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Einmalig - das Morgan Coupé von 1962 aus der Schweiz
Nicht gerade geheim, aber trotzdem fast unbekannt ist ein Versuch des Schweizer Morgan-Importeur Wehrlin geblieben, ein Coupé auf Morgan-Basis zu verwirklichen.
Überraschung auf dem Genfer Autosalon 1962
Morgan war 1962 erstmals offiziell am Genfer Autosalon vertreten. Auf dem Stand waren neben den bekannten 4-Zylinder-Roadstern auch ein weisses Coupé zu sehen, das auf Initiative vom lokalen Importeur entstanden war. Die Automobil Revue brachte in der Salon-Berichterstattung des Ausgabe 12/1962 ein Foto und einen kurzen Begleittext über das Fahrzeug, welches "Gran Turismo" genannt wurde.
Karosserie von Ashley
Auf der Basis eines betagten Vierplätzer-Chassis eines Morgan +4 mit Triumph-Miotor aus dem Jahre 1954 hatte Wehrlin ein kompaktes Coupé gebaut und damit genau das Auto, das seine Kundschaft immer wieder forderte.
Die Karosserie stammte om Kunststoff-Spezialist Ashley Laminates. Ashley-Karosserien waren ursprünglich hauptsächtlich auf alte Ford-Chassis aufgesetzt worden, um zeitgemäss aussehende Sportwagen zu kreieren. Ashley ging aber sogar soweit, ein eigenes Chassis, ergänzt um Ford-Komponenten, anzubieten. Auch der Sabra verwendete übrigens eine Ashley-Karosserie, aufgesetzt auf ein Ogle-Chassis.
Wehrlin hatte um 1960 die Motor-Show in Birmingham besucht und erkannt, dass eine Ashley-Karosserie von den Dimensionen her auf ein Chassis von Morgan passen musste. Also fuhr er nach England, kaufte eine Kunststoffkarosserie und transportierte sie auf dem Dach seines Opel Caravan in die Schweiz. Die erworbene Karosserie vereinigte er mit dem Chassis und komplettierte den Wagen mit zeitgenössischen Anbauteilen, fertig war das Coupé.
Überraschung auch für Peter Morgan
Wenig erfreut war der Patron des Sportwagenherstellers Morgan, “not amused” würde man heute schreiben. Peter Morgan hatte vom Überraschungscoup ebensowenig etwas gewusst, wie von der offiziellen Salon-Präsenz von Morgan via Wehrlin. Dies hätte den Schweizer Importeur beinahe die Import-Rechte gekostet!
Wagen in Einzelteile zerlegt als Wiedergutmachung
Erst als Wehrlin Peter Morgan bestätigen konnte, dass der Wagen vollständig in seine Einzelteile zur Nutzung als Ersatzteillager zerlegt wurde, war die Kirche wieder im Haus. Wehrlin konnte die Morgan-Vertretung behalten und war auch weiter erfolgreich damit.
Was Wehrlin aber verschwiegen hatte, war die Tatsache, dass er die Einzelteile weitestgehend behalten hatte und einem Neuaufbau eigentlich nichts im Wege stand. Die Bestandteile ruhten aber über 40 Jahre in den Lagerhallen von Wehrlin, bis ein neuer Besitzer Chassis, Karosserie und einige Kartons voll Einzelteile kaufen konnte.
Restauration geplant
Der neue Besitzer, die Classic Car Connection AG in Lichtensteig, plant die Restauration des unverkäuflichen Fahrzeugs und damit die Wiederherstellung eines wichtigen Zeitzeugen. Noch ist es aber nicht soweit und es werden wohl noch einige Jahre bis das ungeliebte Kind der Morgan-Familie wieder im alten Glanz aus eigener Kraft über Schweizer Strassen rollen wird.
Das offizielle Coupé 1963 - Plus Four Plus
Ein Jahr später lieferte Peter Morgan dann seine eigene Version des Coupés nach, allerdings nur für zwei Personen, aber insgesamt wohl etwas hübscher als die Ashley-Version von Wehrlin. Offensichtlich hatte ihn die spürbare Nachfrage, die am Genfer Salon manifest geworden war und das Stürmen von Wehrlin überzeugt.
Um das zusätzliche Gewicht der Coupé-Karosserie wieder wett zu machen, wurde damals übrigens ein Kompressor von Judson montiert - die dadurch generierte Mehrleistung war sicherlich genügend um den Verlust an Sportlichkeit gegenüber dem Roadster auszugleichen.











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