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Bild (1/1): Die zwei Kleinen auf dem grossen Pass des Col de la Croix (© Andreas & Beat Lehmann, 2015)
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    Renaissance mit dem Renault Dauphine

    2015
    Text:
    Andreas Lehmann
    Fotos:
    Andreas & Beat Lehmann 
    (16)
     
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    50 Jahre ist es nun her, als meine Familie und ich zum ersten Mal mit einem Renault Dauphine aus dem ruhigen Emmental in der Schweiz nach Frankreich ans Meer zum Zelten fuhren. Diesen Sommer hat es meinen Bruder und mich gepackt und so sind wir mit zwei Renault Dauphine erneut an die Côte d'Azur gefahren, an denselben Ort und dieselbe Strecke, nur das Auto war natürlich nicht das ursprüngliche, denn die Geschichte des damaligen Daupine hat sich schon lange, vermutlich auf einem Schrottplatz, verloren.

    Das erste Mal; viel Gepäck und wenig Platz

    Wir Kinder, also meine ältere Schwester, mein jüngerer Bruder und ich, sassen vor 50 Jahren hinten auf der Rückbank im Schneidersitz, da fast der ganze Innenraum mit Schlafsäcken, Badeutensilien und der Zeltausrüstung vollgepackt war und kaum Platz zum Sitzen blieb. Am Heck des Dauphine war ein Anhänger mit einem (!) Rad fest montiert, welches wie ein Servierboy-Rad bei jeder Bodenwelle quer zum Boden landete und uns so einige Male fast aus der Bahn brachte (leider gibt es kein einziges Foto mehr von diesem Auto).

    Auf der A1 in Bern am Grauholz-Stutz hatte mein Vater bis in den zweiten Gang hinunter schalten müssen, damit wir es mit all dem Zusatz- bzw. Übergewicht überhaupt die Anhöhe hoch schafften. Kurz vor Genf, schon einige Kilometer weiter aber noch lange nicht am Ziel, war dann auch der zweite Stossdämpfer kaputt, was wohl den rund 250 Kilos auf dem Dach, den damaligen Strassen, dem Einrad-Anhänger und den fünf Personen zuzuschreiben war.

    Trotzdem erreichten wir bald unser Ziel, das Camp du Domain in La Favière, wo es uns auch die nächsten 15 Jahre hinführen würde, wenn dann auch bald einmal mit dem neuen Renault R16 TS.

    Ankuft mit unseren zwei Dauphine beim Campingplatz Camp du Domaine
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    Lang geplante Renaissance

    Am 19. Juli 2015 war er da, unser lang geplanter Sonntag, an dem wir erneut im Renault Dauphine nach La Favière an der Côte d'Azur fahren würden. Um 04:15 Uhr in der Früh ging es in Augst im Kanton Basel los. Vor uns lag die uns eigentlich bekannte Strecke über Genf, Grenoble, Sisteron, Gap, Hyères nach La Favière - gemäss dem Michelin-Guide 717 Kilometer von Start bis Ziel. Ankommen war das oberste Ziel und irgendwie würden wir es dann auch wieder zurück schaffen.

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    Tunnel-Hupen vor Freude

    Es ist ein herrliches Gefühl in der kleinen Kiste. Lärmig, keine Lüftung (vor allem beim Stehen), doch die kleinen ausgestellten Seitenflügel-Fenster sorgen wunderbar für Frischluft. Viele freundliche Mitmenschen winken uns mit einem erfreuten Lächeln im Gesicht aus ihren Autos oder vom Strassenkaffee zu. In jedem Tunnel hupen wir vor Freude und viele andere Autofahrer hupen zurück. Wir rasten kurz vor Genf auf der Autobahn, die Sonne steht schon hoch und wir geniessen einen Kaffee mit Croissons, Tanken und machen erste Fotos.

    Besuch am Marché

    Dann geht es weiter Richtung Genf, Annecy, Champéry und Grenoble, wo wir die Autobahn verlassen. Bei der Durchfahrt in Vif kommt mir in den Sinn, dass hier ja alljährlich auch ein Oldtimer-Markt stattfindet und ich denke mir zufrieden; "Sollten wir da mal hingehen?". In einem kleinen, hübschen Dorf namens St. Martin de Clelles gibt es dann wieder einen Zwischenhalt, wir machen sofort die Motorhaube auf, dass der Vergaser verdampfen und die Hitze wegströmen können. Natürlich kontrollieren wir jedes Mal auch den Ölstand, das Wasser und den Reifendruck und viele weitere kleine Details. Per Zufall ist an diesem Morgen gerade der allwöchentliche Marché, beherrscht von Früchte- und Gemüse-Ständen, aber es gibt auch Kleider, Schuhe, Brot, Fisch und Fleisch und vieles mehr. Hier geniessen wir auch die ersten echt-französischen Croissants zum Kaffee und kaufen Brot, Fleisch, Käse, Tomaten, Früchte und eine Flasche einheimischen Wein für ein Picknick.

    SC74

    Passfoto und Naturpicknick

    Die Weiterfahrt führt uns durch eine wunderschöne Gegend mit Hügeln, vielen Kurven und einer herrlichen Aussicht auf französische Berge und Täler. Auf dem Pass des bekannten Col de la Croix (1176 m über Meer) machen wir ein Passfoto (also ein Foto auf der Passhöhe), wie damals mit unseren Eltern. Wir überqueren eine kleine Brücke und fahren den Feldweg zum Waldrand hinauf und geniessen unser Picknick auf mitgebrachten Decken. Es ist herrlich! Gute Stimmung herrscht, die frische Luft weht uns um die Ohren und zieht durch unsere Lungen und wir geniessen gutes Essen im Schatten der Bäume und lauschen einem kleinen Bach. Auch den zwei Autos, welche bis jetzt ohne Probleme surrten, gönnen wir eine grössere Pause.

    Den Pass hinunter geht es zügig weiter und die Temperatur-Anzeige vom Kühlwasser sinkt erstmals wieder aus dem roten Bereich. Die Strasse führt uns weiter über Aspres-sur-Buëch nach Serres, wo wir erneut einen gemütlichen Kaffeehalt einbauen und auch uns eine Abkühlung mit einem Bad im herrlich frischen Fluss Buëch gönnen.

    Gute Vobereitung ist das A und O

    Später auf der Höhe von Laragne-Montéglin treffen wir zufällig auf eine sonntägliche Oldtimer-Ausstellung und tauchen natürlich sofort ein. Ein grosses Feld ist überfüllt mit alten Traktoren, LKW's, PW's, Sportwagen, Wohnwagen sowie alten Maschinen aus Landwirtschaft und Industrie und Vorführungen und Ausfahrten finden ebenfalls statt. Sofort sind unsere beiden Renaults umringt von fachwissenden Franzosen, welche uns sofort erklären, was original ist und was nicht. Sie geben uns auch viele Tricks und Tipps mit auf den Weg, welche wir natürlich gerne annehmen. 

    Bei all dem genauen Hinsehen und als ich unter das Auto krieche bemerke ich, dass der Motor Wasser verliert. Der Kühlschlauch am Motorblock rinnt. Glücklicherweise haben wir nicht nur 100 Vorschläge was gemacht werden könnte, sondern auch genug Werkzeug dabei. So war das Problem im Nu gelöst und die Reparatur hielt sogar bis nach Hause.

    Auf der Reise staunten wir immer wieder über all die uralten Traktoren, welche mit dem Pflug eine Furche ins Land zogen und dabei schnaubten, stampften und dampften, dass daneben unsere Oldtimer wie Neuwagen wirkten.

    Déjà-vu in Sisteron

    Der letzte Tagesabschnitt führt uns weiter durch kleine Dörfer und Hügel bis hinab nach Sisteron, welches in der krassen, felsiges Klus sitz, wo wir unser Tagesziel glücklich und ohne Probleme erreichen. Wir übernachten im Grand Hotel de la Cour, genau wie mit unseren Eltern vor 50 Jahren. Das Haus, die ritterliche Halle mit der Réception, die Treppe, der Speisesaal - nichts hat sich verändert, alles sieht aus wie damals!

    Der Einstellplatz für Autos in der Tiefgarage sorgt für heitere Erinnerungen; damals war Vater mit der Dauphine wegen dem vielen Gepäck auf dem Dach stecken geblieben! Heute reichte es, auch wenn die Rampe noch immer sehr steil ist und die Garage noch immer sehr tief liegt. Bei der Ankunft sind wir von höllischen Böllerschüssen begrüsst worden und haben uns erst einmal erschreckt. Es stellt sich jedoch heraus, dass diese festlichen Aktivitäten nicht uns gelten, sondern dem Herrn Napoleon, welcher vor exakt 200 Jahren hier durch die Strassen zog und sicherlich auch hier übernachtete.

    Abends geniessen wir ein herrliches Abendessen auf der Terrasse des Hotel-Restaurants. "Tartare coupé au couteau" ist dann aber etwas sehr grob für unsere Verhältnisse und wird uns in nicht allzu bester Erinnerung bleiben. Ein nächtlicher Spaziergang führt uns später durch die hübsche Altstadt und lässt unsere Blicke zur hell erleuchteten Citadelle (Burg) hoch über der Stadt schweifen.

    Nach einem morgendlichen Spaziergang bei wiederum herrlichem Wetter holen wir dann unsere Autos aus der Garage. Bei der routinemässigen Überprüfung stellen wir dann aber fest, dass bei Beats Auto der Benzinschlauch im Motorenraum ein kleines Leck aufweist. Wir suchen sofort ein passendes Ersatzteil, werden fündig und nach 10 Minuten ist es eingesetzt und der Dauphine startbereit.

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    Auch die Frauen dürfen ans Steuer

    Die Weiterfahrt bis Dignes les Bains, Riez und Tavernes bringen wir ohne Probleme hinter uns. Auch unsere Partnerinnen dürfen fahren - bis nach Brignoles. Ihr Kommentar, als sie das Steuer wieder abgeben; „...ziemlich anstrengend mit Schalten in der Kiste!" Da würde auch heute niemand auf die Idee kommen, während der Fahrt ein SMS zu schreiben! Wir passieren viele Kreisel und bei einigen legten wir sogar eine Ehrenrunde ein - weil‘s so schön war. Wir kreuzen eine wunderschöne Gegend mit riesigen Sonnenblumen- und Lavendelfeldern. Weitere drei Stunden geniessen wir die Fahrt, unterbrochen von diversen Stopps für Fotos, Früchtekäufe oder ein Glas Wein. Wir sind die Attraktion auf und neben der Strasse.

    Die Anstrengung, die Hitze, der Lärm vom Motor und den offenen Fenstern und das ständige aufmerksame "in den Motor horchen" sowie der Blick auf das Armaturenbrett sind sehr anstrengend und ermüdend. Vom starken Fahrtwind durch die offenen Fenster haben wir abends rote Augen, ganz schlimm ist es bei Beat, weil er an seinem Auto zusätzlich ein Schiebedach hat. Daher nehmen wir doch noch ein Stück Autoroute unter die Räder, bis Hyères. Dann nochmals 30 Minuten Fahrt bis nach La Favières.

    Endlich am Ziel

    Andreas und Beat Lehmann mit ihren Dauphine auf dem Campingplatz
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    16.25 Uhr, der Zeltplatz Camp du Domaine ist erreicht. Wir erkennen die Einfahrt nicht wieder - alles ist anders und riesig geworden, aber wunderschön. Caroline holt uns am Eingang ab. Sie ist eine Freundin aus Küsnacht/Paris und wir kennen sie seit sie damals mit Ihren Eltern auch auf dem Camping war. Sie haben den Platz P6 seit über 50 Jahren gebucht und kommen immer noch. Wir verbringen drei Nächte und zwei Tage auf dem hübschesten Camping der Côte d'Azur und geniessen alles was das Meer, der Strand und das Dorf bieten.

    Kühler Rosé, heisse Nacht

    Am zweiten Abend treffen wir uns mit Thomas und Marianne aus Zumikon, welche auch seit über 50 Jahren hier auf dem Camping sind. Wir fahren zu Acht in den Dauphines nach Bormes les Mimosas. Der Chef vom Restaurant La Terrasse erlaubt es uns, dass wir auf den zwei einzigen, für Taxis abgesperrten Parkplätzen direkt vor dem Hause parkieren dürfen. Pole Position und Attraktion für alle Touristen. Wiederum geniessen wir ein leckeres Nachtessen und herrlich kühlen Rosé. Ein Altstadtbummel durch die Gassen lässt uns diese Zeit doppelt geniessen. Zurück im Zelt schlafen wir ganz schlecht, es ist einfach viel zu heiss. Kein Lüftchen weht, und auch dass wir halbnackt auf der Matratze liegen, nützt nichts, wir machen in dieser Nacht kaum ein Auge zu. Da hilft auch ein mitternächtliches Bad im nahen Meer nicht.

    Geniessen in vollen Zügen

    Den letzten Tag geniessen wir mit einem Schwumm im Meer bei Sonnenaufgang, einem Besuch auf dem Markt, Standup-Paddling, einem Marsch zu den Felsen in die nächste Bucht und Schnorcheln im Meer. Dann treten wir die Rückreise an. Um 10:00 Uhr starten wir die Motoren und es geht wieder los. Wir fühlen uns wohl, sitzen wieder im "Kistli". Die Reise führt uns über La Faviere, Hyères, Toulon, Marseilles, Aix-en-Provence und durch den Luberon.

    Restaurant Terrasse Bormes Les Mimosas
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    Drückende Hitze auch auf der Rückfahrt

    Die Hitze drückt auch uns auf's Dach. So beschliessen wir kurz vor Manosque, die Strasse zu verlassen, um uns im Fluss La Durance abzukühlen. Ein Abstecher mit Mittagessen in der Altstadt von Manosque darf natürlich nicht fehlen, wir suchen uns einen Parkplatz ausserhalb der Parkhäuser. Nach langem Rumkurven stellen wir die zwei Autos gemeinsam auf einen Parkplatz und bemerken, dass wir vor dem Restaurant "Les deux Frères" stehen. So ein Zufall. Nach einer geruhsamen Pause tuckern unsere Oldtimer im Einklang Kilometer für Kilometer weiter über Lurs, Château-Arnoux und wieder hinauf nach Sisteron.

    Auf den Spuren Napoleons

    Am nächsten Morgen um 06:30 Uhr fahren wir weiter über GAP zur Route Napoleon. Wir fahren auf und ab durch kleine Dörfer und Städtchen, die sicherlich Napoleon alle auch durchreist hat. Der grosse Herrscher wird überall gefeiert. Man sollte wieder einmal seinen Streifzug durch diese Gegend im Geschichtsbuch nachlesen.

    Bei der Weiterfahrt fahren wir durch ein kleines Dorf, am Hang gelegen, mit dem Namen Corps. Nach dem Dorfeingang steht vor uns eine grosse Renault Garage, was natürlich unsere Aufmerksamkeit aufweckt. Beim Blick in die dunkle Abstellhalle meinte meine Partnerin, sie hätte dort ein paar alte Renaults gesehen. Wir drehen um und besuchen die Garage Rivière und werden vom Senior-Chef Roger begrüsst. Er freut sich sehr über unsere Oldtimer und nimmt uns sofort mit in die Werkstatt. Er erzählt, dass er vor 50 Jahren zusammen mit seinem Bruder diverse Rennen auf Strasse und Eis gewonnen hat - mit Renault natürlich (meist Renault 8 Gordini). Hundertfach gezeigte Zeitungsausschnitte beweisen seine grossen Erfolge. In all den vielen Räumen zeigt er uns voller Stolz seine Oldtimer - vom komplett zerlegten Renault A110 bis hin zum fertigen Heck, Dauphine oder R4 bekommen wir einiges zu sehen.

    Letzte Pannen vor dem Zuahuse

    Renault und Frankreich gehören einfach zusammen - schöne Erlebnisse sind das. Napoleon begleitet uns ständig, überall beflaggte Städtchen, Hügel und Denkmäler. Die Fahrt führt vorbei am Lac de Laffey, den wir jedoch durch all die Bäume kaum sehen können. Im Dorf Vizille geniessen wir bei Kaffee die frischere Luft und die hügelige Landschaft. Nichts mehr von Lavendel.

    Wenn der Anlasser defekt ist, ist Muskelkraft gefragt
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    Bei der Abfahrt streikt mein Anlasser nun endgültig. Zuvor hängte er bei spätestens dem zehnten Mal ein - nun streikte er jedoch vollständig. Wir müssen ihn anschieben, es kann dann aber weiter gehen. Ansonsten läuft alles reibungslos und wir sind stolz auf unsere Fahrzeuge. Nach Grenoble schwenken wir wieder auf die Autobahn und geniessen die freie Strasse, welche wir fast für uns alleine haben. Tucker tucker tucker auf der eintönigen Autobahn - die Zeit ist da, wo das Geniessen langsam abgelöst wird durch "Wann sind wir endlich Zuhause?".

    (Fast) alleine mit maximal 80 km/h unterwegs auf der Autobahn
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    Kurz vor Bern meldete sich ein Geräusch aus meinem Motorraum. Mit dem Funkgerät (was eine sehr gute Investition war) melde ich meinem Bruder vor mir, dass bei meinem Auto etwas nicht stimmt. Das Geräusch wird lauter und endet in einem sehr lauten Heulen, was mich sofort auf den Pannenstreifen zwingt. Die Suche nach dem Problem ist kurz, die Lichtmaschine war‘s. Vielleicht war der Keilriemen zu stark gespannt oder zu wenig Öl in der Laufbüchse. Der Keilriemen war jedoch nur noch eine dünne Schnur. Zum Glück war es noch relativ früh und ohne Licht fährt man ja mit diesen Wagen stundenlang. So brachten uns die treuen Autos doch noch problemlos bis nach Hause ins Baselland.

    Ein letztes Foto vor und in der Halle, es war geschafft. Sie war herrlich, unsere kleine Oldtimer-Reise, oder eher unsere Reise in die Vergangenheit. Es fühlte sich an wie 15‘000 Kilometer, doch die Reise war abwechslungsreich, interessant, einfach wunderbar - landschaftlich sowie kulturell. Teamwork, Technik, Freundschaft, Erinnerungen - alles gehörte dazu.

    Schön war's....

    Die Autos

    Fotoshooting am Hafen - Renault Dauphine Gordini und R1090
    © Copyright / Fotograf: Andreas & Beat Lehmann

    Da war einmal der wunderschön bordreaux-rot lackierte Renault Dauphine Gordini mit Jahrgang 1965. Der Motor leistet stramme 40 PS und ist an ein 4-Gang Getriebe gekoppelt, nachträglich wurden Sicherheitsgurten eingebaut, 4 Scheiben-Bremsen sorgen für Sicherheit, getankt wird bleifrei 98 mit Blei-Zusatz, die maximale Geschwindigkeit beträgt 120 km/h, wir fuhren jedoch nie mehr wie 80 bis 90 km/h.

    Der blaue Dauphine ist ein R1090 (nicht Gordini, sieht lediglich so aus) und wurde 1961 gebaut. Er besitzt ein neues 4-Gang Getriebe (zuvor mit 3-Gang Getriebe), 4 Trommel-Bremsen, hat ebenfalls nachträglich eingebaute Sicherheitsgurten. Auch er läuft mit Bleifrei 98 mit Bleiszusatz und die maximale Geschwindigkeit beträgt 105 km/h, zumindest theoretisch, denn so schnell sind wir gar nie gefahren.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    bi******:
    20.10.2015 (10:47)
    Toller Bericht, vielen Dank. Die rote Dauphine erinnert mich an mein erstes Auto, welche ich liebevoll den Übernahmen "Tomate" gab. Die blaue erinnert mich an meinen damaligen R12 Gordini, auf jeden Fall, was die Lackierung anbelangt.
    33******:
    23.09.2015 (23:53)
    Ja Danke für Deinen Reisebericht, den Einblick in die Vergangenheit und wie "leicht" sich dieses Reisegefühl wiedererlangen lässt. Sicherlich hängt es nicht nur von dem Dauphin ab, sondern von dem Ansatz auch mit kleinem Raum und wenig Tempo entschleunigt wieder der Umgebung mehr Aufmerksamkeit schenken zu können. Und 700km Reise, die man(n) heute mal flott an einem Tag abreisst werden mit Übernachtung gleich zum wichtigen Urlaubsbestandteil.
    Weiter so!

    Jetzt stehe ich nur mal wieder vor der Herausforderung, dass es von uns Nordlichtern bis an das Mittelmeer über 1400km hat......
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