Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Ford Granada 2000 L – Den Spiess umgedreht

Erstellt am 21. Juni 2022
, Leselänge 8min
Text:
Sven Jürisch
Fotos:
Ford 
29
Archiv 
5
Ford Granada 2000 L (1976) – Spätes Modell der ersten Generation
Ford Granada 2000 L (1976) – Unter die Haube schaute man höchstens aus Versehen. Der V6 läuft eigentlich immer
Ford Granada 2000 L (1976) – Auch der kleinste Sechszylinder trägt stolz das Hubvolumen auf dem Kotflügel
Ford Granada 2000 L (1976) – Die Fläche zwischen den Rückleuchten war ab "L"-Ausstattung stets mattschwarz
Ford Granada 2000 L (1976) – Geradliniges profil und nahezu senkrechte Karosserie-Abschlüsse vorn und hinten
Bild von Partner Württembergische

Nein, die üblichen Auto-Erinnerungen sind beim Ford Granada nicht vorhanden. Kein Prospekt in der heimischen Autokatalogsammlung von ihm, kein Foto auf dem ich lässig auf seiner Haube sitze und auch kein Bild im Kopf von irgendeinem Bekannten, der mich damals Ende der Siebziger mit dem Besitz des Granada beeindruckte. Es muss an dem Ford liegen. Denn an die anderen Neuheiten des Autojahrgangs 1972 – wie die S-Klasse von Mercedes-Benz oder den Fünfer-BMW – habe ich mindestens eine Erinnerung, aber an den Granada nich.

Ford der Durchschnittliche

Dabei hatte Ford sich mit der Entwicklung des Granada grosse Mühe gegeben. Weg mit dem Mief der Sechzigerjahre, den die Baureihe P7 bis dato verkörperte. Frisches Design und moderne Technik sollten Ford zum Massstab der oberen Mittelklasse machen. Mercedes-Benz warb mit dem W 114 eine halbe Klasse höher um die Käufergunst, und BMW buhlte ab dem Sommer 1972 mit dem ersten Fünfer um ein etwas sportlicheres Publikum. Bei Ford wusste man um die eigene Marktposition und kannte die Möglichkeiten, den Wettbewerbern hier und da ein paar Kunden abzujagen: ein wenig mehr Luxus für die Daimler-Fans, ein wenig mehr Sportlichkeit für Anhänger von BWW-Modellen – und das zu einem günstigeren Preis.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Spitz zulaufender Kühlergrill unter geradem Motorhaubenabschluss
Ford Granada 2000 L (1976) – Spitz zulaufender Kühlergrill unter geradem Motorhaubenabschluss

Wie raffiniert das Ford-Marketing war, zeigte sich im beinahe uferlosen Granada-Modellprogramm. Der Consul – ein preiswertes Einstiegsmodell – zielte auf Opel- und VW-Kunden, während die luxuriöseren Granada-Modelle in der oberen Mittelklasse ansetzten. Der für das Design verantwortliche Terry Collins setzte dabei auf klare Kanten und wenig Schnickschnack. Mit drei unterschiedlichen Karosserievarianten deckte Ford die Kundenwünsche bestmöglich ab. Neben dem "Turnier" genannten Kombi gab es die "Fastback-Limousine" und die konventionelle Limousine mit Stufenheck, die ab 1973 sogar mit nur zwei Türen lieferbar war. Gleichzeitig wurde das Schrägheck-Modell zum Coupé. Eine Fülle von Ausstattungsversionen sorgte zusätzlich für Individualität und liess die Kunden beinahe vergessen, wieviel Mühe sich Ford unter dem Blech gegeben hatte.

Ford der Hochwertige

Technisch basierte der Granada in vielerlei Hinsicht auf seinem bewährten Vorgänger. Beteiligt an der Entwicklung des 500-Millionen-Mark-Projektes waren die Ford-Entwicklungszentren in Köln und Dunton (England), während die amerikanische Mutter keinen Einfluss auf das Modell nahm. Das war sicher auch ein Grund für die Beschränkung auf Vier- und Sechszylinder, die im Wesentlichen auf älteren Konstruktionen aufbauten.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Mit 90 PS ist der Zweiliter-V6 kein Kraftwerk, aber zuverlässig und klangstark
Ford Granada 2000 L (1976) – Mit 90 PS ist der Zweiliter-V6 kein Kraftwerk, aber zuverlässig und klangstark

Als Einstiegsmotor fungierte im Consul (erkennbar an dem abgewandelten Kühlergrill) der 1,7-Liter-V4 mit 75 PS. Wem das angesichts des stattlichen Gewichts von rund 1,4 Tonnen zu wenig war, dem boten die Kölner einen modernen Reihenvierzylinder mit obenliegender Nockenwelle und 99 PS an, bevor die Preisliste zu den ersten V6-Motoren umsprang. Die gab es mit maximal drei Litern Hubraum und zunächst 138 PS – damals eine Ansage, wenngleich immer noch ausbaufähig. Doch der Granada sollte ja auch kein Rennwagen sein, sondern ein zuverlässiger Begleiter für die grossen Touren.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Bis zu 155 km/h schnell
Ford Granada 2000 L (1976) – Bis zu 155 km/h schnell

Dass die sich möglichst leicht absolvieren liessen, war Aufgabe des neu konstruierten Fahrwerks. Mit der Einzelradaufhängung rundum war der Ford der Konkurrenz aus Stuttgart und München ebenbürtig. An der Vorderachse kamen doppelte Querlenker zum Einsatz, während die Hinterachse als Schräglenkerkonstruktion ausgeführt war – ein Aufwand, der sich in einer unerschütterlichen Fahrsicherheit und hohem Komfort niederschlug. Mit dem Granada eintausend Kilometer am Stück zurückzulegen, bisweilen auch auf Schotterstrassen gen Bosporus, war keine Tortour. Dafür, dass man auch das Ziel erreichte, sorgte die hohe Zuverlässigkeit und die gute Verarbeitungsqualität sowohl der in Köln als auch der in Dagenham montierten Autos. Dass der Ford sich später als übler Roster entlarvte, blieb den Neuwagenkunden zum einen verborgen, zum anderen waren die Wettbewerber auch nicht viel besser.

Angebote eines Zwischengas-Händlers
Rolls-Royce Wraith (1938)
Rolls-Royce Wraith (1938)
Rolls-Royce Phantom I Piccadilly Roadster (1928)
Rolls-Royce Phantom I Piccadilly Roadster (1928)
Allard K1 (1946)
Allard K1 (1946)
Mercedes-Benz 220 A Cabriolet (1952)
Mercedes-Benz 220 A Cabriolet (1952)
+41614664060
Muttenz, Schweiz

Ford der Vielseitige

Dank des grossen Angebots war der Granada gleich von Beginn erfolgreich beim Publikum. Besonders der ungewöhnlich geräumige Kombi (seinerzeit der grösste aus deutscher Produktion) war am Markt sehr beliebt. Für ihn begeisterten sich neben Handwerkern und Handelsvertretern auch Familienväter mit gehobenem Anspruch. Ford fügte sich diesem Interesse und spendierte dem "Nutzfahrzeug" Luxus und Leistung. Ab 1976 gab es den 2,8-Liter-Einspritzmotor, der es auf 150 PS brachte. In Verbindung mit der luxuriösen "Ghia"-Ausstattung wurde so aus dem biederen Ford einer der ersten Luxuskombis – zwei Jahre bevor Mercedes-Benz glaubte, diese Kategorie mit dem T-Modell zu begründen.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Breite, konkave Rückleuchten
Ford Granada 2000 L (1976) – Breite, konkave Rückleuchten

Andere Käufer bevorzugten die diskrete Noblesse des Ford-Flagschiffs, das gegen Aufpreis die Annehmlichkeiten eines Oberklassemodells bieten konnte. Das meist ältere Publikum bekam bei Ford auf Wunsch reichlich davon: Holzfurnier am Armaturenbrett, edle Velourspolster oder eine (ab GL-Ausstattung serienmässige) Servolenkung. Doch auch sportliche Naturen wurden mit der Baureihe bedient. Die Schwabengarage in Stuttgart rüstete Granada 2300 und 2.8i auf Wunsch mit einem Turbo-Umbausatz der Firma May aus, der die Motorleistung auf bis zu 207 PS aufpumpte. Nachdem die Verkäufe des Granada zwischenzeitlich wegen der Ölkrise eingebrochen waren, boten diese Modelle immerhin wieder neue Anreize für den Kauf der Baureihe. Kurz vor Modellwechsel im Jahr 1977 kurbelte Ford den Absatz dann noch einmal mit Sondermodellen an. "Traveller" und "Favorit" brachten zwar keine echten Neuerungen für den Kunden, sorgten aber ein letztes Mal für Interesse am alten Modell.

Ford der Vergessene

Trotz seiner vielen Versionen blieb der Granada blass. Auf Schulhöfen spielte der grosse Ford in den Autoquartetts keine Rolle. Wer mit dem grossen Ford vor der Schule abgeholt wurde, blieb unbeachtet. Und dass der biedere Wurzelbürstenvertreter in der Nachbarschaft den grossen Kombi über ein gefühltes Jahrzehnt als Dienstwagen nutze, trug auch nicht zu einem nachhaltigen Eindruck bei. Irgendwie war der Granada seinerzeit uncool und fiel allenfalls durch das spezielle Klangbild auf, wenn denn der V6 geordert worden war. So kam es, dass ich auch sein Ableben gegen Mitte der Achtziger nicht bemerkte.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Zweifarbige "Sport-Stahlräder" in 14 Zoll
Ford Granada 2000 L (1976) – Zweifarbige "Sport-Stahlräder" in 14 Zoll

Es war die Zeit, als viele seiner frühen Verwandten irgendwo in der Mitte Europas unter der sengenden Sonne noch ihren Dienst taten und man hierzulande in die ersten Scorpios wechselte, deren Design aussah, als käme es von einem anderen Stern. Ab da war der grosse Ford in seiner geglätteten Zweitauflage allenfalls noch bei der Hamburger Polizei oder bei Krimiserien wie "Der Fahnder", wo ein tropicgrüner Granada 2.3 seine Haltbarkeit unter Beweis stellen durfte, präsent. Doch während der GMC von Colt Seavers Einzug in meine heimliche Traumwagengarage fand, blieb der Granada draussen. Er war für junge Leute der Achtziger einfach unattraktiv – ganz gleich um welche Version es sich nun auch handelte.

Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Ford der Rebellische

Das traurige Dasein der Baureihe setzte sich bis weit in die Neunziger fort. Rost, Export und Stock-Car-Rennen lautete der Dreiklang der Vernichtung des Granada-Bestands. Doch einige überlebten wohlbehütet in der Garage von Oma und Opa, die ihrem Ford die Treue bis zuletzt hielten. Das andere Extrem bildeten die in gemeinsamen Nächten TÜV-fertig geschweissten Rostruinen, die zu der Fraktion der Anarchotaxis zählten: nicht schön, aber funktionell. Keine Hausbesetzung Ende der Achtziger, in der der Granada nicht irgendeine Statistenrolle spielte. Seine modellspezifische Spiessigkeit diente der rebellischen Jugend als Angriffsfläche und wurde von den Protagonisten genutzt, um sie ins Gegenteil zu verkehren. "Seht her, wir stellen die Welt auf den Kopf", schienen sie mit der Entweihung des seriösen Ford sagen zu wollen. Und es funktionierte, denn der letzte grosse Einsatz der Ford-Baureihe verhalf ihm zur Paraderolle des viel beschriebenen "Kultautos".

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Die Gitter lassen nicht nur Luft aus, sondern auch Wasser rein. Sind die Abläufe verstopft, rostet es böse im Verborgenen
Ford Granada 2000 L (1976) – Die Gitter lassen nicht nur Luft aus, sondern auch Wasser rein. Sind die Abläufe verstopft, rostet es böse im Verborgenen

Irgendwann in den Zweitausenderjahren wurde es nämlich cool, in leicht vergammelten, mattschwarzen Granadas durch die Szeneviertel von Berlin und Hamburg zu cruisen. Das eigentlich spiessige Kölner Mobil transportierte plötzlich ein langsam verblassendes Anarcho-Lebensgefühl, wie es sonst nur der Mercedes-Benz "Strich-Acht" konnte. Nur fehlte dem Benz dieses US-Flair. Das liess sich am Granada mit wenigen Handgriffen herstellen. Vor allem, wenn er über das begehrte Vinyldach verfügte. Dass der Ford nach wie vor im Grunde seiner V-Motoren ein eher behäbiger Geselle war, spielte für die Selbstinszenierung der Ritter der Latte-Macchiato-Bars keine Rolle. Die Show war entscheidend. Und sie sorgte für ein steigendes Interesse an dem Ford. Freilich nur die erste Serie war akzeptiert. Die zweite war uncool. Doch wie jeder Trend endete auch dieser.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Doppelt hält besser; Schriftzug und Scheinwerfer-Umrandung in zweifacher Ausführung
Ford Granada 2000 L (1976) – Doppelt hält besser; Schriftzug und Scheinwerfer-Umrandung in zweifacher Ausführung

In den Zehnerjahren war "Granada im Rat Look" dann wieder out. Aber die inzwischen erwachsengewordenen Rebellen hatten Feuer gefangen. Es begann der Run auf die letzten originalen Granadas aus Omas Einzelgarage. Die wurden plötzlich gesucht und teuer, denn schliesslich wollte man ja eine Erinnerung haben an die Zeit, in der man jung und wild war. Nur bitte im Originalzustand, nicht so vergammelt wie damals zu Beginn des Jahrtausends. Die Sehnsucht nach typisch deutscher Gemütlichkeit erfasste auch die, die eigentlich nie ein Spiesser sein wollten.

Ford der Zeitlose

Glänzend und poliert steht der Granada heute in der Einfahrt des Doppelreihenhauses und wartet auf seinen Einsatz; natürlich am abgesicherten Batterieladegerät und mit Carcover. Wenn es dann losgeht, kommt der Fahrspass – aber bestimmt nicht vom Antrieb, denn der ist immer noch uninspiriert und sorgt allenfalls für durchschnittliche Fahrleistungen. Nein, der Granada ist ein Kunstwerk seiner Zeit, das man erst schätzen lernt, wenn man unterwegs ist. Es ist dieses Reisen in vollendeter Gemütlichkeit und wohlwissend, mit dem Designerstück der Siebziger ein Statement auf der Strasse zu hinterlassen, was durch keinen noch so auspuffschubknallenden Downsizeboliden aufgeholt werden kann.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Die Fläche zwischen den Rückleuchten war ab "L"-Ausstattung stets mattschwarz
Ford Granada 2000 L (1976) – Die Fläche zwischen den Rückleuchten war ab "L"-Ausstattung stets mattschwarz

Mit dem Granada erscheint man, man hat es nicht eilig. Man geniesst die Coolness, die das Design verkörpert und weiss, jeder der Passanten wäre gern an Bord, würde gern gesehen werden mit dem rauen Typen aus Köln. Daneben bietet der grosse Ford handfeste praktische Vorteile, denn noch immer kommt man mit ihm zuverlässig an jeden Winkel der Welt, bietet er genug Platz für Kind und Kegel und kann mit seinem Luxus verzaubern auch ohne elektrischen Firlefanz. Merken Sie etwas? Das, genau das, waren die Argumente, die auch die als Spiesser verballhornten Erstbesitzer ins Feld führten, als sie einst die Unterschrift unter den Kaufvertrag setzten. Ach, Granada, wie herrlich zeitlos du doch bist.

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Rheinländische Imbissbudenkultur und Granada gehören zusammen
Ford Granada 2000 L (1976) – Rheinländische Imbissbudenkultur und Granada gehören zusammen

Mit dem ersten Granada kommt ein Stück Siebzigerjahre-Flair ins Haus; etwas Beständiges, das sich leicht warten lässt und bei dem es nicht nötig ist, regelmässig den Marktwert zu prüfen, um auf Rendite zu spielen. Denn der Wertzuwachs hält sich seit Jahren in Grenzen. Doch möglicherweise ist Beständigkeit von einst in turbulenten Zeiten wie diesen gar nicht mal so schlecht.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Unter die Haube schaute man höchstens aus Versehen. Der V6 läuft eigentlich immer
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Auch der kleinste Sechszylinder trägt stolz das Hubvolumen auf dem Kotflügel
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Die Fläche zwischen den Rückleuchten war ab "L"-Ausstattung stets mattschwarz
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Geradliniges profil und nahezu senkrechte Karosserie-Abschlüsse vorn und hinten
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – In der Frontschürze ist Platz für Nebelscheinwerfer
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Vor seiner Konkurrenz brauchte er sich jedenfalls nicht zu verstecken
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Bis zu 155 km/h schnell
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Schwarz lackierte Schweller lassen die Hüfte schlanker wirken
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – In "Saharabeige" mit braunem Vinyldach
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – "L" wie "langweilig"; Das Cockpit gibt sich spartanisch
Bild Ford Granada 2000 L (1976) – Zum Modelljahr 1976 kam der Armaturenträger mit nur zwei Instrumenten
Quelle:
Logo Quelle
Favicon
von ba******
23.06.2022 (07:14)
Antworten
Mein erstes Auto mit 19 war 1985 ein roter Granada Turnier 2.0 L, Bj. 1977 - gekauft mit neuem TÜV vom Ford-Händler nahe Kiel für 2.700 DM, belegbare 147.000 KM, gut gepflegt. Gesucht hatte ich ein Auto mit viel Platz für meine vielen Umzüge damals. Der V6 mit 90 PS machte gute Laune: Klang, Zuverlässigkeit, mit 10 bis 13 L/100 kein Säufer. Sprang allerdings schlecht an, weil die Startautomatik nicht funktionierte. Bei einer Frankreichreise im Sommer 1986 riss ein Kühlwasserschlauch, was einfach zu beheben war. Im Herbst 1986 wurde mein am Straßenrand korrekt geparkter Granada von einem wildgewordenen Dreier-BMW gerammt - Totalschaden... Die gegnerische Versicherung ersetzte mir 2.900 DM :-)
Favicon
von ba******
23.06.2022 (07:55)
Antworten
Übrigens ein wirklich schöner Artikel. Auch der Hinweis auf die chronische Roststelle im Inneren der C-Säule der Limousine, eigentlich hatten ALLE das Problem, das meist unprofessionell repariert wurde. Das restaurierte Modell sieht sehr schön aus. Vielleicht sollte man das Stehblech vorn schwarz lackieren, damit es nicht durch den Grillrost zu sehen ist. -- Ich hatte insgesamt vier Granada, der letzte war ein 2.3 Ghia Automatik 1978 (siehe Vorschaubild mit "Leiche" im Kofferraum).
von fb******
25.06.2022 (11:37)
Antworten
Ich fand den Granada Turnier Ghia eines Musiklehrers an meiner Schule schon in den frühen 80ern cool.
Favicon
von ox******
25.06.2022 (12:30)
Antworten
Ich habe mir 1981 nach dem Abi für 350DM einen kackrostbrauen 73er Consul mit dem astmatischen 75PS-Motor vom Schrottplatz gekauft um mit 4 Leuten und 4 Rucksäcken auf die griechischen Inseln zu fahren. Geile Anlage reingebaut, 2 Reifen vom Schrott und Start zu 2800km Autoput nach Piräus. Damals eine abenteuerliche und gefährliche Fahrt. Dort einfach an den Hafen gestellt und nach 6 Wochen zurück. Ja, er war noch da, es fehlten nur die Rückspiegel - aber scheissegal! Der Ford fuhr wie ein Uhrwerk, auch ohne jede Wartung, die wir ihm nicht gönnten. Die Rostlöcher an Kotflügeln, Scheibenrahmen und Radläufen waren absehbar tötlich, aber damals für fast 10Jahre alte Autos normal. Ich hab ihn dann noch weitere 10TK einfach gefahren und mit etwas Rest-Tüv als Winterauto für 600DM verkauft. Ein geiler Wagen. Wir kannten nur Käfer, R4 und Kadett und die Karren unserer Eltern. Der Consul war ein Platzriese und der Bringer auf Langstrecke. Mir ist heute klar, warum alle Gastarbeiterfamilien mit Ford (Transit, Taunus, Granada, Consul) in Richtung Anatolien unterwegs waren. Die Dinger liefen einfach!
von kr******
28.06.2022 (07:41)
Antworten
Ich frage mich ob der Film „Bang Boom Bang“ von 1999 seinen Hauptdarsteller, den Ruhrpott-Asi Keek, in einen recht gammligen Granada setzte, weil der gerade cool wurde oder ob der Granada in Deutschland cool wurde, weil er so eine prominente Rolle in dem Film bekommen hatte.
Antwort von tc******
28.06.2022 (08:57)
Das war ein Taunus
Favicon
von Ru******
28.06.2022 (09:18)
Antworten
Wieso soll denn ein billiger Consul auf Opelkunden abzielen, ein Granada aber nicht? Was soll dieser völlig haltlose Aufmacher des Artikels? Selbstverständlich war der Granada DER Konkurrent zum erfolgreichen Opel Commodore. Ein 5er BMW war ein gänzlich anders geartetes Auto und es gab überhaupt keine Überschneidungen an Interessenten. Das gleiche gilt für Mercedes, wer einen Mercedes wollte, der wollte niemals einen billigen Ford, gänzlich ausgeschlossen. Auch ein Audi 100 war ein völlig anderes Fahrzeug als der Ford, ebenfalls keine Überschneidungen vorhanden. Die im Vergleich zu den 60ern viel moderneren 70er Jahre boten trotzdem immer noch sehr unterschiedliche Charaktere in der gleichen Klasse. Letztlich war der Granada Erfolg ein "mittlerer". Einerseits viel Platz und Komfort, andererseits sehr "blechig", sehr ineffiziente Motoren mit hohem Verbrauch und schlechter Leistung. Auch waren anfangs die Sitze fürchterlich schwammig und viel zu tief mit schlechter Aussicht aus dem Wagen (ab ´75 besser). Zum "mittleren" Erfolg des Granada trugen in D. die neuen, vielen türkischen Gastarbeiter bei. Sie schätzten sein Platzangebot und seinen Komfort. Am besten hat man heutzutage einen Granada als Turnier. Er war tatsächlich einmalig auf dem Markt: Der mit Abstand größte Kombi und das auch noch a.W. mit 6-Zylindern....
Antwort von ar******
29.06.2022 (16:10)
Wofür denn diese Überheblichkeit eines offensichtlich etwas kurz Geratenen ?
Bei durchschnittlich 180cm Körperlänge war die Aussicht aus dem Granada tadellos, die Motoren waren einwandfrei; erst der 2,3 - dann der 2,6 und schließlich in der 2. Serie der 2,8. Mit allen konnte man problemlos 100.000 km und mehr ohne größere Reparaturen abspulen.
Es waren durchaus nicht nur türkische Gastarbeiter, die einen Granada-Kombi fuhren. Es gab nämlich in Deutschland jede Menge fleißige Menschen, die so ein Auto für ihren Beruf brauchen konnten.
Aber vielleicht war das ja in der Schweiz anders, vielleicht fuhren dort alle Amerikaner-Wagen, die in Deutschland wiederum als Neger-Schlitten verschrien waren. Anderer Länder - andere Sitten eben....
Antwort von ru******
30.06.2022 (08:32)
Favicon
....Sie sollten einfach mal einen Granada von ´72 mit einem von ´75 vergleichen und nicht dermaßen unqualifizierte Zeilen von sich geben.
von 7d******
28.06.2022 (13:35)
Antworten
Granada is great car.
von ar******
28.06.2022 (13:44)
Antworten
Erster Film mit Ford Granada Ghia in einer Art Kult-Rolle: Doris Dörries Frühwerk „Im Innern des Wals“, 1985. Der Granada ist im Film mehrfach gut zu sehen und zu hören, schätzungsweise Bj. 75, V6, Automatik, Schiebedach. Besitzer ist ein Musiker… Cruisen im Strassenkreuzer durch Schleswig-Holstein macht einen erheblichen Teil des Films aus. Für Leute, die das Autorenkino schätzen und sich gern an den Granada erinnern, zweifellos ein Muss.
von .za.
28.06.2022 (17:17)
Antworten
Major George Cowley (Gordon Jackson) vom CI5 ("Die Profis") setzte auch auf Granadas als Einsatzfahrzeug und/oder mobiles Büro. Zeitweise, sogar mit eigener Chauffeurin im Mk II 2.0 L und später im 2.8 Ghia.
von ar******
29.06.2022 (16:00)
Antworten
Am Granada kann man sehen, was ein hochgelobter aber völlig durchgedrehter Generaldirektor einer Marke antun kann. Als der Granada-Kombi in seiner wirtschaftlichen Hochblüte war, erdreistete sich dieser "Designpapst", den "schnöden" Kombi durch ein Allroundmodell namens Scorpio zu ersetzen. Damit ging dieser Modelltyp- der einst eine erstklassige Cash-Cow für Ford war - dann grandios den Bach runter...und bereitete so erst Firmen wie Daimler mit dem T-Modell und BMW mit dem 5er-Touring den freigewordenen Nährboden. Erst Jahrzehnte später fand Ford mit dem Mondeo dann wieder halbwegs Anschluss in diesem Segment, wobei letzterer eher der Taunus-Type zuzuordnen ist. Die großen 6-Zylinder Typen warf der Herr Designer bedenkenlos und auch gedankenlos über Bord und Ford hat auch nie wieder in diesem Segment Fuß fassen können.
Antwort von ru******
30.06.2022 (08:28)
Favicon
Als der Scorpio herauskam, war das MB 123er T-Modell bereits neun(!) Jahre alt, Nährboden für MB somit Fehlanzeige, schon längst passé. Und selbstverständlich gab es auch vom Scorpio einen Turnier, es hat halt nur ein bißchen gedauert. Und nicht der Mondeo, sondern der Sierra war der erfolgreiche Turnier in der Mittelklasse, als Nachfolger des Taunus.
von 91******
03.07.2022 (10:16)
Antworten
Na, da geht aber einiges durcheinander und den Bach runter in der Historie - vor allem die fehlende Unterscheidung in erste und zweite Modellgeneration. Ein klein bisschen sorgfältigere Recherche hätte das vermeiden geholfen.
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!