Chevrolet Corvette Mako Shark II - Mix aus Hai und Stachelrochen führt zur Corvette C3

Erstellt am 18. März 2012
, Leselänge 3min
Text:
Stefan Fritschi
Fotos:
Tino Rossini 
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Archiv 
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Die zweite Generation Corvette war 1963 gerade frisch auf dem Markt, da fingen die Designer bereits an, an dessen Nachfolger zu denken. Und „Denken“ bedeutet, dass man mit Modellierton Visionen formt. An der New York Motorshow im April 1965 konnte man ein erstes Resultat dieser Fingerübungen bestaunen.

Die kräftig ausgebildeten Kotflügel waren das Markenzeichen der Corvette C2. Dieses Stylingelement sollte deshalb unbedingt weiterentwickelt werden um die Produktidentität zu erhalten. Die Idee, den filigranen Stachelrochen alias C2 mit dem fülligeren Hai zu verheiraten, führte zu einem bestechenden und beinahe zeitlosen Resultat. Die Kotflügel hatten nun nicht mehr aufgesetzte Wölbungen, sondern waren insgesamt stark ausgeformt. Die neue Form war über den Rädern füllig und in der Mitte schlank: der Designer spricht vom „Coke-Bottle“-Effekt. Der Jaguar E-Type hatte schon seit am Anfang jenes Jahrzehnts die modellierte feminine Rundung zum Designideal erklärt. Das hatte man auch in Detroit verstanden.


Chevrolet Corvette Mako Shark II (1965) - Mako Shark II vor der ersten Corvette Mako
Copyright / Fotograf: Tino Rossini

Reines Stylingmodell ohne Technik

Ein interessantes Feature waren die Side-Pipes, welche optisch mit gerippten Luftauslässen in den vorderen Kotflügeln verbunden waren. Wiederum verwandte man eine Lackierung, wie man sie beim Hai in der Natur findet. Der Dachaufbau war optisch eine Weiterentwicklung des Sting Ray-Coupés, allerding ohne grosszügige Verglasung.

Das Heckfenster war hinter einer spitz zulaufenden Jalousie versteckt. Der hintere Bereich war in der Art eines Überrollbügels fest, der vordere Dachbereich konnte in einem Stück nach hinten hochgeklappt werden. Runde Heckleuchten waren wieder sechs Stück an Bord. Der Oberbau der Karosserie war dunkelblau, der „Bauch“ wechselte zu weiss. Das Fahrzeug, welches in New York stand, war allerdings ein nicht fahrbares Modell ohne Technik.

Futuristisches Interieur verursacht kritische Kommentare

Das Interieur orientierte sich sehr stark an der Zukunft. Die glatte, fast brettartige Einfachheit war völlig frei von Ornamenten und extrem zeitlos. Allerdings ist nicht ganz klar, warum sich die Designer dazu entschieden, eine oben offene, eckige Lenkgabel zu verwenden und acht (!) von insgesamt zehn Rundinstrumenten auf die Beifahrerseite zu verpflanzen. Ob solchem aufgesetztem Futurismus hagelte es Kritik. Für die kommenden Messen wurde der Innenraum deshalb umgebaut.


Chevrolet Mako Shark II (1965) - Blick in das Interieur des Show Cars - gesehen am Pariser Salon 1965
Archiv Automobil Revue

Das Auto, welches 1965 in Paris stand, hatte ein konventionelles Lenkrad mit zwei geschlitzten Speichen, und der Fahrer erhielt ein Panel mit allen wichtigen Informationen direkt vor seinen Augen. Fahrer- und Beifahrersitze waren fest, dafür liessen sich die Pedalerie und das Lenkrad verstellen.

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Designkonzept hielt sich bis in die 80er Jahre

Auch das Exterieur war weiterentwickelt worden. Die Luftaustritte hinter den Vorderrädern und die seitlichen Auspuffrohre waren verschwunden. Stattdessen war jetzt ein verchromter Schweller verbaut. Die beiden sehr stylisch gestalteten Auspuffenden waren rechteckig und relativ hoch und gut sichtbar im Heck integriert. Es gab wieder ausklappbare Flaps mit verspiegelten Unterseiten, welche versteckte Bremsleuchten sichtbar machten. Im Heck war ein filigraner Stossfänger integriert, der im Bedarfsfall herausgefahren wurde. Türgriffe und Scheibenwischer waren versenkt.

Angetrieben wurde Mako Shark II vom 427er (7 Liter) Big-Block-V8, wie er auch in der Serien-Corvette als Option erhältlich war. Wie wir heute wissen, blieb es glücklicherweise nicht bei der Vision. Projekt XP-830 war für die Designer die Grundlage für die neue Corvette C3, die zum Modelljahr 1968 auf den Markt kam und bis 1982 gebaut wurde.

Auch der Mako Shark II selber wurde 1969 nochmal weiterentwickelt. Er bekam unter anderem ein längeres Heck mit vier Rundleuchten, eine senkrecht stehende Heckscheibe und einen neuen Namen. Er hiess nun Manta Ray und ist bis heute Teil der GM Heritage Center Collection.

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