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Bild (1/1): Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - standesgemässer Transport in den Fünfzigerjahren (© Daniel Reinhard, 2013)
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    Bentley R-Type James Young von 1953 - Luxusgleiter für Selbstfahrer

    12. Mai 2013
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (46)
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    “Ich fahre heute selber", hat der Besitzer des Bentley R-Type von 1953, mit Karosserie von James Young, vielleicht vor 60 Jahren zu Martin, seinem Fahrer gesagt, danach die zweitürige Limousine bestiegen, den Motor hüstelnd gestartet und ist dann über den Kies der Vorfahrt von dannen gerauscht.

    Als Chauffeur-Fahrzeug taugte der Wagen kaum, denn so richtig elegant konnte man das hintere Abteil eigentlich nicht besteigen. Doch er offerierte andere Qualitäten.

    Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - mehr für das Gleiten als für das Kurvenräubern gedacht
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der Mark VI als erster Nachkriegs-Bentley

    Mit dem Bentley Mark VI (und dem Rolls-Royce Brüderchen Silver Wraith) stellte 1946 die durch Rolls-Royce geführte Marke Bentley das erste Nachkriegs-Luxusfahrzeug vor. Und Luxus war der Wagen gewiss. Mit der Werkskarosserie kostete der imposante Wagen 1948 52’700 Franken, eine Summe, die auch für den Bau eines Mehrfamilienhauses gereicht hätte.

    Bentley Mark VI Coupé Park Ward (1950) - auf dem Genfer Automobilsalon von 1950
    © Archiv Automobil Revue

    Für das viele Geld erhielt man viel traditionsbewusste Technik und ein aristokratisch vergangenheitorientiertes Design. Auf dem unabhängig tragfähigen Chassis, das aus einem Normalrahmen mit Kreuzverstrebungen bestand und vorne Einzelradaufhängungen mit Dreieckslenkern und Schraubenfedern, hinten eine Starrachse an Halbelliptikfedern bot, thronte eine fast 4,9 Meter lange und 1,72 Meter breite Karosserie, die 165 cm in die Höhe ragte. Dies bedeutete, dass man fast aufrecht einsteigen konnte, dass aber auch dem Wind einiger Widerstand entgegengesetzt wurde.

    Bentley Mark VI (1949) - der Reihensechszylinder kam erst mit 4,25 und dann mit 4,5 Litern Hubraum
    © Zwischengas Archiv

    Trotzdem beschleunigte der 4257 cm3 grosse Reihensechszylindermotor mit seitlicher Nockenwelle, Leichtmetallzylinderkopf, zwei SU-Vergasern und der damals typischen tiefen Verdichtung von 6,4:1 den Wagen auf rund 150 km/h, unterstützt durch ein Vierganggetriebe, bei dem immerhin die Gänge 2 bis 4 synchronisiert waren.

    Verbesserungen führen zum R-Type

    Bereits 1951 wurde der Hubraum auf 4566 cm3 angehoben und kurz darauf stand auch eine Automatik amerikanischen Ursprungs zur Wahl. Ab 1952 wurde die Werkskarosserie im Heck zugunsten mehr Kofferraums vergrössert, was auch Anpassungen bei den Kotflügeln bedeutete. Mit diesen Änderungen wurde aus dem Mark VI der R-Type, das parallele Rolls-Royce-Modell hiess Silver Dawn.

    Bentley R Type Sports Saloon (1953) - viertürige Limousine mit Karosserie von Bentley Motors (1931) Ltd.
    © Zwischengas Archiv

    Ab Werk kostete der Wagen nun zwar “nur” noch 47’000 Franken, aber wer sich das Chassis von einem der Karosseriefirmen wie Park Ward, H. J. Mulliner, Graber oder James Young individuell beplanken liess, konnte in der Endrechnung problemlos auf 65’000 Franken kommen, mehr als das Doppelte jedes Cadillac und ein BMW 501 war gerade einmal mit 30% davon zu berappen.

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    Der Beste seiner Klasse

    Für dieses Geld, von dem sich ja gerade die Reichen am wenigsten gerne trennten, erhielt man dann aber auch das Werk eines Herstellers, dem nur das Beste gut genug war. Die Zeitschrift “The Autocar” fuhr im Herbst den 4,6-Liter-Sports-Saloon und befand als Schlusswort: “Der Bentley ist ein teures Auto, aber umso weiter damit gefahren wird, umso mehr schätzt man den Anspruch des Herstellers, den bestmöglichen Wagen herzustellen. Er ist robust, versprüht einen Duft von Qualität und, vielleicht am wichtigsten, liefert auch nach Tausenden von Meilen immer noch die Leistungen, die man erwartet und dies in aller Stille.”

    Die englischen Kollegen beschleunigten den Bentley mit Handschaltgetriebe in 15,2 Sekunden auf 96 km/h und erreichten einen durchaus akzeptablen Benzinverbrauch von 16,6 bis 18,8 Litern pro 100 km, was in Anbetracht des über 80 Liter grossen Tanks eine Reichweite von rund 400 bis 500 km ergab.

    Geschätzt wurde von den Testfahrern auch die durch ein zentrales Fusspedal durchführbare Chassis-Schmierung und die “wünschbare Menge Motorengeräusch”, das gerade laut genug sei, damit der Fahrer die richtige Drehzahl für den Gangwechsel finde.

    Karosseriebau mit fast hundertjähriger Tradition

    Eine der Karosseriefirmen, die individuelle auf Kundenwünsche ausgerichtete Aufbauten für das in der Schweiz 34'000 Franken teure Fahrgestell fertigten, war James Young Coachbuilder, die schon seit 1863 im Geschäft war.

    Begonnen hatte man in Bromley mit der Herstellung von Pferdekutschen, 1908 wurde das erste Automobil karossiert. Chassis von Bentley, Rolls-Royce, Bugatti, Alfa Romeo und Sunbeam erhielten, neben anderen, Karosserien von James Young, die sich meist durch eine vornehme formliche Zurückhaltung und traditionelles Aussehen auszeichneten. 1938 wurde die Firma durch den Rolls-Royce- und Bentley-Händler James Barclay übernommen.

    Während des zweiten Weltkriegs wandte sich die Firma notgedrungen Rüstungsgütern zu, doch bereits 1948 besetzte James Young wieder einen eigenen Stand auf der London Motor Show und begann vor allem Karosserien für die Bentley-Modelle Mark VI und dessen Rolls-Royce-Varianten zu fertigen.

    Karosserieauswahl bei Tee und Gurken-Sandwich

    Wollte ein Kunde eine individuelle Karosserie auf einem Bentley-Chassis kaufen, dann wurde er vielleicht vom verantwortlichen Direktor zu Tee und Sandwich eingeladen, bei dessen Genuss man die individuellen Anforderungen trefflich diskutieren konnte. Dass dabei die Phantasien nicht völlig abhoben, dafür sorgten Verantwortliche bei Rolls-Royce und Bentley um sicherzustellen, dass man hinter jedem Produkt stehen konnte. Aber ungewöhnliche Farbkombinationen oder Interieurs waren durchaus denkbar.

    Als Ergebnis und Basis für die Beauftragung entstanden Skizzen, die man dem Kunden in kolorierter Ausführung zur Verfügung stellte. Nun hiess es Geduld haben, denn die Herstellung des Aufbaus weitgehend von Hand erforderte manchen Monat an Arbeit.

    Die Aluminium-Bleche wurden mit dem Hammer in Form gebracht und zu einer Karosserie zusammengeschweisst. Für Armaturenbrett, Klapptische und Abdeckungen war nur das schönste Fournier gut genug, das Leder war sorgfältig ausgesucht und verarbeitet, genauso wie die Teppicharbeiten. Die Farbe wurde in vielen Schichten aufgetragen, damit die fertige Karosserie auch im optimalen Glanz erschien.

    So wurde der für teures Geld erstandene Wagen zum Einzelstück und zu einem “Statement” des Besitzers. Die Seltenheit tat das Übrige dazu, denn von den 2’530 hergestellten R-Types wurden gerade einmal 295 mit Spezialkarosserien eingekleidet. James Young lieferte davon nur einen geringen Teil.

    Bentley Mark VI 2-Door Sports Saloon Mark VI, James Young Ltd. (1952) - für den Selbstfahrer unter den Bentley-Besitzern
    © Zwischengas Archiv

    Wertigkeit ohne Hochkommas

    Dass die Briten sich auf hochwertige Produkte ausgerichtet haben, kann man auch heute, sechzig Jahre nach dem Geburtsdatum des Bentley R-Type mit zweitüriger Karosserie von James Young an allen Ecken und Enden sehen. Alleine schon die Mechanik der Klapptische im Fond erfüllt einen mit Ehrfurcht, genauso wie die neckischen Schiebetürchen oder die intelligenten Sonnenblenden im Interieur.

    Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - wunderschöne Mechanik für das Ablagebrett
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Will man allerdings den hochbeinigen Briten besteigen, ist eine gewisse Portion Gelenkigkeit und Muskelkoordination durchaus angebracht. Die Beine wollen nämlich am rechts stehenden Schalthebel vorbeigeschoben und unter dem grossen Lenkrad verstaut werden. Sitzt man aber erst einmal, dann kann man sich an der mit dicken Lederhäuten bezogenen Clubbestuhlung erfreuen und am schönen Ausblick aus luftiger Höhe.

    Für Kiesstrassen und die Fahrt zum Picknick

    Der Motor wird wie üblich bei RR/Bentley durch Drehen des Zündschlüssels und Druck auf den Startknopf in Bewegung gebracht. Und nein, die Uhr ist definitiv nicht lauter als der Motor. Was vielleicht daran liegt, dass sie vor dem Beifahrer auf der linken Seite eingebaut ist, während sich der Fahrer in erster Linie um Temperaturen und Druckangaben im Umfeld des Motors kümmern soll. Selbst der Tachometer sitzt jenseits der Mitte.

    Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - das Armaturenbrett bezieht auch den Beifahrer ein
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Schaltung sitzt aber wie bereits gesagt rechts, eingeklemmt zwischen Fahrerbeinen und Türpolster. Das Wechseln der Gänge wird damit trotz der guten Schaltbarkeit des Getriebes nicht vereinfacht. Etwas Muskelarbeit ist auch angesagt, denn Lenkung (ohne Servo) und Kupplung, aber auch die Bremse (hydraulisch) wollen deutliche Marschbefehle erhalten.

    Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - der Schalthebel sitzt rechts aussen, Achtung beim Einsteigen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Den nächsten Ampelsprint wird man mit dem fast zwei Tonnen schweren Bentley und den “in genügender Anzahl” trabenden Pferdchen kaum gewinnen, aber über solche Ansprüche wird der Fahrer auch aristokratisch diskret hinwegschauen. Es fährt sich jedenfalls hervorragend im noblen englischen Gleiter und wer würde schon auf die Idee kommen, den Fünfmeter-Wagen mit der niedrigen Heckscheibe und den kaum übersehbaren Enden der Karosserie rückwärts in eine Parklücke hineinnavigieren zu wollen?

    Für die Fahrt zum Parlamentsgebäude, zum Golfplatz oder zum romantischen Picknick im Park (Tischchen, Stühlchen und Korb haben im Kofferraum sicher Platz) ist er gedacht und da offenbart er auch seine Qualitäten. Denn er ist ein äusserst begabter “Cruiser” und rollt unglaublich sanft auch Kiesstrassen ab.

    Bentley R-Type James Young Two Door Saloon (1953) - wirkt nicht nur hoch, er war es auch
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Und, ja, auch hinten sitzt man gut, jedenfalls kaum schlechter als in der vom Werk (und auch von Karossiers) gebauten viertürigen Limousine, nicht zuletzt dank der Ausbuchtung im Dach für mehr Kopffreiheit im Fond. Aber selber fahren macht, gerade im Bentley, doch mehr Spass.

    Der für diesen Bericht potraitierte Bentley R-Type Two Door Saloon mit Karosserie von James Young aus dem Jahr 1953 wird am 8. Juni 2013 an der Dolder-Versteigerung der Oldtimer Galerie Toffen unter den Hammer kommen.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ni******:
    24.05.2013 (07:53)
    Toller Artikel - differenzierter Text und attraktive Fotos. Vielen Dank! Niklaus
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