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Bild (1/5): BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) und BMW M 635 CSi (1984) - zwei, die es in sich haben (© Daniel Reinhard, 2017)
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    BMW M635 CSi gegen BMW-Alpina B7 Turbo - Kampf der Motorenkonzepte

    15. Februar 2018
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Alpina Burkard Bovensiepen GmbH 
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    Im Jahr 2018 scheint dieser Kampf entschieden, der Turbomotor hat sich gegen frei atmende hochdrehende Vier-/Fünfventiler durchgesetzt. In den Achtzigerjahren war ein Turbomotor immer noch vergleichsweise exotisch, obschon u.a. die Japaner ihn erfolgreich auch bei günstigeren Serienfahrzeugen einsetzten.

    BMW M 635 CSi (1984) - lief im Test 256 km/h
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    BMW hatte im 745i bereits ein Turbo-Aggregat im Einsatz, doch beim M 635 CSi, dem damals schnellsten Auto aus München, entschied man sich für klassische Rennsporttechnik, während Burkard Bovensiepen von Alpina lieber auf den Turbolader setzte für sein Topmodell.

    BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) - lief damals rund 270 km/h
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Elegante und komfortable Basis

    Ausgangspunkt war sowohl bei der Motosport GmbH als auch bei Alpina das von Paul Bracq elegant gezeichnete Coupé der Baureihe E24, das 1976 am Genfer Automobilsalon seine Premiere gefeiert hatte. Ursprünglich mussten 3 oder 3,2 Liter Hubraum reichen, aber ab 1978 gab es auch einen 3,5-Liter-Motor im Bug, der immerhin 218 PS mobilisierte.

    Alpina legt vor

    Bereits 1978 sorgte Alpina mit einem deutlich leistungsgesteigerten 6-er-Coupé für Furore. 300 PS waren eine Ansage, auch wenn der 260 km/h schnelle Granturismo fast 80’000 DM kostete. Motorenentwickler Fritz Indra setzte auf eine sogenannte “Resonanz-Aufladung”, um das damals noch omnipräsente “Turboloch” zu verringern. Zudem war im Auto ein “Dampfrad” montiert, mit dem der Fahrer (oder Beifahrer) den maximalen Ladedruck von 1,85 auf 1,55 bar herunterregeln konnte, um eine weichere Leistungsentwicklung abzurufen.

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    BMW setzt auf Kronjuwelen

    Auch BMW suchte nach dem Abgang des Mittelmotorsportwagens M1 in den Achtzigerjahren nach Wegen ,ein neues Topmodell zu präsentieren. Anstatt einen neuen Motor zu entwickeln, griff man zum Sportaggregat M88 us dem M1 zurück. Für den Einsatz im Sechser modifizierte man den Reihensechszylinder mit vier Ventilen pro Zylinder allerdings umfangreich. Anstelle der beim M1 genutzten mechanischen Kugelfischer-Einspritzung kam nun eine digital gesteuerte Bosch-Einspritzung zum Einsatz, kombiniert mit einer kennfeldgesteuerten Zündung. Die Verdichtung wurde auf 10,5:1 angehoben. Als Ergebnis zerrten nun 286 PS an den Hinterrädern des Coupés. 

    BMW M 635 CSI - der imposante Vierventil-Sechszylinder aus dem M1 wird nun im 6-er-Coupé eingebaut, man beachte das Auspuffrohr-Schlangennest - am Genfer Automobilsalon 1984
    © Archiv Automobil Revue

    Natürlich wurde das ganze Fahrwerk auf die gesteigerte Leistung angepasst, das 5-Gang-Sportgetriebe verstärkt. TRX-Reifen mit den passenden Felgen sorgten für den Bodenkontakt, die vorderen Scheibenbremsen waren nun innenbelüftet. ABS war Serienausstattung, die Batterie wurde zur besseren Gewichtsverteilung nach hinten verlegt. Das Coupé war weitgehend vollständig ausgestattet, nur Leder, Klimaanlage oder ein Schiebedach kosteten Aufpreis.

    Alpina legt nach

    Auch Indra nutzte schon bald die fortschrittliche Einspritzungs- und Zündtechnik Motronic II von Bosch im B7 Turbo, da diese eine feinere Anpassung des 3,5-Liters auf Abgasgesetzgebungen erlaubte. Zunächst blieb die Höchstleistung bei 300 PS, aber schon bald steigerte man sie auf 330 PS und erhielt damit wieder einen sicheren Abstand zum Stammhaus BMW. Auch beim Alpina kam ein eng gestuftes 5-Gang-Sportgetriebe zum Einsatz, allerdings konnte auf Wunsch auch eine 4-Gang-Automatik bestellt werden, die es beim M 635 CSi nicht gab.

    BMW-Alpina B7 S Turbo Coupé (1982) - 30 Exemplare wurden 1982 gebaut
    © Copyright / Fotograf: Alpina Burkard Bovensiepen GmbH

    Wie beim Werks-Spitzenmodel war bei Alpina das ABS serienmässig, hingegen setzte man auf konventionelle Reifen, aber unterschiedliche Breiten vorne und hinten.

    Das BMW-Alpina B7 Turbo Coupé war komplett ausgestattet, selbst die Alpina-Sportsitze und ein Stereo-Radio waren an Bord. Schiebedach oder Diebstahlschutzanlage musste man allerdings auch beim Auto aus Buchloe zusätzlich bezahlen.

    Der Kampf der Überflieger

    Götz Leyrer von Auto Motor und Sport hatte 1984 die Gelegenheit, die beiden Spitzenmodelle von BMW und Alpina im direkten Vergleich zu fahren. Dem Alpina-Motor waren die klassischen Turbo-Charakteristischen immer noch anzumerken. Solange der Lader nicht voll auf Touren liefe, wirke er eher etwas schlapp und verhalten, notierte Leyrer um dann anzufügen: “Wenn der Lader auf Touren gekommen ist, dann ist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los. Der B7 schiebt davon wie ein Düsenflugzeug; es ist ein nicht enden wollender Gewaltakt, der dem Fahrer das Gefühl vermittelt, als würden seine Arme unwiderstehlich in die Länge gezogen. Der Einsatz der Leistung erfolgt dabei  weich und gleichmässig; die Beschleunigung vollzieht sich nicht so, als würde man einen Tritt in den Hintern bekommen - man meint eher, einen ausgewachsenen Orkan im Rücken zu haben.”

    BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) und BMW M 635 CSi (1984) - Turbo gegen Vierventiler-Konzept im direkten Vergleich
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der Vierventiler im M 635 CSi zeigte da ein deutlich anderes Naturell: “Dieses Triebwerk beantwortet den Druck aufs Gaspedal immer mit bissigem Antritt und unverzüglicher Beschleunigung - ganz gleichgültig, ob die insgesamt sechs Drosselklappen nun bei nur 1500 oder bei 5000 U/min voll geöffnet werden. Es entwickelt dabei ein keineswegs leises Ansaug- und Auspuffgeräusch und zeigt sich von beispielhafter Drehfreude. Bis fast 7000 U/min schnellt die Nadel des Drehzahlmessers vehement nach oben, wobei der Motor nicht den Eindruck macht, als würden ihm derartige Eskapaden schwerfallen; nur ein Drehzahlbegrenzer hält ihn davon ab, in noch höhere Regionen vorzudringen”, schrieb Leyrer nach seiner Testfahrt.

    Mehrleistung zahlt sich aus

    Im direkten Vergleich zeigte sich, dass der Alpina vor allem im oberen Geschwindigkeit punkten konnte. Bis 100 km/h beschleunigte er nur um vier Zehntelssekunden schneller, aber bis 200 km/h betrug die Differenz bereits 4,5 Sekunden. Oberhalb 200 km/h lief der Alpina dem M-BWM richtiggehend davon, weshalb Leyrer mutmasste, dass die nominelle Leistungsdifferenz von 44 PS in der Realität doch wohl eher noch grösser sei, weil Alpinas Motoren eher nach oben, die Münchner Aggregate aber eher nach unten streuten.

    BMW M 635 CSi (1984) - ein Bild von einem Motor
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    256 km/h lief der Sauger, 270 km/h der Turbo-BMW. Beim Verbrauch lagen sie mit 16,2 respektive 17,7 Liter Super pro 100 km deutlich näher beinander, als man es vielleicht erwartet hätte. Dies lag sicherlich auch daran, dass der Alpina-BMW gar nicht so häufig voll gefordert werden musste, um bei den Vergleichsfahrten am M 635 CSi dranzubleiben.

    BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) - gut sichtbar, der Turbolader
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    16’500 DM gross war der Preisunterschied zu Ungunsten des Alpina-Turbos, dafür war er aber besser ausgestattet. Leyrer jedenfalls befand: “Beide sind von hohem Reiz - eine klare Empfehlung kann schon deshalb nicht gegeben werden, weil es hier um Autos geht, deren äusseres Erscheinungsbild zwar fast gleich ist, die aber von völlig unterschiedlichem Charakter sind.”

    Vergleich der technischen Daten und Fahrleistungen

    Fahrzeug BMW M 635 CSi BMW-Alpina B7 Turbo Coupé
    Jahr 1984 1984
    Zylinder 6 6
    Hubraum 3453 3430
    BohrungxHub 93,4x84,0 92,0x86,0
    Leistung PS 286 330
    bei U/min 6500 5800
    Max. Drehmoment Nm 340 512
    bei U/min 4500 3000
    Verdichtung 10,5:1 8,0:1
    Anzahl Gänge (vorwärts) 5 5
    Scheiben vorne/hinten Scheiben (vorne innenbelüftet) Scheiben
    Felgengrösse 165 TR 390 7 J x 16, 8 J x 16
    Reifengrösse 220/55 VR 390 (TRX) 205/55 VR 16, 225/50 VR 16
    Leergewicht kg 1508 1556
    Länge mm 4755 4755
    Breite mm 1725 1725
    Höhe 1354 1345
    0 - 100 km/h 6.5 6.1
    0 - 160 km/h 15 12.6
    60 - 120 km/h (5. Gang) 16.7 16
    Höchstgeschwindigkeit (km/h) 256 270
    Testverbrauch l/100 km 16.2 17.1
    Innengeräusch bei 100 km/h dB(A) 72 68
    Preis DM (1984) 89500 116000
    Preis CHF (1988)   117500

     

    Mehr oder weniger exklusiv

    Mit 5855 Exemplaren war der von 1983 bis 1989 gebaute BMW M 635 CSi vermutlich erfolgreicher, als es sich die Werksstrategen ausgemalt hatten. In den USA gab es ihn als 1767 Mal (in den 5855 Ex. enthalten) als M6 mit Katalysator und wegen reduzierter Verdichtung verringerter Leistung von 256 PS.

    Im Vergleich dazu war der Alpina-B7 Turbo deutlich seltener, man spricht von 130 produzierten Exemplaren, wovon 20 mit Katalysator ausgerüstet waren.

    Unterschiedliches Naturell

    Auch heute noch begeistert der Schub, den der Alpina B7 Turbo entwickelt. Moderne Turbo-Aggregate zeigen zwar einen ähnlichen Leistungsverlauf, aber bei deutlich niedrigeren Touren und besserem Ansprechverhalten. Zwar beschleunigt der Alpina ab Stillstand überdurchschnittlich, aber  so ab 3000 Umdrehungen geht es mit einem “Woosh” erst richtig vorwärts. Es kommen auf jeden Fall keine Zweifel auf, dass die über 300 PS vollständig mitgaloppieren.

    BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) - relativ straff gefedert
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Ganz anders der M 635 CSi, der überraschend zivil tönt und vergleichsweise gleichförmig beschleunigt. Zwar hat der wunderschöne 24-Ventiler mit den knapp über 1,5 Tonnen Gewicht keine Mühe, aber gegenüber dem Alpina-BMW wirkt er fast ein wenig wie zugeschnürt.

    BMW M 635 CSi (1984) - trotz 1,5 Tonnen überraschend handlich
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Ansonsten ähneln sich die beiden Coupés natürlich stark, schliesslich stammen Ergonomie und Grundausstattung ja auch aus demselben Haus. Einzig der erste Gang sitzt beim Alpina hinten links, während der M 635 CSi klassisch in H-Manier geschaltet werden will.

    BMW M 635 CSi (1984) - sieht kaum anders aus als seine schwächeren Brüder
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Sitze sind unterschiedlich, aber in beiden Fällen gut geformt. Komfortabel sind sie beide, der B7 Turbo wirkt noch etwas sportlicher.

    BMW-Alpina B7 Turbo Coupé (1987) - die Sitze sind elektrisch verstellbar
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Welchem der beiden man den Vorzug geben will, sollte sich diese Frage überhaupt jemals stellen, ist sicherlich eher von den persönlichen Vorlieben, als von den Qualitäten der beiden Autos abhängig. Am besten würde man sich beide Coupés in die Garage stellen und sie jeweils rückwärts nebeneinander einparken, damit man jeder Zeit mit einem von beiden auf die grosse Reise abfahren kann.

    Wir danken der Oldtimer Galerie in Toffen für die Gelegenheit die beiden starken BMW-Coupés im direkten Vergleich fahren zu können.

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    Alle 78 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    me******:
    20.02.2018 (17:50)
    Ja das waren noch Autos damals von BMW. Und heute abgedroschenes Design und Pampersbomber im Programm. Gut daß es AMG gibt
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