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Bild (1/5): Maserati Boomerang am Genfer Automobilsalon 1972 - atemberaubende Keilform von Meister Giugiaro (© Zwischengas Archiv)
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    Genfer Automobilsalon 1972 - neue Sportwagen und innovative Designstudien

    25. Februar 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
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    Auf der Hinfahrt am 9. März 1972 summt der gespannte Salon-Besucher Konrad Zurmühle “Sacramento” von “Middle of the Road” oder “Poppa Joe” von “The Sweet”, beides Songs der aktuellen “top 10” der Radiohitparade, erinnert sich vielleicht noch an die letzte Folge der Fernsehserie “Daktari” oder “Skippy, das Känguruh” und hofft auf viele Neuheiten und spannende Modelländerungen.

    Nun, soviel sei vorweggenommen, richtige Sensationen fehlen am Genfer Autosalon 1972. Immerhin aber wird Konrad Gelegenheit erhalten, etliche Neuheiten, die er bisher weder auf der Strasse noch in der Markenvertretung zu Gesicht bekam, zu begutachten - Opel Rekord II, Ford Granada, Renault R5 - und die Designer und Sonderkarosseriebauer hatten sich bemüht, auch im Jahr 1972 in Genf wieder echte Neuigkeiten zu präsentieren. Und weil Konrad auch ein wenig Sportwagen-Fan ist, freut er sich an den Weltneuheiten Jensen-Healey und Dino 246 GTS.

    Der Genfer Autosalon wächst weiterhin, gegen 1’000 Anbieter aus 23 Nationen stellen ihre Produkte auf 22’600 m2 Fläche aus. In den Eröffnungsreden wird gedämpfter Optimismus - die Redner nennen es Realismus - kommuniziert. Die Automobilindustrie wächst, die Produkte werden besser und sogar bezahlbarer. Gegenüber dem Jahr 1961 ist ein durchschnittlicher Mittelklassewagen nur 15% teurer geworden, während der Lebenskostenindex und damit auch der Lohn um immerhin 45% gestiegen ist. Die prophezeite Rezession ist zumindest am Autosalon weniger spürbar als befürchtet, mit 466’000 Besuchern jedenfalls wird eine neue Rekordzahl erreicht.

    Mehr Temperament und Luxus bei Kleinwagen und Mittelklasse

    Die Kunden werden auch im Kleinwagensegment und in der Mittelklasse anspruchsvoller, die Hersteller begegnen diesem Trend mit Produktverbesserungen, denn tatsächlich ist genau die Preiskategorie bis 10’000 Franken aber für die meisten Neuzulassungen verantwortlich.
    Eine erste Neuheit in dieser Kategorie bietet 1972 der Morris Marina, erhältlich als zweitüriges Coupé und viertürige Limousine.

    Der Renault R5 ist zwar schon bekannt, in der Schweiz aber noch nicht auf dem Markt und daher ein Anziehungspunkt für das lokale Publikum. Die übrigen angebotenen Fahrzeuge weisen einen teilweise bereits beträchtlichen Stammbaum auf, die Hersteller bemühen sich aber, mit verbesserten Ausstattungen und grösseren Motoren den neuen Ansprüchen der Kunden nachzukommen.

    Eine Preiskategorie höher gibt es beträchtlich mehr Neuheiten zu sehen. Opel zeigt den neuen Rekord, sowie die edlere Variante Commodore. Ford stellt den neuen Granada in den Mittelpunkt.

    Renault lässt die Modelle R12, R15 und R17 posieren. Fiat hat sein Angebot um das 128 Sport Coupé erweitert, Alfa Romeo offeriert die Berlina 2000 als “Extrapolation” des 1750. Saab zeigt erstmals den Typ 99 EMS in der Genf, Peugeot lässt im 504 nun die Gänge auch mit Knüppelschaltung wechseln.

    Während British Leyland nur geringfügige Verbesserungen bei den Modellen Austin Maxi oder Rover 2000 vermelden kann und auch Chrysler, Volvo oder Volkswagen nicht mit sensationellen Neuerungen auftrumpfen können, sind die Japaner - Datsun, Toyota, Mazda - mit einem Grossaufgebot und vielen Neuheiten nach Genf gereist.

    Breiteres Kombiangebot

    Kombis erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit, kaum ein Hersteller kann es sich noch leisten, keinen Stationswagen im Angebot zu haben. Neuzugänge sind unter anderem der schön geformte Opel Rekord Caravan, der Ford Granada und der Datsun Bluebird Station Wagon. 

    Wenig neues in Ober- und Luxusklasse

    Kaum Neuheiten gibt es in den oberen Preissgementen zu bewundern, zwar wird manches Modell mit geringen Modifikationen gezeigt, aber für die meisten Salon-Besucher sind diese Modelle sowieso unerreichbar.

    Weltneuheiten bei den Sportwagen

    Die Weltpremiere des Jensen Healey erstaunt gleich aus zwei Gründen. Ein Nischenhersteller - Jensen - wagt sich in die Grossserienproduktion. Präsentiert wird ein Cabriolet, eine Fahrzeugkategorie, die eigentlich am Aussterben zu sein scheint. Mit weniger als 20’000 Franken ist das optisch hübsche Fahrzeug knapp bezahlbar und weist mit dem Lotus-Twincam-Motor eine moderne Antriebseinheit auf. Im Kreis der traditionelleren Jensen-Erzeugnisse wirkt der Healey aber wie ein Fremdkörper.

    Downsizing ist auch bei De Tomaso angesagt. Mit dem Pantera 290 steht ein mit Ford-V6-Motor ausgerüstetes Mittelmotorcoupé auf dem Stand, das aber kaum langsamer als seine grösseren V8-Schwestern sein soll.

    Für kleinere Geldbeutel offeriert die brasilianische Sportwagenschmiede Puma neu einen Spider (später 1600 GTS genannt), der durch eine hübsche Polysterkarosserie über dem robusten Volkswagen-Chassis überzeugt.

    Lancia zeigt eine “Monte Carlo”-Version der Fulvia, Lotus baut den “eigenen” Twincam-Motor jetzt auch in das Modell Europa ein.

    Eine echte Neuheit ist die Berlinetta von Monteverdi, die mit Hemi-Motor auch leistungshungrige Kunden befriedigt. Bereits besser bekannt ist der immer noch hinreissende Intermeccanica Indra mit deutscher V6- oder amerikanischer V8-Motorisierung.

    Innovative Traumwagen und Spezialkarosserien

    Wie immer treffen auch 1972 die Konzeptfahrzeuge und Prototypen der italienischen Designer - diese Disziplin ist inzwischen fast zu 100% in den Händen der südlichen Nachbarn - erst knapp vor der offiziellen Saloneröffnung am Mittwoch ein. Während an den Pressetagen die Standflächen teilweise noch vor Leere gähnten, wird Einzelstück um Einzelstück enthüllt.

    Allen voran beeindruckt der von Bertone als Weltpremiere nach Genf gebrachte Citroën Camargue, ein bildhübsches Coupé auf der technischen Basis des Citroën GS. Sandfarben schillernd steht er da, das Interieur lädt in Braun und Beige zum Einsteigen ein, wenn man denn zu den auserwählten gehört, denen die Türen geöffnet werden. Neben dem Camargue stellt Bertone auch die Serienprodukte Fiat 850 Spider, Alfa Romeo Montreal und den Bugga “Shake”, sowie das eigenartige Spezialfahrzeug “Go”, ein eigenartiges Nutzfahrzeug mit Motorradmotor, sowie den Prototypen Lancia Stratos HF aus.

    Gleich gegenüber von Bertone zeigt Pininfarina eine Reihe von Sonderkarosserien, noch fast mehr zu reden gibt aber die weltweit erstmals gezeigte Targa-Ausführung des Dino 246 Spider, nun GTS genannt, die bulliger wirkt und mit seiner roten Farbe an die Ferrari-Modelle 250 LM und P3 erinnert.

    Ebenfalls eine Weltpremiere ist der Fiat 124 Abarth, der als Basis für den Rallye-Sport genutzt werden soll und rot lackiert mit mattschwarzer Motorhaube und Hardtop präsentiert wird. Zwei Prototypen, von der Turiner Ausstellung bereits erkannt, sehen allerdings wesentlich innovativer als das bereits in die Jahre gekommene 124-er Design aus. Der Ferrari Berlinetta Boxer, der Vorgänger des späteren Ferrari 365 GT/4 BB, ist ein keilförmiger und elegant gerundeter Mittelmotorsportwagen der höchsten Leistungsklasse.  Die “Berline 2 Porte + 2” basiert auf dem NSU Ro 80 zeichnet sich durch eine recht unkonventionelle Gestaltung und eine gewöhnungsbedürftige Kombination von Geraden und Rundungen aus.

    Ein paar Schritte weiter trifft man auf ein von Frua gezeichnetes 2+2-Coupé auf der Basis des Citroën SM. Modisch und gleichzeitig elegant gestaltet zeigt es die unverkennbare Handschrift Piero Fruas und hätte gut so in Produktion gehen können, denkt man viele Jahre später. Als zweites Beispiel seines Schaffens zeigt Frua eine modernisierte Maserati Quattroporte Limousine, die ebenfalls gefällt.

    Den von ItalDesign nach Genf gebrachten Maserati Boomerang, gezeichnet von Giorgio Giugaro, kennt mancher Insider bereits von Turin, inzwischen ist das extrem keilförmige Fahrzeug aber um Motor und funktionierende Instrumente ergänzt worden. 

    Für die meisten offenen Mäuler aber sorgt nicht eine italienische sondern eine englische Firma. Ogle zeigt mit dem Sotheby Special auf Basis des Aston Martin V8 Coupés einen Sportwagen der Spitzenklasse mit spitz zulaufender Karosserie, voluminöser Glaskuppel über dem Heckbereich und durchlöchertem Abschluss hinten. Eine Serienversion, die dereinst 150’000 Franken kosten solle, wird angekündigt, aber nie gebaut werden.

    Saubere Abgase aus den USA

    Die dominierenden Marken aus den Vereinigten Staaten stehen unter dem Zeichen immer wichtigeren Abgasentgiftung, verfolgen aber insgesamt eine konstante Modellpolitik und können vorwiegend Detailverbesserungen zeigen. Bleiarmes, respektive bleifreies Benzin ist in den Staaten bereits Pflicht, was mit drastischen Senkungen der Verdichtung kompensiert wird. Die Leistungsexzesse der Vergangenheit sind der Abgasentgiftung zum Opfer gefallen, kaum ein Fahrzeug-Datenblatt zeigt mehr als netto 200 PS. Trotzdem bilden die grossen und muskulös wirkenden US-Fahrzeuge des Jahrgangs 1972 - Chevrolet Corvette, Ford Mustang Mach I, Plymouth Barracuda oder Chevrolet Camaro - nachwievor einen  Anziehungspunkt für die Salon-Besucher.

    Buggy und Freizeitmobil

    Gleich eine ganze Reihe von Freizeitfahrzeugen werden 1972 in Genf gezeigt, eine richtige Buggy-Schwemme scheint auf Europa niederzugehen. Karmann, Apal, Autodynamics, GP Speed oder Mirage heissen die Hersteller dieser meist auf Volkswagen-Plattformen aufgesetzten Kunststoffkarosserien mit geringem Nutzwert aber viel Fahrspasspotential.

    Neben diesen erscheinen europäische Geländefahrzeug-Erzeugnisse wie der Range Rover, der Land Rover oder der VW 181 rustikal. Den Spagat zwischen beiden Gattungen macht der Citroën Mehari, der vielseitig nutzbar und gleichzeitig preisgünstig ist.

    Am Ende eines langen Tages

    Konrad Zurmühle verlässt den Autosalon mit zufriedener Miene. Den Renault R5 hat er sich vorgemerkt für eine Probefahrt, obwohl die Platzverhältnisse vielleicht etwas knapp sind. Aber für den Opel Rekord reicht sein Budget nicht, da muss er auf der Karriereleiter zuerst noch ein paar Fortschritte machen. Aber vielleicht gelingt ihm das ja bis zum nächsten Genfer Autosalon.

    Einziger Wermutstropfen für Konrad ist, dass er in der Salon-Tombola nicht den begehrten Ford Capri RS 2600 gewonnen hat, leider ist auf seinem Los nicht die Gewinnernummer 52785 eingedruckt gewesen.

    Gedämpft zufrieden sind auch die Auto-Hersteller und Importeure, obschon etwas VW oder GM über spärlichere Besucher und “Sehleute” statt Käufer jammerten. Andere Anbieter wie Toyota oder Rolls Royce berichteten jedoch über bessere Verkäufe als im Vorjahr.

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