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    Die Protagonisten des Mythos Abarth (Buchbesprechung)

    11. Januar 2016
    Text:
    Christoph Ditzler
    Fotos:
    Luca Gastaldi 
    (4)
    Christoph Ditzler 
    (1)
     
    5 Fotogalerie

    Über die Firma Abarth ist schon viel publiziert worden. Soeben hat das Registro Fiat Italiano eine Dokumentation aller Autos sowie aller Rennsiege mit insgesamt 1‘700 Seiten in die Buchläden gebracht. Luciano Greggio hat mit „Abarth: l’uomo, le macchine“ 2002 das Standardwerk zur Geschichte der Marke und des Gründers geschrieben. Nicht zuletzt hat Anneliese Abarth, die dritte Frau von Carlo Abarth, 2009 ihre Erinnerungen veröffentlicht.

    Das Buch von Luca Gastaldi und Sergio Seccatore ist aber ein ganz besonderes, kommen doch 53 ehemalige Mitarbeiter von Abarth zu Wort. Aus allen Bereichen der Firma: Techniker, Fahrer, Werkstattmitarbeiter, Leute aus dem Versuch, Testfahrer, Verantwortliche für das Geschäft mit den Auspuffanlagen, Büromitarbeiter und die Verantwortlichen für die Autoboutique. Männer und Frauen, Leute mit täglichem Kontakt zum Chef und solche, die ihn nur hin und wieder erlebten.

    Karl (Carlo) Abarth (15. November 1908 - 24. Oktober 1979), geboren und gestorben in Wien, war vor dem Zweiten Weltkrieg ein bekannter und erfolgreicher Motorradrennfahrer. Er gewann unter anderem auch am Klausen. Nach dem Krieg nahm er alte Kontakte zur Familie Porsche wieder auf und wurde zu deren Vertreter in Italien. Er lancierte zusammen mit Rudolf Hruschka (Hruska), einem ehemaligen Mitarbeiter von Ferdinand Porsche, und Tazio Nuvolari ein Formel 1-Projekt, in das Piero Dusio mit seiner Cisitalia einstieg. Abarth und Hruschka wurden beide Mitarbeiter von Cisitalia, doch nach kurzer Zeit geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten und Dusio verschwand nach Argentinien.

    Abarth gründete die Firma Abarth & C. am 31. März 1949 zusammen mit Armando Scagliarini als Geldgeber in Bologna. Noch 1949 machte Abarth einen Sitz in Turin an der Via Trecate auf, wo die Produktion stattfand. Dort konnte die Firma auch auf Personen aus Cisitalia-Zeiten zählen. Das Brot- und Buttergeschäft waren sofort nach der Gründung der Verkauf von Auspufftöpfen (marmitte Abarth), später ganze Auspuffanlagen, und Ansaug-Systeme (collettori Abarth) bestehend aus Krümmer und Vergaser. Daneben verkaufte er zu Beginn auch eine Lenkradschaltung für den Fiat 500 (Topolino), für die sogar Tazio Nuvolari Werbung machte.

    Buch "Abarth Memories" - Historische Bilddokumente
    © Copyright / Fotograf: Luca Gastaldi

    Das Geschäft mit Auspuffanlagen weitete sich rasch aus und Abarth bot nach und nach Ausführungen für praktisch alle Modelle von europäischen Marken an. Markenzeichen war der kernige Ton und Carlo Abarth wird mit dem Satz zitiert, dass er Lärm verkaufe.

    Abarth produzierte daneben immer auch Autos. Zuerst in der Tradition von Cisitalia, basierend auf der Mechanik von Fiat, und mit Karosserien von Designern wie Boano, Ghia, Michelotti oder Scaglione. Die Stückzahlen blieben allerdings minimal. Der Sprung kam mit der Einführung des Fiat 600 im Jahre 1955. Schon im gleichen Jahr entwickelte Zagato eine Berlinetta für den 600 und Abarth schob einen 750 cm3 mit 41,5 PS drunter. Zugleich bot er den Fiat 600 aus der Serie mit dem „750er-Paket“ sowie die Komponenten als Tuning-Paket (cassetta di trasformazione) für den Selbsteinbau zum Kauf an. Zudem fand Zagato eine ganze Reihe von Nachahmern, die sich alle auch auf Abarth stützten.

    Schon an der Mille Miglia 1956 tauchten die ersten Abarth auf und sie erregten einiges Aufsehen. Im Sommer fuhr dann Abarth in Monza mit einem 750er Monoposto von Bertone eine erste Serie von Geschwindigkeitsweltrekorden und erreichte über 72 Stunden einen Schnitt von 140,6 km/h. Weitere Rekorde sollten noch folgen. Er weckte das Interesse von Fiat. Da der 600er Anlaufschwierigkeiten hatte wegen dem Preis und der niedrigen Leistung (21,5 PS), kam die Nachricht von den Weltrekorden und den sportlichen Erfolgen gerade recht. Entsprechend dem Wunsch von Carlo Abarth sah der Vertrag mit Fiat, geschlossen Anfang 1958, vor, dass Abarth für jeden Sieg (Klassensiege und Rekorde) irgendwo in der Welt eine Prämie erhielt. [Nach Renzo Avidano (AISA Monografia 90, 2010), der rechten Hand von Carlo Abarth seit 1949, war dieser Vertrag der Grund, warum Abarth nur beschränkte Möglichkeiten hatte, sich von den kleinen Klassen zu lösen und grossvolumige Sportwagen anzubieten, da der Geldfluss von Fiat für Abarth immer wichtig blieb].

    Auf den Fiat 600 derivazione Abarth (1955-1970) folgten die derivate 500 (1957-1971) und die derivate 850 (1964-1971). Sehr erfolgreich waren auch die derivate Simca (1962-1965), wohingegen das Experiment mit Porsche zu Problemen führte, weil Porsche mit der gelieferten Qualität nicht zufrieden war.

    Ab 1961 entwickelte Abarth die Spider Prototypen mit Rohrrahmen-Chassis. Von 1000 cm3 bis letztendlich 3000 cm3.

    Daneben gab es immer wieder Pläne, in die Formel 1 oder wenigstens in die Formel 2 einzusteigen. Man baute einen 6-Liter für die Can-Am. Alle diese Projekte blieben ohne Erfolg. Dafür konnte man die Monoposti für die Formula Italia liefern.

    Per 31. Juli 1971 verkaufte Abarth seine Firma an Fiat. Der Konzern hatte 1969 eine eigene Abteilung für die Unterstützung von Kunden in Rennen aufgebaut und dachte darüber nach, die Siegprämien an Abarth einzustellen. Die Bestände der Rennabteilung, an denen Fiat keinerlei Interesse zeigte, kaufte Carlo Abarth und vermittelte sie an Enzo Osella, einen ehemaligen Mitarbeiter.

    Mit dem Verkauf wurde Abarth zur Rennabteilung des Fiat-Konzerns (Abarth Corse, später Fiat Auto Gestione Sportiva). Von hier kamen und kommen die Autobianchi A112 Abarth (noch in der alten Firma entwickelt), der Fiat Ritmo Abarth, der Abarth Grande Punto und der Abarth 500. Zudem entstanden dort die Rallye-Autos wie der SE030 (auf Basis Fiat 131), der SE037 (auf Basis Lancia Beta Montecarlo) oder der SE038 (Lancia Delta S4). Später wurde die Firma mit Fiat fusioniert.

    Buch "Abarth Memories" - Arbeit an den Sportwagen
    © Copyright / Fotograf: Luca Gastaldi

    Abarth ist seit 2007 wieder eine eigene Tochterfirma und die Marke Abarth ist Teil der Markengruppe Alfa Romeo/Maserati innerhalb von Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Der Sitz ist (wieder) am Corso Marche in Turin.

    1966 war das erfolgreichste Jahr von Abarth. 904 Siege konnte man an Fiat melden. Die überwiegende Zahl in den Klassen 1‘000 cm3 und weniger. International gewann Abarth zwischen 1962-1967 immer die jeweilige FIA-GT- oder -Sportwagen-Weltmeisterschaft in der kleinsten Klasse (Fahrzeuge bis 1‘000 oder 1‘300 cm3). Zwischen 1968 und 1972 gelang es zudem, mit dem 2000 Spider die Europa-Bergmeisterschaft bei den Sportwagen resp. zweisitzigen Rennwagen zu gewinnen, wobei Franco Pilone seinen Titel 1972 als Mitglied des Teams von Osella erzielte. 1972 gewann Arturo Merzario die 2-Liter-Sportwagen-Europameisterschaft auf dem Abarth Osella SE-021, der noch von Abarth entwickelt und im Zuge des Verkaufs an Fiat an Osella übergeben wurde.

    Ein besonderes Fressen für die Abarth war das ADAC-500-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring, das ab 1960 ausgetragen wurde und mit einer Hubraumbeschränkung versehen war. Die Gesamtsieger waren:

    Datum Hubraumklasse Fahrer Fahrzeug
    04.09.1960 bis 1‘000 cm3 Giancarlo Castellina / Jean Vinatier Fiat Abarth 750 RM
    03.09.1961 bis 1’000 cm3 Carlo Mario Abate Fiat Abarth 1000 Bialbero
    02.09.1962 bis 1’000 cm3 Eberhard Mahle Fiat Abarth 1000 Bialbero
    01.09.1963 bis 1’000 cm3 Hans Herrmann / Teddy Pilette Fiat Abarth 850
    06.09.1964 bis 1’300 cm3 Hans Herrmann Abarth Simca 1300
    05.09.1965 bis 1’300 cm3 Mauro Bianchi / Lucien Bianchi Alpine M65-Renault
    04.09.1966 bis 1’300 cm3 Ernst Furtmayr Abarth OT 1300
    03.09.1967 bis 1’600 cm3 Roger Delageneste Renault Alpine A210
    04.09.1968 bis 1’600 cm3 Peter Schetty Fiat Abarth 1600
    07.09.1969 bis 2’000 cm3 Brian Redman Chevron B16-Cosworth
    06.09.1970 bis 2’000 cm3 Vic Elford Chevron B16-Cosworth


    Dazu kam für Abarth bis zuletzt (1970) mindestens ein weiterer Klassensieg pro Rennen hinzu.

    Es ist diese Folie, die den Hintergrund für die Interviews von Luca Gastaldi und Sergio Seccatore bildet. Sie gibt die Themen vor, die für die damaligen Mitarbeiter erwähnenswert sind. Es sind dies primär:

    • Die Positionierung der eigenen Person innerhalb der Geschichte und den Aktivitäten von Abarth.
    • Die Person von Carlo Abarth.
    • Die Konsequenzen des Verkaufs an Fiat.

    Die Übersicht über die Befragten ergibt, dass die meisten in den 60er Jahren bei Abarth eingestellt wurden. Nur vier Personen waren schon 1949 dabei. Einige sind erst nach 1971 zu Abarth gestossen.

    Buch "Abarth Memories" - Die Leute bei Abarth (Auswertung)
    © Copyright / Fotograf: Christoph Ditzler

    Der Verkauf 1971 war eine Zäsur. Viele sind geblieben. Aber es gab auch andere, die die Firma unmittelbar vorher oder kurz nachher verlassen haben, da am Anfang eine grosse Unsicherheit über die Zukunft bestand. Es wurde aber rasch klar, dass Fiat auf ein Engagement in den Rallyes setzte, zumal die Sportwagen und Prototypen an Osella gingen. Nach 1971 stiess vor allem Sergio Limone zu Abarth, der dann im Zusammenhang mit den Rallye-Autos von Fiat und Lancia bekannt wurde.

    Carlo Abarth wird als harter, aber korrekter Chef charakterisiert. Er schien omnipräsent zu sein. Für Abarth arbeitete man Tag und Nacht (ausser während den Betriebsferien um den ferragosto, natürlich). Vor allem musste man jederzeit gewärtigen, kurzfristig aufgeboten zu werden. Dafür gab es für Sonderleistungen Geld (aber kein Lob!).

    Es muss aber festgestellt werden, dass Abarth nicht wirklich innovativ war. Viele technische Entwicklungen wurden nachvollzogen. Mario Colucci brachte 1959 den Rohrrahmen zu Abarth. Stefano Iacoponi führte ab 1969 die Benzineinspritzung ein und reduzierte bei allen Zylinderköpfen die Ventilwinkel. Es gab eine tiefe Abneigung gegenüber der englischen Art, Rennwagen zu bauen. Antonio Tomaini erzählt, dass man bei Osella das Getriebe von Abarth durch eines von Hewland ersetzte, das gerade einmal halb so viel wog. Bei Abarth wäre das purer Frevel gewesen.

    An vielen Punkten im Buch scheint eine grosse Hochachtung für Peter Schetty hervor. Er war Werksfahrer von Abarth von 1967-1968. Seine Person und sein fahrerisches Können werden immer wieder hoch gelobt. Ausnahme ist Anneliese Abarth, die seinen abrupten Wechsel zu Ferrari auf die Saison 1969 hin als schweren Schlag für Carlo Abarth beschreibt.

    Sicher ist das Buch nicht für jedermann gedacht. Man muss sich für Abarth interessieren. Aber auch wer sich generell für den Rennsport der 60er Jahre interessiert, findet hier viele Einsichten: in die Arbeitsweise, die Methoden, den Rennbetrieb. Es werden Werbeplakate, Arbeitsverträge, Werkspässe etc. abgebildet. Zudem gibt es einige Bilder, die aus privaten Sammlungen stammen und so bisher nicht gezeigt wurden.

    Ein Vorteil ist, dass das Buch durchgängig zweisprachig, d.h. italienisch und englisch, ist. Wer die Damen und Herren hören und sehen will, der sei auf die Webseite zum Buc h verwiesen, wo die Aufzeichnungen der Interviews zum Teil abgerufen werden können.

    Bibliografische Angaben

    • Titel: Abarth memories: I protagonisti del mito / The protagonists of the myth
    • Autoren: Luca Gastaldi & Sergio Seccatore
    • Verlag: Eigenverlag Luca Gastaldi
    • Auflage: 1. Auflage 2015
    • Umfang/Format: gebunden, 240 x 262 mm, 200 Abbildungen, 241 Seiten
    • Sprache: italienisch und englisch
    • ISBN-13: 979-12-200-0132-8
    • Preis:  39.00 Euro 
    • Kaufen/bestellen: Online beim Verlag oder im gut assortierten Buchhandel

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