Wenn man seine Oldtimer-Sammlung verschenkt, oder eben nicht
Die meisten dem klassischen Auto verbundenen Väter wären froh, wenn sie einen Sohn hätten, der ihr Interesse teilt. Nicht so Ernst Hrabalek. Er besass vier rare und sehr attraktive Lancia Stratos, darunter der Bertone-Prototyp von 1970 sowie zwei Renn- und Rallye-Autos (wie die Bilder zeigen, © Martyn Goddard).
Sein Sohn, Chris Hrabalek, war der Glückliche, dem er die vier Autos im Jahr 2000 schenkte oder eben nicht. Jedenfalls ist der Vater heute nicht mehr der Meinung, seinem Sohn die Autos zum Geschenk gemacht zu haben, während sein Sohn weiterhin davon überzeugt ist, die Autos rechtmässig geschenkt erhalten zu haben.
Und weil die beiden Streithähne sich nicht einigen konnten, gingen sie vor Gericht, und zwar nicht nur in einem, sondern gleich in drei Ländern. In Österreich und Deutschland erhielt augenscheinlich der Sohn Recht, in England (vertreten durch die Kanzlei Goodman Derrich LLP, die in der Folge eine Pressemitteilung veröffentlichte) nun der Vater. Womit der Streit noch nicht geschlichtet ist. Und die Anwaltshonorare wohl weiter fliessen müssen. Was bei der Streitsumme im deutlich siebenfachen Euro-Betrag (Schätzung Zwischengas) auch nachzuvollziehen ist.
Warum es aber wohl zum unlösbaren Zwist zwischen Vater und Sohn kam?
Jedenfalls ist einem Schenkenden - und diese Lehre kann man aus dem ganzen Schlammassel sicher ziehen- zu empfehlen, sich klar auszudrücken und vielleicht sogar einen einfachen Vertrag zu formulieren, denn dies dürfte deutlich günstiger sein, als spätere Rechtsdispute.
Übrigens ist Chris Hrabalek kein Unbekannter in der Autoszene, denn von ihm stammte auch die Idee, den Stratos wiederzubeleben, was schliesslich dank Unternehmer Michael Stoschek auch gelang, wenn auch der Design-Beitrag von Chris Hrabalek am Ende nicht mehr ganz so umfangreich war, wie ursprünglich geplant.





















