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Bild (1/2): Atalanta Sport Tourer (1938) - alle Räder waren einzeln aufgehängt (© Daniel Reinhard, 2012)
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    Atalanta Sport Tourer - fast einmaliger und sehr fortschrittlicher Sportwagen der Dreissigerjahre

    Erstellt am 10. August 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Atalanta SchriftzugEinzelradaufhängung vorne und hinten, verstellbare Dämpfer, elektrisch zuschaltbarer Choke, drei Ventile pro Zylinder, fast 100 PS aus 1,5 Liter Hubraum, das tönt alles mehr wie Neuzeit oder zumindest Achtzigerjahre, aber diese Attribute gehörten zum Atalanta Sport Tourer von 1938! Mit diesen Anlagen gehörte der Atalanta wohl zum Modernsten, was man damals für den Einsatz im normalen Strassenverkehr kaufen konnte.

    Von Frazer-Nash zu Atalanta

    Albert Leslie Gough war ein begabter Ingenieur. Im Jahr 1932 trat er bei Frazer-Nash ein als Motorentester. Zu jener Zeit setzte man vor allem Meadows-Motoren ein und Gough optimierte diese für die Nutzung im Frazer Nash und stieg zum Chef-Designer auf. Weil die Motoren Zuverlässigkeitsprobleme zeigten, erhielt Gough den Auftrag, einen neuen Vierzylindermotor zu entwickeln.

    Bereits im Juni 1934 wurde das Wunderwerk, das sich von seiner Ausrichtung direkt gegen den Aston-Martin-Motor mit 1,5 Litern Hubraum richtete, präsentiert. Um eine Aufladung mittels Kompressor zu ermöglichen, hatte man die Einzelteile ausserordentlich robust ausgelegt. Rund 70 PS entwickelte der Motor, der aus Kapazitätsgründen bei Beans Industries gebaut wurde.

    Frazer Nash ging es nicht gut zu jener Zeit und Gough verlor seinen Job. Kurzerhand beschloss er zusammen mit drei weiteren Sportwagenliebhabern - Hamill, Scott und Crosby - einen neue Marke aus der Taufe zu heben, um für Amateur- und Profirennfahrer einen Wagen für den Strassen- und Renneinsatz zu bauen. Dank der weiterhin bestehenden guten Beziehungen zu Frazer Nash konnte Gough “seinen” Motor mitnehmen.

    Aus der griechischen Mythologie

    Atalanta Logo mit der GöttinAtalanta” wurde die neue Marke genannt, benannt nach einer Jägerin und Sporterin aus der griechischen Mythologie. Die Legende sagt, dass die schöne und mutige Atalanta nur einen Mann heiraten wollte, der sie im Rennen besiegen konnte. Erst mit göttlicher Unterstützung gelang es schliesslich Melanion dank einer List, Atalanta, die wegen ihrer Stärke und Schnelligkeit berühmt war, zu besiegen.

    Die Namenswahl war wohl kein Zufall, denn auch die Atalanta-Ingenieure strebten nach einem ausgewogenen, leichtgewichtigen und starken Sportfahrzeug.

    Der fortschrittliche Vierzylindermotor

    Der wassergekühlte Gough-Vierzylinder war in zwei Hubraumvarianten erhältlich, 1’496 cm3 oder 1’996 cm3. Damit liessen sich dem mit drei Ventilen pro Zylinder ausgerüsteten Motor 78, respektive 98 PS entlocken. Die dreifach gelagerte Kurbelwelle lief in einem Aluminium-Gehäuse, während der Zylinderblock aus Gusseisen bestand. Die Kolben bewegten sich in nassen Zylinderbüchsen, die obenliegende Nockenwelle wurde durch eine kette angetrieben. Scintilla Vertex Magnetzündung in doppelter Ausführung sorgte für effiziente Verbrennung. Wer mehr Leistung wollte, konnte einen Centric Kompressor bestellen, der unüblicherweise die Luft durch die Vergaser ansaugte, statt sie durchzublasen. Rund 100 Meilen pro Stunde (ca. 170 km/h) sollen mit dem aufgeladenen Vierzylinder möglich gewesen sein.

    Für die Kraftübertragung standen ein in Lizenz gefertigtes Viergang-Cotal-Getriebe oder ein Dreigang-American-Warner-Gangwechsel zur Auswahl.

    Einzelradaufhängungen vorne und hinten

    Das “Underslung”-Chassis entsprach mit seiner Rahmenstruktur damaligen Gepflogenheiten. Speziell aber waren die unabhängig operierenden Aufhängungen vorne und hinten (!), die zusätzlich noch auf die Unterstützung von aus dem Cockpit verstellbaren Dämpfern (André  Hartford Telecontrol Shock Absorbers) zählen konnten. 

    Die 16 Zoll grossen hydraulisch gesteuerten Electron-Trommelbremsen sorgten für optimale Verzögerung. Alles war auf niedrigstes Gewicht und optimales Handling ausgerichtet. 

    Aufbau in zwei Varianten von Abbott

    John Higdon konzipierte bei Abbott eine elegante zweisitzige Sportwagen-Karosserie mit freistehenden Kotlfügeln und aussen verlegter Auspuffanlage. Zudem entwarf er auch ein höher bauendes “Drophead Coupé” für drei Insassen. Mit diesen beiden Modellen startete man den Verkauf.

    Die Zukunft ruft

    Als wären die fortschrittlichen Charakteristiken von Motor und Chassis noch nicht genug gewesen, wurden die Atalanta-Fahrzeuge mit weiteren zukunftsweisenden Attributen ausgerüstet. So konnte der Choke elektrisch zugeschaltet werden, die Einstellung der Dämpfer auf Instrumenten überwacht werden und dank Rückfahrscheinwerfern (V12-Modell) konnte man auch gefahrlos rückwärts fahren.

    Einsatz in Le Mans ohne Erfolg

    1938 trat ein Atalanta mit Charles Morrison und Neil Watson in Le Mans an. Trotz gutem Start war ihnen kein Erfolg beschieden, denn nach vier Stunden brach ein Radlager. Im Folgejahr war wiederum ein Atalanta gemeldet, traf aber nie ein. Mehr Lorbeeren holte sich der Sportwagen in der Schottland-Rallye, sowie der RAC Welsh Rally von 1939.

    Mehr Luxus mit dem Zwölfzylinder

    Für höhere Ansprüche an Fahrkomfort und Ausdauer brachten die Atalanta-Mannen 1938 ein Zwölfzylindermodell auf den Markt. Den Motor übernahm man vom Lincoln Zephyr, was 4’379 cm3, 112 PS und rund 160 km/h Spitze (The Autocar mass 91.84 MPH im Jahr 1939) bedeutete.

    Die Zeitschrift “The Autocar” war voll des Lobes und beschrieb den neuen Wagen, den es nun mit verlängertem Radstand auch als Sportlimousine zu kaufen gab als perfekte Mischung aus Sportwagen und Langstreckenfahrzeug. Die Federung/Dämpfung wurde zwar als straff, aber keinesfalls unkomfortabel wahrgenommen. Positiv herausgestrichen wurden die grosse Stabilität und das hohe Sicherheitsniveau.
    Die neuen Varianten wurden sehr positiv aufgenommen, so dass ab Mitte 1938 die meisten Wagen die Fabrik mit Zwölfzylindermotoren verliessen.

    Nur 22 Fahrzeuge gebaut?

    Der ausbrechende zweite Weltkrieg liess die Nachfrage versiegen, was für die kleine Firma das Ende bedeutete.

    Man geht davon aus, dass zwischen 1936 und 1939 22 Atalantas gebaut wurden, die Hälfte davon mit dem Gough-Vierzylindermotor. Wegen der vielen verfügbaren Varianten -  neben Abbott baute auch Bertelli Karosserien, die wiederum schon ab Werk in verschiedenen Ausführungen angeboten wurden - und vielen Motorisierungs- und Getriebealternativen dürfte kein Atalanta wie der andere gewesen sein.

    Die Exklusivität dürfte neben dem verderblichen Kriegsbeginn auch mit dem durchaus beträchtlichen Preisniveau zu tun gehabt haben. Der einfachste Atalanta figurierte 1939 mit £ 582 auf der Preisliste, die teuerste Version kostete £ 787. Zum Vergleich konnte ein Austin Eight für £ 128, ein Armstrong-Siddeley Saloon für £ 380 und ein Aston Martin 2 Seater Short Speed Tourer für £ 695 erworben werden.

    Auch nach dem Krieg noch ein Thema

    Auf Basis von noch verfügbaren Ersatzteilen und neuen Ideen bot Richard Gaylard Shattock ab 1952 einen Bausatz an, den er R.G.S. Atalanta nannte. Während das Chassis weitgehend unverändert war, konnten verschiedene Motoren-/Getriebevarianten eingesetzt werden. Die Karosserie wurde Kunsstoff geformt. DIe Zeitschrift “The Autocar” fuhr 1952 ein Exemplar mit Lea-Francis-Motor und Cotal-Getriebe, dessen Karosserie allerdings aus Aluminium bestand. Rund zwölf Chassis sollen auf diesem Weg gebaut und in Umlauf gebracht worden sein.

    Wenige Überlebende

    Gemäss aktuellen Informationen dürften nur sieben oder acht der ursprünglichen Atalanta-Fahrzeuge überlebt haben. Chassis 1011 mit Kennzeichen HMX 957 zum Beispiel erfreut sich nach einer aufwändigen Restaurierung bester Gesundheit, Chassis 1008 ist weitgehend komplett, momentan aber nicht einsatzbereit.

    Und Chassis 1010, das ursprünglich mit dem Kennzeichen HMX 956 in England registriert wurde, befindet sich heute in Schweizer Besitz und tritt an vielen Veranstaltungen in Erscheinung. Welches der drei Chassis in Le Mans am Start war und ob es eines dieser drei gewesen war, darüber sind sich die Experten und Historiker nicht einig, aber eine sportliche Figur machen alle drei.

    Sechszylinder von Lagonda

    Obschon ab den Fünfzigerjahren ausreichend dokumentiert, bleibt die frühe Geschichte des hier portraitierten HMX 956 mit Baujahr 1938 einigermassen im Dunkeln. Mit Sicherheit handelt es sich um einen Wagen, der mit Vierzylinder-Motor, vermutlich mit Cotal-Getriebe und Kompressor ausgerüstet, ausgeliefert wurde.

    Irgendwann allerdings ging der Wagen des Motors verlustig und ein Besitzer entschied sich in den Fünfzigerjahren für einen strammen Sechszylinder-Lagonda-Motor samt passendem Vierganggetriebe als Ersatz. Auch andere Teile der technischen Ausrüstung wurden über die Jahre modifiziert, doch blieb ausserordentlich viel Originalsubstanz erhalten.

    Sportlicher Vortrieb

    Nimmt man im tiefliegenden Sportwagen Platz, erstaunen zuerst einmal die fast luxuriösen Platzverhältnisse. Diese sind zwar einerseits der durch den aktuellen Besitzer eingepassten platzsparenden Sitzbank zu verdanken, aber im Gegensatz zu manch anderem Vorkriegsklassiker dürften die Atalanta-Leute schon von Anfang an auch Autos für einigermassen grossgewachsene Fahrernaturen gebaut haben.

    Der Sechszylinder lässt sich problemlos in Gang bringen, das unsynchronisierte Getriebe verlangt nach sorgfältigem Zwischengas und Zwischenkuppeln. Die einzeln aufgehängten Räder halten den Wagen problemlos auf der Strasse, man vergisst trotz seiner fortschrittlichen Konstruktionsprinzipien aber nie, dass man in einem Vorkriegsautomobil sitzt.

    Ausserordentlich vergnüglich gestaltet sich die Fahrt im offenen Atalanta, die schnelle Fahrt wird vom sonoren Auspuffklang untermalt, die Fahrleistungen sind mehr als ausreichend. Insgesamt fühlt sich der Wagen wirklich wie ein Tourer an, die rennsportlichen Gene drängen nicht in den Vordergrund.

    Und dass dieses Fahrzeug viel Sympathie geniesst und kaum je einen Neider anlockt, macht den Besitzer noch zufriedener.

    Wer gerne selber einmal einen Atalanta fahren sehen möchte, der sei auf die Arosa ClassicCar 2012 verwiesen, an der HMX 956 teilnehmen wird.

    Weitere Informationen

    • The Autocar, April 1939: Road Test No 1’274 - 4,3 Litre Twelve Cylinder Atalanta Saloon
    • Light Car, April 1939: Atalanta “Thoroughbred
    • The Autocar, December 1941: Atalanta 
    • The Autocar, May 1952, Interesting Competition Cars: R.G.S. Atalanta - a “Kit of Parts” Design

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