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Volldampf mit dem Rochester Steamer von 1901

Federico B. Kirbus - 18.04.2012

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Rocheser Steamer auf grosser Fahrt

Zu den eher ungewöhnlichen Fortbewegungsmitteln, die ich benutzt habe, gehören ein Spielzeug-Bugatti Tretauto, der propellergetriebeneAerocar, ein auf drei Rädern einherrollender Citroën DS, eine DC 7C, mit der ich 1957 in der damaligen Rekordzeit von „nur“ 34 Stunden von Südamerika nach Europa flog (Buenos Aires, Montevideo, Sao Paulo, Río, Recife, Dakar, Lissabon, Genf), ein Heissluftballon, der Gyrobus, ein Hovercraft, die Concorde (in 95 Minuten von Buenos Aires nach Río), Raupen-Jeeps, Windkarts (bei 80 km/h mit dem Hintern zehn Zentimeter über dem Boden, der Chrysler Turbine Car und das erste Wankelauto, das 1963 nach Argentinien kam, nebst Elektrofahrzeugen in Form von Golfkarts.

Jedes Gefährt, ob nun mit Verbrennungsmotor oder mit menschlicher/tierischer Kraft angetrieben, verliert in höheren Lagen aufgrund des abnehmenden Luftdrucks und Sauerstoffgehalts an Leistung. Jedes, mit einer Ausnahme: dem dampfbetriebenen Gefährt nämlich geht auch in Zugspitzhöhe die Luft nicht aus, weil Wasser in grösserer Höhe schneller verdampft und der äussere Gegendruck geringer ist.


Das war die einzige Verkehrsmittel-Erfahrung, die mir in 50 Jahren Berufsleben noch fehlte: en Fahrzeug mit Dampfmotor.
Im November 2011 gab mir John Hampton freundlicherweise die Gelegenheit, diese Erfahrung nachzuholen – und hier der illustrierte Kurzbericht.

Hampton arbeitet daran, den Rochester in Gang zu setzen. Ich verfolge die Vorkehrungen aus der Nähe und übernehme die Zeiterfassung.
John befüllt den 45 Liter fassenden Wasserehälter mit Flüssigkeit. Das Fahrzeug verbraucht zwei Liter pro Kilometer.


Wasser einfüllen beim Rochester Steamer

Das japanische „Präzisions-Pegelmass“ (ein einfacher Holzstab) zeigt 21 Liter an. Auf die 440 Kilo Fahrzeuggewicht machen 45 Liter Wasser bei vollem Tank 10 % Zusatzgewicht aus.

Pegelmass beim Rochester Steamer

Der Motor wird mit einem Spezial-Öl durchgeschmiert.


Ölen des Rochester Steamer

Hier sehen wir den Wasserstandsanzeiger, eigentlich das wichtigste Gerät. Dieser wird bis zu 300 Grad Celsius heiss, wie alle Teile, die in Kontakt mit dem überhitzten Dampf kommen. Daher muss man mit Handschuhen hantieren und fahren.

Wasserstandsanzeiger beim Rochester Steamer

Laut Hampton funktionert das System des Rochester wie ein Heizkessel/Boiler, während andere wie ein Durchlauferhitzer mit Heizschlange arbeiten und unverzüglich fahrbereit sind. 
Der Heizkessel beginnt Druck  aufzubauen, bis 200 psi erreicht sind.
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Der Rochester brauchte bei diesem Test 55 Minuten, um betriebsbereit zu werden. Modernere Dampffahrzeuge starteten schon nach fünf Minuten des Aufheizens.

Und los geht die die Probefahrt. Die Reifengrösse beträgt 28 x 3 Zoll, die Pneus sind Importware.

Fahren mit dem Rochester Steamer

Das Fahrzeug verfügt über eine Ackermann-Steuerung. Diese lenkt das innere Rad weiter ein als das äussere Rad, dadurch ‚durchfährt‘ das innere Rad einen kleineren Kurvenradius (1817 patentiert vom Deutschen Rudolph Ackermann). 
Wie immer, wenn etwas Ungewöhnliches auftaucht, waren uns ein neugieriges Publikum wie auch Paparazzi sicher.

 Hier ein Blick auf das erste argentinische Autorennen von 1901: Der Sieger hiess Casssoulet mit seinem Rochester auf der Pferderennbahn von Belgrano.


Historische Aufnahme des Rochester Steamer

Der von Hampton rekonstruierte Rochester hat vom Start weg mehr Drehmoment und weist damit eine bessere Beschleunigung auf, als die meisten anderen Mobile der Zeit.
Ein Schema eines Stanley, der dem Rochester ähnlich war, zeigt den Aufbau des Fahrzeugs.

Aufbau eines Stanley ähnlich zum Rochester Steamer

Um das Ende der Probefahrt anzukündigen, betätigt John Hampton die Dampf-Signalpfeife. Das auf die Strasse getropfte Wasser zeigt an, dass er den Motor bereits durchgeblasen und gereinigt hat.  Das generelle Fazit: Exzellente Beschleunigung, sehr harte Federung, und geräuscharmer Betrieb, wenn man vom sanften tschuf-tschuf des Dampfausstosses absieht.

Betätigung der Dampf-Pfeife beim Rochester Steamer

Die Fotos wurden von Marlú Kirbus und Carlos Cristófalo geschossen. Wir danken!

Tags: Historische Automobile, Technik, Probefahrt


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