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| Morgan 4/4 Serie II (1955-1960) Roadster, 36 PS, 1172 cm3
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Morgan Plus 4 Special Sport Racer von 1956 - italienische Grazie auf britischer Basis aus den USA
Jim Simpson und Bruno von Rotz - 22.11.2011 |
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Wenn man sich einen Morgan vorstellt, dann denkt man typischerweise an geschwungene Kotflügel, einen rundlichen Kühlergrill, eine lange Haube und ein kurzes Heck, kurz an einen modernisierten Vorkriegssportwagen.
Das Morgan-Chassis eignete sich dank seiner Steifheit auch gut für den Aufbau von Spezialkarosserien. Ein besonders schöner “Special” aus den Vereinigten Staaten soll hier vorgestellt werden.
Ein typischer Morgan Plus 4
Im Jahre 1956 wurde ein “normaler” Morgan Plus 4 mit Chassisnummer 4021 an die Firma Fergus Motors in New York geliefert. Nach zwei Jahren ging der Wagen in gebrauchtem Zustand an Cecil J. Rhodes, nur um kurze Zeit später einen Unfall zu erleiden, der der Frontpartie des Wagens übel beisetzte. Die darauffolgende Reparatur überzeugte Rhodes nicht. Trotzdem fuhr er das Auto weiterhin, wenn auch seltener, weil er das Interesse am Wagen verloren hatte. Er plante, den Wagen mit einer neuen Karosserie zu versehen.
Scaglietti-Inspirationen für den Morgan
Im Sommer 1963 entfernte Rhodes die Karosserieteile und begann sich Design-Überlegungen zu machen. Seine Bewunderung alt dem Ferrari Mondial von Scaglietti, den man getrost als einen der schönsten Rennwagen der damaligen Zeit bezeichnen kann. Nicht umsonst hatten sich auch Bill Devin und andere Karossier der Zeit vom eleganten und trotzdem funktionalen Design inspirieren lassen.
Um die Karosserie möglichst eng auf der Mechanik aufliegen zu lassen, entschied sich Rhodes dazu, die Form gleich “am lebenden Objekt” aufzubauen. Die Karosserie selber baute er aus Kunststoff und das Resultat, zumindest so, wie es heute vorliegt, ist mehr als überzeugend.
Auch das Interieur profitierte von der Erneuerung, die Morgan-Instrumente blieben, aber der Rest wich einer enorm schnell aussehenden Sportwagen-Ausstattung.
Die Technik versagt
Um den Wagen so schnell zu machen, wie er aussah, brachte Rhodes den TR3-Motor zu einem Mechaniker. Dieser zeigte aber wohl mehr Willen als Talent, der Motor wurde ruiniert. Der frustrierte Rhodes hatte genug und stellte den nicht ganz fertigen Wagen in die Ecke, wo er bis 1978 ruhte.
Mehrere Besitzerwechsel
Zwischen 1978 und 1990 wechselte der Morgan Special ein paar Mal den Besitzer, in den Neunzigerjahren gelangte der Wagen von einer Fahrzeug-Sammlung zur anderen und landete schliesslich beim Park Place Motors in Bellevue, Washington, die das Auto für über ein Jahr nicht verkaufen konnten. Als letzten Ausweg meldeten sie den Morgan für die Barrett Jackson Auktion und dort fand sich dann der aktuelle Besitzer, der dem hübschen Racer einfach nicht widerstehen konnte.
Mechanische Restauration
Nach dem Kauf im Jahr 2005 führte Jim Simpson einen aufwändigen mechanischen Neuaufbau durch, die Bremsen, die Lenkung, das Kühlsystem und die Vergaser wurden überholt, die TR4-Maschine aus den Sechzigerjahren wurde dabei nicht ausgetauscht. Instrumente mussten aufgefrischt werden und am Interieur wollten viele Dinge verbessert und perfektioniert werden. Schliesslich wurde entschieden, das ganze Interieur neu zu machen, ohne den Stil des Specials zu verfälschen.
Wunderschöner Special
Das Ergebnis überzeugt. Die Kunststoffkarosserie zeugt von hoher Qualität, da hatte Rhodes eine perfekte Arbeit abgeliefert. Ob er einfach talentiert war oder bereits viel Erfahrung hatte, als er diese Form aufbaute, weiss man nicht. Das ganze Auto ist sehr leicht, gut 600 kg dürfte das Gewicht sein. Ob der Kühlergrill à la Ferrari schon in den Sechzigerjahren montiert wurde, oder erst später dazu kam, ist nicht bekannt, der Optik zuträglich ist er allemal.
Der Wagen verfügt über keine Türen! Der Einstieg erfolgt also über die - niedrige - Seitenwand.
Gut aufgehoben in einer Ferrari Sammlung
Inmitten einer Ferrari-Sammlung zieht nun der rote Morgan Special die Augen auf sich, wird aber auch regelmässig gefahren und an Veranstaltungen gezeigt, so neulich beim Classy Chassis Concours in Houston, Texas.
Oftmals können gerade die Erbauer von interessanten “Kit Cars” die Früchte ihrer Arbeit nie selber geniessen. Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass J. Rhodes mit dem über Jahre gereiften Ergebnis mehr als zufrieden sein würde.
Der englischsprachige Artikel, der als Ausgangsbasis für diesen Bericht diente, findet sich auf forgottenfiberglass .










