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Rallye Monte Carlo 1964 - der erste Sieg für den Mini Cooper S
Bernhard Brägger - 20. Januar 2011 |
Nach der ersten 23 km langen Spezialprüfung von Saint-Didier nach Montmain liegt der vom letzten Jahr gefürchtete Bo Ljungfeldt, erneut auf einem Ford Falcon, vor dem Engländer Paddy Hopkirk auf Morris-Cooper S in Führung. Trotz Kunststoffkarrosserie, Alu-Stossstangen und Scheibenbremsen, dem 300 PS starken 4,4-Liter Motor und einem gewaltigen Aufgebot an Assistenzleuten für den Ford Falcon, verliert der 1,3-Liter- Cooper S nur 16 Sekunden. Nach der Sonderprüfung (SP) La Madeleine bei Gap zieht Ljungfeldt endgültig davon und vor der alles entscheidenden Prüfung über den Col de Turini führen Ljungfeldt/Lager mit bereits 65 Sekunden Vorsprung auf Hopkirk/Liddon auf dem keine 100 PS starken Cooper S und Böhringer/Kaiser auf einem Mercedes 300 SE.
Am eingeschneiten Turini muss nun Ljungfeldt alles aus seinem fauchenden Ungetüm herauspressen. Hopkirk und sein Mini sitzen ihm im Nacken, denn dank der immer noch angewendeten Handicapformel zugunsten der schwächeren Fahrzeuge, gewinnt nicht unbedingt der schnellste. Und der Ford Falcon garantiert noch lange nicht schnelle Zeiten. Graham Hill, Jo Schlesser und Henry Greder kommen mit den Schlachtschiffen überhaupt nicht zurecht. Ljungfeldt ist der Ausnahmekönner. Er dirigiert den Amerikaner souverän. Am Ziel führt er mit 82 Sekunden auf Hopkirk und 155 Sekunden auf Ex-Europameister Tom Trana (Volvo).
Nach Einbezug des Koeffizienten wird klar, dass Ljungfeldt doch zu wenig Gas gegeben hat. Hopkirk/Liddon führen vor dem abschliessenden Stadtrundkurs mit 31,1 Punkten vor Carlsson/Palm, gefolgt von Mäkinen/Vanson ebenfalls auf einem Morris Cooper S und Moss-Carlsson/Wirth auf Saab. Pat Moss – Schwester von Stirling Moss - ist neuerdings mit Eric Carlsson verheiratet. Ljungfeldt/Sager weisen einen Rückstand von 95.2 Punkte auf. Beim Rundkurs ergibt eine Sekunde Fahrzeit einen Punkt. Und 1 Minute 35,2 Sekunden sind auch von Ljungfeldt nicht aufzuholen. Hopkins/Liddon gewinnen die Rallye, Ljungfeldt/Sager werden zweite, Carlsson/Palm dritte, Mäkinen/Vansson vierte und Pat Moss-Carlsson/Ursula Wirth sensationelle fünfte.
P.S. Ein neues Zauberwort beherrscht die Rallyeszene: Hakkapeliitta, schmal, „warme“ Gummimischung, Klötzchen an Klötzchen, Spikes ohne Ende. Diese finnischen Hakkapeliitta entfachen einen regelrechten Reifenkrieg. 120 Spikes pro Reifen sind die Norm. Continental erhöht auf 240 und Michelin mit Citroen liiert, glaubt die DS 19 mit Spikes samt Vadiumkern optimal zu bedienen. Doch die Werksfahrer René Trautmann, Lucien Bianchi oder Jean Guichet halten nichts von Michelin, montieren Hakkapeliitta und stürmen mit sage und schreibe 640 Nägeln pro Reifen den Turini hinauf. Und da tauchen auch die ersten Gegensprechanlagen auf. Nur so lässt sich zum Beispiel beim Geheul des gerade verzahnten Getriebes in den Minis das „Gebetbuch“ richtig einsetzen. Eisspürer oder besser Eisspione fahren kurz vor der Schliessung der Strassen die Spezialprüfungen ab und telefonieren, funken an die Teams den aktuellen Schnee- und Eisbericht, geben Tipps für die Reifenwahl und letzte Hinweise „pour les notes“.











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