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ZG Archiv AMS 2019
Bild (1/1): TVR 3000 S (1978) - Aufnahme aus dem zeitgenössischen Verkaufsprospekt - the best of both worlds (© Zwischengas Archiv)
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    TVR 1947-2012 - leichte britische Sportwagen für Strasse und Rennstrecke

    28. November 2010
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Bruno von Rotz 
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    Die Marke "TVR" wurde 1947 von Trevor Wilkinson ursprünglich unter dem Namen „Trevcar Motors“ gegründet, änderte die Bezeichnung aber bereits 1954 zu TVR, eine Abwandlung von TreVoR’s Name.

    Von Anfang an wurde nach dem Prinzip Polyester-Karosserie auf Stahlrohrrahmen-Chassis gearbeitet. Die Autos wurden oft in Bausatz-Form verkauft, um die hohen britischen Steuern zu umgehen. Diese Praxis wurde erst in den 70er-Jahren verunmöglicht, als die Regierung diese Gesetzeslücke stopfte.

    TVR Grantura Mk 3 (1964) - nun mit MGB-1,8-Liter-Motor
    © Zwischengas Archiv

    Während der 50er- und 60er-Jahren wurden die TVRs durch verschiedene Vierzylinder-Motoren mit bis zu 100 PS angetrieben. Dabei griff man auf MG-, Ford- und Climax-Motoren zurück, ähnlich wie dies auch die Konkurrenz tat. Die Haupterzeugnisse dieser Ära waren der TVR Jomar und der TVR Grantura. Mit dem Grantura wurden erstmals grössere Stückzahlen (einige hundert) erreicht. 1962 nahm man - mit mässigem Erfolg - mit dem Grantura sogar an grossen Langstreckenrennen in Sebring und Le Mans teil. TVR durchlief eine Reihe von finanziellen Krisen und änderte immer wieder den Namen.

    Auf Basis des britischen Chassis des Grantura kreierte der amerikanische Autohändler Jack Griffith in den 60er-Jahren einen Special, indem er das Grantura-Chassis mit einem amerikanischen Achtzylinder-Motor (Ford 289) kombinierte. Das Fahrzeug wurde (TVR) Griffith genannt und war wegen seiner fast schon überirdischen Fahrleistungen ein grosser Erfolg, insbesondere in den USA. Inzwischen hatte Trevor TVR 1962 verlassen, nach einigen Besitzerwechseln kam Martin Lilley 1965 ans Ruder.

    Während der 60er- und 70er-Jahren änderte sich die Auswahl an Motoren, es kamen 6-Zylinder von Triumph und Ford (Essex V6) zum Einsatz. Die Chassis wurden länger und breiter, die Karosserien eleganter. In dieser Ära folgte der TVR Tuscan V8 dem Griffith und übernahm dabei dieselben Gene. Dem Grantura folgten die TVR Vixen (4-Zylinder) und schliesslich die M-Serie mit den Modellen M, Taimar und 3000 S, dem ersten Cabriolet seit den 50er-Jahren. Die Stückzahlen stiegen. Zu Beginn der 80er-Jahren ersetzte der kantige Tasmin die klassisch geformte M-Serie.

    TVR Taimar (1977) - praktische Heckklappe beim Taimar, hier als Turbo-Modell
    © Zwischengas Archiv

    Mitte der 80er-Jahre begann TVR unter der Führung des neuen Besitzers Peter Wheeler V8-Zylinder-Motoren von Rover einzusetzen. Diese Motoren wurden dabei immer stärker und grösser, bis mit dem 5.0-Liter mit rund 340 PS im neuen Griffith und Chimaera der Höhepunkt erreicht wurde.

    In den 90er-Jahren wagte es TVR, einen eigenen Motor, AJP8 genannt, zu produzieren. Dieer war leicht und aus Allumnium und wurde durch die Herren Al Melling, John Ravenscroft und Peter Wheeler (daher AJP) konzipiert. Später kam ein 6-Zylinder-Derivat dazu, das auch unter dem Namen "Speed 6" bekannt wurde.

    TVR Griffith 500 (1993) - aufgestellt neben einem Vorfahren, dem TVR 3000 S von 1978 am Treffen "Fantastic Plastic" 2013
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Unter Peter Wheeler wurde eine reichhaltige Produktpalette entwickelt und recht erfolgreich vermarktet: S1 - S4, Griffith, Chimaera, Cerbera, Tamora, T350 und den neuen Tuscan. Das extremste Fahrzeug dieser Zeit war der TVR Sagaris, ein FIA-Rennwagen für die Strasse.

    Im Spitzenjahr 1998 baute TVR als zweitgrösste unabhängige Sportwagenmarke hinter Porsche 1'688 Wagen.

    2004 trat Nikolay Smolenski, ein 24 Jahre alter Russe, die Nachfolge von Wheeler an. Trotz vielen Versprechungen, eine britische Firma zu bleiben, kam TVR wiederum in finanzielle Schwierigkeiten und wurde schliesslich 2006 an neue amerikanische Eigner verkauft, rund 300 TVR-Mitarbeiter wurden entlassen, die Produktion stillgelegt.

    Seither ist die Zukunft dieser traditionellen englischen Marke unklar, eine mögliche Wiederbelebung wird aber alle paar Monate kommuniziert.

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