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Bild (1/1): Feenkamine von Göreme - Mit dem TR4 in die Türkei (© Jürgen Renardy, 2014)
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Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Triumph / GB TR 4 (1961-1965)
Cabriolet, 100 PS, 2138 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Triumph / GB TR 2 (1953-1955)
Roadster, 90 PS, 1991 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Triumph / GB TR 250 (1967-1968)
Cabriolet, 104 PS, 2498 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Triumph / GB TR 3 (1955-1957)
Roadster, 95 PS, 1991 cm3
Preisbereich HOCH: € 15'001 bis 75'000
Triumph / GB TR 3A (1957-1961)
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    Mit dem TR in die TR - Triumph TR4 zum zweiten Mal auf grosser Fahrt

    Erstellt am 20. April 2018
    Text:
    Jürgen Renardy
    Fotos:
    Jürgen Renardy 
    (37)
     
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    Den Triumph TR4 mit Chassis-Nummer CT23333L haben und fahren wir nun seit rund 40 Jahren. Beim Erwerb war er ein relativ klägliches Exemplar, dennoch, vor genau 30 Jahren wagten wir – meine damalige Lebensgefährtin gleich jetzige Ehefrau und ich – eine ausschweifende Abenteuerreise mit dem Cabrio quer durch Jugoslawien, Bulgarien und Anatolien bis nach Damaskus / Syrien. Keine Probleme bei den 10000 km.

    In der Türkei wurden wir nur immer wieder bemitleidet: „So ein altes Auto, so klein, nur zwei Plätze und nicht mal Geld für ein echtes Dach. Seid ihr arme Leute?“

    Und nun bzw. seit knapp zehn Jahren gärte der Wunsch eine ähnliche Tour mit dem, in den Jahrzehnten gereiften, restaurierten und auch leicht erstarkten TR nochmals zu wagen. Bester Termin 2014, genau 30 Jahre nach der ersten Brettertour und im 50. Jahr des Gefährts. Aber! Vor zwei drittel Jahr fragte ich Renate „Kommst du mit?“ die Antwort erhielt ich 2 Monate später. „Nein, aber …“

    Nein, wegen der Unmöglichkeit sechs Wochen Urlaub am Stück zu bekommen und wegen ausgeprägter Unlust den gesamten Balkan mit inzwischen vier Grenzen nochmals komplett hin- und zurück zu erleben. Zu viele negative Eindrücke sind bei ihr (im Gegensatz zu mir) haften geblieben. Aber, wenn ich einen Beifahrer finden würde, könnte sie in die Türkei mit dem Flieger nachkommen und für zwei Wochen mitfahren, während mein Beifahrer sich mit einem Mietwagen geografisch ungehemmt austoben könnte.

    Gar nicht so übel der Kompromiss. Nur, wer kommt auf dem Landweg mit? Monatelang fragte ich im Freundes- und Bekanntenkreis rum, alle hatten entweder keine Zeit, kein Geld oder keinen Mut, zu viel des Abenteuers. In meiner Verzweiflung fragte ich – eher spasseshalber – meinen türkischstämmigen Zigarettenhändler und – „Klar, da mach ich mit.“ Wow. Beifahrer gefunden. Alleine wäre mir der Trip auch nicht ganz geheuer, trotz inniger Kenntnis der türkischen Inlandsverhältnisse sowohl orientierungs- und strassenmässig, als auch sehr vieler guter Übernachtungsmöglichkeiten und sprachlicher Grundkenntnisse. Eben all das, was sich so in ca. 30 Jahren der Individualreisen in der Türkei, teilweise mit eigenem PKW als auch etlichen 2 wöchigen Reisen per Flieger und Mietwagen, an Erfahrung und Kenntnissen (in den letzten 3 Jahrzehnten ca. 30000 Türkeikilometer) angesammelt hat.

    Die Route - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Vorbereitungen

    Wo die Vorbereitungen stattfinden sollten war klar, eine grosse Inspektion bei der RedBaronGarage von Jo Willems in Veldwezelt bei Maastricht, ca. 35 km von Aachen. Da wir jetzt schon seit fast 20 Jahren – aus den Anfangszeiten der Triumph Competition Rennserie – quasi befreundet sind, hat er mir den halben Kofferraum voller Ersatzteile gratis geliehen, bis hin zu einer kompletten Vorderradaufhängung für den möglichen TR-Gau. Die einzige Fahrzeugänderung war der Umbau auf einen abschliessbaren TR6 Tankdeckel anstelle des einfachen originalen TR 4 Schnappverschlusses. Man weiss ja nicht wer sich mal eben aus einem vollen Tank bedienen könnte, vor allem bei einem SuperPlus Preis in der Türkei von umgerechnet 1,80 €. Weitere Sorgen hatte ich nicht. Eigentumsdelikte oder Vandalismus sind in der Türkei wesentlich seltener als hier bei uns.

    Das Amphitheater von Milet heute - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Start der Reise im Wonnemonat Mai

    Los ging es am 10. Mai: Die beste Reisezeit für jegliche mediterranen Touren, die Regenzeit ist vorbei, es herrschen angenehme Temperaturen um die 25 Grad und alles grünt. Leider noch nicht ganz. In der Heimat sind wir noch geschlossen bis zur ersten Übernachtung beim Bruder in München gefahren. Ebenso noch mit montiertem Verdeck den nächsten Tag durchs ziemlich verregnete Österreich. Deswegen verzichtete ich auf die Gedenküberquerung des Wurzenpasses wie vor 30 Jahren und fuhr der Einfachheit halber durch den Karawankentunnel nach Slowenien. Null Kontrolle daselbst, dafür ein Wolkenbruch der sich und den TR 4 gewaschen hat. Der nächste Grenzübertritt nach Kroatien dauerte 5 Minuten. Nur mal Ausweiskontrolle und Kurzkommentar des Zollbeamten: „Schönes Auto!“ Übernachtung in einer Kleinstadt ca. 100 km hinter Zagreb. In der Nacht kam der nächste Wolkenbruch und ein Temperatursturz um ca. 10 Grad, deswegen fuhren wir weiterhin geschlossen bis Dimitrovgrad in Serbien, nur einen Katzensprung vor der bulgarischen Grenze.

    Autofähre Canakkale bei der ersten Fahrt im Jahr 1984 - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy
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    Die erste Polizeikontrolle in Bulgarien

    Am nächsten Morgen bei der Grenzüberquerung wieder nur eine einfache Papierkontrolle, bis …. aus dem Hintergrund des Zollhäuschens eine akzentfreie deutsche Stimme fragte: „Seit wann gibt es eigentlich die Marke Triumph nicht mehr?“ Ein deutscher Zöllner der den bulgarischen EU-Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Ok, einmal Motorhaube öffnen um einige neugierige Schaulustige zufrieden zu stellen, noch ein 5,00 € Mautpickerl und weiter, allerdings erst mal nur 10 km. Polizeikontrolle. Der Beamte – in bestem deutsch, türkisch sprach er auch fliessend – „Sie wissen weswegen wir Sie angehalten haben? 75 km/h statt der erlaubten 50 km/h und Sie haben das Pflichtabblendlicht nicht eingeschaltet. Das wären in Deutschland 3 Punkte in Flensburg und hier sind es 75,00 € Bussgeld.“ Mit ein wenig Verhandlungsgeschick haben wir uns nicht nur gut amüsiert und miteinander einen netten Plausch geführt, sondern auch das Bussgeld auf 50,00 € (2 Punkte) heruntergehandelt und wurden dann bei der Rückfahrt am selben Posten zum Tee – und zwar original türkischem – eingeladen.

    Zöllnerin am türkischen Eingangszoll Kapikule - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Kapikule - der zweitgrösste Zoll der Welt

    Nach qualitativ sehr wechselnden Strassen von gut bis saumässig (um Sofia herum) konnten wir endlich mal das Verdeck in Harmanli, ca. 30 km vor der türkischen Grenze, an der letzten günstigen Tankstelle mit SuperPlus, runtermachen. Eitel Sonnenschein und 23 Grad. Angekommen am (nach Tijuana) zweitgrössten Zoll der Welt, Kapikule hatten wir etwas Bedenken wegen eventuell langer Wartezeit, aber nein, zwar kilometerlange LKW-Schlange, PKW’s aber nur drei oder vier vor uns, eine Viertelstunde, kurze Papierkontrollen, wenn auch dreimal hintereinander. Das Fahrzeug wurde inzwischen gar nicht mehr im Pass eingetragen, sondern nur EDV-technisch vermerkt. Irgendwie schade. Ich wollte doch AC-RT 24H als Souvenir im Pass verewigt haben. Bei der letzten Kontrolle dann nahezu ein „Zalando“-Schrei aus dem Kontrollhäuschen. Zwei junge Zöllnerinnen wollten sich unbedingt mit dem Oldtimer fotografieren lassen. Klar, kein Problem. Ich möchte nicht wissen wie viele Fotos noch am selben Tag auf dem türkischem facebook und twitter die Runde machten. Zum Dank für das Fotoshooting durften wir (obwohl bereits auf türkischem Boden) noch mal unbürokratisch zu Fuss zurück zum dutyfreeshop, den wir zwischen den Zollkontrollen einfach vergessen hatten. 20 Minuten später waren wir in Edirne, der quasi Dreiländereckstadt Türkei / Bulgarien / Griechenland und mit dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Selimiye Moschee mit ihren markanten langen und schlanken Minaretten. Ein Spätwerk des bekannten Mimar Sinan.

    Selimiye Moschee, Edirne - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy
    RetroClassicsBavaria2019

    Mit der kürzesten Verbindung von Europa nach Asien

    Am nächsten Mittag ging es ab nach Asien. Nicht über Istanbul-Bosporus, sondern über die kürzeste Verbindung zwischen Europa und Asien für 8,00 € mit der Autofähre über die Dardanellen von Kilitbahir nach Canakkale.

    Autofähre von Kilitbahir nach Canakkale - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Eine geschichtsträchtige Gegend, Gallipoli, besonders umkämpft im ersten Weltkrieg wegen der Durchfahrt vom Mittelmeer über das Marmarameer zum schwarzen Meer. Hunderttausende Opfer auf australisch / neuseeländisch / britischer Seite und türkischer (osmanischer) Seite.

    Gallipoli, geschichtsträchtige Gegend im ersten Weltkrieg - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Am Abend vorher in Edirne hatten wir im türkischen Fernsehen erstmals Kenntnis über das schreckliche Grubenunglück in Soma erhalten und direkt am nächsten Tag konnten wir live die ersten hierauf bezogenen Anti–Erdoganregierungsdemonstrationen erleben. Einige Lokale hatten aus Trauer um die Verunglückten gar ganz geschlossen. Weiter ging es nach Troja. Nur 20 km südlich, aber wie beim Besuch vor 30 Jahren eine recht mickrige archäologische Stätte (für den Laien). Hat man den Blockbuster gesehen, wird man über die Grabungsepochen „Troja 1 – 8 „ ziemlich enttäuscht sein. Übrigens, „Das trojanische Pferd aus der Verfilmung mit Brad Pitt steht jetzt als Geschenk der Filmcrew auf der Uferpromenade in Canakkale. Das Etappenziel am Tagesende nach beschaulichen 220 km war Ayvalik, der Küstenort im besten Olivenölanbaugebiet der Türkei. Ziemlich enttäuscht waren wir, nein, nicht wegen der wirklich hervorragenden nativen Öle sondern, dass abends – live in der Kneipe – der BVB im Pokalfinale gegen die Bayern verlor.

    Bistrot in Edirne - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Beifahrerwechsel in Izmir

    Ab zur Dreimillionenmetropole Izmir. Quartier suchen und finden und abends mit dem Hotelgeschäftsführer, der uns freundlicherweise auf seinem Heimweg zum Flugplatz chauffierte, meine Beste, Renate und gleichzeitig den Leih-Renault meines Beifahrers Murat abzuholen. By the way war dieser Manager auch der Einzige der mir während der ganzen Tour ein ernst zu nehmendes TR-Kaufangebot unterbreitete, worauf ich natürlich nicht eingehen wollte. Sonst aber etwa hundert mal immer ähnliche Fragen: „wie alt, welche Marke (vollkommen unbekannt), Benzin oder Diesel (naja), verbraucht wie viel“ und bei der Antwort 12,5 l , schlagartiges Desinteresse.

    Das Amphitheater von Milet anlässlich der ersten Fahrt im Jahr 1984 - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Mit Abstechern nach Selcuk=Ephesos und dem imposanten Amphitheater von Milet, ging es ins absolut beschauliche Dorf Kapikiri am Bafasee über und zwischen den Ruinen einer antiken Stadt gebaut in einem Naturschutzgebiet. Zwei Tage Fahrpause hiess entspannen bei leckerer türkischer Hausmannskost. Halbpension bei Yusuf und seiner Frau in der Pension Pelikan, die wir schon von einigen früheren Reisen gut kannten. Zum Abschied gab es dann – wie immer – selbstgemachte Olivenölseife und ein Glas Honig aus dem Dorf.

    Halbpension bei Yusuf und seiner Frau - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Nächste Etappe: Köycegiz, eine Kleinstadt, nur ein wenig vom Tourismus beleckt, am gleichnamigen Binnensee inmitten eines flora- und faunareichen Naturschutzgebietes. Aber nicht ohne vorher noch einen Abstecher nach Yalikavak auf der Bodrumhalbinsel gemacht zu haben um dort Murats Nichte mit ihrem gerade mal 4 Monate alten Sohn Rüzgar zu besuchen. Im Taurusgebirge zwischen Milas und Mugla, runter bis zur Abfahrt nach Marmaris, hatte es dann auch noch mal ordentlich geschüttet, also Verdeckzwang. Nach dem Einchecken in unserem Standardhotel in Köycegiz, in dem wir seit 25 Jahren immer wieder mal ein paar Tage verbrachten, gab es Abendessen plus Bier im angeschlossenen Restaurant direkt an der Seepromenade…. Und laute Live-Musik im Veranstaltungszelt direkt nebenan. Um mal mit Vorurteilen aufzuräumen, 1 männlicher Sänger, Flötist, Keyborder und Schlagzeuger in Personalunion unterhielten dort ca. 100 weibliche Gäste jeglichen Alters mit hinreissenden, mitreissenden Rhytmen. Männer hatten absolutes Zugangsverbot, aber die Rakiflaschen türmten sich dennoch auf den Tischen. Das Klatschen, Johlen und dazugehörende Tanzen werde ich so schnell nicht vergessen.

    Tankstellenstop in Yalikavak - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Obligatorischer Friseurbesuch

    Tags drauf mein obligatorischer Friseurbesuch in einem Minisalon, man kennt mich seit 15 Jahren. Nach einer Stunde und 7€ - incl. Massage und diversen anderen typischtürkischen Barbierextras sahen Kopf und Bart wieder gepflegt aus. Und endlich – überfällig – auch mal eine Miniinspektion am Triumph. Im Prinzip alles ok, etwas Wasser in den Ausgleichsbehälter, 1l Öl (nach 3500km!) und 4 Ventile je ca. 0,05mm straffer gestellt, jetzt klang er besser.

    TR im Pensionsgarten in Cirali - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy
    SC75 Sujet 1

    Erster und einziger Streik des TR-Anlassers

    Nächster Ort: Cirali/Olympos knapp 300km weiter östlich an der Südküste. Ebenfalls ein Naturschutzgebiet mit nur einstöckig genehmigter Bebauung. Hundert Minihotels oder kleine Pensionen, grösstenteils mit Holzbungalows für 2-4 Personen, idyllisch gelegen mit kilometerlangem Naturkieselstrand mit Schirmpinien bestückt, der auch den selten gewordenen Meeresschildkröten Caretta Caretta als Eiablagestrand dient. Hier streikte der TR-Anlasser zum ersten und glücklicherweise einzigen mal, warum, nicht eruierbar, schieben half, das Anspringen war dann kein Problem. Nach zwei Übernachtungen und dem obligatorischen Besuch der „brennenden Steine“ Yanartas, ewiges Erdgas, das beim Austritt brennt und mythologischer Ort an dem Bellerophon das Drachenungeheuer Chimäre erschlagen haben soll.

    Die fantastischen Drei auf dem "Asansör" in Izmir - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Weiter Richtung Antalya und dann passierte es, auf der schlaglochübersäten Zufahrtsstrasse zur Hauptstrasse, heftige Schläge von hinten. Erst mal die 8km hoch bis zur Schnellstrasse, Test, bei jeder auch geringen Bodenwelle schlug der linke Hinterreifen an die Kotflügelkante. An der nächsten Tankstelle wurde nachgeschaut. Das Rad war ungefähr 5cm „tiefergelegt“, den Rest konnten wir uns auch ohne genaue Analyse bereits denken, Federbruch. Was tun? Wir wollten auf jeden Fall noch die 70km bis in die Metropole Antalya schaffen, gesagt, gewagt, nach dem Motto „da werden sie geholfen“. Dann eben Tempo runter, wenn auch nicht allzu sehr, hoffen, beten, möglichst jegliche Unebenheiten vorhersehen und tunlichst vermeiden. Naja, ging so mehr schlecht als recht, meine Nerven litten beängstigend. Rein, mitten in die Millionenstadt, Ziel die Altstadt Kaleici. Erwähnenswerte Entschädigung für das höchst angeschlagene Nervenkostüm waren die „standing ovations“ von Seiten vieler Passanten auf dem Weg ins Centrum. Da haben sich einige Passanten schier die Augen aus dem Kopf geguckt. Endlich angekommen in der uns ebenfalls schon gut bekannten „Dede-Konak-Pension! folgte die nähere Schadensschau.

    Dede-Konak-Pension in Antalya - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Ja, Hauptfederblatt kurz vor der hinteren Aufhängungsschwinge gerissen und als Folge – logisch – gar in den Kofferraumboden durchgeschlagen. Letzteres bedeutete sogar Glück im Unglück, immerhin hierdurch eine wenn auch klägliche verbliebene Rad- und Achsführung. Der Federweg war quasi null. Und der Reifen selbst? Dem war gar kein Schaden anzusehen. Dabei war mir die ganze Zeit in erster Linie vor einem möglichen Reifenplatzer Angst und Bange. Karaman, der Hotelmanager versprach uns am nächsten Morgen direkt eine Werkstatt zu organisieren. Zitat: „Alles kein Problem“. Tatsächlich wurden wir (kaputter TR, Murat und ich) nach dem Frühstück abgeholt und ich musste den TR nach Weisung meines Beifahrers (Mechaniker aus der OTO-Tamir, Auto-Werkstätten) ca. 12 km raus aus der Stadt in den Werkstättenbezirk fahren, wo wir in einer Miniwerkstatt – nicht mal eine Hebebühne – bereits erwartet worden waren. Rad ab, Begutachtung und der freundliche und besonnene Werkstattchef sagte uns die Komplettreparatur noch für den selben Tag, spätestens aber den folgenden Mittag zu. Er riefe in der Pension an.

    Gerissenes Hauptfederblatt - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Zurück mit Murats Leih-Renault und den restlichen Tag voller Furcht vor Hiobsbotschaften in der Altstadt verbracht. Gegen 18.00 Uhr noch keine Nachricht, aber eine Stunde später teilte uns Karaman mit: „Der TR ist fertig!“ Ab zur Werkstatt und tatsächlich, die Kiste stand wieder auf allen Vieren und gerade bzw fast. Die komplett nachgefertigte neue Feder musste sich ja über einige Kilometer erst mal setzen. Dieses Federunikat besass zwar nur vier statt sieben Blätter, aber deren Eigenschaften sind echt ähnlich dem Original und deswegen – nach anerkennender Nachbeurteilung von Jo Willems – durtfe das Teil zur lebenslänglichen Erinnerung auch weiterhin drinbleiben. Kasse bitte: 300 TL, also 110 Euro wollte der gute Mann für einen ganzen Tag handwerklicher Arbeit haben. Aber gerne, plus gutes Trinkgeld. Aufsehen hatte die Aktion auch bei den Nachbarwerkstätten erregt und so standen einige Mechaniker beim herzlichen Abschied neugierig neben dem, in diesen Gefilden, seltenen Fahrzeug.

    Aufsehen in der Werkstatt - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Ohne Renate nach Nordzypern

    Zurück in die Altstadt, der Wagen fuhr genauso wie vor dem Bruch, alles prima. Am nächsten Mittag musste ich dann leider Renate am Antalya-Airport abliefern nach immerhin zwölf Tagen mit ihr als Beifahrerin und überwiegend offenem Fahren. Nach anderthalb Stunden warten, konnte dort Murat seinen Leih-Renault zurückgeben und dann gings der Südküste entlang noch weitere 400 km ostwärts. Über Side, Alanya, Anamur nach Tasucu, dem türkischen Fährhafen nach Nordzypern. Übernachtung in der kleinen netten Meltempension direkt am Strand, die ich auch schon von einer früheren Reise kannte.

    im Hafen von Tasucu - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    “Güzel araba”

    Kleine Episode im Niemandsland, auf halber Strecke zwischen Alanya und Anamur, die erste und einzige Polizeikontrolle in der Türkei. Per Kelle rausgewunken aus dem Verkehr (Verkehr= solo TR4!), angehalten, Polizist kam langsam zum Wagen, ich fragte in gebrochenem türkisch „was wünschen Sie, irgendwas falsch gemacht?“ (Ja, ich war 20km/h zu schnell), Polizist: „Güzel araba“, d.h. schönes Auto, wünschte uns eine gute Weiterfahrt und stapfte gemächlich zurück zu seinem Dienstfahrzeug.

    Gedenkstein von Kaiser Barbarosso - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Am nächsten Morgen gings weiter nach Silifke und ab dort ins Landesinnere, den malerischen Fluss Göksu entlang, in dem 1199 Kaiser Barbarosso bei einem Kreuzzug ertrank, immerhin steht dort ein Gedenkstein. Hinter Mut gings recht steil und lange zur Taurus-Überquerung. Bei der Auffahrt über 15km stieg die Wassertemperatur leicht an und folglich fiel der Öldruck um ca. 0,5at ab. Ist halt Arbeit. Anschliessend Mittagspause im Burgrestaurant im Ort Karaman, weiter durch die kahle Quasisteppe, in 1100m Höhe bei der Übernachtungssuche in Eregli (Konya) fanden wir die günstigste Unterkunft der ganzen Tour. EZ/F für ganze 11€. Natürlich kein Luxus, aber funktionierende Dusche, sauber und incl. zeitweisem Polizeischutz für den TR. Direkt vor dem Hotel-Entree VIP-Parkplatz und zwei alte Sessel die von zwei Ortspolizisten zwecks Teepause gerne und häufig frequentiert wurden.

    vor dem "Budget"hotel in Eregli, mit Polizeischutz - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Nichtsdestotrotz mussten wir am Ankunftsabend noch ein technisches Problem lösen. Schon vorher bemerkte ich ein leichtes Ruckeln am Schaltknüppel – incl. Getriebe – beim Anfahren. Kannte ich schon seit Jahren, Getriebeaufhängungsblock. Da gab es bereits seit langer Zeit nur noch qualitativ schlechte Nachbildungen bei denen sich nach relativ kurzen Fahrzeiten bereits der Silentblockgummi in seine Bestandteile auflöst. Ein entsprechendes Ersatzteil war leider nicht mit im Kofferraum. Also haben wir den Hotelier gefragt wo die örtlichen Werkstätten seien, gesucht, gefunden. Es war Samstag-Spätnachmittag und zum Glück die Hälfte der Werkstätten noch auf, ab in die Erstbeste mit Hebebühne. Murat erklärte dem Chef und seiner Crew so ungefähr was das Problem wäre, tatsächlich, ein erheblicher Anteil des Gummiblocks fehlte. Ein paar Fetzen aus alten Reifen wurden per Brecheisen dazwischen geklemmt, mit versprochener lebenslanger Garantie. Nach Zahlung einer Rechnung über 11€ gings zurück nach Eregli-Stadt.

    Taurus-Überquerung - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Nächste Etappe: Ürgüp, mitten in der berühmten Tufflandschaft Kappadokien. Bei der Ankunft fing es leider bereits an zu regnen, was sich auch bis zum nächsten Morgen hinzog. Danach wieder Schönwetter für offene Ausflüge ins Zelve-Tal (Open-Air-Museum) und zu den markantesten Feenkaminen von Göreme. Ob letztgenannte oder mein fahrbarer Untersatz an dem Tag öfter fotografiert wurden, wäre noch festzustellen. Es darf spekuliert werden.

    Feenkamine von Göreme - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Lieblingsstadt Amasya

    Tags drauf, auf in meine zur Zeit – seit dem ersten Besuch im Herbst 2012 – Lieblingsstadt in der Türkei, Amasya. Pittoresk gelegen im Tal des Yesilirmak, zwischen steil aufragenden Felsmassiven. Eine grösstenteils bereits restaurierte Altstadt mit gemütlichen Minihotels, Restaurants und Museen und jede Menge Geschichte. Sass man oben am Hang im Restaurant AliKaya meinte man glatt eine Modelleisenbahn-Landschaft vor sich zu haben. Abends wurde die Altstadt komplett angestrahlt, gar in vierfachem Farbwechsel alle 10 Minuten. Typisch Türkisch bunt halt. Auch wenns dem Mitteleuropäer kitschig erscheinen mag, war es eine erfrischende Abwechslung. Die türkischen Landsleute hatten Amasya bereits für ihren Wochenendausflug entdeckt, der internationale Tourismus bislang (glücklicherweise) noch herzlich wenig.

    Renardys Lieblingsstadt Amasya - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Am kommenden Tag war wohl Semesterende an allen Hochschulen und es ist wohl Brauch, dass alle Diplom- oder Doktorabsolventen sich im Ort vor allen Sehenswürdigkeiten oder interessanten Lokalitäten gegenseitig oder sogar mit professioneller Unterstützung fotografisch verewigen liessen. Der Triumph TR4 war dann tatsächlich ein sehr beliebtes Fotoobjekt, mindestens zehn AbsolventInnen nutzten die Gelegenheit, allein während meiner Anwesenheit… und ich auch.

    Diplom- oder Doktorabsolventen aus Amasya vor dem TR - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    “Eifel, ausser extra Meer”

    Nach 2 Tagen dann ab ans schwarze Meer. Erst offen, je näher wir ans pontische Gebirge kamen, desto bedeckter wurde es und angekommen in Sinop begann es auch richtig zu schütten. Die Schwarzmeergegend ist halt für türkische Verhältnisse feucht bis nass. Die Vegetation von Tabak über Haselnüsse (Nutellaland) bis zum Tee profitiert von mitteleuropäischen Niederschlagsmengen. Mein Kommentar; „Hier siehts aus wie in der Eifel, ausser extra Meer.“

    In Sinop stand zumindest ein Besuch des berüchtigtsten türkischen Gefängnisses an, glücklicherweise vor 40 Jahren geschlossen und in ein Museum umgewandelt. Grauslige Zustände damals, angeblich –ähnlich Alcatraz/Kalifornien- ist niemandem dort je ein Ausbruch gelungen.

    Kangal-Hirtenhund mit Alemannia Basecap - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Rallyesonderprüfung Landstrasse dritten Grades mit 1000 Kurven

    Weiter die Küste entlang, Übernachtung im wenig sehenswerten Inebolu, nächste Etappe Amasra, nur 180km weiter, aber eine echte Rallyesonderprüfung Landstrasse dritten Grades mit 1000 Kurven. Wir brauchten glatte fünf Stunden, zugegebenermassen incl. ausgiebigem Mittagsmahl. Aber landschaftlich sehr abwechslungsreich, rauf, steile Klippen zum Meer rechterhand, runter am Strand entlang, rein ins Hinterland, wieder runter in kleine Flusstäler und wieder ein paar hundert Meter hoch. Muss man mal gemacht haben.

    Mittagessen an der E5, bei Bolu, halbe Strecke Ankara-Istanbul - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    500 km von Amasra in die Metropole Istanbul

    Am nächsten Tag wieder eine Gewaltetappe von fast 500km von Amasra in die Metropole Istanbul, immerhin zu 95% vierspurig, teils sehr holprig, teils neuer Topzustand. Bei Mengen gings dann endlich auf die altehrwürdige E5, parallel zu der verlief eine moderne, ziemlich neue mautpflichtige Autobahn. Aber die war gar nicht nötig, wir kamen trotz vieler Ortsdurchfahrten zügig voran. Bereits 80km vor der 17 Millionenstadt begann eine fast durchgehende Bebauung bis zum Ziel, der Bosporusfähre von Harem nach Eminönü wieder auf der europäischen Seite Istanbuls. Erleichterung, wieder vollkaskoversichert! Bei eitel Sonnenschein eine kleine Irrfahrt durchs Touristenviertel Sultanahmet, von früheren Aufenthalten bekannte Hotels im benachbarten Sirkeci gesucht und gefunden. Leider war alles ausgebucht, aber der Mann an der Rezeption des dritten Hotels verwies uns an ein brandneu eröffnetes Tochterhotel nur zwei Ecken weiter, guter Tip, „Just Inn“. Kein Problem, freundlicher Empfang, prima ausgestattete Zimmer, wenn auch etwas klein aber wen wunderts bei den dortigen Grundstücks- oder Mietpreisen. Und wohin mit dem fahrbaren Untersatz? Vorm Hotel keine Chance, belebteste Fussgängerzone, nicht mal für einen derartigen Blickfang zulässig. Also einfach 50m und zwei Ecken weiter in einer Reihe ganz normaler Fahrzeuge. Immerhin mit Bewachung, auf Verdeckbau konnten wir gar verzichten, die Persenning genügte. Machte 7 € extra pro Tag, ziviler Preis in diesem dichtest bebauten und touristisch frequentiertem Stadtteil. Den Gag ,mal eben mit der nagelneuen Marmaray-U-bahn unter dem Bosporus abends noch mal in 3 Min. rüber nach Asien/Kadiköy und zurück zu fahren, gönnten wir uns dann auch noch. Sehr unspektakulär, halt eben wie eine Station Metro in London oder Paris, aber die Phantasie machte es doch zu einem erhebenden Gefühl.

    Parken in Sirkeci/Istanbul - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Nächster Morgen, die meisten Standardsehenswürdigkeiten waren uns ja bereits bekannt, also erstmal noch ein kurzer Friseurbesuch und anschliessend hinein ins bislang wenig bekannte Museum für islamische Wissenschaft und Technologie direkt am/im benachbarten Gülhane Park, sehr empfehlenswert. Für den Nachmittag geplant war das moderne Rami Koc Technikmuseum im Stadtteil Beyoglu am Nordufer des Goldenen Horns. Wie kamen wir dahin, natürlich nicht mit Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln, der TR musste dafür herhalten.

    Durch das Zentrum von Istanbul - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Eine eigenständige Fahrt durch Istanbul Zentrum muss man gemacht haben, und siehe da, das geht sogar ohne Navi oder Karten, man(n) kannte sich halt aus, zumindest in der groben Orientierung. Nach zweimaligem verfahren, diversen Staus und unzähligen Ministrassen, Abzweigungen, Einbahnstrassen nach denen der mitteleuropäische Durchschnittsautomobilist längst entnervt seinen Untersatz am Strassenrand abgestellt hätte, gefunden! Geschlossen! Hätte ich mir eigentlich denken können, montags sind nun mal die meisten türkischen Museen geschlossen. Pech gehabt, zurück Richtung Hotel, diesmal direkt gefunden und dann eben einen erholsamen „bunten“ Abend gemacht mit leckeren Spezialitäten wie „Hünkar Begendi“ das nicht mal Murat vorher kannte. Halbe Flasche Raki dabei, noch ein, zwei Bierchen danach und die vorhergegangenen Anstrengungen waren vergessen.

    Wieder raus aus dem Verkehrshexenkessel

    Dann schon wieder Weiterfahrtstag, morgens wollten wir den ins Wasser gefallenen Museumsbesuch wiederholen, aber, falsche Abfahrt in der City und wir landeten auf der Atatürk-Brücke übers Goldene Horn wieder südwärts. Mist, Geduld am Ende und raus aus dem Verkehrshexenkessel Richtung Nordwest. Zumindest dabei erwischte ich die korrekte Ausfallstrasse wieder Richtung Schwarzes Meer, diesmal halt nur der europäische Küstenteil. Im Jahr vorher hatten Renate und ich ein noch ziemlich vom Tourismus unbelecktes Fischerdorf namens Kiyiköy entdeckt und dort wollte ich noch die letzten anderthalb Tage vor dem Rückstoss nach Aachen ausspannen.

    Das unbeleckte Fischerdorf Kiyiköy - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Das klappte, nettes Hotel mit Halbpension in absolut ruhiger Umgebung. Einzige erwähnenswerte Lärmbelästigung kam von einer dort einquartierten 10 Mann Gruppe spanischer Ingenieure die in der Nachbarschaft die Aufgabe hatten die Installation sieben neuer Windräder zu Ende zu bringen. Glücklicherweise mussten die munteren jungen Leutchen morgens um vier aufstehen und nach kurzem Frühstück gefühlte zwölf Stunden auf der Baustelle verbringen, so dass abends bereits um zehn vollkommene Ruhe im Karton herrschte.

    Abschied von der Türkei

    Dann heisst es nach knapp 5000km innerhalb der so abwechslungsreichen türkischen Landschaft und seinen überaus gastfreundlichen und hilfsbereiten Einwohnern Abschied von diesem Land zu nehmen. Erstmal nur 140km bis zur bulgarischen Grenze, aber auf halbem Weg in Kirklareli kochte unvermittelt das Kühlwasser, keine Ahnung warum, der vollkommen mit rostigem Wasser vollgespritzte Motorraum liess im Moment keine nähere Diagnose zu. Ok, anderthalb Liter Wasser rein und weiter, logisch, immer mit einem Auge auf der Temperaturanzeige. Ein letztes Mal türkisch essen kurz vor der Grenze, in fünf Minuten raus aus der Türkei und diesmal auch an den Duty Free gedacht. Selbst die Wiedereinreise nach Bulgarien verlief vollkommen problemlos, immerhin wollten deren Zöllner erstmalig einen Blick in den Kofferraum werfen. Aber beim Anblick unseres Ersatzteillagers schnell wieder schliessen. Eine kleine automatische Desinfektionsdusche von unten mussten Auto und Insassen noch wortwörtlich über sich ergehen lassen, da fuhr sonst niemand offen vor, Kostenpunkt 3 €, dafür vergass man diesmal die 5 € Autobahngebühr.

    Vor 30 Jahren Tunnel kurz hinter Nis/Serbien - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Im Baustellenstau der Sofia-Umgehungsstrasse kochte dann wieder das Kühlwasser, eine Viertelstunde Pause mit erneuter 1 1/2l Nachfüllung und weiter gings nach Serbien, leider keine Zeit zum versprochenen Teetrinken an der Polizeikontrolle bei der Hinfahrt.

    Heute Tunnel kurz hinter Nis/Serbien - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    800 km bis Belgrad

    Die Etappe dieses Tages wurde dann aber wegen Verpassen einer bestimmten Übernachtungslokalität bei Nis zur längsten der ganzen Reise.
    Im Dunkeln ging es weiter über die Autobahn bis Belgrad Zentrum, endlich um 24.00 ein passables Hotel gefunden, nach 800km. Um die Uhrzeit gab es dann auch kein Abendessen mehr, wir mussten hungrig und erschöpft in die Betten fallen.

    Gut ausgeschlafen und nach entsprechendem Nachholbedarf beim Frühstück meinte ich dann wir könnten doch eine fast so lange Etappe bis München ebenfalls an einem Tag absolvieren. Ging, wenn auch mit Overdriveausfall kurz vor der slowenischen Grenze. Ein kurzes metallisches Knirschen und nichts ging mehr mit dem praktischen fünften (oder siebten) Gang. Egal, wurde halt 3800 statt 3300 gedreht und der folglich höhere Benzinverbrauch spielte dann auch keine Rolle mehr über die letzten 1400km. Nachher stellte sich dann heraus dass das metallische Knirschen doch nur das Durchbrennen des Overdrive-Solenoids war, Glück gehabt, nur 50 statt befürchteter 500-1000 € Schaden.

    Hotelpersonal in Amasya - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Einigermassen trocken durch Österreich

    Durch Österreich wurde es mal wieder regnerisch aber ich war zu faul das Verdeck aufzubauen, hätte sich beinahe gerächt. Kurz vor dem Innsbrucker Dreieck kam aber gefühlte hundert, echte zwanzig Kilometer ein Wolkenbruch runter und wir beteten nur: „kein Unfall, kein Stau“. Und so kamen wir mit einigermassen Glück richtig trocken durch, auf der Überholspur! Die Blicke der Überholten kann man kaum beschreiben, von „sind die nur bescheuert“ bis „alle Achtung“ alles vertreten. Und das nur weil auf diesen 20km keine Tankstelle oder „überdachter“ Rastplatz einen Dachaufbau hätte ermöglichen können.

    Ok, wieder ein Übernachtungsstop plus ein Tag Erholung bei meinem Bruder, Murat musste allerdings noch am selben Abend aus geschäftlichen und privaten Gründen per Bahn nach Aachen. Mein Rückstoss zur Erde, sprich nach Hause, verlief dann –auch alleine- nach fünf Wochen und zwei Tagen problemlos, abgesehen von einer Stunde Stau bei Fürth.

    TR vor dem südägäischen Küstenpanorama - Mit dem TR4 in die Türkei
    © Copyright / Fotograf: Jürgen Renardy

    Das war dann mal die Tour des Jahrzehnts, zumindest zur Nachahmung durchaus empfohlen. Reibungslose Grenzübertritte, akzeptable bis sehr gute Strassenverhältnisse mit sehr wenig Verkehr auf dem Lande, ein unvergessliches Erlebnis. Spritverbrauch bzw. –kosten habe ich nicht nachgerechnet, egal, hat sich gelohnt. Und nur dreieinhalb Liter Öl auf die fast 10000km deuten wohl auf einen kerngesunden Motor hin, ebenso die gleichgebliebene Kompression vorher und nachher. Selbst wenn es auf einem Drittel der Strecke nur Super 95 Oktan gab, ohne Zündverstellung oder Oktanbooster, hatte ich zwar mit, aber zuwenig, und in der Türkei kennt und braucht man so was anscheinend nicht, ging es auch, Vollgas war eh nie nötig.

    Alle 37 Bilder zu diesem Artikel

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    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    max mueller:
    24.04.2018 (10:46)
    Hallo Jürgen Renardy

    sehr schöne Bilder, ich kann Ihre Reise hier in der Türkei vollständig nachvollziehen. Nur schade, dass Sie bei uns bei der Durchfahrt vor Antalya in Tekirova nicht kurz vorbei geschaut haben... ich nehme an, die Übernachtung in Olympos war angenehm und erfrischend!

    Max Müller (TVR 2500M)
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