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Bild (1/4): BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - wirkt sehr handlich (© Daniel Reinhard, 2017)
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    BMW-Alpina B9 3.5 - Wolf im Tigerfell

    21. September 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (39)
    Alpina Burkard Bovensiepen GmbH 
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    Ein Wolf im Schafspelz war der BMW-Alpina B9 3.5 sicherlich nicht, denn mit Spoilern vorne und hinten, grossen Rädern und auffälligen Verzierungen erinnerte er eher an einen Tiger als an ein Schaf. Und dies zurecht, schliesslich gab es nur wenige Autos, die es auf der Strasse mit ihm aufnehmen konnten.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - mit über 12 Litern pro 100 km ist man schon recht flott unterwegs
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Wolfgang König schrieb 1982 in seinem Test für die Zeitschrift Auto Motor und Sport: “Was bleibt dem hartgesottenen Porsche-Fahrer, wenn er einmal zum Oberhaupt einer vierköpfigen Familie heranreift? Er könnte sich in Verzicht üben und seine sportlichen Ambitionen vom Auto in andere Bereiche verlagern. Aber es gibt einen anderen Ausweg”. Gemeint war ein Besuch bei Burkard Bovensiepen im Allgäu und der Kauf eines viertürigen BMW-Alpina B9 3.5.

    Schnell, sportlich übersichtlich

    Dass der Alpina-B9 tatsächlich eine Alternative zum Porsche war, spürt man bis heute. Denn die 245 PS garantieren sportliche Fahrleistungen, die sich selbst im 21. Jahrhundert noch sehen lassen können. Dabei überrascht der B9 mit stupender Übersichtlichkeit, Handlichkeit und Sitzen mit gutem Seitenhalt.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - aus der Doppelrohrauspuffanlage erklingt ein sportliches Lied
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Gänge rasten exakt ein, die Pedalerie lässt sich leichtfüssig bedienen. Die servo-unterstützte Lenkung agiert zielgenau. Eigentlich fährt sich der B9 wie ein späterer Dreier und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.

    Alpina - kein Tuner

    Bovensiepen hört es nicht gerne, wenn man ihn einen Tuner nennt. Denn Alpina baut ganze Fahrzeuge, die sich umfangreich vom Ausgangsprodukt, welches normalerweise ein BMW-Serienmodell ist, unterscheiden. “Dort, wo die Besten mit Berechtigung meinen, es sei für die meisten gut genug, fangen wir an, für wenige zu arbeiten”, erklärte der Alpina-Chef einmal seine Mission.

    BMW-Alpina B6 2.8 (1981) - aufbauend auf dem 32i
    © Copyright / Fotograf: Alpina Burkard Bovensiepen GmbH

    Seit 1978 stellt Alpina Fahrzeuge unter eigenem Namen her, vorher machte man vor allem im Rennsport und mit BMW-Tuning (sic!) von sich reden. Seit 1983 ist Alpina auch ganz offiziell als Autohersteller registriert, die ersten eigenen Wagen basierten vorerst auf den BMW-Baureihe E21 und dann E12, E28 und E24. Schnelle Autos ohne extravagantes Äusseres waren stets der Kern des Angebots, einzig die berühmten Alpina-Streifen auf der Karosserie wiesen auf die Veredelung, die sich sowohl auf Technik, Ausrüstung als auch Aerodynamik bezog, hin.

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    Eine gute Basis

    Die BMW 5-er-Reihe erwies sich als eine ideale Basis für das Wirken Bovensiepens. Schon die Baureihe E12 hatte er optimiert, mit dem Erscheinen des E28 im Sommer 1981 wechselte Alpina natürlich auf das neue Modell. Bei BMW hiess die schnellste Variante 528i, bot immerhin 184 PS und 215 km/h Spitze. Damit gab man sich bei Alpina natürlich nicht zufrieden und pflanzte den 3,5-Liter-Motor aus dem 635 CSI in den Bug der viertürigen Limousine.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - längs eingebauter Reihensechszylindermotor mit Einspritzung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Doch Alpina liess den Motor natürlich nicht unverändert! Ein modifizierter Zylinderkopf mit Halbkugel-Brennräumen, nachgearbeitete Ansaugkanäle, Spezialkolben und eine andere Nockenwelle sorgten zusammen mit einer auf 10,2:1 erhöhten Verdichtung für standfeste 27 Mehr-PS gegenüber der 3,5-Liter-Ausgangsbasis. Im Vergleich zum Serien-528i leistete der Alpina-B9 sogar 61 PS mehr.

    Fahrwerksseitig wurde ebenfalls einiges optimiert, obschon der Serien-Fünfer mit Einzelradaufhängungen rundum bereits gute Voraussetzungen bot. Bei der Aerodynamik schaffte Alpina das Kunststück, den Luftwiderstandsbeiwert durch Anbringen von Front- und Heckspoiler um neun Prozent zu senken und gleichzeitig die Auftriebskräfte vorne und hinten zu mindern.

    Innen erhielt die Limousine Alpina-Sportsitze und gefällig gestreifte Veloursüberzüge vorne und hinten. Auch das Lenkrad mit Lederbezug war eine Alpina-Beigabe.

    Auf Sportwagen-Niveau

    Die Fahrleistungen jedenfalls, die man dem BMW-Alpina B9 3.5 attestierte, liessen sich mit den schnellsten Sportwagen der frühen Achtzigerjahre durchaus vergleichen. Den Sprint von 0 bis 100 km/h schaffte der Wagen im Test von Auto Motor und Sport in gerade einmal 6,9 Sekunden, als Spitzengeschwindigkeit wurden 244,9 km/h notiert. Dabei blieben die Innengeräusche im Rahmen, bei 180 km/h etwa wurden 79 dB(A) gemessen. Und auch der Verbrauch stieg nicht in unsittliche Höhen, 13,6 Liter Super auf 100 km liessen sich angesichts der gebotenen (und auch gerne genutzten) Fahrleistungen gut vertreten.

    Einzig die Bremsen wurden von Wolfgang König kritisiert, sie entsprachen denen des normalen 528i und waren bei beherzter Fahrweise deutlich überfordert.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - ... noch schnell die Welt retten - wäre ein gutes Einsatzfahrzeug für James Bond gewesen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Wem das alles nicht schnell genug war, der konnte übrigens auch zum BMW-Alpina B7 3.5 Turbo greifen, der sich äusserlich kaum vom B9 unterschied, mit 330 PS aber noch mehr Zunder bot. Diese Strassenrakete beschleunigte in gerade einmal 5,8 Sekunden von 0 bis 100 km/h und erreichte 257 km/h Höchstgeschwindigkeit, was den Wagen zur damals wohl schnellsten Limousine überhaupt machte. Zwei Liter mehr Verbrauch und einen etwa 20 Prozent höheren Anschaffungspreis musste man allerdings verkraften können.

    Nicht wohlfeil

    Mit DM 63’900 (CHF 61’700) war der BMW-Alpina B9 3.5 nicht gerade billig, sein Neupreis übertraf das Ausgangsprodukt BMW 528i um immerhin DM 27’500. Dafür erhielt man allerdings nicht nur mehr Leistung, sondern auch einiges an Zusatzausstattung, so etwa ein Blaupunkt-Radio mit vier Pioneer-Lautsprechern, wärmedämmendes Glas, Zentralverriegelung und einiges mehr, was bei BMW auf der Aufpreisliste stand.

    “Ob der Alpina B9 sein Geld wert ist, kommt weitgehend auf den Standpunkt an; gemessen an den BMW-Modellen der Fünfer-Reihe ist er sehr teuer, als Porsche-Alternative liegt er im Preis sicher auf dem richtigen Niveau”, schrieb damals König im Test.

    Die Kunden sahen das ähnlich, immerhin entschieden sich zwischen 1981 und 1985 500 Käufer für die schnelle Limousine, während der B7 Turbo auf E28-Basis deutlich seltener blieb.

    Modell Motor Hubraum Leistung PS Von Bis Anzahl
    B9 3.5 B9 3453 245 1981 1983 86
    B9 3.5 B9/1 3430 245 1983 1985 414
    B7 Turbo B7/1 3430 300 1984 1987 236
    B7 Turbo B7/3 3430 320 1986 1987 42
    B10 3.5 B10 3430 261 1985 1987 77

    Quelle: Buch “0AL-BB 50 - 50 Jahre BMW Alpina Automobile” (Delius Klasing Verlag)

    Nummer 488

    Wir schwingen uns wieder auf den Sitz des 488. B9 3.5, ausgeliefert im Jahr 1985, also gegen Ende der Produktion. Die schon damals vorbildliche Ergonomie im Fünfer passt auch heute noch, die Sitzposition stimmt. Der Motor läuft auf Schlüsseldreh an und lässt sein turbinenartiges Lied erklingen. Nur Reihen-Sechszylinder tönen so.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - viel Platz für fünf Personen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die rechte Hand fällt auf den Alpina-Schaltknauf, die linke fasst das Lenkrad vor dem Lospreschen fester. Doch das ist eigentlich gar nicht nötig, denn die Limousine gibt sich gesittet und rollt sogar recht komfortabel ab.

    BMW-Alpina B9 3.5 (1985) - Schalthebel in Holz
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Auch heute noch liessen sich mit dem Wagen lange Strecken zurücklegen und die Platzverhältnisse auf der Fondsitzbank wären sogar grossgewachsenen Passagieren zuzumuten. Der Kofferraum mit rund 460 Litern Volumen ist ausreichend für ein langes Wochenende und fasst auch noch einige Kartons des ebenfalls bei Alpina produzierten Weins. Nur allzu schnell um die Kurven wetzen sollte man dann nicht mehr, denn dies täte dem edlen Tropfen halt gar nicht gut.

    Wir danken der Oldtimer Galerie, die den dunkelblauen BMW-Alpina B9 3.5 von 1985 am 14. Oktober 2017 in Toffen versteigern wird, für die Gelegenheit zur Probefahrt.

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