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Bild (1/14): Tatra 57 B (1948) - vierplätzige Limousine mit Frontmotor (© Daniel Reinhard, 2011)
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    Tatra 57 - fortschrittliche Limousine mit luftgekühltem Frontmotor

    4. März 2012
    Text:
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (10)
    Bruno von Rotz 
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    Tatra Markenemblem 1939Wer an Tatra denkt, sofern er sich überhaupt an diese tschechische Marke erinnert, sieht vor sich meist die besser bekannten windschlüpfrigen Heckmotor-Limousinen, die, teilweise mit Achtzylinder-Motoren angetrieben, zu überdurchschnittlichen Höchstgeschwindigkeiten fähig waren und dabei recht abenteuerlich aussahen. Doch bereits vor dem Krieg baute der tschechische Hersteller einen fortschrittlichen, konventionell angetriebenen Personenwagen, genannt Tatra 57 oder auch “Hadimrska”, was zu deutsch “Schlängeler” bedeutet, wohl der guten Fahreigenschaften wegen.

    Evolutionsgeschichte über 23 Jahre

    Bereits 1926 brachte Tatra den von Hans Ledwinka entwickelten Typ 12 auf den Markt. Mit seinem Zweizylinder-Boxermotor, Luftkühlung und der einfachen, aber einfallsreichen Chassis-Konstruktion mit Zentralrohr nahm der Typ 12 wesentliche Elemente des nachfolgenden Typ 57 vorweg.

    1932 erschien der Typ 57, der bereits vier Zylinder in 180-Grad-Anordnung aufwies und daher fälschlicherweise als Boxermotor bezeichnet wurde. Das obengesteuerte Aggregat war weiterhin gebläsegekühlt und leistete 18 PS. Damit waren 1932 80 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich.

    Modifizierter Tatra 57 A

    1936 schob Tatra den Typ 57 A nach, der nun 20 PS leistete und sich optisch überarbeitet zeigte. Insbesondere die Front wurde dem Zeitgeschmack angepasst und ein beeindruckender, aber nutzloser Kühlergrill prangte eindrucksheischend vorne. 8’019 Exemplare wurden gebaut.

    Verbesserter Typ 57 B

    Bereits 1938 folgte die nächste Evolutionsstufe, die Leistung war auf 25 PS gestiegen. Echte 90 km/h waren noch als Höchstgeschwindigkeit möglich. Bis 1949 wurden 6’469 Fahrzeuge gebaut.

    Moderne Motorkonstruktion

    Gemäss zeitgenössischen Beschreibungen handelte es sich um einen durchaus fortschrittlichen Motor. Er war luftgekühlt und wies 1939 1,25 Liter Hubraum auf. Der Zylinderblock bestand aus Leichtmetall, die gusseisernen Zylinder waren horizontal angeordnet,  paarweise zusammengegossen und um 180° versetzt. Die Kurbelwell war zweimal gekröpft und in zwei Gleitlagern im Motorgehäuse gelagert.
    Eine Umlaufschmierung versorgte den Motor mit Öl. Die Batteriezündung wies eine automatische Zündmomentverstellung auf. Zur Kühlung des luftgekühlten Motors war vorne ein Hochdruckventilator angebracht. Der Frischluftstrom wurde in zwei Kanälen über den Kopf und oberen Teil der mit Blech verschalten Zylinder geführt. Sowohl die vorderen als auch die hinteren Zylinder wurden damit gleich stark gekühlt. Gestartet wurde der Motor elektrisch, eine Handkurbel war zusätzlich vorgesehen.

    Das geniale Chassis

    Das Fahrgestell bestach durch Einfachheit und hohe Effizienz. Die vordere Motor-Getriebe-Achse-Einheit war mit einem Mittelrohr mit der hinteren DifferenzialAchse-Einheit verbunden. Die Vorderräder waren an zwei übereinander liegenden Halbfedern mit hydralischen Stossdämpfern auf aufgehängt, während hinten eine Pendelachse ihren Dienst tat. Dank Zentralschmierung war der nötige Wartungsaufwand gering.

    Ein Vierganggetriebe übertrug die Kraft auf die Hinterachse, zwei Gänge waren geräuscharm ausgelegt. Eine Zahnstangenlenkung und vier Trommelbremsen rundeten die damals moderne Technik ab.

    Der anspruchslose Wagen für den anspruchsvollen Fahrer

    Tatra pries den Typ 57 mit überzeugenden Worten an, als Beispiel sei hier der Verkaufsprospekt von 1939 zitiert:
    “Die Karosserie der Limousine der Tatra-Type 57 wurde dem Zeitgeschmack entsprechend angepaßt, der Innen- raum verbreitert und die das Bespritzen des Wagens verhindernden Trittbretter wurden etwas schmäler. Die bewährten Tatra-Schwingachsen verbürgen feste und sichere Straßenlage. Die Type 57 ist mit Viergang- Getriebe ausgerüstet, welches erfahrungsgemäß große Vorteile gegenüber weniger Gängen bietet. Die 25 PS starke Maschine selbst ist äußerst lebendig; sie bedarf fast keiner Pflege und Wartung. Man nennt deshalb die Hadimrska den anspruchslosen Wagen für den anspruchsvollen Fahrer.
    Zwei breite Türen gewähren bequeme Ein-und Ausstiegmöglichkeit. Jede Tür ist so angeordnet, daß beim Öffnen sowohl Vorder- wie Rücksitze leicht zugänglich werden. Eine der beiden Türen ist von innen, die zweite von außen absperrbar. Die angenehm weich gepolsterten Sitze gewähren nicht nur 4 Personen gerade Platz, sondern sind so geräumig, daß sich auch auf längeren Fahrten kaum Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen.
    Jeder Wagen ist im Winter mit Frischluft heizbar. Die Windschutzscheibe ist aus splitterfreiem Glas; die Fenster in den Türen sind Kurbelfenster, alle anderen Fenster sind fest. Das Rückblickfenster kann durch ein Roleaux vom Führersitz aus verdeckt werden. Der Fußboden ist mit Teppichen, die Trittbretter mit Gummi belegt. Der geräumige Kofferraum ist von außen zugänglich und bietet gleichzeitig Platz für das Reserverad, sodaß dieses und das Gepäck unter einem Schloß gesichert sind. Die Sitze und Polster sind mit modernem dauerhaften Stoff bezogen, die Lehne der vorderen Stahlrohrsitze ist durch einen einfachen Mechanismus herabklappbar und bildet mit der vorverschobenen rückwärtigen Lehne ein bequemes Bett. Die ganze Karosserie ist blechverschalt und spritzlackiert.”

    Wirtschaftlichkeit gross geschrieben

    Der Verkaufsprospekt von 1939 wies auch auf die hohe Wirtschaftlichkeit des Tatra 57 B hin:
    “Die Hadimrska gehört nicht zu den billigsten, wohl aber zu den besten und wirtschaftlichsten viersitzigen Kleinwagen. Entscheidend ist ja auch niemals der Anschaffungspreis, sondern die Kilometerkosten, und diese Wirtschaftlichkeit der Tatra Typ 57 wird auch Sie zur Anschaffung dieses Wagens bewegen.”

    Und vollständig ausgerüstet war der Wagen auch. Der Käufer erhielt nämlich:

    • 1 bereiftes Reserverad
    • 1 elektr. Licht- und Starteranlage
    • 1 elektr. Signalhorn
    • 1 Handhupe
    • 1 Tachometer mit Kilometerzähler, Autouhr und Innenbeleuchtung
    • 1 elektr. Deckenlampe
    • 2 versenkte elektr. Richtungsanzeiger
    • 1 elektr. Scheibenwischer
    • 1 Rückblickspiegel
    • 2 Kleiderhaken
    • 1 vordere Stoßstange
    • 4 Radkappen verchromt
    • 1 Autoapotheke und alle zum Wagen gehörigen Reserveteile und Werkzeuge laut separatem Verzeichnis.

    Im Jahr 1947 kostete ein Tatra 57 B in der Schweiz ungefähr 9’100 Franken, das war mehr Geld, als man für einen Vauxhall 12/4 (8’500) oder einen Peugeot 202 (7’500) hinlegen musste.

    Zufriedene Besitzer

    Der AR-Leser W. G. war mehr als zufrieden, als er nach 13’800 km und 9 Monaten seinen ersten Erfahrungsbericht verfasste. Er schwärmte von den hervorragenden Fahreigenschaften und der gute Berggängigkeit. Insbesondere den Camping-Freunden empfahl er die kleine Limousine, da die nach hinten umklappbaren Sitze eine gute Übernachtungsmöglichkeit boten. Auch in den Wintermonaten enttäuschte der Tatra nicht, kühlte aber schneller ab, als dies wassergekühlte Wagen damals taten. Mit dem mittleren Benzinverbrauch von 9 Litern pro 100 km (66 Rappen kostete damals ein Liter Treibstoff) war Leser W. G. ebenfalls zufrieden, den Motorlauf empfand er als etwas laut. Pro km errechnete er Kosten von 21,49 Rappen, inklusive Amortisation und feste Kosten.

    Während der ersten 13’800 km musste Leser W. G. abgesehen von einer Licht- und Dynamostörung sowie dem Ersatz eines Bremskabels und Keilriemens der Lichtmaschine keine Reparaturen vornehmen. Die positive Bilanz setzte sich auch im zweiten Betriebsjahr fort.

    Den guten Erfahrungen des Schweizers konnte auch der Prager Korrespondent der AR beipflichten. Wegen schlechterer Benzinqualität war allerdings dessen Verbrauch etwas höher. 

    Verschiedene Karosserieversionen

    Neben der Limousine gab es die verschiedenen Tata-57-Fahrzeuge auch als zweiplätzige offene Sportwagen, als Lieferwagen und in einer Kabriolett-Ausführung. Letzere wurde nicht selten zur Limousine umgebaut, da es in ihr weniger zog.

    Nicht alle diese Varianten wurden über die gesamte Bauzeit angeboten. Sogar Spezialkarosserien wurden auf dem 57-er-Chassis aufgebaut, eine stammte von Riha, der in Diensten von Sodomka arbeitete. Der Wagen soll damals “die kleine Amerikaner” genannt worden sein, er zeichnete sich durch viel Chrom und eine rundliche Form aus, die an eine Mischung zwischen Morris Minor und Volvo PV 444 erinnert.

    Nur noch wenige Fahrzeuge

    Als Gebrauchsfahrzeug erlitt der kleine Tatra das gleiche Schicksal wie viele seiner Artgenossen. Die Autos wurden geschunden und irgendwann entsorgt. Nur wenige sind übriggeblieben. Umso erfreulicher wenn man einmal eines dieser hübschen Fahrzeuge erblickt, wie anlässlich des letztjährigen FNA-Treffens.

    Wir danken dem Besitzer des roten Tatra 57B von 1948 für seine Geduld bei der Foto-Session.

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