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Oldtimer Galerie Oktober 2019
Bild (1/2): Citroën DS 21 Pallas (1971) - auch bei schneller Kurvenfahrt neigt sich der Wagen nicht (© Balz Schreier, 2012)
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    Citroën DS 21 Pallas 1971 - Luxusgleiter mit Schwenkaugen

    25. November 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
    (26)
    Balz Schreier 
    (20)
    IMG_9167 
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    Die Schwenkscheinwerfer waren es, die uns damals im Kindesalter wohl am meisten Eindruck machten. Und die opulenten, unglaublich bequemen Polster, die an ein Sofa erinnerten. Viel Gelegenheit gab es ja nicht, sich in einen Citroën DS zu setzen, aber die wenigen haften bis heute im Gedächtnis. Und in Erinnerung blieb auch die berühmte Fernsehwerbung, die die revolutionären in die Kurve leuchtenden Scheinwerfer mit Untermalung von avantgardistischer Jazz-Musik demonstrierte (siehe Video).

    Citroen DS 21 (1971) - die berühmten Schwenkscheinwerfer - aus einem Verkaufsprospekt
    © Zwischengas Archiv

    80’000 Bestellungen bei der Premiere in Paris

    Eine eigentliche Überraschung war es nicht mehr, als Citroën den neuen DS am 6. Oktober 1955 auf dem Pariser Salon der Öffentlichkeit präsentierte, denn die Presse hatte kurz zuvor schon über das Wunderauto berichtet. Trotzdem überstürzten sich die Ereignisse:

    “In der Tat stürzten sich am vergangenen Donnerstag punkt 9 Uhr die Schlangen der wartenden Salonbesucher im Augenblick der Eröffnung ungeduldig auf den grossen Stand, wo sie der ihnen von der französischen Presse des Vortages im hellsten Glanz beschriebene neue Citroën erwartete. Bald musste die Polizei zu Hilfe genommen werden, um in die ungeduldige Menge Ordnung zu bringen und jedermann die Gelegenheit zu geben, vorn Wunder einen Blick zu erhaschen.”

    Trotz teilweise skeptischer Blicke ob der futuristischen Formgebung und der teilweise als abenteuerlich empfundenen Konstruktionsansätze sammelte Citroën 80’000 Bestellungen während des ganzen Salons.

    Citroën DS 19 (1955) - Eröffnung des Salon Paris mit dem DS - 80'000 Bestellungen wurden notiert
    © Archiv Automobil Revue

    Der Konkurrenz enteilt

    So schrieb Werner Buck im Jahr 1956 in der Fachzeitschrift ‘Auto Motor und Sport’: “Der Citroën DS 19 ist so fortschrittlich, dass der übrige Automobilbau erst nach Jahren aufholen können wird.” Und er fuhr fort: “Die Aufgabenstellung, fünf Personen mit Gepäck mit höchstmöglicher Fahrsicherheit und grösstem Fahrkomfort wirtschaftlich und schnell zu transportieren, wurde mit dem DS 19 fast vollkommen erreicht.”

    Ein paar Haare fand er dann doch noch in der Suppe, z.B. die unterschiedlich grossen Reifengrössen vorne und hinten, die nicht ganz perfekte Raumökonomie und das doch etwas angegraute Triebwerk aus dem Vorgängertyp 11.

    Auch die Automobil Revue war vom innovativen DS 19 beeindruckt und dokumentierte dies in der Zusammenfassung ihres Langstreckentests über 12’000 km im Jahr 1956:

    “Es bestätigte der Dauerversuch die Auffassung, dass der  Citroën DS 19 in der Automobiltechnik einen bedeutsamen Markstein bildet. Sein Fahrkomfort und seine Fahrsicherheit bilden eine Klasse für sich. Seine technischen Schöpfer haben in ihm eine echte Pionierleistung vollbracht, und die Werkleitung bewies durch die Produktionsaufnahme dieser Konstruktion einen ungewöhnlichen Mut.”

    Viele Alleinstellungsmerkmale

    Die “Déesse” (Göttin), wie das neue Automobil gerne genannt wurde, stellte sich 1955 gegen den Strom der Fahrzeuge, die mit der sogenannten Standardbauweise - Motor vorne, angetriebene Räder an Starrachse hinten - aufwarteten. Der Citroën-Motor trieb die Vorderräder an, der an der Oberklasse kratzende Wagen wies den immensen Radstand von 312,5 cm auf, selbst die aktuelle Mercedes S-Klasse bietet in der Normalausführung heute weniger.

    Citroën DS 21 Pallas (1971) - langer Radstand, kurze Überhänge
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Die Federung operierte hydropneumatisch, die Wagenhöhe wurde über ein Oeldrucksystem konstant gehalten. Die vorderen Scheibenbremsen (!) waren innenliegend und servounterstützt. Eine Lenkhilfe war genauso serienmässig wie das halbautomatische Getriebe. Die Karosserie mit ungewöhnlich kurzen Überhängen wies mit einem cw-Wert von 0.38 eine hervorragende Aerodynamik auf.

    Mit diesen Voraussetzungen liessen sich hohe Reisedurchschnitte bei geringer Ermüdung der Passagiere und niedrigem Verbrauch erreichen.
    Auch die Karosserie war anders konstruiert als bei der Konkurrenz. Ein Plattformrahmen bildete zusammen mit einem Karosserieskelett die tragende Struktur, die übrigen Teile - Türen, Hauben, Dach, Kotflügel, etc. - wurden angeschraubt. Die Fenster waren rahmenlos. Die hinteren Blinker waren oben am Dach in langen “Tüten” untergebracht und damit von weit her besser sichtbar.

    Citroën ID 19 (1957) - ein seltenes Farbfoto aus der Zeit
    © Zwischengas Archiv

    Mehr Leistung, Hubraum und Gänge

    Obschon der Konkurrenz in vielen Dingen voraus, wurde Citroën nicht müde, den DS kontinuierlich zu verbessern und der aufkommenden Konkurrenz anzupassen. Zwischen 1955 und 1975 stieg die Leistung von 75 bis auf 143 PS (SAE), der Hubraum wuchs von 1’911 cm3 auf 2’347 cm3, die Höchstgeschwindigkeit von 150 auf fast 190 km/h. Neben dem halbautomatischen Vierganggetriebe, gab es bald eine manuelle Version und schliesslich ein Fünfganggetriebe sowie eine Wandlerautomatik. Neben der Vergaserausführung stand ab 1969 eine Einspritzversion auf der Preisliste.

    Kosmetische Anpassungen

    Nicht nur die Technik änderte sich über die Zeit, auch die Optik und Innenausstattung musste sich über die Zeit Änderungen gefallen lassen. Am augenfälligsten war die Einführung der berühmten verglasten Frontscheinwerfer, die bei den teureren Ausführungen - mechanisch über den Einschlag der Vorderräder gesteuert - in die Kurve leuchteten.

    Citroën DS 21 Pallas (1971) - diese Lampen waren ein Erkennungszeichen der "Déesse"
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Das Armaturenbrett wurde gleich mehrfach aufgefrischt und verlor dabei - Übergang vom Bandtachometer zu Rundinstrumenten - auch ein wenig an Ausstrahlung und Nonkomformität. Viele Ausstattungselemente wurden in den 20 Baujahren verbessert und dem Umfeld angepasst.

    Jung geblieben

    Trotz langer Bauzeit reifte die Göttin wie ein guter Wein, wurde im Alter immer besser. Die Automagazine wurden nicht müde, die stetig modernisierte Modelllandschaft zu testen und wie ein roter Faden tauchte wieder und wieder die Frage “noch immer der Zeit voraus” auf und wurde stets positiv beantwortet, wenn auch die Vorbehalte gegenüber dem rau klingenden Motor, der mangelnden Übersichtlichkeit nach hinten und dem vergleichsweise knappen Kofferraumangebot immer grösser wurden.

    Gewöhnungsbedürftige Bedienung

    Sozusagen als “Auto der Zukunft” gefiel sich der grosse Citroën mit manchen Besonderheiten: Starten per Schalthebeldruck, eine ungewohnte Blinkerbedienung, Radwechsel mit Kotflügelabbau, dafür ohne Wagenheber - die Liste seiner individualistischen Lösungsansätze könnte beliebig fortgeführt werden. Aber nicht nur die Bedienungselemente wollten sorgfältig studiert und memorisiert werden, der Fahrer musste sich insgesamt dem Wagen anpassen. So schrieb die Automobil Revue im Jahr 1971:

    “Der DS gefällt sich nur in einem einzigen Fahrstil, nämlich in dem, für den sie gedacht und gebaut worden sind. Wer das Fahrverhalten analysieren will, muss deshalb zuerst den Charakter des Wagens studieren. Der DS wird nur jenem Fahrer, der feinfühlig mit ihm umzugehen weiss und dem jede Brutalität am Steuer fremd ist, bedingungslos zusagen; unwillig und launisch zeigt er sich jedoch dann, wenn ihm der Fahrer einen anderen Fahrstil aufzwingen will: störrisches Aufbäumen, unschöne Getriebegeräusche, brutale Vollbremsungen sind die unvermeidliche Folge eines solchen Ansinnens.”

    Pallas-Komfort

    Nachdem über die Jahre verschiedene DS-Varianten - Sparausführung ID, Kombi-, Cabriolet- und Prestige-Versionen - lancierte Citroën 1964 eine besonders edle Form der DS Limousine, die “Pallas” genannt wurde. Je nach Baujahr wies die Pallas-Ausführung bis über 40 Unterschiede gegenüber den “normalen” Modellen auf, darunter Sitzhöhenverstellung, heizbare Heckscheibe, serienmässige Schwenkscheinwerfer, mit Kunstleder überzogenes Armaturenbrett, besonders weiche Teppiche in der Farbe der Sitzbezüge, zwei statt ein Aschenbecher im Fond, spezielle Radzierdeckel, zusätzliche Chromapplikationen und gegen Aufpreis eine Lederausstattung. 1’250 Schweizer Franken oder rund 6,6 % musste der Pallas-Käufer im Jahr 1971 zusätzlich berappen. Damit bewegte man sich im Umfeld eines BMW 2500 (23’800 Franken), Mercedes-Benz 220 (21’000 Franken) oder Rover 3500 V8 Automatic (21’630 Franken), aber deutlich über einem Audi 100 GL (16’740 Franken) oder Ford 26 M 2600 (18’200 Franken). Billig war das Vergnügen, auf diesem schwebenden Teppich zu fahren also nicht.

    Zufriedene Kunden

    Hatten Kunden des DS anfänglich mit der ungenügenden Reife des Produktes zu kämpfen, verbesserte sich die Qualität stetig und erreichte Ende der Sechzigerjahre ihren Höhepunkt. Nur so ist es zu erklären, dass stolze 97% der Citroën-Fahrer ihr Modell jederzeit einem Freund empfohlen, wie der ADAC Praxistest im Jahr 1971 dokumentierte.

    Generell schloss der DS 21 den Vergleich mit Mercedes 230/250, BMW 2500, Opel Admiral und NSU Ro 80 sehr gut ab, landete er doch auf dem zweiten Platz knapp hinter dem Mercedes 230. Dank dem geringstem Verbrauch (13,4 Liter im Schnitt), seltener ausserplanmässiger Werkstattbesuche, der kleinsten Anzahl Mängel im Vergleich und der hohen Zuverlässigkeit von Motor und Getriebe konnte der Citroën auch deutliche Schwächen, wie z.B. die höhere Rostanfälligkeit und Ärger mit dem Auspuff kompensieren.

    An Bord der Göttin

    Jetzt sitzen wir also über 40 Jahre später auf den ungewöhnlich rundlichen Stühlen in der Göttin, wundern uns ein wenig über das relativ flach stehende Lenkrad und die unüblich aufrechte Sitzposition. Unser Blick schweift über die rundliche grosse Motorhaube und bleibt schliesslich auf den linken Rundinstrument im Armaturenbrett hängen, das deutlich “Stop” meldet und mit einer Reihe von Leuchtsymbolen aufwartet, auf die man sich nicht unbedingt ohne Anleitungsstudium einen Reim machen kann.

    Citroën DS 21 Pallas (1971) - ein Aschenbecher auf jeder Seite bei späteren Modellen
    © Copyright / Fotograf: Balz Schreier

    Die Füsse ertasten die Pedale und den charakteristischen runden Bremsknopf in der Mitte. Gestartet wird beim handgeschalteten DS-21-Modell der Siebzigerjahre mit dem Zündschlüssel, allerdings links vom Lenkrad, was genau für diejenigen Fahrer keine Umgewöhnung bedeuten würde, die wohl nur in seltenen Fälle hinter dem Lenkrad eines DS landen, nämlich die Porsche-911-Besitzer.

    Die Lenkradschaltung folgt dem üblichen H-Schema, in der Fünfgangversion müssen dabei drei Schaltebenen durchfahren werden.
    Problemlos setzen wir die 4,87 Meter lange und 1,8 Meter breite Limousine in Fahrt. Der Komfort ist unbeschreiblich. Fast unabhängig vom Zustand der Fahrbahnoberfläche gleiten wir über die Strasse. Gegenüber früheren Versionen der Göttin verhalten sich die meisten Bedienungselemente im Einklang mit den üblichen Standards der Siebzigerjahre, nur die Abwesenheit eines Wasserthermometers stört unser Wohlbefinden.

    Jetzt nur noch eine Tiefgarage suchen, um die revolutionären Schwenkscheinwerfer in Aktion sehen zu können ...

    Nicht nur für Reiche

    Im Preisumfeld von Euro 20’000 werden gut erhaltene DS-21-Modelle gemäss Marktbeobachter Classic Data gehandelt, Pallas- und Einspritzmodelle sind erfahrungsgemäss etwas teurer. Die Ersatzteilsituation ist dank der fast 1,5 Millionen produzierten Exemplare vergleichsweise unproblematisch und auch die Wartung der Fahrzeuge ist nicht übermässig teuer, vorausgesetzt man weiss, was man tut.

    Das in diesem Bericht abgebildete Fahrzeug - Citroën DS 21 Pallas mit Baujahr 1971 - wurde am 1. Dezember 2012 von der Oldtimer Galerie in Toffen versteigert und verkauft.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    be******:
    17.07.2018 (11:36)
    Bin seit 40 Jahren mit meinem DS21 Werkscabrio unterwegs.
    Der Komfort ist immer noch besser als in meinem C6.
    ja******:
    06.01.2016 (19:21)
    Eines der besten Autos die ich je gefahren habe.Bin damals zwischen Jaguar und Citroen " hin und her gesprungen "
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