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Bild (1/1): Mercedes SSK (1929) - Rudolf Caracciola trat beim Gaisbergrennen 1929 nur im Training an (© Archiv Hermann Schwarz, 1929)
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    Das historische Gaisbergrennen von 1929 bis 1969 - Motorsport vom Besten

    15. Februar 2011
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
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    Das Gaisbergrennen blickt auf eine lange Tradition zurück. Schon 1929 fand das erste Internationale Bergrennen auf der neu gebauten Gaisberg-Strasse in unmittelbarer Nähe der Stadt Salzburg statt. Grosses Gewicht wurde auf die grösstmögliche Sicherung der Strecke gelegt, um Unfällen der Teilnehmer und des Publikums vorzubeugen.

    Bereits im August meldete die AR 75/1929 ein grosses Interesse aufgrund der einlaufenden Anfragen und Nennungen, so dass mit einer qualitativ und quantitativ hervorragenden Beteiligung zu rechnen sei.

    Auch wurden eine ganze Reihe von Ehrenpreisen vermeldet, so hatte zum Beispiel die Vacuum Oil Company 1000 Schilling, der Landschaftsmaler Karl Jung ein Gemälde im Wert von 1000 Schilling und die Alpenländische Automobil-Zeitung ebenfalls 1000 Schilling in Aussicht gestellt.

    Das erste Internationale Gaisberg-Rennen (1929)

    Am 8. September fand dann das erste internationale Gaisberg-Rennen statt und endete mit “Zwischenfällen, aber ohne Favoriten”, wie die AR 79/1929 auf Seite 3 vermeldete. Die Strecke von 11.9 km Länge bei einer Höhendifferenz von 800 Metern und einer durchschnittlichen Steigung von 6% erlaubte wegen vieler Geraden hohe Tempi. Bei den Tourenwagen blieben Brauchisch und Graf Arco Zinneberg auf Mercedes-Benz siegreich, während bei den Rennwagen Prinz Christian Lobkowitz auf Bugatti mit schlechterer Zeit den ersten Platz hielt.

    Amüsant ist der Skandal, den Caracciola in der Rennwagenklasse verursachte, als er den Startverzicht von Mercedes-Benz bekannt gab, weil Oesterreich das Einfuhrkontingent für deutsche Wagen für 1929 nicht erhöht hatte. Durch diese Weigerung zu fahren kam die Rennwagenklasse zusammen mit dem Ausfall von Stuck wegen Motorendefektes um alle Favoriten. Im Nachhinein kam heraus, dass die ganze Sache eine Idee von Caracciola war und keine offizielle Mercedes-Benz-Initiative.

    Das 2. Internationale Gaisbergrennen (1930)

    Aus dem Brief aus Salzburg, AR 75/1930: “Wenn es jemals der Wettergott mit den Salzburgern und ihren auswärtigen Freunden gut gemeint hat, so war dies Sonntags der Fall. Noch selten gab es im prachtvollen Salzburger Land einen so herrlichen Tag, und die 40’000 Zuschauer hatten die Freude, sowohl einen wundervollen Sonnentag zu geniessen, wie auch Zeugen eines hochklassigen sportlichen Schauspieles zu sein. Der gestrige Renntag ist ein Tag der Rekorde geworden, und so oft durch den tadellos bedienten Lautsprecher dem Publikum Nahcrichten über die Rekordfahrten gegeben wurden, folgte grosser Beifall.”

    Am Rennen beteiligten sich 50 Motorradfahrer und 39 Automobilisten, begleitet von Flugzeugen, die über dem Gaisberg kreisten. Es waren kaum nennenswerte Unfälle zu verzeichnen, einige Konkurrenten scheiterten aber mit Maschinenschaden oder Reifendefekten, so der Favorit Hans v. Stuck. Noch bis zur Zistelalp war er mit der schnellsten Zeit unterwegs gewesen, dann machte ein festgefressener Kolben der Fahrt ein Ende. Von Morgen auf Bugatti erzielte einen neuen Streckenrekord mit 7,58’19” und war damit fast eine Minute schneller als der bisherige Rekord. Bei den Tourenwagen war Herr Dir. Wenzler auf Mercedes-Benz der Schnellste. Frau Minki Klinger, die beste österreichische Damenrennfahrerin, kam mit beachtenswerter Zeit ins Ziel, obschon sie bei der Mödlhammerwand hart am Felsen anschlug und kostbare Sekunden verloren gingen. Den Seniorenpreis gewann übrigens Oberbergrat Ing. Karl Imhof auf einem Austro-Daimler.

    Sowieso, so meint der Briefeschreiber P.D.S., sei die Veranstaltung beste Propaganda für den Motorsport in allen Kreisen gewesen.

    Das dritte Gaisbergrennen bei Salzburg (1931)

    Die dritte Durchführung des Gaisbergrennens war in der AR 66/1931 relativ kurz abgehandelt, obschon das Gaisbergrennen 1931 wegen des Ausfall des Semmeringrennens mit guter internationaler Beteiligung glänzte. Stuck und Carraciola fuhren aber nicht, so wurde das Rennen wiederum vom in der Rennwagenklasse fahrenden Von Morgen auf Bugatti dominiert. Mit einer Zeit von 7,45’05” war er mit einem Stundenmittel von 93.105 km/h nochmals ein gutes Stück schneller als im Vorjahr, doch muss die Zeit des Sportwagenfahrers von Brauchitsch auf Mercedes von 7,45’36” fast noch mehr beeindrucken.

    Das IV. Internationale Gaisberg-Rennen (1932)

    “Der Verlauf des 4. Internationalen Gaisbergrennens war trotz miserablem Wetter erfreulich. Der Besuch der Rennstrecke wurde indessen durch das Regenwetter auf ein Minimum von 2000 Personen herabgesetzt”, stand in der AR 62/1932.

    Rekorde konnten auf der durch Regen aufgeweichten Strasse und wegen ungenügender Sicht nicht erwartet werden, umso mehr erstaunt die Fahrt von Caracciola auf Alfa-Romeo mit einem Schnitt von 89,811 km/h und einer Zeit von 7,57’08”, womit er nur 13 Sekunden unter dem bei Trockenheit gefahrenen Streckenrekord vom mittlerweile verstorbenen von Morgen blieb. Hans Stuber aus Bern wurde auf Bugatti Zweiter hinter Caracciola in der Rennwagenklasse. Zeitenmässig schneller waren die Sportwagenfahrer Stuck auf Mercedes und Jellen aus Graz auf Bugatti, beide mit rund 86 km/h unterwegs.

    Das Gaisbergrennen von 1933

    Unter dem Obertitel “Vierfrontenkampf vom letzten Sonntag” berichtete die AR 57/1933 über vier Rennveranstaltungen, nämlich die 24 Stunden von Spa, die 500 km von Reims, das Rennen Susa-Moncenesio und eben das Gaisbergrennen, welches auch dieses Jahr wiederum zu einer grossen internationalen Veranstaltung geworden sei. Das Rennen 1933 gestaltete sich zu einem interessanten Treffen italienischer und schweizerischer Fahrer, erstere in der Überzahl. “In Zeiten, da politische Intoleranz sich auch im unpolitischen Sport auswirkt, sind solche sportliche Freundschaftsbezeugungen über hemmende Grenzen hinweg umso erfreulicher”, stand in der Zeitung. Vor voll besetzten “Rängen” triumphierte Alfa Romeo mit dem 2600-ccm-Wagen der Scuderia Ferrari, den Graf Trossi zu einem eindrucksvollen Sieg führte. Er unterbot den Streckenrekord von Morgens um 2 Sekunden. Bei den Sportwagen gewann wiederum ein Alfa Romeo, gefahren durch Tadini. Die Schweizer Rüesch auf Alfa Romeo und Scholten auf Bugatti konnten zumindest Klassenrekorde aufstellen.

    Die grosse (internationale) Pause - 1934-1952/1956

    Das Gaisbergrennen 1933 war das letzte seiner Art gewesen. Es sollte bis 1952 dauern, bis der Rennbetrieb in Form einer Wertungsfahrt wieder aufgenommen wurde, bis 1956 auf nationaler/lokaler Ebene.

    Grosser Bergpreis von Österreich (1957)

    Mit einem Schweizer Sieg endete das zur Europameisterschaft zählende Gaisbergrennen von 1957. Willy Peter Daetwyler gewann auf einem Maserati 2000 mit Laufzeiten von 4,54’90” und 4,54’70”, ja man war schneller geworden seit 1933! Der Artikel in der AR 36/1957 begann so: “Nach fast fündundzwanzigjähriger Pause wurde am Gaisberg bei Salzburg wieder ein internationales Bergrennen ausgetragen, mit dem Österreich zum ersten Mal seit dem Kriege einen internationalen Meisterschaftslauf austrug.”

    Das Rennen stand unter schlechten Vorzeichen: Der gemeldete Kurz Zeller, der eine Giulietta und einen 300 SL pilotieren wollte, starb wenige Tage vor der Veranstaltung an Herzversagen und die Porsche-Werksfahrer Barth und Maglioli waren bei einer Besichtigungsfahrt am Gaisberg talwärtsfahrend von einem entgegenkommenden DKW gerammt worden, mit schlimmen Folgen: Autos total zertrümmert, Fahrer schwer verletzt.

    Leider resultierte dieser Unfall in meisterschafts-strategische Spielchen, die sich in einem ausgedünnten Feld äusserten und einer Reduktion der möglichen Meisterschaftspunkte. Der Rekurs von Borgward wurde (vorerst) abgelehnt. Bereits im Training wurde der Streckenrekord 14 Mal verbessert. Im Fahrerfeld fuhren auch ein Johnny von Neumann (Ferrari Testa Rossa 625 TRC, USA) und ein gewisser Peter Monteverdi (auf Ferrari Monza 3000) mit. Hinter Daetwyler wurde übrigens Hans Herrmann auf Borward 1500 Zweiter bei den Sportwagen bis 2000 cm3. Die Rennwagen-Kategorie wurden vom Schweizer Zweifel auf Cooper 1100 vor Otto Mathé auf Bardahl-Porsche 1500 gewonnen. Bei den GTs siegte Sepp Greger auf Porsche Carrera vor Scarfiotti auf dem Fiat 8V Zagato. Foitek wurde Zweiter in der 1.3-Liter-Klasse, hinter Mognaschi. Die Tourenwagen wurden von Dr. Pilhatsch auf BMW 502 gewonnen.

    Gaisberg Europa-Bergmeisterschaftslauf 1958

    Wolfgang Graf Berghe von Trips fuhr im Porsche RS 1500 mit einem Schnitt von über 100 km/h den Gaisberg hoch und gewann damit auch die Europa-Bergmeisterschaft. Die Ehrenplätze gingen an Borgward mit Herrmann und Bonnier. Es war generell ein Rennen Porsche gegen Borgward und schon im Training hatte die Vorherrschaft mehrere Male gewechselt. Interessanterweise war Bonnier auf dem Borgward bis zur Zistel jeweils schneller, doch von Trips machte verlorene Zeit immer im Schlussabschnitt wett. Speziell war die Teilnahme des MG mit Chassis EX 128. Dieses Auto war 1955 noch in Le Mans eingesetzt worden. Ein auffliegender Stein zerschlug aber den Kühler, so dass unklar ist, wie gut sich das Auto hätte in Szene setzen können, insbesondere da nicht ganz klar war, in welcher Kategorie er korrekterweise hätte antreten sollen. Zu reden gab auch der superschnelle Abarth Zagato von Ernesto Prinoth. Die AR 36/1958 drückte das wie folgt aus: “Der siegreiche Italiener fuhr ausgesprochene Veloce-Zeiten und liess auch noch einige Carrera hinter sich. Wieweit man diesen superschneller 750 cm3-Wagen noch als Serienfahrzeug betrachten kann, ist freilich eine andere Sache.”

    Gaisbergrennen 1959

    Im Jahr 1959 schlug der Wetterteufel wieder zu und zwar mit aller Macht. Vor dem Rennwochenende schon hatte eine eigentliche Unwetterkatastrophe die Strecke bereits schwer passierbar gemacht, so dass einiges repariert werden musste. Und auch für das Rennwochenende waren nur 3 Trainingsläufe bewilligt worden, was zu vielen wilden Trainingsfahrten führte.

    Tagessieger wurde überraschenderweise Gerhard Mitter auf dem Formel Junior auf DKW-Basis. Die Wetterkapriolen wirbelten aber auch sonst Fahrzeuge und Fahrer im Klassement durcheinander. Ernst Vogel (Porsche RSK) wurde schnellster Sportwagen-Pilot vor Heini Walter (Porsche RSK), Sepp Greger trieb seinen Carrera mitten in die RSK-Meute, Edgar Barth (Porsche RSK) fuhr vorsichtig und sicherte sich damit die Berg-Europameisterschaft, fasste die AR 36/1959 die Resultate zusammen.

    Neuer Rekord beim Gaisbergrennen von 1960

    Die Europa-Bergmeisterschaft war - zugunsten des Schweizer Heini Walter - bereits vor dem Gaisbergrennen entschieden, aber um den Ehrenplatz buhlten drei Männer mit drei verschiedenen Fahrzeugen: Sepp Greger (Porsche RS 60), Dr. Harry Zweifel (Cooper) und Mennato Boffa (Maserati) am Gaisberg. Das Rennen wurde durch einen traurigen Zwischenfall getrübt, den die AR 40/1960 wie folgt kommentierte: “Nach zwei ziemlich langsamen 1100-cm3-Sportwagen ging Häderle mit seinem Sport-Carrera auf die Strecke. Der phantastisch schnelle Fahrer kam zwischen den Felswänden kurz unterhalb der Gersbergalm - noch im ersten Drittel der Strecke - schwer zum Sturz, der Wagen wurde vollkommen zerstört und Häderle verstarb noch vor Einlieferung ins Spital.”


    Der nach dem Unterbruch direkt dahinter startende Spychiger kam mit seinem RS 60 an der selben Stelle von der Strecke ab, büsste mit einem Nasenbeinbruch und Beinverletzungen aber nur glimpflich für das Malheur.

    Gerhard Mitter war erneut schnellster Formel Junior, Sepp Greger fuhr mit 4’43,5” Bestzeit und neuen Gaisberg-Rekord.

    Siebter Lauf zur Europa-Bergmeisterschaft am Gaisberg (1961)

    8,625 km lang, ein Höhenunterschied von 672 m, 50 Kurven und wegen ihres welligen und rutschigen Belags gefürchtet, so wird die Strecke im Bericht der AR 40/1961 beschrieben. Der Sieger heisst auch 1961 wieder Sepp Greger und wieder fährt er einen Porsche, diesmal mit einer besten Laufzeit von 4’30,5”.

    Interessant die Geschichte von Harry Zweifel, der wegen eines Unfalls des vorhergehenden Fahrzeuges nicht gewarnt, von einem entgegenkommenden Motorradfahrer und Leuten auf der Strasse überrascht wurde. Dass er dabei noch 4’38,4” fuhr beweist seine Nervenstärke oder Unverfrorenheit.

    Bei den Sportwagen bis 2000 cm3 gewann Gianni Balzarini auf Cooper, bei der Formel Junior wie üblich Gerhard Mitter, bei den Tourenwagen bis 850 cm3 Grell auf DKW, bis 1300 cm3 Bergmann auf Alfa Romeo, über 1300 cm3 Losinger auf Chrysler. Und bei den GT bis 1300 cm3 war Furmeyer auf Alfa Romeo Zagato vor Charles Vögele auf Lotus Elite erfolgreich, die GT-Kategorie bis 1600 cm3 gewann Schiller auf Porsche und Felder entschied die GT-Kategorie über 1600 cm3 auf seinem Ferrari für sich. 

    Bravurös schlugen sich auch die beiden neuen BMW 700 RS unter von Stuck und Schneider, mit Zeiten unterhalb der Ferrari 250 GT errangen sie unangefochten den Siege in der Sportwagen-Subklasse bis 850 cm3.

    VI. Grosser Bergpreis von Österreich am Gaisberg (1962)

    Während das Training von 1962 bei misslichem Wetter absolviert werden musste, konnte das Rennen bei prachtvoller Sonne durchgeführt werden, ein gutes Rezept für Streckenrekorde. Die irregulären Trainings-Verhältnisse am Freitag hatten übrigens zu erstaunlichen Resultaten geführt. So fuhr der Deutsche Schüller auf einem Mercedes 300 SL Tagesbestzeit. Beim Wagen handelte es sich um einen auf GT umgebauten Werks-Mercedes aus dem Jahre 1952, also ein Le Mans/Carrera Panamericana-Modell. Zweiter wurde Gerhard Mitter im Training, diesmal den Lotus-20-DKW fahrend, Dritter Sepp Greger (Porsche Carrera) und Vierter Herbert Müller (Porsche RSK 1600). Nur diese Vier hatten es geschafft unter 6 Minuten zu bleiben. Doch schon am Samstag wurden die Zeiten besser und am Sonntag herrschten dann perfekte Bedingungen.

    Vor 20000 Zuschauern fand das Duell Formel-Junior (Gerhard Mitter auf Lotus-20-DKW) gegen Sportwagen (Sepp Greger auf Porsche RS 1700) statt. Greger legte 4’27,7” vor, Mitter antwortete mit 4’26,3 im ersten Lauf. Im zweiten Lauf stoppten die Uhren bei Greger dann bei 4’35,0” bei Greger. Was war passiert? Die AR 40/1962 beschrieb das folgendermassen: “Es ging also um Zehntelsekunden und die Spannung erreichte ein Mass, das bei Bergrennen sonst nie erreicht wird. Endlich kamen die Zeitansagen vom Ziel durch: 4’35,0” für Greger, der kurz vor dem Ziel einen Reifenplatzer hatte und mit Plattfuss einfuhr, und 4’25,9” für Mitter, den neuen Gaisberg-Rekordhalter, der damit den Durchschnitt auf 116,77 km/h hinaufgeschraubt hat.”

    Gaisbergrennen zur Europa-Bergmeisterschaft von 1963

    Edgar Barth (Porsche 2000) auch am Gaisberg unschlagbar”, titelte die AR 40/1963 und schon im Training hatte er bei endlich einmal trockener Strasse die Möglichkeiten seines Fahrzeugs gezeigt und mit 4’16,2” einen inoffiziellen neuen Streckenrekord erzielt. Das Rennen 1963 litt unter einer schwachen Besetzung, nur 65 Konkurrenten (bei 90 Nennungen) traten zum Start an.

    Trotz wechselhafter Witterung kamen 30000 Zuschauer und das feuchte Wetter machte die Strecke ausserordentlich gefährlich. “Die Ausfälle begannen ein drohendes Ausmass zu nehmen.” Der Abschnitt von der Gersbergalpe bis zur Judenbergalpe glich eher einem Autofriedhof als einer Rennstrecke. An Rekordzeiten waren trotz abtrocknender Strecke nicht zu denken.

    Barth gewann vor Hans Herrmann (Abarth) und Heini Walter. Gerhard Mitter erreichte auf seinem Formel Junior zwar noch die zweitbeste Tageszeit, aber seine Rekordlust musste er auf das nächste Jahr verschieben.

    Der Grosse Bergpreis von Österreich von 1964 am Gaisberg

    Die Strecke war dieselbe geblieben, aber die Fahrzeuge änderten immer mehr. 1964 hiessen die schnellsten Fahrzeuge bei den Tourenwagen DKW, Morris-Cooper, Alfa Romeo Giulia, BMW 1800, Abarth. Bei den GTs schwangen Porsche Carrera, Porsche 904 obenauf und bei den Sportwagen waren Porsche 2000, Elva-Porsche 2000, Lotus 23, Lotus-BRM, Lotus Monte Carlo und Lotus-ATS die schnellsten.

    Tagessieger wurde wiederum Edy Barth auf einem Porsche 2000 vor Herbert Müller auf dem Elva-Porsche 2000. Bei schwülem Wetter und trockener Strasse trieb Edy Barth seinen Porsche in sagenhaften 4’11,5” den Berg hoch, was einem Schnitt von 123,4 km/h entsprach und natürlich Streckenrekord bedeutete.

    Aufgrund unaufmerksamer Streckenposten gab es einen Unfall, der leicht hätte ins Auge gehen können. Die AR 29/1964 formulierte: “Toni (Fischhaber) hatte Glück. Das weitere wickelte sich in Sekundenschnelle ab. Mit etwa 170 km/h kam er in die schnelle Rechtskurve, in der sich Harry Zweifel gedreht hatte. Plötzlich sah er vor sich den Wagen und die Leute. Er gab nur zwei Möglichkeiten, entweder in die Leute hineinzufahren oder aber den Wagen neben die Strasse zu setzen. Er wählte die letztere, ungeachtet dessen, wie es ausgehen würde. Er landete am steilabfallenden Abhang in den Bäumen. Obschon sein Wagen vollständig zerstört wurde, blieb Toni Fischhuber wie durch ein Wunder unverletzt. Hut ab vor solch einer Handlung!”

    Mit 4’26,1” fuhr Michel Weber auf dem Porsche 904 einen neuen GT-Streckenrekord.

    Siebter Lauf der Europäischen Bergmeisterschaft am Gaisberg 1965

    Regen und Nebel prägten ein Bergrennen, das durch eine dünne Besetzung (59 klassierte Wagen) und wegen der bereits entschiedenen Bergmeisterschaft wenig Spannung aufwies.

    Im Training noch hatte Gerhard Mitter den neuen Porsche Achtzylinder-Rohrrahmen-Prototyp in 4’02,54” den Berg hochgequetscht, aber bei einer Sicht von wenigen Metern war eine Wiederholung am Sonntag natürlich in weite Ferne gerückt. So waren sogar drei Porsche 904 noch schneller als Mitter und auch Scarfiotti musste sich auf seinem Ferrari zeitenmässig von den GTs geschlagen geben und büsste auf Gerhard Mitter 14 Sekunden in der Gesamtzeit ein.

    Tagessieger wurde Michel Weber vor Sepp Greger und Rolf Stommelen. Ein gutes Beispiel für die schwierigen Umstände zeigte der Bericht in der AR 41/1965: “Bezeichnend für die prekären Verhältnisse ist der Kategoriensieg bei den Tourenwagen durch den Deutschen Behnke auf Austin Cooper S, der sogar die starken Alfa GTA und Ford Cortina Lotus hinter sich lassen konnte."

    Kehraus der Berg-Europameisterschaft am Gaisberg 1966

    Wiederum begann das Gaisbergwochenende mit schlechtem Wetter, das wenig Hoffnung auf neue Streckenrekorde verhiess. Das Training liess keine richtigen Voraussagen zu und Edy Barth knallte seinen Porsche-Achtzylinder in der Nockstein-Kehre in die Mauer.

    Dank Nachschub aus dem Werk konnte er dann am Sonntag trotzdem antreten. Die Strecke wurde am Sonntag mit jedem Lauf besser und die Zeiten purzelten unentwegt. Stehen blieb die Uhr bei Edy Barth bei 3’47,99”, er wurde aber von seinem Stallgefährten Hans Herrmann mit 3’47,24” noch unterboten (Schnitt 137,1 km/h und Streckenrekord). Auch Sepp Greger und Michel Weber kamen unter die 4-Minuten-Grenze.

    Bei den GTs war Peter Schetty auf dem Shelby Ford Mustang mit Abstand der Schnellste, während sein Teamkollege Walter Huth dem äusserst schnellen Karl Foitek mit seinem Lotus Elan nur 1.1 Sekunden abnehmen konnte. Die AR 39/1966 meldete offene Proteste in der GT-Kategorie, die kein definitives Klassement zulassen würden.

    Elfter Grosser Bergpreis von Österreich am Gaisberg 1967

    Anders als in früheren Jahren dehnte sich die Spannung bei der Berg-Europameisterschaft für einmal auch auf das Gaisbergrennen aus. Die AR 39/1967 schrieb: “So kamen die über 15000 Zuschauer am Gaisberg in den Genuss eines motorsportlich denkwürdigen Finales und die Spannung erreichte dank der Ausgeglichenheit der Titelanwärter, besonders bei den zweisitzigen Rennwagen und Sportprototypen sowie bei den Sportwagen, den absoluten Höhepunkt.”

    Mitter oder Stommelen, war die Frage. Beide fuhren den neuen superleichten Porsche Spider. In Ollon-Villars war Mitters Auto leichter gewesen, weshalb Stommelen einen Tausch forderte. Im Training war Mitter trotzdem schneller als Stommelen. Im ersten Rennlauf dann die Wende: Stommelen fuhr mit 3’39,27” 37/100stel schneller als Mitter. Um mehr als 17 Sekunden hatte er den vorjährigen Steckenrekord verbessert und mit einem Schnitt von 142,03 km/h schon beinahe die Schallmauer durchbrochen.

    Auch im 2. Lauf war Stommelen schneller als Mitter und er gewann das Rennen, unterlag Mitter in der Europameisterschaft wegen dessen besseren Streichresultate. Dritter am Gaisberg wurde Dieter Quester auf einem Lola-BMW, Vierter Peter Schetty auf dem Abarth 2000. Rudi Lins konnte auf dem Porsche Carrera 6 Peter Greger auf demselben Auto hinter sich halten.

    Siebter Berg-Europameisterschaftslauf am Gaisberg 1968

    Zwei Prototypen des neuen Porsche Bergspyders (später 909 genannt) standen Mitter und Stommelen zur Verfügung, die Meisterschaft war aber bereits entschieden. Die beiden Bergspyders glänzten durch interessante technische Charakteristiken. Die AR 40/1968 formulierte: 
“Der neue Bergwagen ist grundverschieden von seinem Vorgänger. Die ganzen Eingeweide, angefangen beim Achtzylinder-Motor mit senkrechter Benzineinspritzung, wurden um ca. 30 cm nach vorn verschoben. Der Fahrer sitzt nun nur wenig hinter der Vorderachse, wobei er seine Füsse vor ihr platziert hat. Der Radstand wurde um wenige Zentimeter verkürzt, so dass der Wagen durch die nun abgerundete Schnauze gedrungener, noch kompakter wirkt. Die neue Konstruktion bedingte natürlich auch ein geändertes Fahrgestell. Dieser neue zweisitzige Rennwagen der Gruppe 7 besitzt keinen festen Benzintank mehr, sondern nur noch einen kleinen Druckbeutel, der vor dem Start mit Helium gefüllt wird. Dadurch wird das Benzin in die Leitung gepresst, was die schwere Benzinpumpe mit ihrem Zubehör erübrigt.”

    Stommelen trainierte konsequent mit dem Neuen, während Mitter wieder auf seinen gewohnten “Alten” zurückgriff. Auch BMW kam mit einem Leichtbau-Auto, das 430 kgm auf die Wage brachte und eine grosse Stabilisierungsflosse trug. Dieter Quester fuhr diesen Prototyp auf den zweiten Rang hinter Gerhard Mitter im alten Porsche Prototyp. Stommelen presste den neuen Porsche auf Rang 3.

    Letzter Lauf der Europa-Bergmeisterschaft am Gaisberg 1969

    Der Glanz ist verblichen. Der AR 39/1969 war das Gaisbergrennen nur noch einen Eintrag in den Autosport-Notizen wert, der hier in der vollen Länge wiedergegeben wird:
    Merzario (Abarth) Sieger des Gaisberg-Rennens: Der letzte Lauf der Europa-Bergmeisterschaft am Gaisberg warf keine hohen Wellen mehr, denn die Meisterschaft war entschieden, und zudem fand sich Ferrari-Fahrer Peter Schetty nicht zum Start ein, weil die Veranstalter das von der italienischen Scuderia geforderte Startgeld nicht zahlen wollten. Tagessieger wurde Arturo Merzario auf Fiat-Abarth 2000, womit Merzario den Titel eines Sportwagenmeisters der Europa-Bergmeisterschaft ebenfalls geholt hat. Michel Weber auf Alfa Romeo 33 belegte hinter Merzario den zweiten Platz, während Sepp Greger in der GT-Wertung siegte. Merzario fuhr eine Zeit von 7' 55,97" heraus.”

    Der tödliche Unfall von Toni Pelizzoni auf Fiat Abarth 2000 P wurde nicht einmal erwähnt, war aber wohl einer der Gründe, dass diese Austragung die letzte war, bei der Prototypen den Berg auf Rekordfahrt hochrasten.

    Das heutige Gaisbergrennen

    Seit 2003 findet am Gaisberg jährlich eine wunderbare Oldtimer-Veranstaltung statt, die die alten Zeiten aufleben lässt. Gefahren wird strikt nach Regularity-Modus, aber das tut der Freude des Publikums und der Teilnehmer keinen Abbruch.

    Wir möchten an dieser Stelle noch ausdrücklich Josef Mayrhofer und Hermann Schwarz, der auch ein hervorragendes und ausserordentlich detailliertes Buch über das Gaisbergrennen geschrieben hat, für das Zurverfügungstellen des historischen Bildmaterials danken!

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