte ihn bereits in jungen Jahren mit der Kfz-Mechanik vertraut. Die Neugierde des jüngsten Spross der Familie Wyss wurde gezielt gefördert. So baute der Vater seine Doppelgarage in eine private Werkstatt mit Tankstelle und sogar Angestellten um. Walters erstes Auto, der W1, entstand dort 1929 als dieser erst 18 Jahre alt war.

    W1 (1929) – Das erste Fahrzeug von Walter Otto Wyss
    © Copyright / Fotograf: Tobias Wyss

    Dank Tobias Wyss, dem Neffen von Walter Otto Wyss, durften wir einen persönlichen Blick ins "Tagebuch" von Walter Otto Wyss werfen, hier zeigte sich unmissverständlich, mit welcher Akribie und Leidenschaft dokumentiert wurde. Leider nur Fotos, keine einzigen Angaben zum ersten Fahrzeug W1.

    Aus dem Notizbuch von Walter Otto Wyss
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Einige Fotos davon finden sich in der Bildergalerie dieses Artikels, genaue Daten des Wagens sind aber leider nicht mehr vorhanden. Was in der Familie Wyss erzählt wurde, war, dass Walter Wyss auf die vorhandenen Teile (Motor, Fahrwerk/Chassis, Karosserie) in der Garage oder dann bei seinen autoverrückten Freunden zurückgriff.

    W1 (1929) – Das erste Fahrzeug von Walter Otto Wyss
    © Copyright / Fotograf: Tobias Wyss

    W2, ein spannendes Design

    Über den zweiten Wagen ist schon einiges mehr bekannt. Wyss benötigte für die Realisation vom Reissbrett bis zum fixfertigen Prototypen zwei Jahre. Die Idee war ein schmales Sportauto zu kreieren, welches über gute Fahreigenschaften und zusätzlich über einen schönen Klang verfügte. Eine Karosserie mit ungewöhnlicher Linienführung sollte es auch besitzen.

    W2 Sportwagen von Walter Otto Wyss (ca. 1936)
    © Copyright / Fotograf: Tobias Wyss

    Bei den meisten Teilen handelte es sich um Spezialanfertigungen, teils wurden ältere Komponenten für die Herstellung dieser benützt. Ein 1,1 Liter 4-Zylindermotor eines Salmson Rennwagens sorgte für den nötigen Wumms und lieferte ca. 50 PS ohne Tuning. Spezielles Attribut war ein Schneckengetriebe, welches in die Kategorie der Schraubwälzgetriebe gehört.

    Die Seitenteile waren vom Rahmen alter American Autos ausgeliehen. Die Hinterräder wurden mit einer einzelnen Querfeder aufgehängt, der Hinterachskörper war von Peugeot. Die Vorderräder hingegen funktionierten unabhängig voneinander, sich überlagernde Querfedern machten es möglich.

    Unorthodoxerweise wurde vor dem Motorenblock kein Kühler eingebaut, zwei kleine Radiatoren waren jedoch an der Seite des Motors angebracht und reduzierten so den Luftwiderstand. Wyss achtete darauf, den Zugang zum Motor möglichst einfach zu gestalten. Dies äusserte sich beispielsweise darin, dass die Motorhaube einfach komplett entfernt werden konnte.

    W2 Sportwagen von Walter Otto Wyss (ca. 1936)
    © Copyright / Fotograf: Tobias Wyss

    Der Wagen war ein Viersitzer, spezielles Attribut der Karosserie: tief eingeschnittene Seiten. Diese sorgten für grosszügige Elbogenfreiheit. Weiteres Merkmal waren die voll verschalten Räder. Ein Teil dieser Verschalung war direkt am Felgen befestigt und drehte dementsprechend mit.

    Die Heckflügel verschmolzen mit dem schrägen Heck, wo das Dach und das Reserverad untergebracht worden war. Die Sitze waren herausnehmbar und luftgefedert. Das Auto muss eine aussergewöhnliche Erscheinung abgegeben haben mit seinen niedrigen Scheinwerfern, der speziellen Karosserie und der eingeschalten Räder.

    Von enormer Bedeutung war ein Artikel in der amerikanischen Zeitschrift "The Autocar", in welchem der W2 vorgestellt wurde. Dies war die beste Werbung für Walters Fähigkeiten als Ingenieur und half ihm in den USA bei der Suche einer Stelle.

    Walter Otto Wyss zweites Fahrzeug W2 erschien in der amerikanischen Zeitschrift "The Autocar" und war für Walter's Karriere enorm wichtig
    © Copyright / Fotograf: The Autocar
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    The Plainsman - ein Hybrid mit vielen Innovationen

    Das dritte und letzte Auto von Wyss entstand in den Vierzigerjahren in den USA kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Auftrag des Flugzeugbauers Beech Aircraft Corporation. Diesem fielen nach dem Weltkrieg die zahlreichen Regierungsaufträge weg und man machte sich Gedanken zu einer Neuausrichtung des Geschäfts.

    Das revolutionäre Hybrid-Fahrzeug Beechcraft Plainsman von Walter Otto Wyss aus dem Jahre 1946
    © Copyright / Fotograf: Mirafilm

    Ein Grundkonzept wurde bereits 1944 von John P. Gaty, dem Vizepräsidenten von Beechcraft ins Leben gerufen. Zu Beginn wollte man noch Militärlastwagen mit Hybridmotoren ausstatten, sogar zwei Prototypen entstanden. Das Ende des Krieges machte das Produkt jedoch überflüssig und die Aufmerksamkeit schwenkte allmählich auf die zivile Autoindustrie. Das entwickelte Hybridsystem wurde einstweilen übernommen, die Motoren der Lastwagen an die Wichita State Universität übergeben und dort noch für zahlreiche Projekte benützt.

    Nun kam Walter Otto Wyss ins Spiel. Dieser wurde von Chevrolet abgeworben und arbeitete nun für den Flugzeugproduzenten. Beechcraft wollte mit einem Auto der oberen Preisklasse ins Geschäft einsteigen und dementsprechend wurde auch geplant. Der Wagen sollte zwischen 4000 und 5000 USD kosten, was damals ein stattlicher Preis war. Im Nachhinein wird aber angenommen, dass der Verkaufspreis wohl auf das Doppelte angestiegen wäre, um profitabel bleiben zu können.

    Walter Otto Wyss war stets elegant gekleidet, wie ein Schauspieler oder ein Diplomat
    © Copyright / Fotograf: Mirafilm

    Zusammen mit Designer Wayne Porter und sechs Mitarbeitern arbeitete Wyss nun bis 1949 am «Plainsman». Dieser war bereits 1947 weit fortgeschritten gewesen, aber der sich anbahnende kalte Krieg führte zu neuen Regierungsaufträgen und die Aufmerksamkeit von Beechcraft wurde vom Projekt abgelenkt. Dies nahm Wyss etwas resigniert zur Kenntnis. In zahlreichen Briefen an seine Mutter berichtete er wiederholt von der ungewissen Zukunft des Prototyps.

    Trotz aller Widrigkeiten war der Prototyp im Januar 1949 bereit für eine Probefahrt. Bei dieser ging jedoch etwas am Motor kaputt und Teile mussten ersetzt werden. Im Juli desselben Jahres gelang schliesslich der Durchbruch. Das Auto funktionierte und Testfahrten konnten unfallfrei absolviert werden. Doch im Oktober folgte dann das Ende. Beechcraft gab das Projekt auf. Anfangs wollte man eigentlich zwei Prototypen bauen, doch ob der zweite je realisiert wurde ist unklar.

    Technische Daten des Plainsman

    Der Plainsman wurde für sechs Personen ausgelegt, das Dach so komfortabel entworfen, dass sich niemand an den Kopf gestossen hätte. Der Wagen wäre in jeder Hinsicht seiner Zeit voraus gewesen, gewisse sehen in ihm sogar den Tesla der Vierzigerjahre. Dies hat Hand und Fuss, denn der Wagen wurde als Hybrid gebaut. Ein 4-Zylinder Boxermotor (ca. 100 PS), adaptiert von einem Flugzeug, trieb über einen Generator vier Elektromotoren (einer vor jedem Rad) an. Der Benzinmotor funktionierte also quasi als Aggregat, das elektrische Automatikgetriebe machte indessen Kupplung, Antriebswelle und Differential überflüssig. Auch der Motor hätte wenig Wartung benötigt, da er luftgekühlt war und daher Kühler und Wasserpumpe ebenso weggefallen wären.

    Beechcraft Plainsman Auto (ca.1949)
    © Copyright / Fotograf: Beechcraft

    Der gebaute Prototyp hatte den Motor im Heck, aber das Design war so konzipiert worden, dass mit wenigen Änderungen dies auch vorne möglich gewesen wäre. Die Höchstgeschwindigkeit wurde bei circa. 160 km/h gemessen.

    Ein Novum war auch, dass man die Räder individuell ansteuern konnte und so zusätzlichen Halt auch bei unwegsamem Terrain gehabt hätte. Der Wagen konnte aber noch einiges mehr!

    Eine Klimaanlage war ebenso zu finden, wie ein integriertes Autotelefon, eine Anzeige für den aktuellen Benzinverbrauch und speziell ins Dach geschnittene Türen, durch welche der Ausstieg einiges erleichtert wurde. Speziell zu erwähnen die Luftfederung. Diese passte sich automatisch der Gewichtsverlagerung im Wagen an, konnte aber auch manuell angesteuert werden. Auch ein hydraulisches Bremssystem wurde angedacht. Energie dafür wäre von der Vorwärtsbewegung des Wagens gekommen, was sehr an heutige Rekuperierung erinnert. Beim Bremsen hätten die Motoren die Polarität umgekehrt, um die Räder zusätzlich zu verlangsamen.

    Auch geräuschtechnisch betrat man Neuland. Die Motoren sollten in einer schallisolierten Kammer untergebracht werden, was die Geräusche extrem verringert hätte.

    Die Karosserie bestand aus Aluminium, auf Chromzierleisten wurde hingegen, untypisch für die Zeit, komplett verzichtet. Das Gewicht des Wagens sollte etwa die Hälfte von andern Hochpreiswagen der Zeit betragen. Konkret hiess das bei voller Besetzung eine Gewichtszunahme von 40, anstatt von den damals üblichen 20 Prozent. Dies hätte ein Leergewicht von ca. 1100 kg ergeben.

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    Der Innenraum des Plainsman

    Auch beim Cockpit war man kreativ. Die Instrumente waren in einer Reihe über der Lenksäule angeordnet und in guter Sichtweite des Fahrers. Sie waren entweder leicht versenkt montiert oder mit einer Abdeckung versehen, um Reflexionen der Windschutzscheibe zu verhindern.

    Innen verstellbare Rollläden schützten die Passagiere vor der Sonneneinstrahlung durch die vergrösserten Glasbereiche der Türen. Die grosse geschwungene Windschutzscheibe mit dünnen Eckpfosten bot einen grossen Sichtbereich nach allen Seiten.

    Beim Fahrersitz konnten die Höhe und die Position verstellt werden. Lederbezogene Polster aus Weichgummi waren auf dem Armaturenbrett und der Oberseite der Vordersitze verteilt, um das Schlimmste abwenden zu können. Erstaunlicherweise wurde jedoch auf Sicherheitsgurte verzichtet.

    Bereits 2013 berichteten wir über den Film «Flying Home» , welcher Walter Otto Wyss gewidmet war. 

    Zwischengas bedankt sich herzlich bei Tobias Wyss für die tatkräftige Unterstützung bei der Recherche und das uns entgegengebrachte Vertrauen.

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    ···
     
    Quelle:

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