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Bild (1/7): Ford Eifel Gläser Cabriolet (1937) - Scanning der Motorabdeckung (© Artec 3D / Classic-Car.TV, 2017)
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    Zukunft trifft auf Vergangenheit - Digitalisierung eines Ford Eifel

    4. Dezember 2017
    Text:
    Andrei Vakulenko (Artec 3D)
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (1)
    Artec 3D / Classic-Car.TV 
    (6)
    Bruno von Rotz 
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    Wie lässt sich ein sehr seltener Oldtimer vermessen und erfassen, um den Ist-Zustand zu dokumentieren, ihn für die Nachwelt zu konservieren und Ersatzteile im Falle eines Unfalls oder Schadens herzustellen? Vor dieser Mammutaufgabe standen die Macher von Classic-Car.TV mit ihren alten Autos bereits des Öfteren. Sie setzen sich leidenschaftlich für ältere Fahrzeuge ein.

    Bauähnlicher Ford Eifel mit Gläser-Karosserie an der Techno Classica 2014
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Bisher wurden die Oldies manuell mit Schablonenrahmen erstellt. Bei dieser traditionellen Vorgehensweise wird ein Rahmen um das Fahrzeug geführt und scheibenweise grafisch abgenommen. Aus den herausgebildeten Querschnitten entstehen dann Holzgerippe, die seine Form wiedergeben. Der Nachteil an der Sache: Diese Methode ist sehr teuer, zeitaufwendig und oft auch nicht sonderlich genau.

    Einsatz von 3D-Scannern am Oldtimer

    Der Einsatz von 3D-Scannern spart Zeit, Kosten und liefert präzisere Ergebnisse. Das Ziel besteht darin, im Laufe der Zeit eine permanent wachsende Datenbank an 3D-Modellen für Oldtimer zu entwickeln. Die Scans von einzelnen Bauteilen können jedoch auch für ein Reverse-Engineering verwendet werden. Bei dieser Technik, auch Nachkonstruktion genannt, werden bereits existierende Teile untersucht und nachgebaut, um sie besser duplizieren und somit Ersatzteile herstellen zu können.

    Anders ausgedrückt: Aus fertigen Objekten entsteht nachträglich ein Bauplan. Dies ist bei Raritäten wie dem Ford Eifel mit Gläser-Karosserie besonders wichtig, falls diese einen Schaden erleiden. Bei diesem Oldtimer fehlt zum Beispiel das versenkbare Verdeck, das nun nachgebildet werden kann. Darüber hinaus wollte der Besitzer den Zustand des Wagens so gut wie möglich dokumentieren – inklusive dreidimensionaler Vermessung. Die Daten können auch beim 3D-Druck zum Einsatz kommen – vom Ford existiert bereits ein Modell im Maßstab 1:4.

    Innovative Technik

    An dieser Stelle kamen die 3D-Scanner von Artec 3D und die Münchner Hightech-Werkstatt MakerSpace der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München ins Spiel. Artec 3D unterstützt das europaweit erste offene Werkstattkonzept mit seinen 3D-Scannern Artec Eva und Space Spider. Auf 1500 Quadratmetern befinden sich unterschiedliche Werkbereiche wie Maschinen-, Metall- und Holzwerkstatt sowie Textil- und Elektroverarbeitung.

    Ford Eifel Gläser Cabriolet (1937) - Arbeit mit dem Artec-Handscanner im Innenraum
    © Copyright / Fotograf: Artec 3D / Classic-Car.TV

    Auch das Team von Classic-Car.TV zog es in die Innovationswerkstatt. Mit dem Ford Eifel, einem Einzelstück aus dem Jahr 1937, wurde Neuland betreten, als es für seinen stolzen Besitzer komplett mit den 3D-Handscannern erfasst und digitalisiert wurde. Das Fahrzeug verfügt über eine spezielle Karosserie von Gläser und gilt deshalb als Unikat, das jede erdenkliche Mühe verdient. „Unsere Kompetenz liegt in der Darstellung von Restaurationsmethoden für Oldtimer“, erklärt Classic-Car.TV-Macher Kay MacKenneth. „Moderne Technik hält auch hier immer stärker Einzug.“

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    3D-Scanner liefern hochwertige Daten bis ins kleinste Detail

    Das Team sammelte mit den beiden Artec-3D-Handscannern Eva und Space Spider möglichst viele Daten über den 80-jährigen Ford. Je mehr Informationen über die Karosserie des Wagens vorliegen, desto einfacher fällt später das Matching der weiteren Scans und Details. Auf der anderen Seite sollen auch nicht zu viele Scanvorgänge durchgeführt werden, da bei jedem Durchgang enorm große Datenmengen anfallen – leistungsfähige Rechner zählen also zum Pflichtprogramm.

    Ford Eifel Gläser Cabriolet (1937) - vorbereitet für die 3D-Digitalisierung
    © Copyright / Fotograf: Artec 3D / Classic-Car.TV

    Als hilfreich erwies sich, dass der betagte Ford eine matte Rostschutz-Grundierung und keine glänzende Lackierung besitzt – das gestaltet das Scannen leichter und vermeidet den Einsatz von Kreidespray. Mit Artec Eva scannten die Männer das Außenkleid, den Innenraum und den Holzrahmen des Oldtimers sowie den gesamten Leiterrahmen, auf dem die Karosserie ruht. Diese Vorgehensweise ermöglicht es neben der digitalen Vermessung, fehlende Versteifungen zu orten und diese selbst herzustellen.

    Ford Eifel Gläser Cabriolet (1937) - Digitalisierung des Leiterrahmens
    © Copyright / Fotograf: Artec 3D / Classic-Car.TV

    Damit allein war es aber noch nicht getan: Der Oldie wurde zerlegt, um auch an seine nicht so leicht zugänglichen Teile zu gelangen. An dieser Stelle kam Space Spider ins Spiel: Er erfasst die Einzelteile in hoher Auflösung und ist damit hervorragend für die detaillierte Digitalisierung geeignet.

    Verschmelzung der Scans

    Zusammengeführt und verbunden wurden die einzelnen Scans anschließend in der 3D-Modellierungssoftware Artec Studio, die 3D-Modelle von eingescannten Objekten erstellt. Bei diesem Vorgang wird die Punktewolke permanent auf eventuell vorhandene Löcher überprüft. Die Scans am Ford verliefen flüssig. Nur an manchen Ecken oder Hohlräumen, die zu verwinkelt waren, um sie zu erfassen, musste nachgearbeitet werden.

    Ford Eifel Gläser Cabriolet (1937) - Ergebnis - der digitalisierte Oldtimer im Artec Studio
    © Copyright / Fotograf: Artec 3D / Classic-Car.TV

    Das Ergebnis: ein digitaler Oldtimer in 3D

    Am Ende des Prozesses entstehen am Rechner eine komplette Punktewolke, ein Polygonmodell samt Farbinformationen. Mithilfe dieser umfassenden 3D-Daten lässt sich die Restauration des Wagens leicht begleiten. Das geschlossene Volumenmodell im 1:1-Format kann nun dafür verwendet werden, einen 3D-Druck, Klopfformen für Blecharbeiten oder Ersatzteile zu erstellen. Das seltene Einzelstück ist dank der 3D-Scanner von Artec 3D zu einem digitalen Oldtimer geworden, der für die Nachwelt, Autofans und seinen Besitzer konserviert wurde.

    Alle 11 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ak******:
    05.12.2017 (15:33)
    Hier wird der Eindruck erweckt, das sei was Neues, tatsächlich haben wir diese Methode seit über 6 Jahren im Einsatz und schon weit über hundert Oldtimer digitalisiert und Teile (Motor/Achsen/Getriebe etc) oder ganze Karosserien nachgefertigt.
    Siehe www.3d-auto-scan.de
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