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Autobianchi Stellina – das italienische Sternchen kam nicht zum Leuchten

Erstellt am 12. April 2015
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
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Archiv 
11
Autobianchi Stellina (1963) - Premiere am Autosalon von Turin
Autobianchi Stellina (1964) - ähnlich gebaut wie später der BMW Z1
Autobianchi Stellina (1964) - Blick auf das Stahlchassis
Autobianchi Stellina (1964) - charakteristisches Heckdesign
Autobianchi Stellina (1964) - wer möchte da nicht mit-einsteigen
Bild von Partner Württembergische

Edoardo Bianchi hatte sich vor allem als Fahrrad- und Motorradhersteller einen guten Ruf im Italien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen. Doch Bianchi baute schon früh auch eine Vielzahl verschiedener Automodelle, konzentrierte sich dann aber ab den Vierzigerjahren auf Motorräder und Nutzfahrzeuge.

Mit Fiat wieder Automobile

Im Jahr 1955 aber gründete Bianchi zusammen mit Pirelli und Fiat die neue Automarke Autobianchi und begann neue Modelle mit Fiat-Technik zu entwickeln. Der erste Wurf war das Modell Bianchina, das 1958 in den Handel kam. Innovativ war das mit starker Unterstützung von Fiat entstandene Modell Primula, das die noch heute vorherrschende Frontmotor-Bauweise mit Quermotor nutzte. Weniger bekannt, aber kaum weniger innovativ war der Autobianchi Stellina.

Erstes Serien-Kunststofffahrzeug aus Italien

Am Turiner Autosalon im Spätherbst 1963 stelllte Autobianchi ein kompaktes Sportcabriolet namens Stellina vor.

Bild Autobianchi Stellina (1963) - Premiere am Autosalon von Turin
Autobianchi Stellina (1963) - Premiere am Autosalon von Turin

Die Automobil Revue berichtete nach dem Turinbesuch:
"Mit einer hübschen Überraschung wartet Autobianchi auf und zeigt einen mit den mechanischen Aggregaten des Fiat 600 D versehenen, zierlichen Spider mit koketter Kunststoffkarosserie. Der kleine Wagen wurde «Stellina» (Sternchen) getauft. Als tragendes Element dient ein kastenförmiger Stahlblechunterbau, während die Karosserie nicht durch Verwindungskräfte beansprucht wird. Der Preis des noch im Prototypen- stadium befindlichen Zweiplätzers wurde noch nicht bekanntgegeben."

Das Design des neuen Wagens stammte von Luigi Rapi und er hatte den Heckmotorwagen in eine kantiges, aber durchaus hübsche Karosserie gekleidet.

Bild Autobianchi Stellina (1964) - Blick auf das Stahlchassis
Autobianchi Stellina (1964) - Blick auf das Stahlchassis

Diese bestand aus GFK-Elementen, die auf einem kastenförmigen Unterbau aus Stahlblech montiert wurden, ähnlich wie dies viel später auch BMW beim Z1 tat.

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Technische Basis des Fiat 600D

Die Grundlage bildete die Bodenplattform des Fiat 600D, womit der 767 cm3 grosse Vierzyinder mit Wasserkühlung und 29 PS genauso gegeben war wie die Einzelradaufhängungen rundum sowie Trommelbremsen an allen vier Rädern.

3,67 Meter lang und 1,43 Meter breit war das 660 kg schwere Cabriolet, die Kunststoffkarosserie hatte nicht unbedingt zu einem deutlich verringerten Gesamtgewicht geführt.

Bild Autobianchi Stellina (1964) - wer möchte da nicht mit-einsteigen
Autobianchi Stellina (1964) - wer möchte da nicht mit-einsteigen

Zu teuer

Fast eine Million Lire kostete der Autobianchi Stellina, als er 1964 in den Handel kam. Dafür erhielt man zwar ein hübsches Cabriolet mit nett entweder in Braun oder Schwarz ausstaffiertem Interieur, aber kaum sportliche Fahrleistungen. Rund 115 km/h lagen drin als Höchstgeschwindigkeit. Dafür war das Auto mustergültig sparsam und verbrauchte keine sieben Liter gemäss der CUNA-Norm.

Schnell erhielt der kleine Spider den Ruf eines Frauenautos, die erhältlichen Farben und das Zubehör, das u.a. auch Weisswandreifen, Radio oder Borrani Speichenräder umfasste, trugen ebenfalls ihren Teil bei.

Schliesslich wurden in zwei Jahren gerade 343 Fahrzeuge dieser ersten Serie produziert.

Bild Autobianchi Stellina (1964) - charakteristisches Heckdesign
Autobianchi Stellina (1964) - charakteristisches Heckdesign

Mehr Leistung für die zweite Serie 1965 rüstete man nach und vergörsserte den Motor auf 792 cm3. Statt 29 PS leistete dieser nun 31.5 PS, was natürlich nicht ausreichte, um den Wagen richtig sportlich zu machen. Stellina 800 nannte sich die neue Variante, doch auch diese verkaufte sich nicht viel besser und dies besiegelte 1965 nach 502 hergestellten Fahrzeugen das Ende des Kunststoff-Spiders, zumal im selben Jahr Fiat den 850 Spider vorstellte, der alles ein wenig besser konnte und dabei noch günstiger war.

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Rarität

Heute ist das “Sternchen” eine Rarität, denn trotz Kunststoff-Karosserie nagte der Rost bei vielen Exemplaren zu stark am Stahlblech-Chassis. Gut für die, die sich noch rechtzeitig einen Autobianchi Stellina gesichert haben.

Weitere Informationen

Bilder zu diesem Artikel

Bild Autobianchi Stellina (1964) - ähnlich gebaut wie später der BMW Z1
Bild Autobianchi Stellina (1964) - Blick auf das Stahlchassis
Bild Autobianchi Stellina (1963) - von der Verkaufsbroschüre
Bild Autobianchi Stellina (1964) - charakteristisches Heckdesign
Bild Autobianchi Stellina (1964) - wer möchte da nicht mit-einsteigen
Bild Autobianchi Stellina (1964) - elegante Formgebung
Bild Autobianchi Stellina (1964) - das Sternchen debütierte in Turin, basiert auf dem Fiat 600 D - Genfer Automobilsalon 1964
Bild Autobianchi Stellina (1964) - Heckansicht, gesehen auf dem Genfer Autosalon 1964
Bild Autobianchi Stellina (1964) - auf dem Genfer Autosalon 1964
Bild Autobianchi Stellina (1966) - mit 792 cm3 und einem attraktiven Karosseriekleid - Auto e Moto d'Epoca 2014
Quelle:
Logo Quelle
von Pedro
20.03.2021 (17:18)
Antworten
Am oberen Zürichsee fährt mein Freund Urs eine wunderschön restaurierte Stellina - richtig schön und herzig.
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