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Zwischengas Blog


Coys-Versteigerung in Essen - Schnäppchen und teure Raritäten?

Bruno von Rotz - 31.03.2011

64 Fahrzeuge warten an der Coys-Versteigerung anlässlich der Techno Classica Essen vom Samstag (2. April 2011) auf Bieter, denen die Brieftasche etwas lockerer sitzt.

Coys Versteierung an der Techo Classica Essen 2011

Es ist für alle etwas dabei, es beginnt bei einem Triumph TR 6 von 1972 der für Euro 8’000 bis 12’000 einen neuen Besitzer finden will, bis zu gesuchten Raritäten, wie den Bentley 4,5 Litre Le Mans Tourer von 1930, dessen Schätzpreis nur wenigen anvertraut wird. Neue Höchstpreise, wie wir das in der Vergangenheit erlebt haben, wird dieses Portfolio allerdings nicht erzielen, dafür fehlen Prunkstücke wie Ferrari 250 GTO oder Bugatti Royale und Konsorten einfach.

Die Liste lädt aber durchaus zum Grübeln ein, hat es da doch viele interessante Fahrzeuge, die zu ersteigern wären.

Jaguar SS 100 2,5 Litre

Der Jaguar SS 100 ist einer der beliebtesten und angenehmsten Vorkriegs-Sportwagen. Bein angebotenen Fahrzeug handelt es sich um einen der 198 2,5-Liter-Modelle (18083) von 1937, das den Weg über den Atlantik und wieder zurück gemacht hat, in den 80-iger-Jahren einmal restauriert und kürzlich tiefgreifend überholt wurde. Mit einem Schätzpreis von Euro 200’000 bis 250’000 liegt man sicher nicht am oberen Ende der bisher erreichten Preise.

Bentley 4 1/2 Litre von 1930

Der Bentley 4,5-Liter von 1930, in der Form eines Le Mans Tourer, trägt die Chassis-Nummer FS3616. Er nahm in den 80-er-Jahren an der Mille Miglia teil und führte auch sonst ein geschäftiges Leben, seine Geschichte ist gut dokumentiert. Der Schätzpreis wird nicht bekanntgegeben.

Mercedes-Benz 190 SL von 1958

Einer der beliebtesten Klassiker ist der Mercedes-Benz 190 SL, der hier in Schwarz mit Chassis-Nummer 1210427502672 und Baujahr 1958 für einen Schätzpreis von Euro 50’000 bis 60’000 unter den Hammer kommt. Das Auto wurde im Jahre 2000 in den Staaten restauriert und vom aktuell als in gutem bis exzellenten Zustand beschrieben. Der angeschriebene Preis lässt allerdings auch nichts anderes erwarten.

Rejo Mk3 von 1960

Völlig anderes Terrain betreten wir mit dem Rejo Mk III von 1960. In der Tradition von Lotus XI und Lola Mk1 wurde hier ein kompromissloser Sportwagen geschaffen, der höchstens in einer Handvoll gebaut wurde und mit dem rund 100 PS starken Fordmotor auf der Rennpiste eine gute Figur abgeben dürfe (FIA-Pass vorhanden). Mit einem Schätzpreis von Euro 40’000 bis 60’000 liegt man zumindest am unteren Ende sicher nicht falsch.

Mercedes-Benz 300 SL von 1956 - ex John Surthees

Auch hier darf natürlich der obligate Flügeltürer-Mercedes-Benz 300 SL nicht fehlen. Coys hat ein Exemplar in rot, von denen es gar nicht so wenige gibt. Chassis 00279 wurde 1956 gebaut und ursprünglich in die Vereinigten Staaten exportiert. Das Auto ist gepflegt und gehörte Motorrad- und Formel-1-Weltmeister Sir John Surtees. Das Auto kommt original mit Kofferset und Becker-Autoradio und soll Euro 400’000 bis 450’000 bringen. Wir erinnern uns vielleicht noch, dass vor wenigen Monaten ein 300 SL in Amerika 1 Million USD erreichte.

Iso Rivolta Breadvan 1967

Nein, dies ist kein Ferrari 250 GT SWB Breadvan, sondern eine Alternative dazu, auf ISO Rivolta Basis. Mit 550 PS und leichter Aluminium-Karosserie sollte sich damit auf der Rennstrecke ordentlich was machen lassen, das Auto wurde aber erst 1970 auf Basis eines 67-er-Rivoltas gebaut und es ist nicht klar für mich, ob man für dieses Auto einen FIA-Pass erhalten würde. Es wurde kein Schätzpreis angegeben, auf jeden Fall kauft man sich mit diesem Auto eine Rarität und wohl ein Einzelstück mit allen Vor- und Nachteilen.

Aston Martin DB 4 Mk3 von 1961

Kultivierter geht es mit dem Aston Martin DB4 Series III zu. DB4/674/R wurde 1961 gebaut und ist weitgehend unrestauriert geblieben, der Motor wurde 1998 revidiert. Gute DB4 haben in den letzten Versteigerungen jeweils über Euro 200’000 gelöst, das dürfte auch hier nicht anders sein. Aber man sichert sich damit ein Stück englisches Kulturgut und eine wirklich hinreissende Form, wie sie bei Nachfolgefahrzeugen nur noch teilweise erreicht wurde.

Die vollständige Liste der angebotenen Fahrzeuge

  • Lot 202 - 1976 Mini Mk II - €10,000 - €18,000
  • Lot 203 - 1973 Autobianchi A112 - No Reserve
  • Lot 204 - 1972 Triumph TR6 - €8,000 - €12,000
  • Lot 205 - 1977 Volkswagen Karmann Beetle Cabrioet - €20,000 - €25,000
  • Lot 206 - 1965 Cobra by Pilgrim - €17,000 - €25,000
  • Lot 207 - 1972 MG B Roadster - €17,000 - €25,000
  • Lot 208 - 1971 Porsche 911S Targa - €50,000 - €60,000
  • Lot 209 - 1970 Volkswagen Porsche 914 - €12,000 - €18,000
  • Lot 210 - 1958 Mercedes-Benz 190 SL - €50,000 - €60,000
  • Lot 211 - 1970 Corvette LT - €28,000 - €35,000
  • Lot 212 - 1991 Bentley Turbo R - €12,000 - €18,000
  • Lot 213 - 1985 Works Mercedes-Benz 190 E 2.3 16V – FIA papers – Ex Didier Auriol - €70,000 - €85,000
  • Lot 214 - 1966 Alfa Romeo 2600 Touring Spyder - €55,000 - €70,000
  • Lot 215 - 1953 Jaguar XK 120 / C-Type Evocation – FIA Papers - €115,000 - €130,000
  • Lot 216 - 1965 Lancia Flaminia Zagato Super Sport - €110,000 - €125,000
  • Lot 217 - 1937 Jaguar SS100 2.5 Litre - €200,000 - €250,000
  • Lot 218 - 1930 Bentley 4½ Litre Le Mans Tourer - Ex Hugh Harben - Refer Department
  • Lot 219 - 1961 Aston Martin DB4 Series III - Refer Department
  • Lot 220 - 1957 Volkswagen Kafer - De Luxe - €12,000 - €18,000
  • Lot 221 - 1987 BMW M3 Ex-Works Group A Competition Car - €120,000 - €135,000
  • Lot 222 - 1960 Rejo Mk III - FIA Papers - €40,000 - €60,000
  • Lot 223 - 1965 Porsche 911 SWB FIA Rally Car - €75,000 - €90,000
  • Lot 224 - 1934 Rolls-Royce 20/25 Three Position Drophead by Mulliner - €80,000 - €110,000
  • Lot 225 - 1956 Mercedes-Benz 300SL Gullwing - Ex John Surtees - €400,000 - €450,000
  • Lot 226 - 1972 De Tomaso Pantera Group 4 - One of only 14 cars built - Refer Department
  • Lot 227 - 1937 Delage D6/70 Cabriolet - €110,000 - €125,000
  • Lot 228 - 1984 Ferrari 400i - €28,000 - €35,000
  • Lot 229 - 1959 Porsche 356A Coupe - €25,000 - €35,000
  • Lot 230 - 1955 Porsche 356 Pre A Speedster - €130,000 - €150,000
  • Lot 231 - 1976 Porsche 911 Turbo - €55,000 - €65,000
  • Lot 232 - 1978 Ferrari 308 GTS (No Reserve Charirt Auction) - No Reserve
  • Lot 233 - 1958 Mercedes-Benz 300SL Roadster - Refer Department
  • Lot 234 - 1967 Iso Rivolta Breadvan GTO Competition - Refer Department
  • Lot 235 - 1956 Austin Healey 100/4 Le Mans - €48,000 - €55,000
  • Lot 236 - 1972 Mercedes-Benz 600 - €45,000 - €55,000
  • Lot 237 - 1965 Ford Lotus Cortina - FIA Papers - €30,000 - €40,000
  • Lot 238 - 1987 Porsche 959 - Ex Spanish Royal Family - €180,000 - €210,000
  • Lot 239 - 1939 Buick Series 80 Roadmaster Cabriolet - €38,000 - €50,000
  • Lot 240 - 1967 Iso Griffo GL 300 - No Reserve
  • Lot 241 - 1996 Ferrari F50 - Ferrari Classiche Certified - €400,000 - €450,000
  • Lot 242 - 1949 Talbot Lago T26 Record - 4.5 Litre Cabriolet - €95,000 - €140,000
  • Lot 243 - 1960 Mercedes-Benz 190 SL Roadster - €35,000 - €45,000
  • Lot 244 - 1962 Austin Healey 3000 Mk II A - €27,000 - €35,000
  • Lot 245 - 1931 Chrysler Sedan CD De Luxe by LeBaron - €40,000 - €50,000
  • Lot 246 - 1978 Chevrolet Corvette L82 - €17,000 - €25,000
  • Lot 247 - 1959 Arnolt-Bristol Deluxe Competition - €100,000 - €125,000
  • Lot 248 - 1953 Jaguar XK120 Drophead Coupe - €75,000 - €90,000
  • Lot 249 - 1950 Bentley Mk VI Park Ward Coupe - €75,000 - €90,000
  • Lot 250 - 1968 Ferrari 365 GT 2+2 - €58,000 - €75,000
  • Lot 251 - 1970 Tecno F2 - Ex Patrick Depallier - FIA Papers - €50,000 - €60,000
  • Lot 252 - 1964 Ferrari 330 GT 2+2 - €85,000 - €100,000
  • Lot 253 - 1963 Austin Healey 3000 Mk II - €28,000 - €38,000
  • Lot 254 - 1963 King Cobra - €65,000 - €85,000
  • Lot 255 - 1987 Ferrari 412 - €30,000 - €35,000
  • Lot 256 - 1959 Mercedes-Benz 190 SLR Recreation - €100,000 - €120,000
  • Lot 257 - 1957 Chevrolet Corvette C1 Roadster - €45,000 - €60,000
  • Lot 258 - 1936 Mercedes-Benz 170 V Cabriolet B - €50,000 - €65,000
  • Lot 259 - 1971 Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet - €125,000 - €140,000
  • Lot 260 - 1963 Citroen DS 19 Decapotable - €100,000 - €120,000
  • Lot 261 - 1956 Austin Healey 100/6 "California" - €35,000 - €45,000
  • Lot 262 - 1971 Ford Mustang Shelby GT500 Coupe - €60,000 - €75,000
  • Lot 263 - 1951 Mercedes-Benz 220 A Cabriolet - €130,000 - €150,000
  • Lot 264 - 1965 Oldsmobile 442 Convertible - No Reserve

 

Tags: Veranstaltungshinweise, Auktion



Eindrücke vom Oldtimer- und Teilemarkt Fribourg - Zwischengas präsent

Thomas Both - 31.03.2011

Vom 26. bis 27. März 2011 fand die 36. Ausgabe des Oldtimer- und Teilemarkts in Fribourg (OTM Fribourg) statt. Der grösste Schweizer Oldtimermarkt ist seit Jahren eine feste Grösse im Programm für viele Besitzer historischer Fahrzeuge und lockt regelmässig ein begeistertes Publikum aus der Schweiz und unseren Nachbarländern an.

Zwei VW Käfer am Oldtimer und Teilemarkt in Fribourg 2011

Die bewährte Mischung aus Club-Show, zum Verkauf stehenden Fahrzeugen, Ersatzteilen, Zubehör, Accessoires, Werkzeugen, Literatur aber auch die Präsenz verschiedenster Dienstleister und auf Oldtimer spezialisierter Betriebe machen Fribourg jedes Jahr wieder eine Reise wert.

Unrestaurierter VW Käfer am Oldtimer- und Teilemarkt in Fribourg 2011

Wie gewohnt drängen sich auch dieses Jahr die Zuschauer bereits vor Türöffnung am Samstag vor dem Eingang. Die ersten beiden Stunden nach Beginn sind dann auch von einer gewissen Hektik geprägt und manch einer findet glückstrahlend das lang gesuchte, seltene Ersatzteil und greift zu, so lange sich die Gelegenheit bot.

Am Sonntag Nachmittag, angesichts des nahenden Endes und des an den meisten Ständen noch gut gefüllten Sortiments kommt die Stunde der „Schnäppchenjäger“ – dann trennt sich manch ein Verkäufer unterhalb des ursprünglich erhofften Preises von einem Stück, nur um den „schweren Brocken“ nicht wieder nachhause führen zu müssen.

An beiden Tagen gab es für alle Besucher auch eine beeindruckende Auswahl an Oldtimern und Youngtimern zu bestaunen und auch zu kaufen.
Ab und an zerreisst das Knattern, Aufheulen oder Dröhnen eines angeworfenen Motors das Stimmengewirr des Publikums. Je nach Hubraum und Maximaldrehzahl des Vorführgeräts fällt der spontane Beifalls des Publikums stärker oder schwächer aus, in jedem Fall können die gekauften Fahrzeuge aber erst nach Ende der Messe abgeholt werden, der glückliche Käufer darf oder muss sich also bis Sonntag Abend noch in Vorfreude üben.

Zwischengas.com war dieses Jahr erstmals mit einem eigenen (kleinen) Auftritt präsent, um auf die Dienstleistungen unserer Plattform aufmerksam zu machen, Kontakte zu knüpfen und neue Benutzer zu überzeugen. Es haben sich an beiden Tagen interessante Gespräche ergeben und wir hoffen auch in Zukunft und wenn immer möglich anlassgerecht, sprich vor Ort, an Messen wie dem OTM präsent sein zu können.

Tags: Messen



De Lorean DMC-12 - zurück von der Zukunft

Bruno von Rotz - 30.03.2011

Es ist vermutlich kein Zufall, dass im Film “Back to the Future” ein De Lorean DMC-12 als Fahrzeug zum Einbau eines Atom-Antriebs (Flux-Kompensator) und als Basis für eine Zeitmaschine genutzt wurde.

De Lorean DMC 12 - wie ein Ufo aus einer anderen Zeit

Das Auto sah wegen seiner Edelstahl-Karosserie-Beplankung und der Flügeltüren auch wirklich futuristisch aus. Dazu kam, dass viele der offiziellen Werksfotos dies noch zusätzlich durch eine entsprechende Wahl des Lichtes und des Hintergrunds unterstrichen.

De Lorean DMC 12 - Vorserienexemplar von 1980 vor imposanter Gebäudekulisse

Im schwierigen Automarkt der frühen Achzigerjahre aber war der De Lorean ein Flop. Trotz riesiger Investitionen/Subventionen und vorteilhaften Bedingungen in Irland wurden weniger als 9’000 Fahrzeuge gebaut, die letzten sogar auf Halde. Das lag einerseits an der Weltwirtschaftslage, andererseits an den nicht segment-typischen Fahrleistungen.

Zudem konnten auch die letzten gebauten Fahrzeuge nicht als ausgereift bezeichnet werden. Die Firma ging konkurs. Rund die Hälfte der Autos soll überlebt haben, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es wohl noch eine höhere zweistellige Anzahl Fahrzeuge, die man ab und zu auf der Strasse sehen kann. Übrigens, die Zahl “12” in der Typenbezeichnung sollte den angepeilten Verkaufspreis von 12’000 USD andeuten, allerdings musste der Preis schon vor Verkaufsbeginn verdoppelt werden. Einen guten und detaillierten Artikel zum De Lorean DMC-12 gibt es auf wikipedia .

Tags: Vergessene Fahrzeuge



Bilder (fast) ohne Worte: Wagemutige Mitfahrer beim Coupe de Gruyères 1912

Bernhard Brägger - 29.03.2011

Der Genfer Ch. Nigg war ein bekannter und erfolgreicher Fahrer der Vorkriegszeit, er gewann zum Beispiel 1925 am Klausen die Tourenwagenkategorie bis 2000 ccm auf einem Ansaldo.

Ch Nigg am Coupe de Gruyères 1912 mit wagemutigen Mitfahrern

Die Aufnahme hier zeigt ihn am Jaunpass beim Coupe de Gruyères von 1912. Was dieses Bild insbesondere speziell macht, ist die sichtbare Akrobatikleistung der (drei!) Mitfahrer - man beachte den Co-Piloten, der seinen Kopf unter dem Lenkrad hat. Derartige “Techniken” waren damals weit verbreitet. Durch Gewichtsverlagerung konnten höhere Kurvengeschwindigkeiten erreicht werden, was bei Motorrädern mit Seitenwagen erst in den Zwanzigerjahren gang und gäbe wurde.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte



Bertone Alfa Romeo Canguro - der Zeit zu weit voraus?

Bruno von Rotz - 28.03.2011

Im Herbst 1964 stellte Bertone seine neueste Schöpfung einem staunenden Fachpublikum vor, die Re-Interpretation des Alfa Romeo Giulia “Tubolare”, genannt Canguro (Känguru in Deutsch). Bei der Präsentation war gemäss dem Bericht der AR 42/1964 vom 1. Oktober 1964 auch ein lebendiges Känguru zugegen!

Alfa Romeo Canguro - Bertone-Coupé Konzeptfahrzeug und Prototyp aus dem Jahre 1964

Der Canguro war eine superflache Design-Meisterleistung (Giorgetto Giugiaro) und enthielt viele innovative Konstruktionselemente. Gedacht war das Auto als Wettbewerbsfahrzeug, minimaler Luftwiderstand und geringes Fahrzeuggewicht standen damit zuoberst auf der Anforderungsliste.

Zur Erhöhung der aerodynamischen Effizienz wurden die Scheiben plan zur Karosserie verlegt und nicht in einen Rahmen eingelassen. Die Türen ragten weit ins Dach hinein und die ganze Front konnte als Motorhaube aufgeklappt werden. Das Fahrzeug bot eine ausgezeichnete Platzausnutzung und gute Rundsicht. Die Karosserie sollte in der Serie aus Kunststoff bestehen, der Prototyp verfügte über eine Aussenhaut aus Aluminium.

Leider wurde nichts aus der Serienproduktion, das Einzelstück wurde gemäss der Website Conceptcarz durch einen Journalisten zerstört, viele Jahre später aber durch einen japanischen Enthusiasten restauriert und 2005 am Concorso d’Eleganza Villa d’Este präsentiert.

Würden Sportwagen heute anders aussehen, wenn sich dieses Fahrzeug damals durchgesetzt hätte?

Tags: Vergessene Fahrzeuge



Threewheeler anno 1955

Bernhard Brägger - 27.03.2011

Die Hochblüte der englischen Threeweeler war 1954 längst vorbei.  Nicht für den Zürcher Jakob Keller. Nebst einem nur 250 kg schweren Formel 3 mit Gilera-Motor (500 ccm/ca. 35 PS/185 km/h) brachte er auch diesen stromlinienförmigen Threewheeler an den Start.

Keller auf seinem Threewheeler in Regensdorf 1954

Die Aufnahme zeigt Keller beim Rundstreckenrennen 1954 in Regensdorf bei Zürich. Vom Verkehrs- und Motorsportgesetz her galten die Dreiräder als Motorräder. Keller verwendete in seinen Eigenkonstruktionen – ob Formel 3 oder Threewheeler - 500er-Motoren:  JAP, Norton und Gilera. Eingebaut wurden sie im Heck seiner Fahrzeuge. Der Antrieb erfolgte durch Ketten auf die Hinterachse.

Ideen, handwerkliches Geschick, grenzenloses Vertrauen in seine Eigenkonstruktionen und fahrerisches Können zeichneten Jakob Keller aus. Er gehörte seit Beginn der Formel 3 nach dem Zweiten Weltkrieg dem „500er-Club“ an. 1960 ging daraus der Formel Rennsport Club der Schweiz hervor. 

Von Jakob Kellers Konstruktionen ist nach meinem Wissen der Gilera-Motor erhalten geblieben. 1952 wurde ein OHV-Saturno-Motor von Jakob Keller persönlich zum OHC-Doppelnocken-Aggregat umgebaut. Karl Dengler vom Albis Racing-Team hat ihn restauriert und heute wird dieser Motor vom bekannten Motorradrennfahrer Jo Kaufmann an historischen Rennen  in seiner Gilera Saturno eingesetzt.

P.S. Am Genfer Autosalon 2011 stellte Morgan wieder einen Threewheeler vor und leitete damit vielleicht eine Renaissance ein.

Tags: Erinnerungen, Historische Rennen



Fiat 600 Familiare - der Microvan der Sechzigerjahre

Bruno von Rotz - 26.03.2011

Die Autohersteller mögen uns glauben lassen, Mini- und Microvans seien eine Erfindung der Neuzeit, tatsächlich aber hatte Fiat bereits in den Sechzigerjahren einen Kleinstpersonenbus im Programm, den Fiat 600 Familiare.

Fiat 600 Familiare - ein Microvan von 1964, lange vor Opel Meriva und Konsorten

Sieben Leute, idealerweise nicht alle grösser als der europäischen Durchschnitt, konnten im Familiare, den es später auch mit mehr Hubraum und Motorleistung gab, befördert werden. Dabei war das Auto nur 3.8 Meter lang und 1.49 Meter breit und wog ganze 910 kg. Das zulässige Gesamtgewicht war mit 1’550 kg spezifiziert, womit die Zuladung theoretisch 640 kg betragen durfte, also genug “Raum” für sieben richtige Mitfahrer bot.

Mit dem 600-ccm-Motor waren 25 DIN-PS möglich, die 98 km/h Spitze ergaben, dafür lag der Verbrauch auch nur bei 7,5 Liter pro 100 km. Der Motor war im Heck angeordnet, was damals noch als modern galt, Kofferraum gab es bei Vollbesetzung allerdings keinen, aber  lange Reisen mit Gepäck hätte man vermutlich doch lieber nicht mit Vollauslastung in Angriff nehmen wollen.

Die vollständigen Spezifikationen finden sich unter anderem hier.

Tags: Erinnerungen



Die Alpenfahrt des Automobil Clubs der Schweiz von 1914

Bernhard Brägger - 25.03.2011

Alpenfahrt des Automobil Clubs der Schweiz von 1914

Nein, es handelt sich hier nicht um ein Picknick in freier Natur, wie dies in der Pionierzeit der Automobile gang und gäbe war. Und da das Wort Picknick ebenso veraltet ist, wie die Tätigkeit selber, lesen wir doch rasch im Lexikon nach: „Ein Picknick ist eine Mahlzeit, die im Freien eingenommen wird, meistens gemeinschaftlich in einer Gruppe. Oft ist ein Picknick verbunden mit einem Ausflug.“

Nun, dass es sich hier um eine Gruppe und einen Ausflug handelt, ist nicht von der Hand zu weisen – doch ein Picknick ist es nicht, da ja das Wichtigste fehlt: die Picknickkörbe randgefüllt mit Delikatessen, mit feinem Geschirr aus Porzellan, natürlich ein Teekocher, Champagner, ein sauberes Plätzchen abseits der staubigen Strasse und eine echte, britische Tweedmilldecke. Und Kühe werden bei den vornehmen “Autlern” erst recht nicht geduldet.

Die Aufnahme stammt vom 30. Juni 1914 vom Urnerboden am Klausenpass.. Nur für diesen einen Tag erhielten die Automobile von den hochlöblichen Kantonsregierungen von Uri und Glarus die Erlaubnis zur Überquerung des Klausenpasses. Der Klausen war damals für den Automobilverkehr noch gesperrt. Anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung in Bern organisierte der Automobil Club der Schweiz eine Alpenfahrt über die Pässe Klausen, Furka und Grimsel. Nicht weniger als 83 Wagen waren eingeschrieben um ihre Kletterfähigkeit an den staubigen, steilen Rampen  zu beweisen. Sieger wurde der Neuenburger Charles Dardel, Fahrer eines Martinis aus der gleichnamigen Automobilfabrik in St. Blaise.

Und ein Korrespondent wusste zu berichten: „Vor den Toren der Landesausstellung in Bern wurde dem staunenden Publikum die mit Staub und Schmutz überzogenen Fahrzeuge vorgeführt. Nicht einmal die Insassen hatten sich vorher einer Reinigung unterzogen, obwohl man in ihren Kreisen viel auf ein gepflegtes Äußeres hielt!“

P.S. Bestimmt ahnte keiner der Alpenfahrer, dass nur acht Jahre später auf der gleichen Strecke zum grössten und schwierigsten Bergrennen Europas gestartet werden sollte!

Tags: Erinnerungen



Noch drei Wochen bis zum Hockenheim Historic 2011

Bruno von Rotz - 24.03.2011

Am 15. bis 17. April 2011 ist es wieder soweit, historische Rennwagen werden anlässslich der Hockenheim Historic - in memory of Jim Clark - mit donnernden Motoren um den Hockenheimring fahren und Rennatmosphäre pur kreieren.

Hockenheim Historic 2011

Das Programm lässt auf viele Höhepunkte hoffen. Die packenden Kämpfe der Formel-Junior-Rennwagen in der FIA Lurani Trophy werden wie üblich niemanden kalt lassen, und die historische Formel 2 verspricht, vergessene Zeiten aus den 70-ern wieder zurückzubringen. Die grossen Achtzylinder-Boliden werden die Luft im Motodrom im Super Sports Cup flimmern lassen und der Kampf der Zwerge der Coppa Abarth 1000 Mille wird voraussichtlich wie üblich im engen Zweikampf entschieden werden. Dabei sind auch wieder die Youngtimer Car Challenge und die HTGT, sowie die Spezial Tourenwagen Trophy.

Packende Tourenwagen-Rennen am Hockenheim Historic 2010

Auch die Formel-1-Wagen werden nicht fehlen.

Formel-1-Wagen beim Tribut an Jochen Rindt Lauf anlässlich des Hockenheim Historics 2010

Und damit ist nicht alles aufgezählt, Details finden sich hier.

Es ist also für alle etwas dabei, sogar für die Freunde historischer Renntransporter! Das ist nicht nur für Lastwagen-Fans spannend, sondern für jeden Rennsport-Interessierten, denn wann kann man schon den Fiat 642 RN 2 Bartoletti-Transporter, welchen sich die Scuderia Ferrari im Jahr 1957 bauen liess, den Ford Transit, der in Porsche-Rubinrot bestückt mit einem Monoposto gezeigt wird, einen Taunus Transit FK 1500, den Mercedes-Benz L 710 von 1964 mit einem Volvo Amazon oder das Modell Mercedes-Benz DB 1113 sehen?

Porsche 907 am Hockenheim Historic 2010

Wir werden vor Ort sein und unsere Eindrücke für einmal aus der Zuschauer- und nicht aus der Fahrer-Perspektive mit einem ausführlichen und reichhaltig bebilderten Bericht wiedergeben.

Aufnahme vom Start der Formel 1 in Hockenheim im Jahre 1970

Tags: Veranstaltungshinweise



Golftaschen bei Volvo schon 1961 ein Masstab für die Kofferraumgrösse

Anonymer Autor - 23.03.2011

Die Zielsetzung, zwei Golftaschen im Kofferraum eines Sportwagens transportieren zu können, stammt nicht aus der Neuzeit.

Volvo P 1800 - Kofferraum fasst zwei Golftaschen

Schon 1961 präsentierte Volvo den Sportwagen Volvo P 1800 zusammen mit dynamischen und erfolgreichen Leuten, die halt eben auch Golftaschen befördern wollten.

Der Volvo P 1800 wurde unter anderem als “Dienstwagen” von Simon Templar berühmt, der englische Privatdetektiv fuhr in der Serie “The Saint” ein weisses Exemplar. Mit einer Bauzeit von rund 13 Jahren war der schnittige Schwede ein erfolgreicher Sportwagen.

Vor einigen Wochen haben wir einen Blick in die handgezeichnete Betriebsanleitung geworfen ().

Tags: Werbung und Marketing, Erinnerungen


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