Die bunte Auto-Welt der Siebzigerjahre

Erstellt am 16. Februar 2013
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
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Wer heute bei einer Porsche-Vertretung vorbeifährt, wird vermutlich ausschliesslich schwarze, anthrazitfarbige, silberne, weisse oder allenfalls noch dunkelblaue (métallic) Autos sehen.

Das war in den Ende der Sechziger- und durch die Siebzigerjahre hindurch aber ganz anders, wie ein Blick in die damaligen Farbkarten, aber auch in die Verkaufsprospekte beweist.

Die Farben hörten auf mehr oder weniger intuitive, aber auf jeden Fall kunstvolle Bezeichungen wie “mexicoblau”, “perurot”, “saharabeige”, “indischrot”, “cockneybraun”, “signalorange,” “acidblau”, “flieder”, “karminrot”, “aubergine”, “irischgrün”, “gulfblau”, “lichtgrün” oder “fraise”.

Farbpalette Porsche 911 1974

Und die Autos sahen entsprechend fröhlich aus und verströmten fast automatisch Lebens- und Fahrfreude. Auf die Macht der Farben vertrauten aber nicht nur die Porsche-Leute.

BMW-Käufer im Farbrausch

Wer 1974 einen BMW 2002 bestellte, konnte, neben natürlich schon damals (vereinzelt) vorkommenden Grau-, Silber- und Schwarztönen, aus einer Vielfalt bunter Farben auswählen. Da gab es Golf (-gelb), Inka (-rot), Amazonasgrün, Fjord-métallic, Taiga-(grün)-métallic oder Riviera. Nur beim Interieur war die Auswahl geringer, da gab es dann noch braun, blau, grau oder schwarz. Ein roter 2002 war damals vermutlich so häufig anzutreffen wie heute ein anthrazit-farbener Dreier.

Farbpalette BMW 1974

Ein Jahr später (nach der Präsentation des VW Golf) verzichtete man dann wohl auf die Farbe Golf-Gelb ...

Der brave Opel Kadett in auffälligen Farbtönen

Das Opel-Marketing war ziemlich selbstbewusst anfangs der Siebzigerjahre, davon zeugt auch der Begriff “Open Kadett - das Auto”. Während der Kadett in Deutschland meist hinter den Volkswagen-Pendants rangierte und eng mit Ford-Modellen konkurrierte, schaffte der Rüsselsheimer es in der Schweiz immer wieder an die Spitze der Verkaufshitparade.

Im Verkaufsprospekt brillierte der Kadett - ob als Limousine oder Kombi - in bunten Lackierungen, von Gelb, über Rot bis Blau.

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Porsche 914 in allen Regenbogenfarben

Im Jahr 1974 bot sich dem Käufer eines VW-Porsche 914 eine Palette mit 13 Farbtönen und klingenden Namen wie “Sonnengelb”, “Saturngelb”, “Alaskablau”, “Marathonblau”, “Silber”, “Schwarz”, “Bahiarot”, “Signalorange”, “Phönixrot”, “Ravennagrün”, “Olympiablau” und Saturngelb. Richtige Farben, leuchtend und voller Lebensfreude!

Die Farbe “Sonnengelb” war damals sehr beliebt und so verliessen viele 914 in diesem herrlichen intensiven Gelb das Werk. Und auch der indirekte Nachfolger 924 wurde einige Jahre später gerne “bunt” bestellt.

Massenvehikel VW Käfer als Farbtupfer

Auch das bis in die Siebzigerjahre meistgebaute Fahrzeug der Geschichte, der VW Käfer, war in einer freundlichen und munteren Farbgebung zu kaufen. Da gab es “marinablau”, “senegalrot”, “leuchtorange”, “tropengrün”, “rallyegelb”, “cliffgrün” oder “alaska métallic” und einige dieser Farben erinnern heute sehr an das, was man bei Stabilo Boss als Markierstifte kaufen kann. Gelbe Käfer waren aber im Strassenverkehr durchaus oft zu sehen und auch grell-hellgrüne.

Farbpalette VW Käfer 1973

Sicherheitsfarben bei den Käufern nicht am beliebtesten

Eine deutsche Automobilzeitschrift führte Ende der Sechzigerjahre eine Umfrage bei ihren Lesern durch und befragte diese nach ihren Farbpräferenzen. Dabei zeigte sich Weiss mit 30,9% als die bei weitem beliebteste Farbe, gefolgt von Grau/Silber (14,6%), Blau (14,4%) und Rot (12,9%). Auf dem nächsten Platz folgte Gold mit 10,9%, Grün landete bei 6,8%. Schwarz hingegen wurde gerade einmal von 0,9% der Leser gewünscht.

Was die Autoren der Untersuchung störte, war, dass Sicherheitsfarben nicht eben gefragt waren. Und sie identifizierten Gelb als Farbe, die der Verkehrssicherheit am meisten förderlich sei. Gelb aber wurde von gerade einmal 0,2% der Antwortenden als wünschbare Farbe deklariert.

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