Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Enka (1926-1929) - volkstümliche Kleinwagen aus Prag

Erstellt am 7. Juni 2014
, Leselänge 3min
Text:
Dr. Georg W. Pollak
Fotos:
Archiv Jan Tuček 
9
Enka Prototyp (1927) - Vorgänger des Enka mit 350 cm3 Motor
Enka  (1929) - als Cabriolet
Enka  (1928) - Werbeanzeige
Enka  (1928) - mit Hardtop mit Seitenfenster
Enka  (1928) - mit lieferbarem Kombiaufbau

Die tschechische Automobil-Marke Enka ist eng verbunden mit den Namen ihres Konstrukteurs Ing. Bretislav Novotny (1892-1965) und des Industriellen Frantisek Kolanda.

Die Abkürzung NK auch „eN-Ka“, schmückte im runden Emblem als Volksauto ausgerichtete Kleinwagen und steht für die Anfangsbuchstaben von Novotny und Kolanda.

Bild Enka  (1929) - mit Weyman-Karosserie und zwei seitlichen Fenstern
Enka (1929) - mit Weyman-Karosserie und zwei seitlichen Fenstern

Ein ehrgeiziger Ingenieur und sein Faible für Friktionsgetriebe

Novotný war ein ehrgeiziger Konstrukteur und setzte zu Beginn seiner Karriere auf  Zweitaktmotoren mit Friktionsgetriebe. Vor einem grösseren Debakel bewahrte ihn nur sein ungenügendes Kapital, das schon bald aufgebraucht war und die Produktion von unzuverlässigen Kleinwagen jäh stoppte.

Sein Erstling hiess NOVO (wieder für NOVOtny), hatte einen Zweitakt-Zweizylinder-Motor der Berliner Firma Paul Baer Motorenfabrik mit 770 cm3 und eine einfache, offene Karosserie. Die ersten Wagen verliessen das Werk im 1922 und wurden bald zu einem unternehmerischen Fiasko.

Sein nächster Versuch, ein Volksauto zu bauen, hiess “Omega”, und nun setzte er auf einen Zweitakt-Vierzylinder-Motormit 600 cm3, der wiederum mit einem Friktionsgetriebe gekoppelt war. Dieses Auto wurde 1923 und 1924 unter dem Namen DISK in Kleinserien bei Zbrojovka (Waffenfabrik) Brno gebaut.

Auch hier blieb der kommerzielle Erfolg aus. Also verliess der enttäuschte Novotny  Brno in Richtung Prag ... und bereiste dann das Ausland.

Die Erkenntnisse aus dem Ausland

Zwei Jahre lang studierte Ing. Novotny in Deutschland und Frankreich die dort gebauten Kleinwagen und als Ergebnis projektierte er 1926 -1927 in der Werkstatt der Firma Varvazovsky in Prag-Holešovice einen drei Meter kurzen Kleinwagen mit einem kleinen luftgekühlten Einzylinder-350 cm3-Motor.

Hier verzichtete er auf das fatale Friktionsgetriebe und setzte auf ein konventionelles Dreigang-Getriebe, integriert in die angetriebene Hinterachse.      

Novotny zog in die Firma in die Firma Kosar weiter. Die zweiplätzige Karosserie wurde in Kobylisy hergestellt und besass keine Türen, der Einstieg wurde durch einen ovalen Ausschnitt erleichtert. Die Motorhaube zierte eine falsche Kühlermaske, die den luftgekühlten Motor „tarnte“.

Bild Enka Prototyp (1927) - ohne Türen und mit dem 350 cm3 Motor
Enka Prototyp (1927) - ohne Türen und mit dem 350 cm3 Motor

Der Wagen erreichte 50 kmh, besass eine gute Steigfähigkeit und schien auch wirtschaftlich zu sein. Die Fahreigenschaften liessen wegen viertel-elliptischen Federn allerdings zu wünschen übrig. Dieses Konzept wurde mit dem Einbau eines wassergekühlten 500 ccm grossen Einzylindermotors noch aufgewertet.

Zu Novotny und Kosar stiess Frantisek Kolanda, Spross einer Prager Druckerei-Familie, der die kommerzielle Belange führen sollte und auch damit Geld verdienen wollte.

Er brachte auch das nötige Kapital mit, sodass die Firma in neue Räumlichkeiten in Prag-Karlin im Industriezentrum Strasburk unziehen konnte. Die Firma erhielt den neuen Namen „Automobilfabrik F.Kolanda u. Co.“ (Továrna na automobily F. Kolanda).

Angebote von Zwischengas-Spezialisten
Jaguar 420 (1967)
Jaguar 420 (1967)
Mercedes-Benz 220 A Cabriolet (1952)
Mercedes-Benz 220 A Cabriolet (1952)
Allard K1 (1946)
Allard K1 (1946)
Rolls-Royce Phantom III (1937)
Rolls-Royce Phantom III (1937)
+41614664060
Muttenz, Schweiz

Der Kleinwagen Enka

1928 schrieb Motor Revue: „Die bekannte Fabrik für Spezialwerkzeuge- Machinen- und Geräte Kosar, erwähnt unter dem Namen ENKA, schloss alle Tests einer neuen Wagenkonstruktion Ing. Novotnys mit Erfolg ab. Bald wird die Fabrikation einer Kleinserie von ca. 150 Exemplare anlaufen“.   

Bild Enka  (1928) - Werbeanzeige
Enka (1928) - Werbeanzeige

Der 3100mm kurze Enka hatte einen Radstad von nur 2150 mm bei 1000mm Spurbreite. Bremsen gab es nur an der Hinterachse und es warem voer Speichenräder mit Zentralverschluss mit Bereifung 27 x 4 (resp. 700 x 100) montiert.

Das rechtsgesteuerte Wägelchen hatte nur links eine Türe, dafür hinten einen aufklappbaren Schwiegermuttersitz. Bei geschlossenem Stoffdach war das Auto 1400mm hoch.

Der wassergekühlte Einzylinder-Zweitakt-Motor mit Dreigang-Getriebe entwickelte 10 PS und verhalf dem Enka zu einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Der Benzinverbrauch belief sich auf rund sechs Liter, dazu kamen noch 0,2 Liter Öl pro 100 km.

Der Elektrostarter und die Scheinwerfer von Bosch, sowie der Tachometer mit Uhr gehörten zur Standardausrüstung. Stossdämpfer, eine elektrischeHupe und ein Türschloss gab es auf Wunsch, genauso wie ein Hardtop mit Schiebefenster oder eine gedeckte Ladefläche.

Enka und sein Stiefbruder Aero 500

1928 begann die Produktion, die aber das Plansoll  nie erreichte. Bis 1929 verliessen gerade einmal 20 Autos das Werk.

Der  Enka wurde auch am Prager Autosalon gezeigt, wo er dem Aero 500, seinem Stiefbruder begegnete. Auch der Aero war nämlich eine Konstruktion des Ing. Novotny.

Novotny wurde von den Aero-Werke abgeworben und am 1.Dezember trat er seinen Posten bei der neuen Firma an. Aus dem Kleinwagen Enka wurde in Kürze ein Aero 500.

Vom Enka sind etwa vier Exemplare erhalten geblieben. Eines der Fahrzeuge weist eine besonders seltene Weymann-Karosserie auf.

Quelle: Jan Tucek, „Malem zapomenuta Enka“, Automobil Revue, 1998 / 11,  Prag  

Bilder zu diesem Artikel

Bild Enka Prototyp (1927) - ohne Türen und mit dem 350 cm3 Motor
Bild Enka  (1929) - als Cabriolet
Bild Enka  (1928) - Werbeanzeige
Bild Enka  (1928) - mit Hardtop mit Seitenfenster
Bild Enka  (1928) - mit lieferbarem Kombiaufbau
Bild Enka  (1929) - mit Weyman-Karosserie und zwei seitlichen Fenstern
Bild Enka  (1928) - Markenzeichen
Quelle:
Logo Quelle
Keine Kommentare
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!