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Bild (1/7): Austin 3 Litre (1970) - die Front erinnert ein wenig an Fiat-Automobile der Sechzigerjahre (© Daniel Reinhard, 2012)
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    Austin 3 Litre - der unbekannte Anti-Rolls-Rover von British Leyland

    Erstellt am 4. April 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Bruno von Rotz 
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    Vermutlich werden die wenigsten den Austin 3 Litre, gebaut von 1968 bis 1971, erkennen, wenn sie ihm auf der Strasse begegnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt zu dieser Begegnung kommt, ist in unseren Breitengraden allerdings geringer, als der Gewinn im Zahlenlotto. Offiziell wurde der Wagen nämlich gar nie in die Schweiz importiert und auch auf deutschen Preislisten tauchte der Wagen nie auf. Der hiesige Vertrieb weigerte sich schlichtwegs, dieses Auto zu verkaufen.

    Austin 3 Litre (1970) - die Gesamtoptik leidet unter der nicht homogenen Kombination von Front-, Mittel- und Heckteil
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Lange Entstehungsgeschichte

    Die Vorgeschichte des Austin 3 Litre, der die Modellbezeichnung ADO 61 trug, ist symptomatisch für die Entwicklung, die die ganze englische Automobilindustrie in den Sechzigerjahren durchlief. BMC (British Motor Company) erkannte Anfangs der Sechzigerjahre die Chance, in der Dreiliterklasse eine neue Limousine gegen die etablierten Rover P5, Vauxhall Cresta und Humber Super Snipe zu setzen. In Kooperation mit Rolls-Royce wurden mehrere Modelle (Bentley Java, Rangoon, Bentley Bengal) entwickelt, die aber allesamt nie bis zur Marktreife gelangten, mit Ausnahme des Vanden Plas Princess 4-litre R.

    Im Alleingang entwickelten die Austin-Mannen dann bis zum Jahr 1963 einen Prototyp eines neuen Dreiliter-Fahrzeugs, das den mittleren Teil der Karosserie weitgehend mit dem Austin 1800 (ADO 17) teilte. Im Gegensatz zum kleineren Austin 1800 sollte ADO 61 aber Heckantrieb und einen längs eingebauten Sechszylindermotor erhalten.

    Wenn Buchhalter Designentscheidungen treffen

    In jener Zeit regierten die Buchhalter in der BMC. Es wurde angestrebt, möglichst viele Teile zwischen der verschiedenen Austin-Modellen gemeinsam zu nutzen.

    Austin 3 Litre (1970) - der gesamte Mittelbereich ist weitgehend identisch zwischen ADO 61 (hinten) und ADO 17 (vorne)
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    So musste der neue 3-Litre die ganze Mittelpartie des Austin 1800 übernehmen, nur die Front und das Heck wurden neu gestaltet. Im Heck gelang dies durchaus erfolgreich, man kann ihm sogar eine gewisse Eleganz zusprechen. Die Front aber geriet wenig inspirierend und die rechteckigen Scheinwerfer im “television design”, die anstelle der beim Prototyp von 1963 installierten Doppelscheinwerfern eingebaut waren, taten wenig für die Eleganz der Vorderansicht. Der Gesamteindruck der drei zusammengewürfelten Karosserieteile überzeugte auch nicht wirklich, zu plump und zu unförmig kam der Wagen daher.

    Geräumiges, hochwertiges Interieur

    Vom Austin 1800 geerbt hatte der 3-Litre die grosszügigen Platzverhältnisse, obschon durch den zusätzlichen Kardantunnel etwas Platz verschenkt wurde. Mit einem Radstand von 2,9 Metern war aber für viel Beinfreiheit hinten und vorne gesorgt und die Sitzposition stimmte. Der Innenraum verströmte trotz fehlendem Leder - stattdessen war qualitativ hochstehendes Kunstleder verlegt worden - dank freizügiger Verwendung von Nussbaum-Applikationen im ganzen Innenraum englische Clubatmosphäre und Oberklassen-Feeling. Dank viel Glas und einer insgesamt guten Übersichtlichkeit war man gut untergebracht. Der etwas billig wirkende Walzentacho und die teilweise von billigeren Austin-Modellen stammenden Bedienungselemente schadeten dem guten Eindruck kaum.

    Austin 3 Litre (1970) - der Walzentacho machte nicht so viel her
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der vollständige Ausstattungsumfang inklusive Ampère- und Öldruckanzeigen, regulierbaren Luftduschen und Kindersicherungen hinten konnte sich mit der Konkurrenz problemlos messen. Und trotz Kostenoptimierungszielen hatte man es in Abweichung zum Austin 1800 geschafft in den Vordertüren separat zu öffnende Dreiecksfenster unterzubringen.

    Technisch auf der Höhe der Zeit

    Trotz optischer Nähe zum Modell ADO 17 war der Austin 3-Litre technisch eine Neukonstruktion. Zwar konnte man Aufhängungselemente vom kleineren Modell übernehmen, doch man modifizierte sie teilweise gründlich. Beibehalten wurde die Hydroelastic-Verbundfederung, hinzu kam eine automatische Niveauregulierung. Mit Einzelradaufhängung hinten und vorne, Scheibenbremsen vorne, Servounterstützung für Bremsen und Zahnstangenlenkung war man auf der Höhe der Zeit. Dank höherem Gewicht (ca. 1’500 kg) im Vergleich zum Austin 1800 und intelligenten Modifikationen der Aufhängungselemente erreichte man einen Federungskomfort, der das klassenübliche weit überstieg und denn auch einhellig gelobt wurde.

    Austin 3 Litre (1970) - der Motor wurde so auch im MG C mit etwas mehr Leistung verbaut
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Für den Antrieb entschied man sich für den bereits vorhandenen BMC-C-Series Motor, baute diesen aber weitgehend um, setzte eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle ein und einen neu gestalteten Zylinderkopf auf. 125 SAE-PS waren die Leistungsausbeute bei moderaten 4’750 U/min. Gekoppelt wurde dieser Motor an ein Vierganggetriebe mit optionalem Laycock Overdrive oder an eine Borg-Warner- Automatik des Typs 35 mit drei Vorwärtsgängen.

    Peinliches Schweigen bei der Präsentation

    Austin 3 Litre (1967) - Premiere auf der Earls Court London Motorshow
    © Archiv Automobil Revue

    Die Präsentation des neuen Austins erfolgte auf der Earls Court Motorshow 1967, also über vier Jahre nachdem die ersten Prototypen bereit standen. Und dabei war man noch nicht einmal in der Lage, mit der Produktion zu starten, nur 100 Fahrzeuge wurden vorerst ausgewählten Automobilisten zur Verfügung gestellt. Erst 1968 konnte der Verkauf richtig starten.

    Vor der offiziellen Präsentation wurden der Wagen in Longbridge der Presse vorgestellt. Nach einer professionellen Einführung durch Raymond Baxter wurde der Austin 3-Litre als Höhepunkt der Veranstaltung enthüllt. Es folgte höfliches Klatschen und dann ein betretenes Schweigen. Die Presse hatte mehr und vor allem schöneres erwartet. Dem Wagen war die Verwandtschaft mit dem kleineren Austin 1800, der im Volksmund Landkrabbe (“land crab”) genannt wurde, anzusehen. So entstand dann auch in Anlehnung der Übernahme Landhummer “land lobster” für den grösseren Austin.

    Auch positive Pressestimmen

    In den Kommentare äusserten sich die Pressevertreter dann aber wesentlich höflicher, als was man nach der Enttäuschung bei der Markteinführung hätte ausmalen können. Die schweizerische Automobil Revue attestierte nach einer Probefahrt: “Ein überdurchschnittlich bequemer, komfortabler Reisewagen der gehobenen Mittelklasse, mit dem sich mühelos hohe Durchschnitte erzielen lassen, ohne dabei die Fahrsicherheit im geringsten zu schmälern.”

    Auch die Zeitschrift “Auto Motor und Sport” lobte den Komfort, monierte aber Defizite in der Dynamik (Beschleunigung von 0 bis 100 km/h in rund 16 Sekunden gemäss Werksangaben, Höchstgeschwindigkeit 161 km/h, starke Seitenneigung in Kurven) und räumte dem Neuankömmling wegen des zu erwartenden hohen Preises auf Höhe des Mercedes-Benz 250 S bestenfalls Aussenseiterchancen ein.

    Kein Interesse bei Importeuren

    Mit der deutschen Elite musste sich der Austin 3-Litre dann aber nie wirklich messen, denn die Importeure in Deutschland und in der Schweiz zeigten kein Interesse an ihm, um es einmal vorsichtig zu formulieren. So kamen hiesige Käufer gar nie in den Genuss, den Anti-Rolls-Rover zu fahren.

    Modellpflege bereits 1968

    Bereits kurz nach Produktionsbeginn liess die Firma British Leyland, die inzwischen durch Fusion von BMH (BMC+Jaguar) und Leyland entstanden war, der Limousine eine Modellpflege angedeihen. Die Rechtecklampen vorne wurden durch Doppelscheinwerfer ersetzt, nur noch die Deluxe-Variante wurde weiterproduziert.

    Im Entwicklungsprogramm waren auch eine Vanden-Plas- und eine mit einem Rover-V8 motorisierte Wolseley-Version entstanden, teilweise mit deutlichen Karosseriemodifikationen, beide schafften es aber nicht in die Serie, im Gegensatz zur Kombiversion, die bei Crayford weitgehend von Hand in geringen Stückzahlen gebaut wurde.

    1971 dann wurde die Produktion nach 9’992 Exemplaren ohne direkten Nachfolger eingestellt; während der drei Jahre hatte der Wagen nur Verluste eingefahren.

    Fahren wie ein König

    4,7 Meter lang, 1,69 Meter breit, aus heutiger Sicht ist der Austin 3 Litre kein sehr grosses Auto, moderne Mittelklassen-Limousinen sind meist länger, aber ganz sicher breiter. Aber man muss schon bis zum aktuellen Audi A6 gehen, um eine Limousine mit ähnlich langem Radstand zu finden. Damit wird bereits klar, dass der Austin selbst für moderne Begriffe viel Platz im Innern bietet. Man kann sich sowohl vorne wie hinten wohlfühlen, die Kopffreiheit ist erstklassig, die Sitze sind bequem. Hinten gibt es eine breite herunterklappbare Lehne, vorne gleich deren zwei.

    Als Fahrer greift man in das grosse Lenkrad mit dünnen Kranz, startet den Motor per Schlüsseldreh und wenn nötig unter Zuhilfenahme des Chokes. Dafür muss man keine Anleitung lesen, auch wenn sie in diesem Falle nur rund 20 Seiten benötigt, um alle relevanten Funktionen des Dreiliters zu erklären. Will man aber Licht, Nebellampe, Suchscheinwerfer oder Scheibenwischer ein- oder ausschalten, dann empfiehlt sich ein Blick in das Handbuch, da die Schalter unbeschriftet sind. Eindeutig ist dafür der Blinker, dessen Ende mitblinkt, wenn man ihn benutzt.

    Lautlose Sanftheit

    Zum Losfahren legt die linke Hand an der Automatik die D1- oder D2-Position ein, je nachdem wieviel Temperament gewünscht wird. Die “Schaltkulisse” hat man auch schon bei MGs oder Mini gesehen. Mit dem Fuss auf dem Gaspedal setzt sich die Limousine majestätisch in Bewegung. Der Anspruch, einen Anti-Rolls-Rover zu fahren, erfüllt sich tatsächlich. Das Motorgeräusch bleibt bei vorsichtigem Gaseinsatz im Hintergrund, nur die Windgeräusche sind deutlich hörbar. So ganz stimmt die “silent smoothness” also nicht, die der Verkaufsprospekt von 1968 ankündigt, aber mit “confident speed” können wir leben.

    Der Wagen ist kein Sprinter, die Lenkung relativ indirekt, die Federung eindeutig auf Komfort ausgelegt. Mit diesen Charakteristiken stellt sich automatisch ein gleitender Fahrstil ein, der auch den nicht gerade bescheidenen Verbrauch (geschätzte 13 bis 18 Liter pro 100 km) etwas senken dürfte. Der Fahrkomfort ist hervorragend, vor allem wenn man die Fahrzeuggrösse berücksichtigt. Da ist sie doch, die lautlose Sanftheit, die der Prospekt verspricht! Einfach weitergleiten und die Hektik des Alltags hinter sich lassen ....

    Wir bedanken uns bei der Firma ClassicCarConnection in Lichtensteig , die uns die Begegnung mit dem überaus seltenen und hervorragend erhaltenen Austin 3 Litre mit Jahrgang 1970 ermöglichte.

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