75 Jahre Opel Kapitän - vom Oberklassen-Trendsetter zum Follower

Erstellt am 21. April 2013
, Leselänge 3min
Text:
Werner Bartholai
Fotos:
Daniel Reinhard 
1
Archiv Opel / General Motors 
12
Bruno von Rotz 
1
Archiv 
3

Der Kapitän wird von den meisten als der Anführer einer Schiffsmannschaft gesehen, es gab aber auch in der Opel-Geschichte gleich mehrere Modellgenerationen mit dem Namen Kapitän, die erste ab 1938.

Der Kapitän wird geboren

Ende 1938 wird der erste Opel Kapitän vorgestellt, im März 1939 erfolgt die öffentliche Präsentation im Rahmen des Genfer Automobilsalons. Es gibt ihn als Limousine mit zwei oder vier Türen, sowie als Cabriolet. Gemäss der damaligen Devise verfügt der Kapitän über ein massives Chassis, auf die auch Karosseriebaufirmen wie Gläser oder Hebmüller ihre eigenen Aufbauten setzen können.


Opel Kapitän (1938) - amerikanischen Erzeugnissen jener Zeit nicht unähnlich
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Bis zum Kriegsbeginn werden über 25’000 Exemplare hergestellt, dann müssen zahlungskräfitge Kunden bis 1948 warten, bis wieder ein Kapitän zu kaufen ist.

Karosserie-Evolution nach dem Krieg

Ab 1948 werden wieder Fahrzeuge des Typs Kapitän gebaut, die sich formlich vorerst noch an den Vorkriegsvarianten orientieren.
Über die Jahre wird der Opel sowohl technisch wie auch bezüglich Aussehen ständig den Trends der Zeit angepasst, so kommen die Lenkradschaltung genauso dazu, wie modernere Karosserielinien und schlussendlich die Pontonform. Bereits früh arbeitet man in Rüsselsheim mit selbsttragenden Karosserien.

Fast 80’000 Nachkriegs-Kapitäne ewerden bis 1953 gefertigt.


Opel Kapitän (1953) - folgte eindeutig amerikanischen Karosserie-Trends
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors
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Im amerikanischen Stil

Die Kapitän-Modelle der Baujahre ab 1954 sind deutlich amerikanisch geprägt, Panoramascheiben und Heckflossen entsprechen dem Geschmack der Zeit. Der Kapitän P 2.5 des Jahres 1958, der rückwirkend auch P1 genannt wird, weist einen 2,5-Liter-Motor mit 80 PS auf und wird wegen seiner speziell geformten Rückleuchten “Schlüssellochkapitän” genannt. Über 180’000 Kapitäne verlassen die Opel-Fabriken zwischen 1953 und 1958/1959.


Opel Kapitän P1 (1958) - im amerikanischen Stil
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Der Opel Kapitän P2 mit Hydra-Matic und Servolenkung

Im Herbst 1959 rollt in Rüsselsheim zu ersten Mal der P2 v2,6 Liter vom Band. Mit seinem charakteristischen Design, einem Höchstmaß an Komfort und modernster Technik entwickelt er sich zum Bestseller. Bis 1964 werden insgesamt 145.616 Fahrzeuge verkauft, der P2 2,6 Liter wird der erfolgreichste Kapitän aller Zeiten.

Die zweite Nachkriegs-Generation überzeugt mit einem eigenständigen Auftritt und europäischerem Design. Die gradlinigen Karosserielinien „strecken“ das Auto, das besonders flach gehaltene Dach unterstützt diesen Effekt. Opel verbessert mit einer breiteren und tiefer als bisher in das Dach verlaufenden Panorama-Windschutzscheibe die Sicht und erleichtert durch leichte Konstruktionsänderungen am Dachauslauf den Fondeinstieg. Ergebnis - der Wagen kommt beim Publikum gut an.

Der 2,6-Liter-Reihensechszylinder des Kapitän leistet nun 66 kW/90 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmetern zwischen 1.300 und 2.500 Touren. Er überzeugt mit hoher Laufruhe. Als Neuerung gibt es eine „Betätigungshilfe“ für das Kupplungspedal und etwas später auch ein automatisches Getriebes, das „Hydra-Matic” genannt wird. Dazu kommt die Servolenkung. Der Kapitän setzt Ausstattungstrends, bleibt aber vergleichsweise erschwinglich.


Opel Kapitän P2 (1959) - setzte mit mancher Ausstattungsoption Trends
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Kantig und wieder amerikanischer

Im Frühjahr 1964 tritt der Kapitän A die Nachfolge des P2 an. Karosserieseitig ist er ein Zwilling des Opel-Spitzenmodells Diplomat/Admiral. Weiterhin aber tut ein Sechszylinder im Bug seinen Dienst, inzwischen vorerst 100 PS, später 125 PS stark. Bis 1968 wird der Kapitän B gebaut, an den Erfolg seiner Vorgänger kann er aber mit knapp 24’000 produzierten Exemplaren nicht ansetzen.


Opel Kapitän A (1964) - Parallel-Modell zu den Spitzenmodellen Diplomat/Admiral
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Schwanengesang

Anfangs 1969 wird der Kapitän B vorgestellt, der zwar technisch neu mit einer De-Dion-Hinterachse überzeugt, designmässig aber wenig Innovatives zu bieten hat. Weiterhin ist er eng mit den Spitzenmodellen Admiral/Diplomat verwandt, wird aber bereits 1970 eingestellt. Damit verschwindet die Typenbezeichnung “Kapitän” für immer.


Opel Kapitän B (1969) - nur zwei Jahre gebaut
Copyright / Fotograf: Archiv Opel / General Motors

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von vi******
02.09.2014 (23:08)
Antworten
Das waren sehr schöne Autos das waren Gute 6Zyl.
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