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Alfa Romeo Spider “aerodinamica” – mit kesser Lippe

Erstellt am 18. Juni 2022
, Leselänge 9min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Archiv Zwischengas 
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Alfa Romeo - Fiat Group 
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Bruno von Rotz 
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Archiv 
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Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - die dritte Serie bedietet im Jahr 2022 die günstigste Möglichkeit, einen Alfa Spider zu kaufen
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - geschlossen lagen 194 km/h drin
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - offen wurde der Spider der 3. Serie mit 181 km/h gestoppt
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - dünne A-Säulen und der Verzicht auf weitere Hindernisse ergeben eine optimale Rundumsicht
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - wer würde noch Bahn fahren wollen, wenn ein Alfa Spider bereit steht?
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - die klassische Silhouette glänzt auch vor modernen Zugkompositionen
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Der Alfa Romeo Spider war ein Erfolg. Da hätte es den Film “The Graduate”, in welchem Dustin Hoffman als Student Benjamin Braddock im roten Duetto (Rundheck, “Osso di Sepia”) Spider mit Liebeskummer durch die USA tuckerte (und ohne Benzin stehenblieb), gar nicht gebraucht. Trotzdem wird der von 1966 bis 1993 gebaute Alfa Spider auch heute noch mit diesem Film, der hierzulande als “Die Reifeprüfung” in den Kinos lief, in Verbindung gebracht.

Bild Alfa Romeo Spider 1600 (1966) - die Linie gab Pininfarina bereits mit der Studie "Spider Speciale Aerodinamica" im Jahr 1961 vor
Alfa Romeo Spider 1600 (1966) - die Linie gab Pininfarina bereits mit der Studie "Spider Speciale Aerodinamica" im Jahr 1961 vor

Dabei war bereits 1970 Schluss mit dem Rundheckspider, als Pininfarina das Heck kappte und so die “Fastback”-Version mit weniger Rundungen, kürzerer Gesamtlänge und trotzdem mehr Kofferraum entstand.

Bild Alfa Romeo 1750 Spider Veloce (1970) - der offene Alfa war eines der am längsten produzierten Pininfarina-Designs
Alfa Romeo 1750 Spider Veloce (1970) - der offene Alfa war eines der am längsten produzierten Pininfarina-Designs

Der Kammheck-Spider setzte die Erfolgsserie fort, konnte aber über die Jahre schliesslich nicht mehr mit der optisch jünger wirkenden Konkurrenz mithalten.

Bild Alfa Romeo Spider 2000 (1974) - Pininfarina hatte den "Aerodinamico" schon früh im Sinn
Alfa Romeo Spider 2000 (1974) - Pininfarina hatte den "Aerodinamico" schon früh im Sinn

Pininfarina hatte bereits 1974 am Autosalon von Barcelona gezeigt, wie eine aerodynamisch optimierte Variante des Fastback-Spiders aussehen könnte und so den Luftwiderstand durch den Anbau von Front- und Heckspoiler um 8,7 Prozent, den Auftrieb am Heck um 46 Prozent reduzieren würde. Auch weniger Benzinverbrauch hätte die Optimierung gebracht, die aber auch aus optischen Gründen nicht umgesetzt wurde.

Bild Alfa Romeo Spider 2000 (1974) - Pininfarina hatte den "Aerodinamico" schon früh im Sinn
Alfa Romeo Spider 2000 (1974) - Pininfarina hatte den "Aerodinamico" schon früh im Sinn

Da hatten die Amerikaner mit ihren Sicherheitsvorschriften schon mehr Einfluss, denn zum Genfer Autosalon 1983 zeigte Alfa Romeo einen umfangreich modifizierten Spider.

Neuauflage nach 14 Jahren

Die Stossfänger vorne und hinten waren neu gestaltet (und massiver), das “Scudetto”, also der verchromte Schild an der Front verschwand und wurde durch eine deutlich kleinere Version aus Hartgummi ersetzt. Unter dem Stossfänger zeigte sich ein grosser Frontspoiler, der dem Pininfarina-Entwurf von 1974 durchaus nahe kam.

Bild Alfa Romeo Spider Aerodinamica (1985) - der Nachfolger des Fastback-Spiders wurde auch "Gummilippe" genannt
Alfa Romeo Spider Aerodinamica (1985) - der Nachfolger des Fastback-Spiders wurde auch "Gummilippe" genannt

Das Heck wurde durch einen mattschwarzen Gummi-Heckspoiler, der bis zu den Stossfängern herunterreichte und die Rückleuchten umschloss, dem Zeitgeschmack angepasst. Durch die neue Gestaltung wuchs die Länge des Spiders auf 4,25 Meter an und betrug nun wieder gleich viel wie bei der Rundheck-Erstausgabe von 1966.

Während innen fast alles gleich blieb, wenn man von einigen modernen Schaltern absah, teilten die Modifikationen am Äusseren die Genfer Salonbesucher in Unterstützer und Gegner. Vor allem am massiven Heckspoiler nahmen viele Traditionalisten Anstoss, da mochten die aerodynamischen Vorteile – man nennt die dritte Spiderserie schliesslich auch “aerodinamica” – noch so gross sein. Zum Übernamen "Gummilippe" war's jedenfalls nicht weit.

Bewährte Technik

Technisch gab’s am erneuerten Spider 1983 aber nichts auszusetzen, es hatte sich schliesslich auch kaum etwas verändert. Wie bis anhin sorgte der längs eingebauter Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen für eine gute Leistungsausbeute und 127 PS bei 5300 Umdrehungen. Zwei Doppel-Flachstromvergaser von Solex waren für die Gemischaufbereitung zuständig und entlocktem dem mit Leichtmetallzylinderkopf ausgerüsteten Vierzylinder 182 Nm bei 4500 Umdrehungen (ECE-Version).

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - der berühmte Vierzylinder-Doppelnocker
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - der berühmte Vierzylinder-Doppelnocker

Die Vorderräder wurden an doppelten Querlenkern geführt, hinten hingen die 14-Zoll-Räder an einer Starrachse mit Führungsstreben. Gebremst wurde mit Scheiben rundum.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1983) - in der Werbung - der Freiluft-Klassiker
Alfa Romeo Spider 2.0 (1983) - in der Werbung - der Freiluft-Klassiker

Rund 1050 kg brachte der erneuerte Spider auf die Waage, das Leistungsgewicht lag damit deutlich unter 10 kg pro PS. Entsprechend überzeugten die Fahrleistungen mit 10.2 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h und 194 km/h Spitze, die im fünften Gang erreicht wurde.

Die Höchstgeschwindigkeit reduzierte sich bei offenem Dach auf 181 km/h, kurbelte man die Seitenscheiben hoch, lagen 186 km/h drin. So hatte es zumindest die Automobil Revue ermittelt. Diese mass auch die Verbrauchswerte im offenen und geschlossenen Zustand. Bei 140 km/h etwa liefen 8,4 Liter pro 100 km durch die Vergaser, wenn das Faltverdeck oben war. Mit dem Wind in den Haaren wurden dagegen 10,8 Liter verbraucht. Mit diesem Zuschlag konnte man aber leben, zumal offenfahren fast automatisch zu einem verbrauchsgünstigeren Fahrstil führt. Als Testverbrauch notierten die AR-Tester 1983 günstige 9,8 Liter pro 100 km/h, während die ams-Testfahrer mit offenbar heisserer Sohle fuhren und 11,4 Liter pro 100 km verbrannten.

Die Resumés waren beidseits der Schweizergrenze positiv. Die AR befand:
“Für den nach wie vor überaus schnittigen Alfa Romeo Spider sprechen nicht in erster Linie die gebotenen Eigenschaften; ausschlaggebend dürften vor allem gefühlsbetonte Empfindungen sein. Wer sich beispielsweise an Details wie den in der Morgen- und Abendsonne stark spiegeln- den Instrumenten stört und auch den glänzenden hölzernen Lenkradring ebenso kritisiert wie die wenig Oberschenkelauflage bietenden, kunstlederbezogenen Sitze, sollte sich den Kauf sehr gründlich überlegen. Dasselbe gilt für diejenigen, die bei diesem Wagen den Stand der Technik nicht als erfüllt betrachten. Doch wer sein Herz an einen klassischen, charaktervollen Zweisitzer mit «open air»-Flair verlieren kann, hat keinen Grund zum Zaudern. Er findet im Alfa Spider das, was er sucht.”

Die Redakteure von”auto motor und sport” äusserten sich ebenfalls differenziert:
“Der Alfa ist auch sonst von der wilderen Sorte. Er animiert zum Schnellfahren und zum re­gen Gebrauch der nicht eben leichtgängigen, aber präzisen Lenkung. Denn auf welligen Landstraßen ist der Fahrer nicht nur für das korrekte Um­runden der Kurven, sondern auch für die Aufrechterhaltung des Geradeauslaufs zuständig. Das sozusagen allgegenwärtige Eigenlenkverhalten des Alfa gipfelt in sehr schnell gefahre­nen Kurven in einem vehementen Übersteuern, das stark an die Schwanzbewegungen von Alli­gatoren erinnert. Kein Zweifel, der Alfa Spider ist das genaue Gegenteil eines Beta-Blockers.”

Zu sagen ist, dass es an Alternativen zum Alfa Spider mangelte. Es gab zwar noch den Pininfarina Spidereuropa, den modernisierten Fiat 124 Spider, aber ansonsten war die Luft im Bereich der unter DM 30’000 teuren Cabriolets sehr, sehr dünn, wenn man von britischen Exoten einmal absah. Der Mazda MX-5 war noch nicht erfunden, denn der kam erst 1989.

So erhielt man mit dem Zweiliter-Spider von Alfa Romeo für CHF 25’000 oder DM 27’590 ein tolles Auto mit Charakter und jeder Menge Tradition.

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Mercedes-Benz 370 S Mannheim Sport Cabriolet (1932)
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Umbau oder Rückbau

Weil sich nicht alle Spider-Käufer mit dem Serien-Look zufrieden geben wollten, wurden verschiedene Umbaumöglichkeiten offeriert. Die wohl beliebteste kam aus dem Hause Zender und sie beinhaltete eine neue GFK-Frontstossstange samt eingebettetem Alfa-Grill sowie eine Bugschürze und ein dreiteiliges flacheres Heckteil. Komplett mit neuen Rädern kam das Kit auf DM 2622, aber man konnte die Teile auch einzeln beziehen und so montierten viele Spider-Besitzer nur das Heckteil ohne ausladenden Spoiler.

Wer es traditioneller wollte, der besorgte sich Originalblechteile des Vorgängers, engagierte einen Spengler sowie einen Lackierer und baute seinen Serie-3-Alfa so für rund DM 5000 zum Serie-2-Exemplar zurück.

Modellpflege und Disco-Look für den Serie-3-Spider

Mit dem “aerodinamica” von 1983 blieb die Entwicklung allerdings nicht stehen. 1986 ging der Spider in den “vierten Frühling”, wie “auto motor und sport” kolportierte. Der Spider war gerade 20 Jahre jung geworden, als ein neues Cockpit und ein Lederlenkrad mit Pralltopf in den Spider einzogen. Die Sitze waren samt Gurtführung genauso überarbeitet worden wie die Ergonomie im offenen Alfa. Elektrische Scheibenheber sorgten für schweissfreie Scheibenbetätigung, grössere (und etwas klobigere) Aussenspiegel für eine bessere Sicht nach hinten.

Bild Alfa Romeo Spider Quadrifoglio Verde (1986) - mit zusätzlichen Schwellern und breiteren Rädern
Alfa Romeo Spider Quadrifoglio Verde (1986) - mit zusätzlichen Schwellern und breiteren Rädern

Noch moderner zeigte sich die “Quadrifoglio Verde”-Variante mit grösserem Frontspoiler, Kunststoff-Seitenschwellern und Leichtmetallrädern mit Reifen der Dimension 195/60 HR 15. Dieses Paket erwies sich allerdings als nicht ganz stilsicher, worauf die Bemerkung des ams-Berichterstatters, man sei damit vor jeder Schickimicki-Disco bestens aufgehoben, zeugte.

Motorisch änderte sich erst mit Einführung der Katalysator-Version kurze Zeit später etwas, wenn auch im negativen Sinne. Denn durch die Nachoxidierung und die damit verbundenen Anpassungen sank die Leistung auf rund 115 PS und auch akustisch wirkte der gesäuberte Doppelnocker nicht mehr so sportlich wie einst. 12 Sekunden waren nur für den Spurt von 0 auf 100 km/h nötig, die Spitze sank auf 178 km/h, der Testverbrauch hielt sich aber dank der Einspritzung, die es in den USA schon lange gegeben hatte, dafür in Grenzen. Preislich blieb der Spider mit DM 35’000 (1989) eine attraktive Offerte.

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Zum Schluss nochmals umfangreich erneuert

Im Januar 1990 dann wurde in Detroit die vierte Serie des Alfa Romeo Spiders enthüllt, wieder 128 PS stark und dies trotz Katalysator. Auch der Gummi-Spoiler war verschwunden, an den Ausmassen (425 x 163 x 129 cm) hatte sich aber genauso wenig geändert wie am Gewicht. Dieser erneuerte Spider, der allerdings abermals etwas teurer geworden war, wurde bis ins Jahr 1993 verkauft und dies sogar noch erfolgreicher als sein Vorgänger, denn im besten Jahr (1991) konnten 9073 Autos gebaut werden.

Bild Alfa Romeo Spider Serie IV (1991) - die letzte Auflage, hier in herrlich zitronengelber Lackierung
Alfa Romeo Spider Serie IV (1991) - die letzte Auflage, hier in herrlich zitronengelber Lackierung

Der Serie-3-Spider hatte es im besten Jahr (1986) auf 7215 Fahrzeuge gebracht, der heute sehr beliebte Serie-2-Fastback-Spider kam 1975 auf 5189 Exemplare.

Wegen seiner langen Bauzeit erreichte der Serie-2-Fastback-Spider mit 51’811 Exemplaren den grössten Ausstoss, gefolgt vom Serie-3-“aerodinamica” mit 37’208 und vom Serie-4 mit 21’407 Autos. Insgesamt wurden zwischen 1966 und 1993 124’104 Alfa Romeo Spider aller Serien gefertigt.

Wenn die Wonne zwischen den Rädern liegt

Zwischen Vorder- und Hinterachse unterscheidet sich der Serie-3-Spider, wie er von 1983 bis 1989 gebaut wurde, kaum von seinem Vorgänger, dem Fastback-Spider. Bereits vorher hatten die Schalter ab und zu ihre Position und ihr Aussehen geändert, die klassischen Hauptinstrumente in ihren eigenen Gehäusen hatte auch der (frühe) Spider “aerodinamica” behalten.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - klassisches Cockpit mit einigen neuen Zutaten
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - klassisches Cockpit mit einigen neuen Zutaten

Auch die Sitzposition und das (Simili-) Holz-Lenkrad sind immer noch klassisch, genauso wie die vinyl-bezogenen Sitze  und der perfekt positionierte Schaltknauf. Das Dach ist im Nu (auch von innen) versenkt und los geht die Wonnefahrt.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - so sieht ein klassisches italienisches Cabriolet aus
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - so sieht ein klassisches italienisches Cabriolet aus

Mit der rechten Hand (und einem herkömmlichen Zündschlüssel) wird der Vierzylinder zum Leben erweckt und er dankt es einem mit seiner charakteristischen Soundkulisse, die offen, wenn man Auspuff- und Vergaser-Ansauggeräusche perfekt hören kann, noch mehr Laune macht. Diese Musikalität können die Nacholger mit Einspritzung und Katalysator einfach nicht mehr reproduzieren.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - 127 PS leistet der Motor mit seinen zwei Solex-Vergasern
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - 127 PS leistet der Motor mit seinen zwei Solex-Vergasern

Die Gänge flutschen fast von alleine in die gewünschte Gasse und der Antritt ist für ein fast 40-jähriges Auto durchaus sportlich. Der Blick über die rundliche Motorhaube gefällt, die Rundumsicht ist (bei offenen Dach) sowieso perfekt.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - offen wurde der Spider der 3. Serie mit 181 km/h gestoppt
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - offen wurde der Spider der 3. Serie mit 181 km/h gestoppt

80 km/h sind ein angenehmes Tempo, dann kann man auch noch einen Schwatz mit dem Beifahrer führen. Der Spider federt gut, bremst zuverlässig und liegt sicher auf der Strasse, wenn man unter dem Alligatoren-Tempo (siehe oben) bleibt. Die exakte Lenkung und die handlichen Dimensionen machen auch engere Strässchen oder Stadtfahrten zum Vergnügen.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - von grad hinten sieht das Heck durchaus homogen aus
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - von grad hinten sieht das Heck durchaus homogen aus

Um fair zu bleiben, muss gesagt sein, dass sich weder die Sitzposition, noch Seitenhalt oder Ergonomie mit ein paar Jahrzehnte später gebauten Autos vergleichen lassen, aber dem Spider verzeiht man dies schon nach den ersten paar Metern. Er atmet so viel Autogeschichte, dass man sich wie in einer Zeitmaschine fühlt. Fahrerisch sind die Unterschiede zu einem späten Fastback-Spider minimal.

Der grosse Unterschied

Während sich also die zweite und dritte Generation des Alfa Spiders technisch und aus Cockpit-Perspektive kaum unterscheiden, tun dies die Preise, die für gute Exemplare aufgerufen werden, umso mehr! Glatte 66 Prozent mehr als ein Serie-3-“aerodinamica”-Spider kostet gemäss Classic Data der Vorgänger mit Chromstossstangen und abgeschnittenem Heck. Der Nachfolger der Serie 4 ist ebenfalls etwas teurer, die Rundheck-Versionen sind sowieso in einer anderen Preislage.

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - zwischen den Achsen ist der Alfa Spider der alte geblieben
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - zwischen den Achsen ist der Alfa Spider der alte geblieben

Damit offeriert also Serie-3-Spider den günstigsten Einstieg in den insgesamt fast 30 Jahre gebauten Alfa Spider. Er gewinnt vielleicht keinen Schönheitspreis, dafür aber erwärmt er die Herzen für vergleichsweise wenig Geld.

Wir danken der Touring Garage in Oberweningen für die Möglichkeit, den gut erhaltenen Alfa Romeo Spider in der Prospekt-Farbe “Türkis metallic” aus dem Jahr 1984 fotografieren zu können.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - die dritte Serie bedietet im Jahr 2022 die günstigste Möglichkeit, einen Alfa Spider zu kaufen
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - die neuen Stossfänger sollten mehr Schutz vor einem Rempler bieten
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - 127 PS leistet der Motor mit seinen zwei Solex-Vergasern
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - klar beschriftet
Bild Alfa Romeo Spider 2000 - Der Evergreen am Genfer Autosalon 1981
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - offen wurde der Spider der 3. Serie mit 181 km/h gestoppt
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - dünne A-Säulen und der Verzicht auf weitere Hindernisse ergeben eine optimale Rundumsicht
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - wer würde noch Bahn fahren wollen, wenn ein Alfa Spider bereit steht?
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - die klassische Silhouette glänzt auch vor modernen Zugkompositionen
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - wegen der Spoiler vorne und hinten wurde er auch "aerodinamica" genannt
Bild Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) - zwischen den Achsen ist der Alfa Spider der alte geblieben
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von Ru******
21.06.2022 (08:32)
Antworten
"Mit der echten Hand....", wie meinen Sie das? Es ist ein bedeutender Unterschied, ob man beim Spider der Serie 3 vom frühen oder vom späten Modell berichtet. Dieses späte Armaturenbrett ist ein Graus und eher noch entscheidender als die Stoßstangen und Spoiler. Leider ist auch die an sich verbesserte Serie 4 innen kein Highlight mehr geworden. Beim Fastback Serie 2 ist die Tatsache witzig, daß ausgerechnet die billigen 1300/1600-Junior-Modelle immer noch das klassische Blecharmaturenbrett der Rundheck Serie 1 haben. Und das ausgerechnet in den sonst so verplastifizierten 70er Jahren! Übrigens ist auch der 1600er Motor mit 109 PS ein sportlicher, das Drehvermögen sogar noch besser als beim 2000. Mit nur noch 103 PS war er dann braver, aber immer noch ausreichend. Danke für den Bericht!
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
21.06.2022 (10:45)
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Das mit der "echten Hand" war natürlich ein Verschreiber, heisst jetzt "rechten Hand". Danke für den Hinweis.
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von al******
21.06.2022 (09:07)
Antworten
Die Optik und das Flair, das ein Alfa Spider verbreitet, hatten in mir das Verlangen nach diesem auch von der Motorpresse hochgelobten Sportwagen geweckt. So sah ich mich veranlasst, meinen Mazda MX5 zu verkaufen und mich nach einer Gummilippe umzuschauen. Zwei Probefahrten brachten dann die Ernüchterung. Es begann mit der Sitzposition, die mir wenig behagte. Dann fand ich die Lenkung zu indirekt und die Schaltung mit zu langen Schaltwegen. Auch die Fahrdynamik, von der Beschleunigung bis zum Kurvenverhalten, konnte mich nicht überzeugen. Alleine der Motorklang fand bei mir Begeisterung. In großer Reue über den Verkauf des MX5 suchte ich mir schleunigst Ersatz. Da fand ich doch glücklicherweise ein Exemplar mit Sportauspuff, der wie ein Alfa klingt. Jetzt schätze ich den MX5 mit seinem agilen Fahrverhalten und der Joystickschaltung um so mehr.
Antwort von ru******
21.06.2022 (17:27)
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wenn man "Neuwagen" mit Oldies vergleicht, dann wird letzterer niemals gut abschneiden können. Aber das ist ja ganz und gar nicht der Sinn der Sache der Oldtimerei und dessen Verständnis. Und bei einem alten Italiener darf man nicht größer als 1,80m sein, auch das versteht sich von alleine, zwecks passender, eben italienischer Sitzposition....
Antwort von ka******
22.06.2022 (08:28)
Nach allem, was ich in den letzten Jahren gelesen habe, ist der Mazda MX 5 ein tolles Auto mit super Fahrverhalten und perfekter Schaltung. Meines Erachtens ist der Alfa für eine andere Zielgruppe. Ich muss nicht die maximale Kurvengeschwindigkeit haben. Ich genieße Landstraßen mit langgezogenen Kurven. Ich komme oft nach der Fahrt mit 3 bis 7 Fliegen zwischen den Zähnen nach Hause, weil ich einfach aufgrund des Sounds und des Gesamtpakets das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekomme. Meine Mutter ist 80 Jahre alt und selbst sie hat eine seliges Lächeln im Gesicht, wenn wir eine Runde drehen.

Ich bin 1,94 m groß und für mich fühlt sich der Alfa wie ein Maßanzug an. Für die passende Sitzposition habe ich aber auch 2 Monate gebraucht;-). Früher hatte ich einen Fastback und als ich jetzt wieder einen Alfa gesucht hab, stand die Gummilippe noch 2 Plätze hinter dem potthässlichen Vauxhall Nova. Und was soll ich sagen: Ich fahre seit 2 Jahren eine Gummilippe und liebe das Auto mit all seinen Macken (Schaltung, Geklapper). Der Wert hat sich in der Zeit quasi verdoppelt, aber ich kann mir mitnichten vorstellen den kleinen roten Knüller wieder abzugeben.

Allseits gute Fahrt !
von f3******
23.06.2022
Antworten
1988 / 89, als es den 1600 Vergaser und den 2000 Einspritzer gab, war der 1600 das bessere Auto.
Sound, Gassannahme, Leistungsentfaltung - alles wie man es sich bei einem Alfa vorstellt.
Der 2 Liter hingegen enttäuscht in dieser Hinsicht auf der ganzen Linie.
Leider haben meine Eltern, als sie 1988 den Spider bestellten, nicht auf mich gehört und den duemila bestellt, mit dem Argument der damaligen G-Kat / Smog-Plakette.
Das einzige, was für den 2000er iniezione elettronica spricht, ist die lange HA mit der Sperre.
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